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kunstsammlung

Achenbach Art Auction

Erfolgreichste Auktion in der Geschichte des Kölner Auktionshauses

Juni 2015 | VAN HAM Kunstauktionen, Köln
Eingabedatum: 22.06.2015

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Der Kunsthändler und Artconsultant Helge Achenbach ist pleite und wurde vor ein paar Monaten vom Landgericht Essen wegen Betrugs zu sechs Jahren Haft verurteilt. Jetzt fand die Versteigerung seines Kunstbesitzes statt.

Am 10. Juni lud das Auktionshaus die Presse zu Vorbesichtigung der Achenbach Art Auction. Zu sehen gab es ein breites Spektrum von mehr als 2.100 Kunstwerken verschiedenster zeitgenössischer Werke (Graphiken, Photographien, Leinwandarbeiten, Skulpturen, Videos usw.), die am Wochenende zur Versteigerung gelangten. Ähnlich breit war das Spektrum der Preise: es ging von 100 € aufwärts, ca. 1.000 Werke waren unter 1.000 Euro taxiert, bis bis in den fünfstelligen Bereich. Darunter fanden sich Werke von Gotthard Graubne, Günther Förg, Imi Knoebel, Gerhard Richter oder Peter Fend. Jetzt wurden alle Lose wurden verkauft, ein sogenannter "White Glove Sale".

Presse: "Nachbericht der Achenbach Art Auction vom 17. – 20. Juni 2015.

Es war ein historischer Moment, kurz nachdem der letzte Hammer fiel, und Markus Eisenbeis die weißen Handschuhe überreicht wurden: Wenn alle Lose einer Auktion verkauft wurden, spricht die Auktionswelt von einem White Glove Sale!

Die Achenbach Art Auction war eine Versteigerung der Superlative: Mit rund 2.300 Werken war es die größte Auktion Zeitgenössischer Kunst, die je in Deutschland stattgefunden hat. Rekordverdächtig waren auch die Ausstellungsfläche von über 1.500 qm und der Auktionssaal mit einer Größe von 800 qm. Streckenweise waren mehr als 300 Bieter persönlich im Saal; insgesamt hatten sich rund 2.500 Bieter angemeldet, von denen rund zwei Drittel Neukunden waren. Über 5.000 Gebote sind bereits im Vorfeld registriert worden, zahlreiche weitere Gebote kamen im Saal und über das Internet hinzu. Begleitet wurde dieses Spektakel von einem bislang nie dagewesenen Medieninteresse. N ach einem viertägigen Auktionsmarathon verzeichnet Van Ham eine Gesamtzuschlagssumme von 6.5 Mio. Euro (Gesamtumsatz rund 8.9 Mio. Euro) und damit die erfolgreichste Auktion in der Geschichte des Kölner Auktionshauses.

An den Auktionstagen in Düsseldorf waren vor allem die Werkegruppen von Künstlern wie Heinz Mack, Markus Lüpertz und A.R. Penck heiß begehrt. Um die Bronzen von Jörg Immendorff gab es ausgiebige Bietgefechte, so dass Van Ham für alle Affen neue Auktionsrekorde aufstellen konnte. Allen Unkenrufen zum Trotz wurde der Markt für Immendorffbronzen demnach nicht verunsichert, sondern auf ein neues Niveau gehoben.
Die größte Überraschung gab es bei einem Werk von Joyce Pensato: Mit einem Zuschlag von 50.000 Euro wurde es zum teuersten Los in Düsseldorf. Zugleich stellte Van Ham den neuen internationalen Auktionsrekord für diese Künstlerin auf, wobei der alte Rekord fast verdoppelt wurde.

Die Highlights in Köln fanden ebenfalls reißenden Absatz: mehr als 250 Saalbieter standen vor dem Auktionssaal Schlange, 15 Telefonisten waren durchgehend an den Apparaten in die ganze Welt verbunden. Gerhard Richter führt mit seinen Ergebnissen das Feld an: Alle drei angebotenen Arbeiten erzielten sechsstellige Ergebnisse, seine Arbeit vom 27.04.2008
(Los 96) wurde dabei zum teuersten Los der gesamten Auktion mit einem Ergebnis von 316.250 Euro. Auch das Leitmotiv der Auktion, Jörg Immendorffs „Komm Jörch wir gehen“ fand für 288.750 Euro einen neuen Besitzer. Weitere herausragende Ergebnisse wurden für Imi Knoebels dreiteiliges Werk „Sandelholz“ von 1997 erzielt: stolze 130.625 Euro kamen hier zusammen und Frank Stellas Assemblage von 1993 steigerte sich enorm auf ein Ergebnis von 123.750 Euro."

