Erste Anmerkungen zur Biennale Venedig 2017


Eingabedatum: 10.02.2017

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Venedig 2015fullscreenbilder

Die “renommiertesten” der über 120 auf der Biennale Venedig 2017 vertretenen Künstler sind Anri Sala, Franz West, Olafur Eliasson, Gabriel Orozco, Ernesto Neto, Kader Attia, Alicja Kwade, Philippe Parreno, Mladen Stilinovic und Frances Stark.

An Position 30 (der Datenbankabfrage) steht Hassan Sharif, ein Pionier der konzeptuellen Kunst, aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der im letzten Jahr im Alter von 65 Jahren verstorben ist.

Christine Macel (*1969 in Paris) Leiterin der diesjährigen Biennale, Chefkuratorin am Centre Pompidou in Paris, sieht in einer Zeit der weltweiten Konflikte eine große Verantwortung bei Künstlern und der Kunst, aber auch die Leidenschaft im Thema Viva arte viva, das sie der diesjährigen Biennale voranstellt, repräsentiert.

“Viva Arte Viva is a Biennale designed with the artists, by the artists and for the artists.”

Vergleicht man die teilnehmenden Künstler der Biennale Ausstellung von 2015 mit denen von 2017 anhand des "Konzentrationswertes" (Der Konzentrationswert einer Institution/Veranstaltung ergibt sich aus dem Quotienten der teilnehmenden Künstlern und deren Präsenz im Kunstkontext.), so springt ins Auge, dass der Konzentrationswert von der Biennale Ausstellung 2015 mit 9.2647 fast drei Punkte höher lag als der von der Biennale Ausstellung 2017 mit 6,4672.
Der durchschnittliche Konzentrationswert der Venedig Biennalen liegt bei 5.2685.

Das heißt, bei der Venedig Biennale 2015 stellten die renommierteren Künstler etwa die Hälfte der teilnehmenden Künstler, während diese Gruppe 2017 nur ein Drittel ausmacht. Dafür ist das Mittelfeld und der Anteil der noch nicht so etablierten Künstler leicht erhöht.

Neben Anri Sala, dem “beliebtesten” Biennale Künstler, mit 15 Biennalebeteiligungen, fällt noch Franz West, der schon 2007 und 2011, und Philippe Parreno, der in den Jahren 2007, 2009, 2011, 2015 in Venedig vertreten war, auf.

Die Venedig Biennale 2015 wurde von Okwui Enwezor kuratiert, der auch 2002 die documenta 11 (mit dem bisherigen höchsten Kwert von 11,5) verantwortete.
In diesem Zusammenhang erscheint es auch interessant, ob und wenn welche Künstler sowohl in Kassel als auch in Venedig vertreten waren: Adrian Piper, Chantal Ackermann, Glenn Ligon, Isaac Julien, Kutlug Atamann, Lorna Simpson, Maria Eichhorn, Steve McQueen und Thomas Hirschhorn.

Damit man einen Überblick gewinnt, haben wir es konkret ausgeben lassen. Von den 730 renomiertesten Künstlern sind beispielsweise
- 22 auf der Biennale Venedig 2017 vertreten,
- waren 608 auf der Art Basel 2013 zu sehen,
- sind 463 in der Moma Collection versammelt.


ct










Weiteres zum Thema: Venedig Biennale



Die Oktober-Ausgabe des Kultur-Kanal mit folgenden Themen:


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Wie Phoenix aus der Asche - Die Staatsbiliothek Unter den Linden wird komplett saniert
"Es geht wohl insgesamt bergab mit der deutschen Sprache" - Thomas Lochte im Gespräch mit Deutschlands Stilkritiker Nr. 1, Wolf Schneider

sowie: Messespecial zu art.fair, Art Cologne und der Kunstmesse München / Shortfacts zum Führungs-Wechsel am New Yorker Guggenheim, den kulturpolitischen Folgen der Bundestagswahl und der Schließung der Pipilotti Rist-Installation bei der Venedig-Biennale / umfangreicher Ausstellungsticker und unser monatliches Gewinnspiel.

