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4. KUNSTKÖLN Abschlussbericht 2003


Eingabedatum: 12.04.2003


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4. KUNSTKÖLN übertraf die Erwartung – Galeristen-Fazit
"Kunst ist das beste Antidepressivum"
Der Verlauf dieser Messe hat die Erwartungen mehr als übertroffen. Bereits am Eröffnungswochenende zeichnete sich beim Publikum eine große Akzeptanz für das Viersäulenmodell ab. Und der weitere Verlauf, auch in Bezug auf die Umsätze in allen Bereichen, hat uns bestärkt, an diesem erfolgreichen Konzept fest zu halten." So das Fazit von Klaus Gerrit Friese zum Ende der 4. KUNSTKÖLN, der Internationalen Messe für Editionen, Art Brut, Kunst nach 1980 und Fotografie. Die gemeinsamen Anstrengungen der Veranstalter und Aussteller, nicht nur einen neuen Markt zu etablieren, sondern zugleich auch intensive Vermittlungsarbeit auf den jeweiligen Spezialgebieten zu leisten, wurde belohnt. Eine wertvolle Hilfe dabei leistete zudem das vielseitige Rahmenprogramm. Ob Sonderschauen, öffentliche Podiumsdiskussionen oder exklusive Führungen, viele der Besucher der KUNSTKÖLN nahmen diese Zusatzangebote dankbar an. Bis zum Ende der KUNSTKÖLN am Mittwoch, 9. April 2003, kamen insgesamt 25.000 Besucher zu den drei Kölner Frühjahrskunstmessen, zu denen noch die 17. Antiquariatsmesse Köln (4. bis 6. April 2003) und die 34. Westdeutsche Kunst Messe Köln (noch bis Sonntag, 13. April 2003) gehören.
"Unser großer Stand war zeitweilig noch zu klein, um den enormen Zulauf der interessierten Besucher auffangen zu können", sagte der Münsteraner Mike Karstens, der mit einer Siebdruck-Grafikwerkstatt auf die Koelnmesse gekommen war. "Das Publikum zeigte sich ebenso überrascht wie fasziniert von diesem künstlerischen Handwerk. Und es betrachtete dann auch die druckgrafischen Blätter in den Kojen der übrigen Editeure und Galeristen mit anderen Augen. Ich denke, wir konnten damit auch etwas für die angemessene Wertschätzung dieses Mediums beitragen."

Dass sich bei der manus presse ein Käufer für die "Camouflage"-Mappe von Andy Warhol (55 000 €) begeistern konnte, hat dann aber sicher auch zusätzlich etwas mit der Berühmtheit ihres Schöpfers zu tun! Auch anderswo zogen große Namen, wie etwa bei Meyer-Ellinger, der grafische Blätter von Richard Serra – u.a. die Folge "I did" (12.000 €) oder Eduardo Chillida (5.000 €) verkaufen konnte, und bei der Orangerie Reinz, die eine frühe Dali-Grafik (8.000 €) oder eine Picasso-Keramik (10.000 €) abgab.
Die Galerie der Spiegel hätte das kleine, farbenfrohe Nay-Blatt von 1957 nebst Buch (2.500 €), so denn noch vorhanden, zigmal verkaufen können. Gleiches gilt für den gläsernen "Schuhkarton" von Arman aus der schon legendären Edition MAT (4.000 €). Werner Hillmann zeigte sich aber besonders erfreut, dass die von ihm aktuell initiierte neue Schwarz-Weiß-Edition der Galerie, die er auf der KUNSTKÖLN erstmalig präsentierte, gleich Erfolg hatte. Die "Manipulationen" von Beatrix Opolka (250 €) sprachen vor allem ein junges Publikum an. Hillmann unterstrich damit zugleich das positive Urteil vieler Kollegen über die Aufgeschlossenheit und Neugier der Messebesucher.

"Die Leute können hier Kunst selbst entdecken, und unbekannte Künstler finden hier ein tolles Forum." Selbst Museumskuratoren, so der Berliner Michael Schultz, hätten sich überrascht gezeigt über die unverbrauchte Frische vieler Kunstwerke auf diesem neuen Markt. Entsprechend glücklich war er über die feste Reservierung der drei großen Hahnenkopfmalereien hinter mattiertem Plexiglas von Stephan Kaluza (zusammen 22.500 €) und den Ausverkauf an Gouachen der jungen Baselitz-Schülerin SEO (700 – 2.800 €). Neben Arbeiten namhafter Künstler der Galerie (eine frühe Dithyrambe von Markus Lüpertz, 9.200 €, oder ein Gemälde von Helge Leiberg, 10.000 €) fand er auch spontane Abnehmer für die C-Print-Blumenstillleben der jungen Fotografin Eliska Bartek (2.300 €). Die Düsseldorferin Christa Schübbe hatte zu Recht auf einen Messeerfolg mit ihrem Jungstar Matthias Köster gesetzt. Die auf eine Aluplatte gemalten figurativen Szenen fanden für 2.200 € mehrere Abnehmer: "Ich bin nicht nach Köln gekommen, um das große Geld zu machen. Ich will vielmehr Überzeugungsarbeit leisten, und die hat sich für mich gelohnt."
Auf große Umsätze hatte ohnehin kaum ein Aussteller gesetzt. Das Wort von "Flagge zeigen" und vom "Dagegenhalten" in diesen depressiv stimmenden Zeiten, war häufig zu hören. Ferdinand Altnöder aus Salzburg brachte es so auf den Punkt: "Kunst ist das beste Antidepressivum!" Die Verkaufszahlen seien zwar nicht berauschend, aber dass ein so berühmter Sammler wie Bruno Decharme, dessen Kollektion ein Highlight dieser Messe bildet, bei ihm gekauft hat, hebe die allgemeine Stimmung. Auch die Kölner Kollegin Susanne Zander bedauerte zwar das Ausbleiben bestimmter ausländischer Stammkunden, hob aber gleichzeitig hervor, eine neue Klientel gewonnen zu haben. Unter anderm für die hocherotischen Kleinskulpturen aus Kernseife von Jeff Hill (200 €), oder für die Kinderpuppenfotos von Morton Bartlett (2.800 €).