van-ham.com



chk








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Verträge für die Edition Bewegte Bilder unterzeichnet (17.7.06)


Am 14.Juli 06 haben die Sammlung Rheingold, vertreten durch Helge Achenbach und das Museum Ludwig den Vertrag für ein neues Kooperationsprojekt, die "Edition Bewegte Bilder" unterzeichnet. Mit der "Edition Bewegte Bilder" wollen die Sammlung Rheingold und das Museum Ludwig eine Sammlung von Film- und Videoarbeiten anlegen, die einen repräsentativen Einblick in das aktuelle künstlerische Schaffen mit den unterschiedlichen Zeitmedien geben soll. Dabei wird die Reihe bewusst nicht auf Video reduziert, weil die Kunstpraxis des letzten Jahrzehnts zeigt, dass bei der Wahl des Mediums - ob digital oder analog - Film und Video gleichberechtigt nebeneinander stehen.

Das Besondere ist, dass hier nicht bereits vorhanden Werke gesammelt werden, sondern die Sammlung Rheingold und das Museum Ludwig als Produzenten auftreten.
Insgesamt sechs Arbeiten sollen in den nächsten zwei Jahren realisiert werden. Den Auftakt bildet die Arbeit Independencia I des peruanischen Künstlers David Zink Yi (*1973), die ab morgen im Museum Ludwig präsentiert wird. Die Videoinstallation greift die Prinzipien, die das Spiel der kubanischen Bata-Trommel bestimmen, auf verschiedenen Ebenen auf. Der Gebrauch des Instruments wird zur Metapher für das Ringen des Einzelnen um und mit seiner Freiheit.

Die Arbeiten entstehen als Editions-Auflage - je ein Exemplar wird für die Sammlung Rheingold und das Museum Ludwig produziert, ein Exemplar (Artist Proof) verbleibt bei der Künstlerin / dem Künstler und die restlichen Exemplare stehen den sie oder ihn vertretenden Galerien zum Verkauf zur Verfügung. Bedingung ist, dass die entsprechende Arbeit nicht an eine weitere öffentliche Sammlung innerhalb Deutschlands verkauft wird.

Das Museum Ludwig behält sich die Erstpräsentation der Arbeiten vor, es kann jedoch auch andere Ausstellungsorte geben, vor allem aus dem Kreis des Beirats der Sammlung Rheingold. Diesem gehören an: Dr. Ulrike Gross, Kunsthalle Düsseldorf, Prof. Kasper König, Museum Ludwig, Dr. Veit Loers, freier Kurator, Dr. Eva Schmidt, Museum für Gegenwartskunst Siegen und Dr. Susanne Titz, Museum Abteiberg, Mönchengladbach.
Intendiert sind formatgerechte Präsentationen, die die unterschiedlichen sinnlichen Qualitäten von Film, Video und DVD berücksichtigen und sie für die BesucherInnen - etwa in Form einer Rauminstallation - erfahrbar machen. Zudem haben das Museum Ludwig wie auch die Sammlung Rheingold eine Archivfunktion, da alle im Rahmen der "Edition Bewegte Bilder" produzierten Arbeiten ebenda verbleiben.

Kuratorisch betreut wird die Reihe durch Georg Elben, freier Kunsthistoriker und Leiter der Videonale, Bonn. Die nächsten beiden Projekte sollen mit der Kölner Künstlerin Corinna Schnitt (*1964), die ihre Filme über tröstliche Rituale bürgerlicher Abwegigkeit mit einfachen Mitteln und viel Witz als "Dokumentationen" tarnt, und der in Hamburg arbeitenden Jeanne Faust (*1968), die in ihren Filmen und Videos alle narrativen Ansätze dekonstruiert, realisiert werden

