Anzeige
Responsive image

Newsletter -- Künstlerdatenbank ---- Textkorpus ---- Ateliers

Ernst Marow. Für Odysseus - 107 Radierungen zur Odyssee

33. Leipziger Grafikbörse

16.11.2014 - 01.02.2015 | Museum für Druckkunst Leipzig
Eingabedatum: 07.11.2014

bilder

Ernst Marow
"Kirke"
Radierung in Kaltnadeltechnik / handcoloriert, 2000 - 2014
Motivgröße ca. 43 x 30 cm
auf Bütten (Blattgröße ca. 55 x 40 cm)
aus der Suite ´FÜR ODYSSEUS` - 107 Radierungen zur Odyssee
Auflage 7 Exemplare, signiert, datiert und betitelt
Künstlerhanddruck


Grafik im Dialog mit Literatur – Bilder zu Worten
Vernissage: 14. 11. 2014 um 18.00 Uhr im
Museum für Druckkunst Leipzig, Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig.


Zur Thematik „Grafik im Dialog mit Literatur – Bilder zu Worten“ wird im Rahmen der 33. Leipziger Grafikbörse eine Auswahl aus Ernst Marows Radier-Suite "Für Odysseus - 107 Radierungen zur Odyssee" im Museum für Druckkunst Leipzig präsentiert.

In diesem Jahr eröffnet die nunmehr 33. Ausgabe der „Leipziger Grafikbörse“ ab 16. November ihre Pforten.
In der Ausstellung „Grafik im Dialog mit Literatur - Bilder zu Worten“ präsentieren Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland aktuelle druckgrafische Arbeiten, die sich mit literarischen Texten unterschiedlichster Themenbereiche auseinandersetzen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Der Beitrag des Malers und Grafikers Ernst Marow zur diesjährigen „Leipziger Grafikbörse“ ist eine Auswahl von Radierungen aus seiner Radier-Suite „Für Odysseus – 107 Radierungen zur Odyssee“, dem grafischen Opus magnum des Künstlers.
Bis hin zur modernen Kunst hat das Faszinosum „Odysseus“ die Künstler beschäftigt und zu immer neuen Deutungen geführt – Odysseus als Archetyp.
Im Vergleich zu Achilleus, dem von seiner Vitalität im Kämpfen geprägten Helden der Ilias, ist Odysseus ein sehr menschlicher und sozialer Charakter – nicht das Kämpferische, aus roher Kraft und Macht Bestehende vertritt er, sondern Klugheit und Fantasie, Verantwortungsgefühl, Umsichtigkeit und Rechtlichkeit sowie Geduld und risikobedachter Mut, Mäßigkeit und Selbstbeherrschung.

Ernst Marow
"Homer - der göttliche Sänger"
Radierung in Kaltnadeltechnik, 2000 - 2014
Motivgröße ca. 43 x 30 cm
auf Bütten (Blattgröße ca. 55 x 40 cm)
aus der Suite ´FÜR ODYSSEUS` - 107 Radierungen zur Odyssee
Auflage 7 Exemplare, signiert, datiert und betitelt
Künstlerhanddruck


Marow ist ein großer Beobachter und beherrscht die Kunst der Zeichnung – so zeigt er in seinen Radierungen zur Odyssee in konsequentem Realismus die Tiefe menschlicher Beziehungen, Stimmungen und innerer Zuständlichkeiten, die über das Abbildhafte hinausweisen und dadurch zum Sinnbild werden – Odysseus, auch ein schweigend ernster Mensch, der in ständiger Hoffnung sich nach der Heimat sehnt, in tiefen Gedanken versunken. Ganz in diesem Sinne Homers sieht Marow die tiefe Menschlichkeit des Odysseus: von der Begegnung mit dem Schweinehirten Eumaios, der den bettelnden Fremden freundlich aufnimmt bis hin zur Begegnung mit Eurykleia, der Amme, die Odysseus nach langer Zeit an seiner Narbe am Bein wiedererkennt.

Ernst Marow
"Penelopeia aber weilt mit treuer, duldender Seele in Deinem Palast"
Radierung in Kaltnadeltechnik, 2000 - 2014
Motivgröße ca. 43 x 30 cm
auf Bütten (Blattgröße ca. 55 x 40 cm)
aus der Suite ´FÜR ODYSSEUS` - 107 Radierungen zur Odyssee
Auflage 7 Exemplare, signiert, datiert und betitelt
Künstlerhanddruck


Viele Jahre, von 2000 – 2014, arbeitete Ernst Marow an seiner Hommage an Odysseus, in die er auch Stationen seiner eigenen Lebensfahrt verwoben hat. Der Keim zu diesem Radier-Zyklus mit den Erlebnissen des Odysseus wurde bereits in jungen Jahren des Künstlers, als Student während seiner Wanderungen durch Griechenland gelegt. „Odysseus 2000“ nennt der Künstler daher sein Selbstbildnis – nachdenklich blickt Marow auf die Vergangenheit, in die Zukunft, Segel und Schiffsplanken sind die Metaphern für das Abenteuer Reise Leben – ist Odysseus angekommen in Ithaka?

