Preisträger ars viva 2019: Niko Abramidis & NE | Cana Bilir-Meier | Keto Logua

April 2018
Eingabedatum: 26.04.2018

Werkabbildung


Cana Bilir-Meier, Installationsansicht, Ausstellung Birgit-Jürgenssen-Preis, Akademie der Bildenden Künste Wien, 2016, Foto: Claudia Rohrauer fullscreenbilder

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Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. vergibt in diesem Jahr den ars viva-Preis für Bildende Kunst an Niko Abramidis & NE (*1987), Cana Bilir-Meier (*1986) und Keto Logua (*1988). Seit 1953 werden herausragende junge, in Deutschland lebende Künstler gekürt, deren Arbeiten eine eigenständige Formensprache und ein Bewusstsein für gegenwärtige Fragestellungen erkennen lassen. Der Preis ist mit zwei Ausstellungen in renommierten Kunstinstitutionen für Zeitgenössische Kunst in Deutschland und im europäischen Ausland sowie einer Künstlerresidenz auf Fogo Island (Kanada) verbunden. Die Künstler erhalten ein Preisgeld in Höhe von je 5.000 Euro. Darüber hinaus gibt der Kulturkreis einen zweisprachigen Katalog heraus, der im Kerber Verlag erscheinen wird. Die Jury wählte in diesem Jahr aus 49 vorgeschlagenen Künstlern zwölf Finalisten aus, die ihre Arbeiten in Ateliers und den KW Institute for Contemporary Art in Berlin präsentierten.

Niko Abramidis & NEs künstlerische Arbeit verweist auf Themen wie Machtstrukturen, Zukunftsutopien oder globale Stadtentwicklung. Ausgehend von Skizzen, die im Notizbuch oder auf dem Handy entstehen, schafft er eigene Paralleluniversen: Rauminstallationen, die an Büroräume erinnern und dabei mit tradierten Symboliken der Macht, einer fiktiven Corporate Identity und dem Erscheinungsbild von Großstädten spielen. Seine Zeichnungen, Objekte und Digitalprints lassen subversiven Humor und vielfältige Bezüge, etwa zu Science Fiction, Philosophie oder ökonomischen Abläufen, erkennen.

Ausgangspunkt und zugleich Kern der Film- und Soundarbeiten von Cana Bilir-Meier ist die Arbeit mit Archivmaterialien aus familiärem Bestand. Ausgehend von Episoden aus ihrem eigenen familiären Umfeld nähert sich die Künstlerin als Enkelin türkischer Einwanderer universeller Narrative und kollektiver Erinnerungen an. Die Offenlegung des Prozesses der Materialsichtung der Bild- und Tonaufnahmen, Briefe, Zeitungsartikel und Dokumente ist dabei von zentraler Bedeutung. Durch die Gewichtung und Kontextualisierung der Materialien entsteht eine eigene künstlerische Sprache und Perspektive.

Wiederkehrende Bezugspunkte in Keto Loguas Skulpturen und Filmarbeiten sind Naturphänomene und soziokulturelle Themen. Die Künstlerin nähert sich gefundenen oder selbst geschaffenen Objekten konzeptuell kritisch an und unterzieht die Objekte Prozessen der Komprimierung und Umformung. So entstanden u. a. ein 3D-Druck der im vergangenen Jahr wissenschaftlich rekonstruierten Ur-Blume oder eine großformatige Skulptur aus Elementen eines Bienenstocks. In einer weiteren Arbeit entwirft die Künstlerin mögliche Überlebensszenarien unter Zuhilfenahme von Alltagsgegenständen und macht damit u. a. das Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit zum Thema.

Der Jury, unter Vorsitz von Ulrich Sauerwein, gehörten neben Mitgliedern des Gremiums Bildende Kunst des Kulturkreises Mathilda Legemah und Franziska Rieger (Kulturkreis der deutschen Wirtschaft), die Kooperationspartner Julia Höner (KAI 10 | Arthena Foundation), Dr. Nina Zimmer (Kunstmuseum Bern), Zita Cobb (Shorefast Foundation/Fogo Island Arts), Nicolaus Schafhausen (Kunsthalle Wien, Shorefast Foundation) sowie Bettina Steinbrügge (Kunstverein Hamburg) als Fachberaterin an.

