art.fair- ENJOY CONTEMPORARY ART (30.10. - 02.11. 2003)


Eingabedatum: 30.10.2003

bilder

Erstmalig findet dieses Jahr parallel zur ART COLOGNE die art.fair statt, die mit Vorbildern wie der "Affordable Art Fair" in London oder der "Liste" in Basel mit erschwinglichen Preisen und erfrischender Kunst neue Käuferschichten anlocken will. 56 Galerien stellen Arbeiten von 150 Künstlern aus der ganzen Welt aus und so soll für jeden Besucher etwas dabei sein. Es soll jedoch nicht nur ein neues, jüngeres Käuferklientel angesprochen werden, sondern auch besonders bei den jungen Besuchern die Schwellenangst vor den Galerien und dem Kunstmarkt abgebaut werden. Das Motto der Messe "Enjoy contemporary art!" ist auf den 4.000 qm des renovierten Industriebaus ansprechend umgesetzt. Ganz neue, junge Kunst mischt sich unter etwas etabliertere zeitgenössische und so entsteht eine bunte Mischung, die neugierig macht und den Besucher wie einen Entdecker durch die Gänge ziehen lässt. Um das Geschehen weiter aufzulockern, finden täglich Musikveranstaltungen mit verschiedenen Bands und bekannten Kölner DJ´s statt. Dies erinnert natürlich an die "Lange Nacht der Museen", die auch alljährlich viele junge Leute mit ihrer Mischung aus "high- and low art" anlockt: zeitgemäße Events, die abendliche Party und gute Kunst in lockerer Atmosphäre vereinen.
Man sollte sich, wenn denn möglich, offen und ohne vorgebildete Ansprüche durch die Location treiben lassen, dann wird man belohnt werden mit jeder Menge Kunst, die Spaß macht, aber auch mit ungewohnten und nachdenklichen Werken, die dennoch den Kunstlaien nicht abschrecken. So beispielsweise die Arbeiten afrikanischer Künstler, die die Galerie Seippel (Köln) zeigt. Die Installation „Profile“ der Südafrikanerin Berni Searle (*1964) wirkt in ihrer Monumentalität zunächst beängstigend, macht aber auch neugierig auf die Hintergründe. Searle beschäftigt sich - wie oft in ihren Arbeiten - mit den Problemen der eigenen Identitätsfindung. Vorfahren aus verschiedenen asiatischen, afrikanischen und britischen Kulturen machen diese Identitätssuche nicht einfacher und haben die Künstlerin auf verschiedene Weisen geprägt. In ihrer Installation setzt sie diese Prägungen im wahrsten Sinne des Wortes - nach außen - sichtbar um, indem sie sich Symbole, die jeweils für eine mentale Prägung ihrer Persönlichkeit stehen, physisch einprägt.
Anders, wenn auch nicht weniger spannend, ziehen die Arbeiten von Mbongeni Buthelezi die Aufmerksamkeit der Betrachter auf sich. Auf dem Kojenboden bunte Plastikschnipsel verteilt, wirken die Bilder an den Wänden zunächst wie lackierte Collagen. Es handelt sich jedoch um geschmolzene Fetzen alter Plastiktüten, die der Künstler zu verschiedenen Elementen zusammenlegt und dann durch Hitze schmilzt. Es ist nicht einfach die Innovation bei der Verwendung dieses Materials, die den Künstler lockte, sondern schlicht das ökonomische Elend seiner Heimat: Farbe und Leinwand sind teuer und nur für eine kleine Elite erschwinglich. So versteht sich Mbongeni denn auch als Maler, das Plastik verwendet er wie Farbe.
Um diese und andere spannende Kunstwerke zu entdecken – und vielleicht sogar zu erwerben – lohnt sich ein Besuch der art.fair in jedem Fall. Mit erschwinglichen Eintrittspreisen (€ 8,50 für Erwachsene, unter 16 Jahren frei) und Öffnungszeiten von 14 bis 22 Uhr wird es jedem so einfach wie möglich gemacht, an dieser Innovation am Kunstmarkt teilzunehmen.

