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Henri Cartier-Bresson - Ausstellung in der BAUKUNST GALERIE vom 16.09. bis 15.10.2004


Eingabedatum: 04.09.2004


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Die BAUKUNST GALERIE widmet ihre nächste große Ausstellung Henri Cartier-Bresson. Der berühmte französische Fotograf ist am 3. August, kurz vor seinem 96. Geburtstag, in Cereste bei Marseille verstorben. Zur Eröffnung am 15. September 2004, 18.00-21.00 Uhr, spricht Christiane Stahl, Leiterin der Alfred-Ehrhardt-Stiftung, Köln. Die Einzelschau findet im Anschluß an eine Sonderausstellung des Kölner Museums Ludwig statt, die zu Ehren des Künstlers in Reaktion auf seinen Tod kurzfristig veranstaltet wird und die gesamte Kunsthallenausstellung von 1967 sowie Vintages aus der Sammlung L. Fritz Gruber präsentiert (22. August bis zum 12. September 2004). Erstmals hatte in der Baukunst Galerie 1998-99 eine retrospektive Einzelausstellung mit Fotografien und auch Zeichnungen Henri Cartier-Bressons stattgefunden.

Henri Cartier-Bresson gehört zu den bekanntesten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 22. August 1908 in Chanteloup als Sohn eines Fabrikanten geboren und studierte von 1927 bis 1929 in Paris Malerei. In den 30er Jahren begann er, zu fotografieren: Er war auf die deutsche Leica gestoßen, deren Kleinbildformat es ermöglichte, die Kamera mit sich zu tragen, um sie im entscheidenden Moment zur Hand zu haben. Bei dieser Ausstattung blieb es. Fotografische Entdeckungsreisen führten ihn durch die ganze Welt. Seine einzigartige Gabe, das Wesentliche einer Situation zu erfassen, machten ihn schon bald bekannt. 1933 fanden in Madrid und New York erste Ausstellungen seiner Arbeiten statt. Im Zweiten Weltkrieg geriet Cartier-Bresson 1940 in Gefangenschaft, 1943 gelang ihm die Flucht. In Paris schloß er sich der Résistance an. Er drehte 1945 im Auftrag des US-Büros für Kriegsinformation seinen erschütternden Film "The Return" über die Rückkehr französischer Kriegsgefangener und Deportierter. 1947 war er mit Robert Capa, David Seymour und George Rodger Mitbegründer der legendären Fotoagentur "Magnum“. In deren Auftrag reiste er zwei Jahrzehnte lang als Bildjournalist durch die Welt und schuf zahlreiche, vielfach ausgezeichnete Fotoreportagen. Er reiste an die Orte politischer Umwälzungen. Nicht nur seine dort geschaffenen Momentaufnahmen wurden zu Zeitdokumenten. Ebenso berühmt sind seine Portraits von prominenten Zeitgenossen, von Albert Camus, Jean-Paul Sartre oder Alberto Giacometti. Ab Mitte der 70er Jahre fotografierte Cartier-Bresson nur noch sehr selten. Er beschloß, "die Wirklichkeit nicht mehr zu bestehlen, sondern ihr etwas zu geben" und kehrte zu seinen Anfängen zurück, indem er sich ganz dem Zeichnen widmete.
Eine große Retrospektive zum Werk des Fotografen hat 2003 in Paris begonnen und ist, nach Barcelona und Berlin, in diesem Herbst in Rom zu sehen. Weitere Stationen werden Edinburgh und das MoMA in New York sein.

Die aktuelle Schau in der Baukunst Galerie versammelt eine umfangreiche Auswahl von ca. 40 Fotografien Cartier-Bressons aus den 30er bis in die 70er Jahre, darunter berühmte Bilder aus den Serien „En France“, „Les Européens“ und „L’Amérique“, aus seinen preisgekrönten Bilddokumentationen „The Coronation of King George VI.“ oder „The Last Days of Kuomintang“, sowie Bilder aus Mexiko, China, Japan, der UdSSR, Armenien und Georgien.