Die Sammlung Rheingold umfasst ein umfangreiches Konvolut von Arbeiten international renommierter, zeitgenössischer Künstler. Sechs PrivatsammlerInnen mit Beziehung zum Rheinland haben sich in einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts zusammengeschlossen: die Brüder Bernd, Eugen, Klaus und Michael Viehof, Hedda im Brahm-Droege und Helge Achenbach. Die Sammlung Rheingold leiht regelmäßig Teile aus ihrem Bestand an Museen in Nordrhein-Westfalen. Das Museum Ludwig hat bereits im Rahmen der Ausstellungen Jörg Immendorff, Standort für Kritik (2004) und Peter Doig, StudioFilmClub (2005) mit der Sammlung Rheingold kooperiert. Im April 2007 folgt eine weitere Zusammenarbeit im Rahmen der Ausstellung von Manfred Pernice im DC:-Saal des Museum Ludwig

Mischa Kuballs Lichtinstallation >pacemaker.2008< - Düsseldorf


Von leuchtenden Herzschrittmachern und einer Theorie des Mülls

Direkt bei einem Park gelegen, wirkt er fast schon gespenstisch wenn er langsam im Dunkel der Nacht sichtbar wird, um sogleich wieder zu verschwinden: der Kamin der von den Stadtwerken Düsseldorf betriebenen Müllverbrennungsanlage am Höherweg 100. Zusammen mit drei anderen hell leuchtenden architektonischen Elementen des Areals bildet er Mischa Kuballs Lichtinstallation >pacemaker.2008<.

„Ich mag Müll“ – so sang das griesgrämige grüne Plüschmonster Oskar aus der Mülltonne schon in der Sesamstraße. Inzwischen gibt es ganze Theorien über Müll und sowohl Wissenschaft als auch Wirtschaft machen sich Gedanken darüber, wie der Abfall wieder für unsere Gesellschaft nutzbar gemacht werden kann. Ein bedeutender “Mülltheoretiker“ ist Michael Thompson, dessen Schrift >Rubbish Theory< (1979) Mischa Kuball bei der Arbeit an der Lichtinstallation für die Düsseldorfer Stadtwerke inspiriert haben soll. Laut Pressetext verweist Kuballs >pacemaker.2008< vor allem auf den Gedanken der Wiederverwertung: durch die Umwandlung in Energie vermag es die Müllverbrennungsanlage, einmal Weggeworfenes wieder wertvoll für die Stadt und ihre Bürger zu machen. Um das Sichtbarmachen genau dieser Energiebewegung geht es dem Künstler, der neben dem Kamin der Müllverbrennungsanlage auch den 50m hohen Gasturbinenturm und eine Stele am Eingang des Parks in immer gleichem 10 Sekunden-Rhythmus in weißem Licht erstrahlen und wieder verblassen lässt. Ein weiterer Turm ist gänzlich immateriell: acht in den Boden eingelassene Scheinwerfer, werfen einen Lichtkegel in den Himmel und markieren mit ihrem Grundriß den Standort, eines ehemaligen Kühlturms, der inzwischen jedoch abgetragenen worden ist.

Durch die Vermittlungsarbeit des Kunstberaters Helge Achenbach zustande gekommen, ist >pacemaker.2008< Resultat eines fast fünfjährigen Werkprozesses. Anfangs als Projekt für eine Anlage im Außenbereich Düsseldorfs geplant, ist Mischa Kuballs Lichtinstallation nun mitten in Düsseldorf-Flingern platziert. Dabei ist der Titel >pacemaker.2008< Programm: auf deutsch mit „Herzschrittmacher“ übersetzbar, verweist die pulsierende Beleuchtung der Türme auf die Produktionsprozesse, die sich in ihrem Inneren abspielen. Ebenso, so Kuball, fungiert das Licht als Merkzeichen und soll darauf aufmerksam machen, wie wir mit unserer Industriegeschichte umgehen.

Es bleibt allerdings zu hoffen, dass Kuballs Lichtkunst im öffentlichen Raum auf ebenso umweltfreundliche Weise gewonnen wird, wie die grell-grüne Beleuchtung des Heizkraftwerks Lausward am Medienhafen signalisieren soll. Diese nämlich wurde 2001 von den Stadtwerken als Zeichen der Umweltverträglichkeit ihrer Energieerzeugung durch das Verfahren der Kraft-Wärme-Kopplung in Betrieb genommen.

Abbildung: copyright Mischa Kuball

Mischa Kuball >pacemaker.2008<
Auf dem Gelände der Stadtwerke Düsseldorf
Höherweg 100
40233 Düsseldorf

mischakuball.com