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Kunst_Sachsen-Anhalt 2: Landschaft(en). Wildflecken und Gartenreich (29.6.-7.9.03)


Eingabedatum: 30.06.2003

Kunst_Sachsen-Anhalt 2: Landschaft(en). Wildflecken und Gartenreich (29.6.-7.9.03)

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Zum zweiten Mal findet in Sachsen-Anhalt / Halle eine Landeskunstausstellung statt, auf der dieses Jahr Malerei, Grafik, Foto- und Videoarbeiten, Installationen und Aktionen von 30 K√ľnstlern zum Thema "Landschaft" gezeigt wird.

Pressemitteilung / Auszug: Das Projekt ‚ÄěKunst_Sachsen-Anhalt‚Äú begann 1999 mit einer Ausstellung unter dem Titel Verl√§ngerte Frohe Zukunft. Im Sommer 2003 folgt ‚ÄěKunst_Sachsen-Anhalt 2‚Äú mit der Landeskunstausstellung Landschaft(en). Wildflecken und Gartenreich.

In der mitteldeutschen Region, die stark von der Industriekultur des 20. Jahrhunderts geprägt ist, haben sich die Landschaften und die Städte in den letzten Jahren rasant gewandelt.

Landschaft(en). Wildflecken und Gartenreich begreift Landschaft als sozialen Lebensraum und als Modell, in dem sich Utopien, historische und aktuelle Prozesse, Identitätsbildung und -verlust abzeichnen. Landschaftskonstruktionen und Landschaftsbilder werden auf ihre allegorischen, metaphorischen und fiktionalen Aspekte hin befragt.
Thematisch wird eine Br√ľcke geschlagen vom Dessau-W√∂rlitzer Gartenreich, einer Ideallandschaft der Aufkl√§rung, zur Gegenwart der Industriebrachen und Erlebnisparks, von dem Bild der Stadt bis hin zum Fluss, der L√§nder trennt und verbindet

... In den Arbeiten der K√ľnstler spielt die Wahrnehmung von Landschaft und deren Bildkonstruktion eine entscheidende Rolle. In einen Dialog zu diesen zeitgen√∂ssischen Arbeiten treten das Gem√§lde von Caspar David Friedrich ‚ÄěDie Nacht im Hafen (Zwei Schwestern auf dem S√∂ller)‚Äú, um 1820 ‚Äď eine Leihgabe aus der Staatlichen Eremitage St. Petersburg ‚Äď und Ansichten von Dessau-W√∂rlitzer Gartenreich (Bl√§tter der Chalkographischen Gesellschaft), 1796 bis 1801. Die gesellschaftlichen Fiktionen, die diese historischen Bilder aufrufen, provozieren zeitgen√∂ssische Antworten.

Die Chalkographische Gesellschaft wiederbelebt

1796 wurde die Chalkographische Gesellschaft als Verlagsanstalt mit dem Ziel gegr√ľndet, √ľber grafische Reproduktionen von bedeutenden Kunstwerken breite Bev√∂lkerungsschichten humanistisch und √§sthetisch zu bilden. Durch diese Gesellschaft wurden auch Ansichten des Dessau-W√∂rlitzer Gartenreichs verbreitet. Diesen ‚ÄěSchabkunst‚Äú-Bl√§ttern, die die Idylle des Landschaftsparks in der Wiedergabe noch steigerten, treten Arbeiten aus der Fotoserie ‚ÄěW√ľstungen. Ostdeutsche Landschaften 1991 - 1993‚Äú von Inge Rambow entgegen, die die Fotografin in Tagebauen von Sachsen-Anhalt, Sachsen und Neubrandenburg aufgenommen hat.

K√ľnstlern aus Deutschland und dem Ausland wurden Reprints von Bl√§ttern der Chalkographischen Gesellschaft zur Verf√ľgung gestellt, die sie direkt bearbeiteten oder in eine neue Arbeit einbezogen. Die entstandenen Zeichnungen, Grafiken, Fotografien und Installationen sind Reflektionen, die das Ideale aus der Distanz der Gegenwart und mit den Erfahrungen der Moderne poetisch und ironisch kommentieren.
Bittermann & Duka, Ludger Gerdes, Anna Gudj√≥nsd√≥ttir, Rolf Julius, Jussi Kivi, Richard Long, Wolfgang M√ľller, Antonio Murado, Inge Rambow.