Ernst Marow konstatiert über seine Radierungen zur Odyssee: “Von Anfang an war ich überzeugt, daß die wunderbaren Figuren jener Lebensfahrt auch heutig sind, ja, im eigenen Leben erscheinen, wirklich sind. Diese magische Gegenwart gilt es darzustellen, sie zum Leben zu erwecken, eigenständig als Bildwesen, nicht als textbegleitende Illustration, sondern parallel zum Text.“ Ein Portrait der Frau des Künstlers bildet die Gestalt der Kirke, die Nähe zur Natur und die Zauberkraft ist in der Pflanzensymbolik des Bildes zusammengefasst.

Ernst Marow, in der Neumark/Mark Brandenburg aufgewachsen, flüchtete 1945 10jährig mit seiner Mutter und drei Geschwistern nach Niedersachsen, Ölsburg bei Peine, besuchte dort das Gymnasium und legte 1954 das Abitur ab.
Danach arbeitete er zunächst als Anstreicher und Isolierer, bevor er an der Werkkunstschule Hannover ein Studium aufnahm, das er von 1956 an der Hochschule für bildende Künste in Berlin bei den Professoren Heinrich Graf Luckner, Ludwig Gabriel Schrieber und Gerhard Fietz fortführte. 1971 vom Galeristen Dieter Brusberg entdeckt, hatte Marow 1972 seine erste Einzelausstellung unter dem Titel „Realismus aus dem Küchengarten“ in der Galerie Brusberg Hannover und ist seitdem freischaffender Künstler.

Das Thema Zeichnung und Druckgrafik hat Ernst Marow seit seiner Studienzeit 1955 – 1959 an der Hochschule für bildende Künste Berlin bis heute beschäftigt – im Jahr 1972 entdeckte Galerist Dieter Brusberg Ernst Marow als Maler und Zeichner, 1981 wurde dem Künstler für sein zeichnerisches Werk im Rahmen einer Ausstellung seiner Zeichnungen im Sprengel Museum Hannover der Bernhard-Sprengel-Preis verliehen. Diese grafisch-zeichnerische Seite wurde später zu einem Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens, in einem Zeitraum von 14 Jahren entstand nun daraus das grafische Hauptwerk Ernst Marows – 107 Radierungen in Kaltnadeltechnik zu Homers „Odyssee“ in einer Auflage von 7 Exemplaren, Motivgröße ca. 43 x 30 cm, Künstlerhanddruck auf Bütten – Blattgröße 55 x 40 cm.

Mag dieser umfangreiche Radier-Zyklus das 20. Jahrhundert bereits überschritten haben, so gehört er seiner künstlerischen Bedeutung und seines thematischen Aspekts wegen in die Reihe der großen Homer-Illustrationen des 20. Jahrhunderts.

Zeitgleich mit dem grafischen Zyklus entstehen auch einige Bilder Öl auf Leinwand zur Odyssee, darunter auch ein großformatiges Triptychon.

Eine Auswahl Marows Radierungen zur Odyssee präsentierte im Jahr 2007 die Galerie Brusberg in Berlin, ein Gesamt-Exemplar mit 107 Radierungen nahm das ALBERTINA Museum Wien in diesem Jahr in die grafische Sammlung auf.

„Die „Leipziger Grafikbörse“ – im Jahr 1972 als erste zensurfreie Künstlerarbeitsgemeinschaft der ehemaligen DDR im Rahmen des Verbandes bildender Künstler Leipzig gegründet – widmete ihre jährliche Ausstellung zunächst der zeitgenössischen sächsischen Druckgrafik, präsentiert inzwischen nun auch Beiträge aller klassischen und neuzeitlichen Techniken originaler Druckgrafik sowie auch Kombinationen und weniger bekannte Verfahren wie Lichtdruck, Fotoradierung und Prägung zeitgenössischer Künstler aus ganz Deutschland.
Ein weiterer Themenschwerpunkt der Künstlervereinigung „Leipziger Grafikbörse“ ist die Vermittlung von Kenntnissen und Praxis traditioneller grafischer Druckkunst sowie eine Übersicht aktueller künstlerischer Beiträge der Druckgrafik zum zeitgenössischen Kunstgeschehen darzustellen. Das Engagement der Gruppe Leipziger Künstler zum Gebiet der Druckgrafik wird mittlerweile weit über die Grenzen Leipzigs und Sachsens hinaus bereits im gesamten Bundesgebiet wie auch international hoch geschätzt, aufgrund verschiedener Ausstellungen in einigen anderen europäischen Ländern wie Frankreich und Belgien wurde die „Leipziger Grafikbörse“ als ein bedeutender kultureller Beitrag bekannt.

33. Leipziger Grafikbörse
Museum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38
04229 Leipzig

Eröffnung: 14.11.2014, 18 Uhr
Ausstellung vom 16.11.2014 bis 1.2.2015

Weiterführende Links:
druckkunst-museum.de
leipziger-grafikboerse.de/
ernstmarow.de

Illustrationen zum Odyssee-Zyklus von Ernst Marow finden Sie außerdem in folgenden Büchern von Prof. Dr. Arno Schmidt (em. Prof. für Philosophie der Philipps-Universität Marburg:
- "Die Geburt des Logos bei den frühen Griechen"
- "Das Elend des Logos - antike Philosophie nach Aristoteles"
- "Der Glanz des Logos - die Philosophie der Klassiker"
www.logos-verlag.de / ernstmarow

ANZEIGE


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image