COLOGNE FINE ART-Preis 2006 geht posthum an Dieter Krieg (1937 - 2005)


Den mit 10.000 Euro dotierten COLOGNE FINE ART-Preis verleihen in diesem Jahr der Bundesverband Deutscher Kunstverleger e.V. und die Koelnmesse posthum an den im vergangenen Jahr gestorbenen Künstler Dieter Krieg. Der COLOGNE FINE ART-Preis, hervorgegangen aus dem KUNSTKÖLN-Preis, zeichnet jährlich Institutionen, die sich um grafische Werke kümmern, oder Künstler aus, in dessen Oeuvre das Prinzip der Serialität beziehungsweise das Prinzip der Vervielfältigung - sowohl in technischer als auch in ästhetischer Hinsicht - eine zentrale Rolle spielen. Der Preis wird um 19.00 Uhr am Tag der Vernissage (14.02.2006) auf der COLOGNE FINE ART (15. - 19.02.2006) überreicht.

Dieter Krieg ist eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Kunstlandschaft. Sein großartiges Oeuvre gilt es in der Breite allerdings erst noch zu entdecken. Bekannt wurde der sehr gebildete und stille Künstler zunächst mit seinen raumgreifenden Bildern. Seit den 80er Jahren hat er sich auch intensiv mit der Radierung beschäftigt. Als Druckformen nutzte er nicht nur Metallplatten, sondern auch Aluminium und Plexiglas. Oftmals hat er die - teils großformatigen - Graphiken manuell mit pastoser Acrylfarbe
weiterbearbeitet oder Materialien appliziert, so dass graphische Objekte entstanden sind.

Wie in seiner Malerei wandte sich der Künstler auch in seinen Graphiken alltäglichen, unspektakulären Gegenständen zu. Ihrer Banalität und relativer Bedeutungslosigkeit hat er durch eine monumentale, dabei vielfach ironische Darstellungsweise Aufmerksamkeit im Medium der Kunst verschafft. Dieter Krieg war 25 Jahre Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie und hat als allseits beliebter und geschätzter Lehrer mehrere Künstlergenerationen in Deutschland geprägt.

Mit seiner Frau Irene gründete Dieter Krieg im Jahr 2004 eine Stiftung, die sein Oeuvre wissenschaftlich aufarbeiten soll. Der Künstler, der sich in seinen Malerei- und Graphikzyklen sehr häufig mit dem Tod auseinander setzte, hat mit dieser Stiftung ein intelligentes, nachahmenswertes Modell zur Erhaltung und Pflege künstlerischer Nachlässe geschaffen.

Dieter Krieg starb im Herbst 2005 im Alter von 68 Jahren. Der Preis wird posthum verliehen und von einem Vorstandsmitglied der Stiftung Dieter Krieg entgegengenommen werden. Die Laudatio hält Klaus Gallwitz, ehemaliger Direktor des Frankfurter Städel-Museum, ehemaliger Gründungsdirektor des Baden Badener Museums "Sammlung Frieder Burda" und Kurator des Deutschen Pavillon der Venedig Biennale 1978, den Dieter Krieg gemeinsam mit Ulrich Rückriem bespielte.

Die Wahl von Dieter Krieg als Preisträger trägt auch dem neuen Messekonzept der COLOGNE FINE ART Rechnung. In der Sonderschau werden nicht nur Radierungen, sondern auch Zeichnungen, Gemälde und Objekte gezeigt. Außerdem wird das komplette Band "Allen Malern herzlichen Dank" zu hören sein - eine Konzeptarbeit von Dieter Krieg, für die befreundete Künstler, Galeristen, Museumsleute und Studenten sämtliche, im Thieme-Becker Künstlerlexikon gelisteten Künstlernamen gesprochen und auf diese Weise "verewigt" haben.

Die bisherigen Preisträger waren: Felix Droese (1996), Ottmar Hörl (1997), Dieter Roth (1998), Thomas Huber (1999), Thomas Bayrle (2000), Astrid Klein (2001), Sigmar Polke (2002), Jörg Sasse (2003), Berliner Kupferstichkabinett (2004), Thomas Schütte (2005).

Weitere Infos zu Dieter Krieg: stiftungdieterkrieg.de

Koelnmesse GmbH, Messeplatz 1, 50679 Köln, Deutschland
Telefon: + 49 221 821-2907 + 2270,
Telefax: + 49 221 821-2181
koelnmesse.de
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