Am 6. Oktober 2018 wird die ars viva-Ausstellung der Preisträger 2019 in KAI 10 | Arthena Foundation in Düsseldorf eröffnet. Die nachfolgende Ausstellungsstation ist im Sommer 2019 das Kunstmuseum Bern.

Biografien der Künstler:

Niko Abramidis & NE, 1987 in München geboren, studierte Architektur an der Technischen Universität München und Kunst an der Akademie der Bildenden Künste München. 2017 erhielt er ein Stipendium der Cité Internationale des Arts in Paris. Seine Arbeiten waren u. a. im Kunstverein München und in der C-Gallery in München zu sehen. Er ist Gründer und Kurator des 2015 ins Leben gerufenen Projektraumes „easy!upstream“ in München.

Cana Bilir-Meier, 1986 in München geboren, studierte Künstlerisches Lehramt sowie Kunst und Digitale Medien an der Akademie der bildenden Künste Wien. 2016 wurde ihre Arbeit mit dem Birgit-Jürgenssen-Preis ausgezeichnet. Ihre Arbeiten waren u. a. in der Tensta Konsthall (Stockholm), in der Kunsthalle Wien, im mumok (Wien) und auf der „Diagonale – Festival for Austrian Film“ zu sehen.

Keto Logua, 1988 in Sochumi, Georgien geboren, studierte Malerei an der Staatlichen Akademie der Künste Tiflis und später an der Universität der Künste Berlin. 2017 nahm sie am Berlin Program for Artists teil. Ihre Arbeiten waren u. a. bei Between Bridges Berlin (Berlin), im KW Institute for Contemporary Art (Berlin) und beim „Open Frame Award goEast: Wettbewerb für Experimentalfilm und Videokunst“ am Museum Wiesbaden zu sehen.

http://www.kulturkreis.eu

Presse








Weiteres zum Thema: ars viva Preis



ars viva Preis 2010


Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. vergibt 2010 den mit je 5.000 Euro dotierten „ars viva“ - Preis für Bildende Kunst an Nina Canell (*1979), Klara Hobza (*1975), Markus Zimmermann (*1978) und Andreas Zybach (*1975). Thema der Auslobung war "Labor / Laboratory". Neben dem Preisgeld erhalten die Künstler außerdem Gelegenheit, ihre Arbeiten auf 3 Ausstellungen zu zeigen, zu denen ein zweisprachiger Katalog und eine Künstleredition erscheint.

In der Jurybegründung heit es: "Die Jury überzeugte bei Nina Canell und Andreas Zybach vor allem der ephemer-experimentelle Charakter ihrer sowohl poetischen als auch humorvollen Installationen. Bei Klara Hobza war die Unbedingtheit ihrer performativen und vor allem prozessorientierten Versuchsanordnungen ausschlaggebend für die Preisvergabe. Die Neukontextualisierung von Alltagsgegenständen und die sinnlich-ästhetische Erforschung unserer räumlichen Wahrnehmung in Form von „Guckkästen“ beeindruckte die Jury bei Markus Zimmermann in besonderem Maße."


Jury: Vorsitz / Dr. Arend Oetker, Dr. Ulrike Groos und Dr. Daniel Spanke (Kunstmuseum Stuttgart), Ingrid Mössinger und Anja Richter (Kunstsammlungen Chemnitz), Vasif Kortun und November Paynter (Platform Garanti Contemporary Art Center, Istanbul) sowie Dr. Christane Schneider (westlondonprojects, London) und sechs Mitglieder des Gremiums Bildende Kunst des Kulturkreises

ars viva“-Ausstellungsstationen:
- Kunstsammlungen Chemnitz eröffnet (Ausstellungsdauer: 11. Oktober bis 30. Januar 2011)
- Platform Garanti Contemporary Art Center, Istanbul (April – Juni 2011)
- Kunstmuseum Stuttgart (Juni – September 2011)

www.kulturkreis.eu

ars viva 12/13 – Systeme


Özlem Günyol & Mustafa Kunt, Ceaseless Doodle, 2009

Eine Ausstellung der Preisträger Bildende Kunst des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e.V., realisiert in Kooperation mit dem Neuen Museum in Nürnberg, der Kunsthalle zu Kiel und dem Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz

Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft vergibt alljährlich Förderpreise an junge Künstler. Mit diesem Preis ist die Wanderausstellung ars viva verbunden, die in drei namhaften Museen im In- und Ausland eine Werkauswahl der jeweiligen Preisträger zeigt. Zudem werden ein zweisprachiger Katalog und eine Künstleredition herausgegeben, das Preisgeld ist je Künstler auf 5.000 Euro dotiert.