Cartier-Bresson entdeckte seine Motive im Alltag, in Städten oder in abgelegenen Regionen, in denen er zu Fuß unterwegs war. Der Fotograf versuchte immer, die Stimmung eines Augenblicks einzufangen: „Es gibt nichts auf der Welt, das nicht einen entscheidenden Augenblick hätte“ sagte er über seine Arbeit. Henri Cartier-Bresson hatte die Gabe, diesen entscheidenden Moment, den „moment décisif“, zu treffen und aus einem Sekundenbruchteil ein Bild von großer Vollkommenheit zu schaffen. Sein Aufsatz "L'Instant décisif" wurde zum Standardwerk für eine ganze Generation von Bildjournalisten. Die Kamera, so sagte Cartier-Bresson einmal, benutze er wie einen Skizzenblock, mit dem er durch das Leben gehe, immer wach und bereit, sich vom Leben zu einer Bildnotiz inspirieren zu lassen. Gestellte Bilder lehnte der Fotograf ab. Das Fotografieren war für Cartier-Bresson ein spontaner Impuls, der aus unablässigem Schauen erwächst und den Augenblick für die Ewigkeit festhält. Er hielt seine Kamera instinktiv zur rechten Zeit am rechten Ort bereit: Auf einen Mann, der am Pariser Bahnhof Saint-Lazare im Gegenlicht über eine Pfütze springt, die seine Silhouette widerspiegelt oder schwarz gekleidete Menschen auf einer Treppe in Istanbul, die mit dem Treppengeländer und den anliegenden Hausfassaden eine perfekte Bildkomposition formen. In den Bildern Cartier-Bressons, in denen Flächen, Linien, Licht, Schatten und Menschen zu einer perfekten Ordnung komponiert sind, läßt sich seine klassische Ausbildung erraten. Er ist auch als Fotograf immer Maler geblieben.

Seine Abzüge sind fast immer von einem schwarzen Rand umgeben: Beleg dafür, daß er das ganze Negativ vergrößern ließ. Dieses Markenzeichen zeigt dem Betrachter, daß das Bild schon bei der Aufnahme perfekt gestaltet war, das Bild im Kopf vollends vorgedacht war, als der Verschluß sich öffnete, so daß es keiner späteren Ausschnitte in der Dunkelkammer bedurfte. Der Franzose arbeitete ausschließlich mit Schwarzweiß-Filmen und verzichtete auf Blitzlicht: „Emotion finde ich nur im Schwarzweiß“, sagte er einmal.

Henri Cartier-Bresson wurde als das „Auge des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet. Seine Arbeit war jedoch kein distanziertes Dokumentieren. Stets interessierte ihn beim Fotografieren "was die Menschen denken, ihre Körpersprache, ihre Gedanken, ihre Träume".





Henri Cartier-Bresson
BIOGRAFISCHE DATEN

1908 Henri Cartier-Bresson wird am 22. August in Chanteloup, Seine-et-Marne, geboren. Er besucht das Lycée Condorcet in Paris ohne Abschlussdiplom.

1923 Seine große Passion für die Malerei erwacht; Interesse an der Malerei der
Surrealisten.

1927-28 Studiert Malerei bei André Lothe.

1931 Einjähriger Aufenthalt an der Elfenbeinküste, er wird durch eine lebensgefährliche Erkrankung zur Rückkehr gezwungen.
Henri Cartier-Bresson macht seine ersten Photos. Er reist mit
Andrè Pieyre de Mandiargues und Leonor Fini durch Europa.

1932 Erste Ausstellung in der Galerie Julien Levy, New York. Seine Photos
werden daraufhin von Ignacio Sanchez und Guillermode Torre im Cercle Atheneo, Madrid, gezeigt. Charles Peignot veröffentlicht seine Arbeiten
in Arts et Métiers Graphiques.

1934 Begleitet eine ethnographische Expedition nach Mexiko, wo er für ein
Jahr bleibt. Stellt seine Photos im Palacio de Bellas Artes, Mexiko-City,
aus.

1935 Lebt in den U.S.A. und wird von Paul Strand in die Filmarbeit eingeführt.

1936/39 Arbeitet als Produktionsassistent für Jean Renoir.

1937 Macht einen Dokumentationsfilm über die Spitäler des republikanischen Spaniens „Victoire de la vie“ sowie für die Rote Hilfe „L’Espagne vivra“.

