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Jürgen Ponto-Stiftung vergibt Stipendien für Bildende Künstler


Eingabedatum: 05.07.2004


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" Andrea Faciu (27) und Astrid Nippoldt (30) erhalten die diesjährigen Arbeitsstipendien der Jürgen Ponto-Stiftung im Bereich der Bildenden Kunst. Die Förderung von monatlich je 1.300 Euro soll es den Künstlerinnen ermöglichen, sich für ein Jahr ganz ihrem künstlerischen Werk zu widmen.

Für die Vergabe der Stipendien hatten acht Mentoren der Jürgen Ponto-Stiftung jeweils eine Künstlerin oder einen Künstler zur Förderung vorgeschlagen. Die Wahl der Jury fiel dieses Jahr mit Andrea Faciu und Astrid Nippoldt auf zwei Künstlerinnen, die ihre Arbeitsschwerpunkte im Bereich Video-Installationen haben.

Die Bewerber präsentierten ihre künstlerischen Arbeiten einer Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Armin Zweite, Mitglied des Kuratoriums der Jürgen Ponto-Stiftung und Direktor der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Der Jury gehörten darüber hinaus Dr. Harald Falckenberg, Kunstsammler aus Hamburg, Udo Kittelmann, Direktor des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt am Main, und Ralf Suermann, Mitglied des Vorstands der Jürgen Ponto-Stiftung, an.

Andrea Faciu beendete im vergangenen Jahr ihr Studium bei Olaf Metzel an der Akademie der Bildenden Künste München. Ihr Werk wird durch drei Aspekte gekennzeichnet: Sie beschäftigt sich unter anderem mit Installationen, reagiert mit ihrer vielschichtigen, Sprache und Bild verknüpfenden Arbeit auf die jeweiligen Ausstellungsorte und besticht in ihren kurzen
Videoarbeiten vor allem durch starke emotionale Verdichtung und formale Stringenz. Andrea Faciu wurde von der Kuratorin der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München, Dr. Susanne Gaensheimer, zur Förderung vorgeschlagen.

Der Bremerin Astrid Nippoldt wurde vom Leiter des Kunstvereins Hannover, Dr. Stephan Berg, nominiert. Sie war bis 2003 Meisterschülerin an der Hochschule für Künste Bremen bei Yuji Takeoka. Astrid Nippoldt kann bereits eine ganze Reihe meist kurzer und suggestiver Videoarbeiten vorweisen, die von großem Gespür für das Ungewöhnliche, Bizzare und oftmals Surreale unserer Lebenswelt zeugen. Die gelungene Umsetzung in Bild und Ton, die konzentrierte Schnittfolge und die bestechende Rhythmisierung ihrer Arbeit überzeugten die Jury.

Die Jürgen Ponto-Stiftung

1977 gründeten Ignes Ponto und die Dresdner Bank die Jürgen Ponto-Stiftung, um das mäzenatische Wirken des im gleichen Jahr von Terroristen der RAF ermordeten Vorstandssprechers der Dresdner Bank fortzusetzen. Jürgen Pontos Engagement für junge Künstler und sein Bestreben, der Kunst eine breitere Basis zu verschaffen, sind für die Tätigkeit der Stiftung bestimmend. Die
Jürgen Ponto-Stiftung fördert vorwiegend junge deutsche oder in Deutschland lebende Künstler, die von anderer Seite noch keine wesentliche finanzielle Unterstützung erfahren und die sich noch in einem frühen Stadium ihrer künstlerischen Entwicklung befinden. Die Stiftung unterstützt darüber hinaus die Begegnung junger europäischer Künstler.

Die Tätigkeit der Jürgen Ponto-Stiftung erstreckt sich auf die Bereiche Musik, Bildende Kunst, Literatur, Darstellende Künste." (Quelle: Jürgen Ponto-Stiftung / Presse)

Dresdner Bank AG | Jürgen Ponto-Stiftung | Jürgen-Ponto-Platz 1 | 60301 Frankfurt a.M. | Tel.: 069 263-17616
juergen-ponto-stiftung.de


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open handed


Die Jürgen Ponto-Stiftung und das MMK Museum für Moderne Kunst verbindet eine langjährige Partnerschaft mit dem Ziel, junge Künstlerinnen und Künstler, die am Anfang ihrer Karriere stehen, zu fördern. So unterstützt die Jürgen Ponto-Stiftung mit einem jährlichen Förderbetrag das Programm im MMK 3 und vergibt zwei Arbeitsstipendien an junge Kunstschaffende, deren Werke in der Folge in einer Ausstellung im MMK 3 präsentiert werden.

Die beiden Stipendiaten der Jürgen Ponto-Stiftung der Jahre 2013/14, Benjamin Hirte und Christoph Knecht, vereint, dass sie unterschiedliche künstlerische Medien und Arbeitstechniken – Skulptur, Malerei, Installation – in ihren Werken miteinander kombinieren. Der Titel open handed bezieht sich zum einen auf die Kollaboration der beiden Künstler in der Ausstellung und ihr generöses Umgehen miteinander, zum anderen aber auch auf die Offenheit und Vielschichtigkeit ihrer künstlerischen Praxis. Verweise auf Gegenstände des Alltags, Architektur und Design führen in ihrem Schaffen zu einer Auseinandersetzung mit Kulturgeschichte und Formen des Displays. Ephemeres und scheinbar Historisches werden neu geordnet und re-inszeniert. Skulpturale Ansätze verbinden sich mit Sprache, Gegenständliches mit Abstraktion, Opulentes mit Minimalem, Überliefertes mit Gegenwärtigem.