2012/13 geht der ars viva-Preis für Bildende Kunst an Simon Denny (geb. 1982), Melvin Moti (geb. 1977) und an das Künstlerduo Özlem Günyol & Mustafa Kunt (geb. 1977 und 1978). Die Themen der ars viva wechseln jährlich und spiegeln aktuelle Tendenzen in der zeitgenössischen Kunst wider. In diesem Jahr stand die Auslobung unter dem Begriff „Systeme“. Systeme strukturieren unser Leben und bieten Möglichkeiten des Vergleichs. Keine Wissenschaft kommt ohne Ordnung, die Gesellschaft nicht ohne Organisation aus. Kunst hingegen untergräbt Systeme; spontane Schöpferkraft und kreativer Eigensinn verlaufen quer zur etablierten Alltagsstruktur. Kunst kann Systeme entlarven, überspitzen, in neue Modelle transformieren und unsere Wahrnehmung der Welt infrage stellen.

Der in Berlin lebende, neuseeländische Künstler Simon Denny untersucht mit seinen Videoarbeiten, Skulpturen und Installationen zeitgenössische Informationssysteme. Dabei geht er der Frage nach deren sozialen Implikationen und Wirkungsmechanismen nach und entwickelt eine Kunstform als Mischung aus Forschungsprojekt, Verkaufsdisplay und Marketingkampagne. Im Fokus steht dabei die Verbreitung, Streuung und Konsumierung von Bildern über verschiedene mediale Kanäle, insbesondere über das Fernsehen.

Melvin Moti, niederländischer Künstler, in Rotterdam und Berlin lebend, beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit optischen Phänomenen und der Frage, wie das menschliche Gehirn Informationen wahrnimmt und verarbeitet. In seinen Filmarbeiten, die stets im 35mm-Format entstehen, untersucht er zudem, wie wissenschaftliche und historische Prozesse unsere Bildkultur beeinflussen.

Die Künstler Özlem Günyol und Mustafa Kunt, beide in der Türkei geboren und in Frankfurt/Main lebend, arbeiten seit 2005 als Duo zusammen. In ihren Videos, Skulpturen, Fotografien und Performances hinterfragen sie die Strukturen gesellschaftlicher und politischer Systeme und die damit verbundenen Konstruktionen von Identität. Repräsentationsformen von individueller und kollektiver Zugehörigkeit sowie die politische Machtinszenierung sind dabei Kernbereiche ihrer Arbeit.

Die Preisträger wurden aus 42 vorgeschlagenen Künstlerinnen und Künstlern ausgewählt. Während einer zweitägigen Juryrunde präsentierten schließlich zehn Finalisten ihre Arbeiten persönlich in ihren Ateliers. Neben fünf Mitgliedern des Gremiums Bildende Kunst des Kulturkreises gehörten der Jury unter dem Vorsitzenden Ulrich Sauerwein in diesem Jahr die Kuratorinnen Dr. Anette Hüsch (Kunsthalle zu Kiel), Dr. Melitta Kliege (Neues Museum in Nürnberg), und Christiane Meyer-Stoll (Kunstmuseum Liechtenstein) an. Als diesjähriger Fachberater war zudem Nicolaus Schafhausen Mitglied der Jury.

Sowohl das Neue Museum in Nürnberg als auch die Kunsthalle Nürnberg waren bereits in anderen Jahrgängen an der ars viva beteiligt. Zum Thema Kunst und Design stellten 2001/2002 beispielsweise der Künstler Johannes Wohnseifer sowie die Künstlergruppen Bless und Pro qm im Neuen Museum aus. ...

Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 10 - 18 Uhr
Donnerstag: 10 - 20 Uhr
Montags geschlossen

Neues Museum - Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg
Klarissenplatz
D-90402 Nürnberg
Telefon: (0911) 240 20 69 (Kasse)
nmn.de