Koordinaten

Mit diesem Begriff wird eine Reihe von K√ľnstlern, die in Sachsen-Anhalt leben oder arbeiten, assoziiert. Sie widmen sich dem Thema Landschaft und Natur als realem Ort und als Fiktion, als sozialem Lebensraum und als Ausdruck einer inneren Gestimmtheit. Das Landschaftsbild wird reflektiert als Bildcode und subjektive Wahrnehmung. Neben die klassischen Gattungen der Malerei und Zeichnung treten Fotoarbeiten, Bild-, Film- und Videoprojektionen, Computeranimationen und Installationen:
Johanna Bartl, Thomas Blase, Uwe B√ľchler, k heinecke | r krehl, H√∂rner/Antlfinger, Wieland Krause, Uwe Pfeifer, Ute Pleuger, Thomas Rug, Dagmar Varady, Olaf Wegewitz, Bertram Weisshaar, Luc Wolff, Peter Zorn.

Paysage romantique: Anne und Patrick Poirier im Dialog mit Caspar David Friedrich und Lyonel Feininger

Die Staatliche Eremitage St. Petersburg stellt aus ihren Kunstsammlungen von Weltrang ein Bild des bedeutendsten Malers der Romantik, Caspar David Friedrich, f√ľr die Landeskunstausstellung als Leihgabe zur Verf√ľgung: ‚ÄěDie Nacht im Hafen‚Äú (Zwei Schwestern auf dem S√∂ller), ca. 1820 entstanden. Das r√§tselhafte Bild zeigt zwei Frauen, die in den Anblick einer n√§chtlichen Stadt versunken sind. Vor ihnen erhebt sich √ľber den Masten von Segelschiffen, die im Hafen ankern, die Ansicht einer erfundenen Stadt, die Friedrich aus tats√§chlich existierenden Geb√§uden zusammengef√ľgt hat. Das hochaufragende Kirchengeb√§ude und der nebenanstehende Turm sind deutlich als die f√ľnf Marktt√ľrme von Halle zu erkennen!

Im Dialog mit diesem Gem√§lde schafft das franz√∂sische K√ľnstlerpaar Anne und Patrick Poirier f√ľr die Ausstellung eine Installation in der Westruine der Moritzburg, in der wie bei Friedrich Visionen und Fiktionen unserer gegenw√§rtigen Zivilisation reflektiert werden. Ein weiterer Bezug zu Lyonel Feiningers ‚ÄěKathedrale‚Äú, Titelholzschnitt f√ľr das Bauhausmanifest (1919, Bauhaus-Archiv, Berlin), entstand nach dem Besuch der K√ľnstler in Halle. ‚ÄěPaysage romantique‚Äú stellt eine grenzenlose schwarze Stadt dar, die auf keine Natur mehr trifft und sich unendlich als verlassene Stadt spiegelt.

Durch die Fenster der Westruine der Moritzburg richtet sich der Blick auf Halle-Neustadt, die ‚Äěsozialistische Chemiearbeiterstadt‚Äú. Anne und Patrick Poirier fragen nach der Spannung, die zwischen den Idealen der Aufkl√§rung und den Strukturen der postindustriellen modernen Zeit entstanden ist.

Wasseradern - Der fließende Turm: Lili Fischer Georg Jappe

Seit mehr als 20 Jahren beobachten Lili Fischer und Georg Jappe Flie√üendes und Fliegendes als Naturerscheinung und Metapher. Ihre k√ľnstlerischen √Ąu√üerungen in Form von Fotos, Protokollen, Schriftbl√§ttern, Aufzeichnungen, Zeichnungen und Rauminstallationen √ľbertragen Landschaften und Naturph√§nomene, ihren Geist und ihre Gestalt, elementare und verborgene Strukturen in kommunikativ angelegte Werkkonzepte. Eine besondere Brisanz erh√§lt das Projekt durch die Erfahrungen der letztj√§hrigen Hochwasserkatastrophe im vergangenen Jahr. ... "

Ausstellungsdauer: 29. Juni bis 7. September 2003
√Ėffnungszeiten: Di 11-20.30Uhr, Mi-So 10-18Uhr, Mo geschlossen

Ort: Staatliche Galerie Moritzburg Halle, Landeskunstmuseum Sachsen-Anhalt
landschaften-2003.de

ct





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