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Therefore Beautiful - Ursula Blickle Stiftung, Kraichtal (13.3.-24.4.05)


Eingabedatum: 10.03.2005


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Gibt es für die Schönheit anerkannte Normen oder folgt sie dem Prinzip des subjektiven Geschmacks? Liegt Schönheit im Auge des Betrachters oder gibt es Formeln, sie zu produzieren? Vor dem Hintergrund einer Gesellschaft, die den Begriff des Schönen ins Zentrum ihrer Lebensentwürfe gerückt hat, stellt sich diese Frage aus einer anderen Perspektive neu.
Der Schein des Schönen verleiht den Dingen glanzvolle Oberflächen und macht sie kommerziell attraktiv. Schönheit ist insofern weniger ein Phänomen als ein Produkt, das selbst in den Dienst anderer Produkte gestellt wird. Schönheit verspricht Erfolg, Attraktivität, Profit. In unseren kommerziell ausgerichteten Lebenswelten ist verführerisches Design ein wesentlicher Bestandteil jener Argumentation, die das Schöne, Wahre und Gute in Einklang zu bringen sucht. Die Ausstellung "Therefore Beautiful" stellt solche Werke zeitgenössischer Kunst in den Mittelpunkt, die um die Ambivalenz des Schönen und seine Konstruiertheit wissen. Das Schöne wird hier nicht als selbstgenügsame Kategorie verstanden, sondern in seinen verschiedenen Funktionalisierungen begriffen, ohne seine Faszination zu bestreiten. Das Schöne wird zum Material für etwas anderes, ohne dass es seinen Glanz verliert.
Sunah Chois Videoarbeit "Views" beispielsweise zeigt Immobilienanzeigen asiatischer Zeitungen, die fiktive idealisierte Stadtlandschaften entwerfen. Die detailliert gestalteten, verschiedene Maßstäbe ineinander blendenden Zeichnungen suggerieren eine Form von Urbanität, die sämtliche Versprechen europäischen Lifestyles zu verkörpern scheint. Die sanft im Wind raschelnden Zeitungsseiten bleiben in ihrer Materialität jedoch fragile Panoramen einer ungewissen, weil in dieser Form nie zu verwirklichenden Zukunft.
Schönheit ist immer wieder ein gefragtes Thema: im Alltag, in der Kunst oder in der Wissenschaft. Der Ambivalenz des Schönen in der zeitgenössischen Kunst widmet sich eine Ausstellung in der Ursula Blickle Stiftung:

Janice Kerbel Serie "Home Climate Gardens" präsentiert Zeichnungen, in denen Begrünungen für Innenräume in abstrakte grafische Systeme übersetzt werden. Ihre designte Natur folgt den Anforderungen der jeweiligen räumlichen Umgebung: Loft, Büro oder Panoramarestaurant erhalten Pflanzenarrangements, die perfekt auf das Leben in diesen Räumen abgestimmt sind. Henning Bohl verwandelt Ikea-Möbel in Installationen, die sich an Fin de Siècle Vorstellungen asiatischer Exotik anlehnen, Nicole Wermers collagiert Formen kommerziellen Glamours zu abstrakten Bildern von faszinierender Eleganz. Auf diese Weise werden standardisierte Formen der Ästhetisierung gebrochen, um neue Bilder des Schönen zu entwerfen. "Therefore Beautiful" versammelt Künstler, die zum Teil eigens für die Räumlichkeiten der Stiftung Arbeiten entwickeln werden und präsentiert Kunstwerke bekannter Künstler, die bisher noch nicht in größeren Ausstellungszusammenhängen zu sehen waren. Luxusgüter als Inbegriff des Schönen werden in den Arbeiten ebenso zum Thema wie zeitgenössisches Interieurdesign oder urbane Utopien. Dabei treten Faszination und Kritik am Glamourösen in einen spannenden Dialog.
Mit dieser Ausstellung möchte sich die Ursula Blickle Stiftung der Förderung junger KuratorInnen-Positionen widmen. Bereits mit der Ausstellung Anti Pure, 2002, kuratiert von Gianni Jetzer und M/M (Paris), 2004, kuratiert von Christina Ricupero, setzte die Stiftung auf neue kuratorische Tendenzen. Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler: Henning Bohl, Sunah Choi, Jason Dodge, Janice Kerbel, An Te Liu, Jeroen de Rijke / Willem de Rooij, Nicole Wermers (Pressetext)

Abbildung: Copyright Ursula Blickle Stiftung: Henning Bohl, Ohne Titel, 2004, Ikea Tisch, Bambus, Keramik

Ausstellungsdauer: 13. März – 24. April 2005

Öffnungszeiten: Mi. 14.00 bis 17.00, So. 14.00 bis 18.00 Uhr und nach Vereinbarung

URSULA BLICKLE STIFTUNG Mühlweg 18 | 76703 Kraichtal-Unteröwisheim | Tel 0049- (0) 7251 – 609 19

ursula-blickle-stiftung.de

ch


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