4. KUNSTKÖLN 2003- Daten & Fakten (5.-9.4.03)


Eingabedatum: 28.03.2003


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Die Internationale Messe für Editionen, Art Brut, Kunst nach 1960 und Fotografie findet vom 5. bis 9. April 2003 in den Untergeschossen der Rheinhallen des Messegeländes in Köln-Deutz statt.

Mit der KUNST KÖLN hat die Kölnmesse GmbH seit 2000 eine neue Kunstmesse erfolgreich initiiert. Sie wird auch in den kommenden Jahren als Internationale Messe für Editionen, Art Brut, Kunst nach 1960 parallel zur Westdeutschen Kunst Messe Köln in den Untergeschossen der Rheinhallen durchgeführt. Mit der geschaffenen Marktplattform für die bisher im internationalen Kunstmessegeschehen eher unterrepräsentierten Segmente Editionen, der Kunst nach 1960 und der als Outsider Kunst bezeichneten Art Brut, trafen die Koelnmesse GmbH als Veranstalter und der ideelle Träger, der Bundesverband Deutscher Kunstverleger (BDK), auf große internationale Zustimmung und positive weltweite Resonanz bei Ausstellern, Besuchern und Medien. Das große Interesse an Editionen, Art Brut und der Kunst nach 1960 belegt auch das große Interesse von 28.000 Besuchern im vergangenen Jahr.

KUNSTKÖLN












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Snapshots


Über 700 der schönsten, spektakulärsten, witzigsten Schnappschüsse aus der weltweit größten Sammlung von Privatfotos. Mit Amateurfotos von Marilyn Monroe und Charlie Chaplin.

»You press the button, we do the rest«, war der Slogan, mit dem George Eastman, der Gründer von Kodak, 1888 die erste Box-Kamera anpries. Nun konnte jeder fotografieren, Augenblicke festhalten, zufällige wie inszenierte: Der Schnappschuss war geboren.
Ein Amateurfoto fängt zumeist Situationen ein, die durchaus alltäglich sind. Es verliert jedoch jede Banalität, sobald es aus dem biografischen Zusammenhang gelöst wird. Mitunter ist der gewählte Augenblick besonders günstig und fast ungewollt »passiert« ein kleines Kunstwerk, manchmal dank Doppelbelichtung, verrutschten Horizontlinien, Gegenlicht oder merkwürdigen Details.
Christian Skrein, Künstler und ehemaliger Fotograf, hat Fotografien in Tausenden von Alben und Schuhschachteln gesichtet, ausgewählt und thematisch zusammengestellt, die als Teil unserer visuellen Kultur anzusehen sind. Im Zentrum seines daraus entstanden Buches stehen Lebensfreude und Lebensschmerz, die conditio humana, sichtbar gemacht in »Snapshots«, die immer nur fürs private Album gedacht waren.

Ausstellung: MAK, Wien 24.3.-23.5.2004 . Nederlands Fotomuseum Rotterdam 26.6.-9.9.2004 . Museum für angewandte Kunst, Köln 29.9.-28.11.2004 . Deutsches Historisches Museum, Berlin im Frühjahr 2005

Snapshots
The Eye of the Century
Hrsg. Christian Skrein, Vorwort von Peter Noever, Text von Carl Aigner, Frits Gierstberg, Christian Skrein
Deutsch/Englisch
2004. 560 Seiten, 542 farbige Abb.
17,50 x 23,50 cm
gebunden
Lieferbar
€ 35,00, SFR 58,00
ISBN 3-7757-1396-4

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Markus Schinwald im Frankfurter Kunstverein (01.09.- 24.10.04 )


Unter dem Titel "Tableau Twain" zeigt der österreichische Künstler Markus Schinwald (*1973 in Salzburg, lebt in Wien) filmische, fotografische und installative Arbeiten erstmalig in einer umfangreichen Einzelausstellung.