MMK 3
Zollamt
Domstraße 3
60311 Frankfurt am Main
http://mmk-frankfurt.de/

Fiona Tan im MMK 1 / Laure Prouvost im MMK 3


Die Künstlerin Fiona Tan (*1966) zählt zu den herausragenden Künstlerinnen ihrer Generation. In der Werkschau „Geografie der Zeit“ im MMK 1 stehen neben Hauptwerken aus ihrem filmischen Œuvre – wie die Doppelprojektion „Rise and Fall“, die sie 2009 für den Niederländischen Pavillon der Venedig Biennale produzierte – die neueste Entwicklung in ihrem Werk hin zu installativen Environments im Fokus.

Fiona Tan verwendet Film, Fotografie, Installation, Audio und Text, um zentrale Fragen zur Identität des Menschen im 21. Jahrhundert zu stellen: Wie sehen wir uns selbst und was bestimmt unsere Perspektive auf das Andere? Ihre bewegenden und zutiefst menschlichen Werke untersuchen Geschichte und Zeit und unsere Verortung darin. In eindrucksvollen Bildern und Installationen erzählt Tan davon, wie die eigene Erinnerung unser Verständnis der Gegenwart prägt. In ihren Bildwelten lösen sich die Grenzen zwischen persönlichem und kollektiven Gedächtnis, Innen und Außen, Fiktion und Wirklichkeit auf.

Erinnerung und Identität waren von Beginn ihrer künstlerischen Karriere wiederkehrende Themen in Fiona Tans Œuvre. Besonders das Thema der kulturellen Prägung spielt bedingt durch ihre Abstammung – Tan wurde als Kind von chinesisch-australischen Eltern in Indonesien geboren, wuchs in Australien auf und zog später in die Niederlande – eine entscheidende Rolle in ihrem Schaffen. Die Ausstellung im MMK 1 folgt mit Werken wie „Diptych“ (2006–11), filmischen Porträtaufnahmen von Zwillingen, über höchst elaborierte Video-Installationen wie „Nellie“ (2013), bis zu den jüngsten ‘mixed-media’-Werken wie „Ghost Dwellings“ und Objekt-Installationen wie „1 to 87“ diesen Leitmotiven, präsentiert in einer faszinierenden, von der Künstlerin entworfenen Ausstellungsarchitektur.
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Laure Prouvost – all behind, we’ll go deeper, deep down and she will say:
3. September 2016 — 6. November 2016 im MMK 3

Das MMK Museum für Moderne Kunst präsentiert die Turner-Preisträgerin Laure Prouvost (*1978) mit ihrer ersten umfassenden Einzelpräsentation in Deutschland. Unter dem Titel „all behind, we’ll go deeper, deep down and she will say:“ kreiert die Künstlerin ein Environment, das die gesamten Räumlichkeiten des MMK 3 in eine raumgreifende Installation verwandelt. In diesem Setting verbindet sie mehrere filmische Arbeiten der letzten Jahre mit skulpturalen und malerischen Elementen zu einer Geschichte. Zentrale architektonische Struktur der Installation sind Hybride, die sich zwischen technischem Apparat und menschlicher Figur bewegen.

Ausgangspunkt der Präsentation ist die von der Künstlerin entworfene Geschichte ihrer fiktiven Großeltern. Der Großvater, eine Persiflage der heroischen Künstlerfigur, grub im Rahmen eines Kunstprojektes einen Tunnel, verschwand darin und ist seither nicht wieder aufgetaucht. Die eigentliche Protagonistin ist jedoch die Großmutter, die anhand von Relikten ihrer gemeinsamen Vergangenheit von ihren eigenen Fantasien, Hoffnungen und Träumen berichtet.

Prouvost erzeugt eine bizarre Vorstellungswelt, die den Betrachter auf unterschiedlichen Sinnesebenen in ihren Bann zieht. Die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmt zusehends. Sie beschäftigt sich mit dem Vordringen in unbekannte Welten, mit Alltagsflucht und dem bewussten sich Verlieren, in der Hoffnung, am Ende wieder zu sich selbst zu finden.

Die Ausstellung im MMK 3 ist das zweite und zentrale Kapitel einer dreiteiligen Überblicksausstellung. Sie begann Ende Juni unter dem Titel „Dropped here and then, to live, leave it all behind“ in einer labyrinthischen Struktur im Le Consortium, Dijon. Die Erzählung gleitet in Frankfurt in eine zeitlose Welt, die bestimmt ist von parallel verlaufenden Erzählsträngen. Ende Oktober kommt die Erzählung im Kunstmuseum Luzern aus der Dunkelheit wieder ans Licht und trägt den Titel „and she wil say: hi her, aileurs to higher grounds.“. Obwohl die drei Ausstellungsorte einem übergreifenden thematischen Faden folgen, steht jede Präsentation für sich und bietet den Besuchern eine in sich geschlossene und eigenständige Ausstellungserfahrung.



Die Ausstellung ist eine Kooperation mit Le Consortium, Dijon und dem Kunstmuseum Luzern und entsteht in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin. Ermöglicht wird die Schau durch die Jürgen Ponto-Stiftung. Mit Unterstützung des Institut Français.

Zur Ausstellung erscheint eine zweisprachige Publikation (DE/FR), die erstmals das gesamte
bisherige Schaffen der Künstlerin in den Blick nimmt.

MMK Museum für Moderne Kunst
Domstraße 10
60311 Frankfurt am Main
http://mmk-frankfurt.de/