Die Fotogalerie Löhrl aus Mönchengladbach kam mit Großfotos von Peter Zimmermann zur kölnphoto III. Zimmermann, dessen Arbeiten bisher noch nie auf einer Messe gezeigt wurden, erhielt spontan die Einladung zu einer Ausstellungsbeteiligung. Und von dem Düsseldorfer Ruff-Schüler Christoph Klute konnte Löhrl sämtliche Bildserien (450 – 4.000 €) verkaufen. Große Nachfrage gab es ebenfalls beim Stand der Düsseldorfer Galerie OMC nach Fotografien des Kriegsreporters James Nachtwey. Die beklemmenden Aufnahmen, sogar schon aktuell aus dem Irak, fanden für 1.740 bis 3.050 $, 30er Auflage, mehrere Käufer.
Der Berliner Clemens Fahnemann, der von Anbeginn ein großer Befürworter des Vier-Säulen-Modells war, sieht sich nach dem Verlauf der 4. KUNSTKÖLN in seiner Einschätzung bestätigt. Im Bereich der Editionen war er u.a. erfolgreich mit sogenannten Unikatmappen von Imi Knoebel (6.000 €) und der Blei-Edition von Günter Förg (4.000 €), im Bereich der Fotokunst mit C-Prints von Michael Wesely (1.900 €) und bei der Kunst nach 1980 mit Zeichnungen und Malereien von der jungen Künstlerin Heike Schwegmann (170 bis 1.000 €). Sein Statement: "Die Mischung macht’s, das Konzept geht auf."

Die 5. KUNSTKÖLN, Internationale Messe für Editionen, Art Brut, Kunst nach 1980 und Fotografie, findet im April 2004 erneut gemeinsam mit der 35. Westdeutschen Kunst Messe Köln und der 18. Antiquariatsmesse Köln statt.

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4. KUNSTKÖLN 2003- Daten & Fakten (5.-9.4.03)


Die Internationale Messe für Editionen, Art Brut, Kunst nach 1960 und Fotografie findet vom 5. bis 9. April 2003 in den Untergeschossen der Rheinhallen des Messegeländes in Köln-Deutz statt.

Mit der KUNST KÖLN hat die Kölnmesse GmbH seit 2000 eine neue Kunstmesse erfolgreich initiiert. Sie wird auch in den kommenden Jahren als Internationale Messe für Editionen, Art Brut, Kunst nach 1960 parallel zur Westdeutschen Kunst Messe Köln in den Untergeschossen der Rheinhallen durchgeführt. Mit der geschaffenen Marktplattform für die bisher im internationalen Kunstmessegeschehen eher unterrepräsentierten Segmente Editionen, der Kunst nach 1960 und der als Outsider Kunst bezeichneten Art Brut, trafen die Koelnmesse GmbH als Veranstalter und der ideelle Träger, der Bundesverband Deutscher Kunstverleger (BDK), auf große internationale Zustimmung und positive weltweite Resonanz bei Ausstellern, Besuchern und Medien. Das große Interesse an Editionen, Art Brut und der Kunst nach 1960 belegt auch das große Interesse von 28.000 Besuchern im vergangenen Jahr.

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Über 700 der schönsten, spektakulärsten, witzigsten Schnappschüsse aus der weltweit größten Sammlung von Privatfotos. Mit Amateurfotos von Marilyn Monroe und Charlie Chaplin.

»You press the button, we do the rest«, war der Slogan, mit dem George Eastman, der Gründer von Kodak, 1888 die erste Box-Kamera anpries. Nun konnte jeder fotografieren, Augenblicke festhalten, zufällige wie inszenierte: Der Schnappschuss war geboren.
Ein Amateurfoto fängt zumeist Situationen ein, die durchaus alltäglich sind. Es verliert jedoch jede Banalität, sobald es aus dem biografischen Zusammenhang gelöst wird. Mitunter ist der gewählte Augenblick besonders günstig und fast ungewollt »passiert« ein kleines Kunstwerk, manchmal dank Doppelbelichtung, verrutschten Horizontlinien, Gegenlicht oder merkwürdigen Details.
Christian Skrein, Künstler und ehemaliger Fotograf, hat Fotografien in Tausenden von Alben und Schuhschachteln gesichtet, ausgewählt und thematisch zusammengestellt, die als Teil unserer visuellen Kultur anzusehen sind. Im Zentrum seines daraus entstanden Buches stehen Lebensfreude und Lebensschmerz, die conditio humana, sichtbar gemacht in »Snapshots«, die immer nur fürs private Album gedacht waren.

Ausstellung: MAK, Wien 24.3.-23.5.2004 . Nederlands Fotomuseum Rotterdam 26.6.-9.9.2004 . Museum für angewandte Kunst, Köln 29.9.-28.11.2004 . Deutsches Historisches Museum, Berlin im Frühjahr 2005

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The Eye of the Century
Hrsg. Christian Skrein, Vorwort von Peter Noever, Text von Carl Aigner, Frits Gierstberg, Christian Skrein
Deutsch/Englisch
2004. 560 Seiten, 542 farbige Abb.
17,50 x 23,50 cm
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