WHERE ARE WE NOW?

10. Juni – 3. Juli 2016 | FRANZ JOSEFS KAI 3, Wien
Eingabedatum: 05.06.2016

bilder

Raumproduktion, territoriale Grenzen, Migration und transnationale Fluchtbewegungen in der bildenden Kunst

Wohin bewegen die demokratischen Gesellschaften sich aktuell? Was bedeutet die Vorstellung von Raum, von Territorium, wenn die Politik der Zäune und Grenzziehungen sich als fortwährendes Thema in den Alltag einzuschreiben beginnt? Bahnt sich nicht eine Groteske an, wenn mit den Bestrebungen zu wirtschaftlicher Globalisierung und Ausweitung gleichzeitig die Tendenzen zur Abschottung zunehmen?

Die Ausstellung WHERE ARE WE NOW?, die vom 10. Juni bis 3. Juli 2016 im FRANZ JOSEFS KAI 3, 1010 Wien, zu sehen ist, verhandelt virulente Themen dieser Tage. Ihr Konzept entstand vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden humanitären und politischen Fragen angesichts der Herausforderung durch Asylsuchende sowie zunehmende Bewegungen weltweiter Migration. Jedoch wurde die Ausstellung WHERE ARE WE NOW?, an der international renommierte KünstlerInnen beteiligt sind, nicht Anlassbezogen entwickelt, sondern geht auf ein mehrjähriges Forschungsprojekt zurück.

Auf vielfältige Weise greifen KünstlerInnen unterschiedlicher Generationen aus der Russischen Föderation, aus Frankreich, Schweden, Österreich oder der Ukraine Fragen nach dem gegenwärtigen Status quo auf. Eigens für die Ausstellung erarbeitete Werke werden historischen Arbeiten gegenübergestellt. In ihrer Raumbezogenen Installation „I want to live where I сould be free“ erinnert die russische Künstlerin Masha Poluetkova an die unentwegt wachsende Zahl von Todesopfern auf den Routen der Migration. Tragisch auf die Gegenwart bezogen wirkt Peter Weibels „Europa(t)raum“ aus dem Jahr 1983. Nur auf dem Bildschirm eines Videomonitors stellt das Werk Europa dar, während es im realen Raum aus riesigen Messerklingen besteht, die mit blutig roter Farbe überzogen sind. Die Künstlerin Gabriele Sturm hingegen setzt ein Projekt fort, das an der Schnittstelle von Kulturgeschichte und Ökonomie angesiedelt ist und exotische Vögel als Handelsware in unterschiedlichen Medien darstellt. Ebenso werden neue fotografische Arbeiten der Künstlerin gezeigt, die entlang der Staatsgrenze im Gebiet von Spielfeld entstanden sind.

Das inhaltliche Spektrum der präsentierten Werke umfasst den Aspekt der Staatengründung in der bildenden Kunst als emanzipatorische, utopische Idee mit „Elgaland-Vagarland“ der schwedischen Musiker Carl Michael von Hausswolff und Leif Elggren und reicht mit der Aktion des mongolischen Künstlers Quin Ga bis in den performativen Bereich. Kritisch Bezug nehmend auf den „langen Marsch“ von Mao Zedong ließ der Künstler sich dessen Route als dauerhaftes Zeichen auf den Rücken tätowieren und wanderte diese ab. Zu sehen ist ein Video und und Serie von Fotoarbeiten. Mehrere KünstlerInnen kommen aus dem Bereich der digitalen Kunst oder beziehen ihr Bildmaterial aus dem Internet, wie etwa Ruth Schnell mit ihren sozialkritischen Erkundungen an der mexikanischen Grenze.

Grundsätzlich begreift WHERE ARE WE NOW? den Ausstellungsraum als Ort der Wissensproduktion und der kritischen Auseinandersetzung. Das Projekt rückt jedoch keine These in den Vordergrund. Vielmehr stellt es visuell starke Positionen und teils sehr unterschiedliche Herangehensweisen von solchen KünstlerInnen einander gegenüber, die sich bereits über lange Strecken mit Fragen der visuellen Darstellung sozialer und geografischer Räume beschäftigen.

Teilnehmende KünstlerInnen: Kader Attia (F), Hubert Blanz (A), Ramesch Daha (A), Leif Elggren (SE), Peter Fend (US), Quin Ca (CHIN), Dariusz Kowalski (POL), Carl Michael v. Hausswolff (SE), Masha Poluetkova (RU), Gabriele Sturm (A), Ruth Schnell (A), Peter Weibel (A), Kateryna Zavaloka und Dmytro Fedorenko (UA)

Kurator
Roland Schöny

Öffnungszeiten
Täglich von 11.00 – 20.00 Uhr
Eintritt frei

FRANZ JOSEFS KAI 3
Franz-Josefs-Kai 3
1010 Wien
artfile.at

Presse











Daten zu Kader Attia:


- Art Basel 2013

- Art Basel 2016

- Art Basel Hong Kong, 2016

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- ArtZuid2013, Amsterdam

- Biennale de Lyon 2015

- BIENNALE of DAKAR 2016

- Biennale Venedig 2017

- Die Göttliche Komödie, MMK, 2014

- Die Zukunft der Tradition - Haus der Kunst, München

- documenta 13, 2012

- EVA International 2016

- Frieze London 2016

- Galerie Krinzinger

- Galleries ART DUBAI CONTEMPORARY 2015

- Göteborg Biennale 2015

- LAGE EGAL RAUM FÜR AKTUELLE KUNST

- Marrakech Biennale MB5, 2014

- Marrakech Biennale, 2016

- Sharjah Biennial 13, 2017

- The Global Contemporary. Kunstwelten nach 1989 - ZKM, 2011

Weiteres zum Thema: Kader Attia



The Big Easy - Halle 14, Leipziger Baumwollspinnerei (25.11.07-13.1.08)


Das Ausstellungsprojekt "The Big Easy. Relocating the Myth of the >>West<<" thematisiert als Herausforderung der Gegenwart das Insichhineinversetzen in die Vorstellungswelt und Weltanschauung Anderer, ohne die eigenen (vorgefertigten) Imaginationen zu projizieren. Ausganspunkt bildet der Umgang des "Westens" im Kampf um Ressourcen, Globalisierung, religiösen und ethnischen Konflikte und Terrorismus. Infrage gestellt wird dabei sein Selbstverständnis als ordnungspolitische Leitkultur, wobei sich die ost- und mitteleuropäischen Staaten politisch und wirtschaftlich immer mehr Westeuropa angleichen.
"Ost und West sind nun Teil einer panoramisch-panoptischen, überwältigenden, herzzerreißenden, atemberaubenden Kultur der Übertreibung als hegemoniale Weltlandschaft, in der nichts wirklich passiert, deren überbordende Unbeschwertheit, der große Leichtsinn, The Big Easy einfach nur ein Effekt ist. Jene Übertreibung wider besseres Wissen - dem beliebtesten politischen Machtmittel."

Künstler/innenliste: Zehra Ahmed (Australien), Kader Attia (Algerien, Frankreich), Matthew Buckingham (USA), Deborah Kelly (Australien), Aleksandra Mir (Polen, Italien), Mônica Nador (Brasilien), Julika Rudelius (D, USA), Xabier Salaberria (Spanien) und Solmaz Shahbazi (Iran, D)

Eine Ausstellung der HALLE 14 unter Mitwirkung der ACC Galerie Weimar und von Knut Birkholz (Rotterdam).

Abbildung: Julika Rudelius, Forever, Filmstill 2006

Öffnungszeiten: Fr-So, 11-18 Uhr

Leipziger Baumwollspinnerei, Halle 12
Spinnereistr. 7
04179 Leipzig
Tel.: 0341 492 42 02

halle14.org

Die Zukunft der Tradition - die Tradition der Zukunft - Haus der Kunst, München


Die Ausstellung will an die umfangreiche Kunstschau "Meisterwerke muhammedanischer Kunst" anknüpfen, die vor genau 100 Jahren in München stattgefunden hat. Neben einzelnen historischen Objekten islamischer Kunst fokussiert die Schau vor allem zeitgenössische Positionen.

Im Jahr 1910 galt die Ausstellung "Meisterwerke muhammedanischer Kunst" als bis dahin größte Schau islamischer Kunst. Zum ersten Mal wurde dem westlichen Betrachter ein umfangreiches und historisches Bild präsentiert. Auf diese Weise trug die Ausstellung entscheidend zu einem veränderten Blickwinkel auf die Künste in muslimisch geprägten Ländern bei.
Daran wollen die Ausstellungsmacher von "Die Zukunft der Tradition - die Tradition der Zukunft" nun anknüpfen, indem ein möglichst breites Spektrum islamischer Künste gezeigt werden soll.

Die Ausstellung im Haus der Kunst ist dabei in drei Bereiche gegliedert. Den Ausgangspunkt und Kern bilden ausgewählte historische Kunstobjekte, die bereits in der Ausstellung von 1910 zu sehen waren.
In einem zweiten Teil werden Werke von Künstlern zu sehen sein, die traditionelle Elemente islamischer Kunst wie Kalligraphie oder Ornament bis heute beibehalten haben.
Der dritte Bereich wird schließlich mit Arbeiten zeitgenössischer Künstler bespielt, die sich weitestgehend mit Themen der modernen islamischen Gesellschaften beschäftigen. Politische Veränderungen spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Frage nach Geschlechterstrukturen oder die Ausbeutung der Natur.

Künstlerliste:
Doa Aly, Kader Attia, Yto Barrada, Farah Behbehani, Khatt Foundation, Karen Chekerdjian, Saloua Raouda Choucair, Nada Debs, Monir Sharoudy Farmanfarmaian, Chohreh Feyzdjou, Reem al-Ghaith, Wafa Hourani, Emre Hüner, Raya Khalaf, Buthina Canaan Khoury, Abbas Kiarostami, Rachid Koraïchi, Samir el Kordy, Maha Maamoun, Tala Madani, Nassar Mansour, Milia Maroun, Walid Raad, Mahmoud Said, Ibrahim el Salahi, Bahia Shehab, Huda Smitshuijzen-AbiFarès, Mounira al Solh, Nadine Rachid, Laure Touma, Akram Zaatari

Abbildung: BUTHINA CANAAN KHOURY / independent Palestinian Director and Producer, Filmstill from "Taste the Revolution", 2008

Ausstellungsdauer: 17.9.10-9.1.11

Öffnungszeiten:
Mo-So 10-20 Uhr
Do 10-22 Uhr

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1
80538 München

hausderkunst.de