1940 Wird von den deutschen Truppen gefangen genommen. Nach zwei
vergeblichen Versuchen gelingt ihm 1943 schließlich die Flucht.

1944/45 Schließt sich dem französischen Widerstand an. Macht Portraits von
Künstlern und Schriftstellern u.a. Matisse, Bonnard, Braque, Claudel.
Schließt sich einer Gruppe Berufsphotographen an, um die Befreiung
von Paris zu dokumentieren. Dreht den Dokumentarfilm „Le retour“
über zurückkehrende Gefangene und Deportierte.

Verbringt mehr als ein Jahr in den U.S.A.. Unter anderem, um eine
„posthume“ Ausstellung zu vervollständigen, die vom Museum of Modern Art, New York, in dem Glauben organisiert wurde, daß er den Krieg nicht überlebt habe.

1947 Gründet mit Robert Capa, David Seymour, Georges Rodger und William Vandiver die Agentur „Magnum“.

1948-50 Verbringt drei Jahre im Fernen Osten. Zuerst lebte er in Indien,
während der Ermordung Mahathma Gandhis, anschließend in China,
während der letzten sechs Monate des Kuomintang und der ersten
sechs Monaten der Volksrepublik. Danach war er in Indonesien,
während der Zeit der Unabhängigkeit des Landes.

1952-53 Lebt in Europa. Veröffentlicht sein erstes Buch „Images à la Savette“, eine amerikanische Ausgabe erscheint unter dem Titel „The Decisive Moment“.

1954 Als erster westlicher Photograph bekommt er die Erlaubnis, die UdSSR
zu bereisen.

1958-59 Reist wieder für drei Monate nach China, anläßlich des 10. Jahrestages der Volksrepublik.

1960 Nach einer Photoreportage in Kuba kommt er nach 30 Jahren wieder nach Mexiko, wo er für vier Monate bleibt. Reisen nach Kanada.

1963 Er besucht Mexiko und bleibt dort 4 Monate.

1965 Verbringt sechs Monate in Indien und drei Monate in Japan.

1966 Verläßt die Agentur Magnum, die jedoch weiter seine Photos vertreibt.

1969 Verbringt ein Jahr in Frankreich, um die Ausstellung „En France“
vorzubereiten, welche im Grand Palais in Paris gezeigt wird. Macht zwei Dokumentarfilme für CBS News, U.S.A..

1972 Reist erneut in die UdSSR.

1974 Widmet sich von jetzt an vor allem dem Zeichnen. Sein Interesse gilt
weiterhin der Portrait- und Landschaftsfotografie.

Erste Ausstellung mit Zeichnungen in der Carlton Gallery in New York.

1980 Erneute Reise nach Indien.

1981 Erhält den großen Preis für Photographie der Republik Frankreich.


1986 Verleihung des „Novecento Award“ durch Jorge Luis Borges in
Palermo.

Das Museum of Modern Art in New York organisiert eine Ausstellung mit
dem Titel „Early Works“, die sich mit den ersten Jahren seiner
Schaffenszeit beschäftigt.

1988 Das Centre National de la Photographie in Paris würdigt ihn und etabliert
den Henri-Cartier-Bresson-Preis.

1998 Im Jahr seines neunzigsten Geburtstages werden Cartier-Bresson
zahlreiche Ehrungen zuteil.

2003 Die „Fondation Henri Cartier-Bresson“ wird in Paris eröffnet.
Start der großen Retrospective „HBC - De qui s’agit-il?“ in der
Bibliotèque Nationale de France, Paris

2004 Henri Cartier-Bresson stirbt am 3. August in seinem Wohnhaus in
Cereste bei Marseille.


BAUKUNST GALERIE
Theodor-Heuss-Ring 7
D - 50668 Köln
Telefon +49-(0)221-771 33 35
Fax +49-(0)221-771 33 10
e-mail leonie.stachelscheid@baukunst-galerie.de

Öffnungszeiten:
Di-Fr 10.00-18.30 h
Sa 10.00-14.00 h
und nach Vereinbarung

BAUKUNST GALERIE
Daten zu Henri Cartier-Bresson:


- Art Basel 2013

- Art Basel Miami Beach 2013

- MoMA Collection

- Museo Reina Sofía, Collection


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