". . . Markus Schinwald, dessen Werk auf sehr individuelle Weise Bezüge zu historischen Mythen, zur Psychoanalyse und den Kulturtheorien herstellt, nimmt eine wichtige Position im aktuellen Kunstdiskurs ein. In den vergangenen Jahren war er bereits in zwei Ausstellungsprojekten des Siemens Arts Program vertreten: "Untragbar. Mode als Skulptur", Museum für Angewandte Kunst Köln, 2001 und "film<lokal>", 49. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, 2003. Im Frankfurter Kunstverein war er im letzten Jahr an der Ausstellung "Adorno. Die Möglichkeit des Unmöglichen" beteiligt.

In seinen Arbeiten thematisiert Markus Schinwald die facettenreiche kulturgeschichtliche Bedeutung des Körpers und dessen mediale Inszenierung. Prothesen und mechanische Apparate versetzen die Protagonisten seiner Filme und Fotografien oft in marionettenhafte Zwänge, die den menschlichen Körper selbst zum kulturellen Artefakt werden lassen. Ob bühnenhafte Installationen, Eingriffe in Kleidungsstücke, fotografische oder filmische Arbeiten – der Künstler bedient sich unterschiedlichster Techniken, deren Ästhetik er für seine Geschichten adaptiert, um eigenwillige und mystische Lebenswelten zu schaffen.

Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf das Thema der Paarbildungen, mit denen sich Markus Schinwald in einer seiner aktuellen Arbeiten beschäftigt: An zwei in Öl gemalten Kinderporträts hat er restauratorische Eingriffe vorgenommen, die auf den ersten Blick nicht auffallen, bei dem Versuch einer historischen Einordnung jedoch unterschwellig zu Irritationen führen. Ähnlich bei seiner Arbeit mit manipulierten Porträts aus der Biedermeierzeit: Auch hier behalten die Stiche und Lithografien ihre ursprüngliche Ästhetik; nur ihre kulturellen Attribute wie Kleidung, Frisur und Gestik hat Schinwald beinahe unmerklich verfremdet.

In seiner neuesten Arbeit "Children’s Crusade" (2004) greift Markus Schinwald das Motiv der hochmittelalterlichen Kinderkreuzzüge auf. Gemeinsam mit der in engem zeitlichem Zusammenhang entstandenen Legende vom Rattenfänger von Hameln bildet es den Rahmen der Erzählung. Der Rattenfänger erscheint als Puppe, die als lebendig gewordene Idee einer pervertierten Ideologie auftritt.
In der Installation "Diarios" (2003) bezieht sich Schinwald formal auf Chris Markers Film "La Jetée" aus dem Jahr 1962. Allerdings treibt er die Strategie, einen Spielfilm allein aus Standfotografien zu entwickeln, konsequent auf die Spitze: Er verzichtet gänzlich auf das Medium Film und erzählt seine Geschichte mit Hilfe von Diapositiven, die er durch geschickte Überblendung in einen fließenden Rhythmus überführt. Man hört abwechselnd die Stimme einer Frau, die Drehbuchanweisungen gibt, und die Stimme eines Mannes, der melancholische Liebesgedichte rezitiert.
In dem Film "Dictio pii" (2001) bewegen sich sieben Personen in einem leeren Hotel, ohne dass eine genaue Absicht hinter ihrem eigenartigen Zusammenkommen erkennbar wäre. So öffnen sich Türen, merkwürdig gekleidete Figuren treten hervor, um im nächsten Raum gleich wieder zu verschwinden. Das rätselhafte Szenario wird getragen von einer Männerstimme aus dem Off, die sich langsam in eine Frauenstimme verwandelt und wie als Losungswort, nicht nur für diese Arbeit Schinwalds, zu sprechen scheint: "We are deranged""( Quelle: Presse /fkv)

Ausstellungsdauer: 1. September - 24. Oktober 2004

Öffnungszeiten: di-so 11-19

frankfurterkunstverein | markt 44 | 60311 frankfurt am main. | tel: +49 (0)69 / 2193140
fkv.de