Adresse:
Palladium, Schanzenstraße, Köln-Mühlheim
Weitere Infos unter art-fair.de

Foto: Berni Searle, Installation Profile, 8 Digitaldrucke auf Folie

Julia Karthaus












Weiteres zum Thema: art fair



Die Oktober-Ausgabe des Kultur-Kanal mit folgenden Themen:


In die Kojen, fertig, los! - Messestadt Köln zentriert wieder die Kunstwelt
Jenseits der Malerei - Peter Köster wirft einen kritischen Blick auf das Max-Ernst-Museum
Serie "Kunstmetropolen in ihren besten Jahren" - Diesmal: Das künstlerische Wien zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert
Minimal Art in der Flick Collection - Ein Gespräch mit dem Kurator Eugen Blume

"Aufbruch in jeder Hinsicht" - Ein Gespräch mit Gérard A. Goodrow (Direktor Art Cologne)
"Tischtuch zerschnitten" - Kunsthalle Göppingen verliert Bönsch-Sammlung
Douglas Gordons "Vanity of Allegory" - Nora Wagner besucht das Guggenheim Berlin
Wie Phoenix aus der Asche - Die Staatsbiliothek Unter den Linden wird komplett saniert
"Es geht wohl insgesamt bergab mit der deutschen Sprache" - Thomas Lochte im Gespräch mit Deutschlands Stilkritiker Nr. 1, Wolf Schneider

sowie: Messespecial zu art.fair, Art Cologne und der Kunstmesse München / Shortfacts zum Führungs-Wechsel am New Yorker Guggenheim, den kulturpolitischen Folgen der Bundestagswahl und der Schließung der Pipilotti Rist-Installation bei der Venedig-Biennale / umfangreicher Ausstellungsticker und unser monatliches Gewinnspiel.

Die April 2006 -Ausgabe des Kultur-Kanal mit folgenden Themen:


Nachrichten:
Berlin: Kulturpartei in Gründung,
Die Geschichte des Kunsträubers Stéphane Breitwieser,
Deutscher Kulturrat: Öffentliche Kulturausgaben sinken "rapide", Tumulte im Milwaukee Museum, u.v.m.

Portraits:
Michael Fischer-Art (Malerei),
Gerhard Rossmeissl (Fotografie),
Gustav Seitz (Bildhauerei)

Kritik:
Armory Show,
fine art fair frankfurt,
art Karlsruhe

Interview:
Helmut Schuster im Gespräch mit David Raymond (Kurator Paris Photo)

Ausstellung des Monats:
Alec Soth in der Galerie Wohnmaschine
  • art.fair- ENJOY CONTEMPORARY ART (30.10. - 02.11. 2003)

  • Die Oktober-Ausgabe des Kultur-Kanal mit folgenden Themen:

  • Anzeige | art.fair 2006 - ein Kaleidoskop aus aktueller Kunst des 21. Jahrhunderts

  • art KARLSRUHE vs UND#2: Ein Rückblick auf die Karlsruher Kunstmessen

  • Preview Berlin - The Emerging Art Fair (28.9. - 1.10.07)

  • twitters tages themen kunst

  • Die Art Cologne hat einen neuen Direktor: Daniel Hug

  • Anzeige: Joachim Hiller auf der art karlsruhe 2010

  • Anzeige: Joachim Hiller - Galerie Artobes, Düsseldorf

  • Special: Teresa Köster für art-in.de aus London über die Frieze Art Fair

  • Spezial: Eva Biringer für art-in.de aus Bratislava über den Monat der Fotografie

  • Roman Ondák von Deutscher Bank zum Künstler des Jahres gewählt

  • Rob Pruitt - History of the World

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  • Ernst Marow „Mostra personale“

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  • art news today 12.05.2013

  • art news today 14.05.2013

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  • art news today 16.05.2013

  • Die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle zur Preview Berlin Art Fair

  • UNPAINTED media art fair 2014

  • PELES EMPIRE. EVER BUILD

  • Die Göttliche Komödie

  • Mit ihrer 12. Ausgabe zieht die ART.FAIR | Messe für moderne und aktuelle Kunst in die koelnmesse

  • ART.FAIR | Messe für moderne und aktuelle Kunst 2014

  • Gewinner des Blooom Award by Warsteiner

  • ART.FAIR 2014

  • Blooom Award by Warsteiner 2015

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  • Khaled Jarrar ist Sussmann Preisträger 2016

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