Wulffen-Ästhetik im Centre-Pompidou


Eingabedatum: 11.03.2005


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Der kometenhafte Aufstieg Amelie von Wulffens

Spricht man von Amelie von Wulffen, ist man immer wieder erstaunt, wie schnell es denn mit dem Aufstieg in die höheren Kunstsphären gehen kann. Dabei hatte die 38-jährige Künstlerin nach ihrem Abschluss an der Münchner Akademie erst mal gar nicht so viel Lust auf Malen - Politische Filme mit Knetfiguren waren interessanter, angesichts des plötzlich einsetzenden Erfolgs jedoch schnell wieder ad acta gelegt.
Die endgültige Adelung - nachdem man sich auf dem internationalen Kunstmarkt seit gut zwei Jahren um ihre Bilder reißt - kommt jetzt von oberster Stelle: Das Centre Pompidou widmet der gebürtigen Oberpfälzerin eine Einzelausstellung und unterstreicht ihre Bedeutung mit dem Zusatz, Wulffen sei "eine der bemerkenswerten Figuren der jungen deutschen Kunstszene". Was das Centre Pompidou damit meint: Wulffen ist eine der wenigen kompletten und innovativen Protagonisten des deutschen Kunstbetriebs.
Was uns die Künstlerin vor Augen führt, spreizt sich zuallererst wohltuend vom zeitgenössischen Einheitsbrei ab. Wulffen schuf durch ihre Melange aus Foto, Collage und Malerei ihre eigene Ästhetik; in der Bilder- und Motivsuppe rings um das figurative Leipzig und dessen Nachahmer zeigt uns Wulffen wie herrlich erfrischend und verblüffend Kunst doch sein kann.
Die grundsätzliche Interpretation ihrer Werke fußt dabei auf den denkbar einfachen - weil schon vor 80 Jahren gehegten - Gedanken, Zeit und Raum bildnerisch umzudeuten. Neu ist dieser Ansatz beileibe nicht, die Umsetzung dafür umso faszinierender.
Auch Wulffen entkommt nicht dem Grundgedanken des synthetischen Kubismus’ und verwendet das Prinzip der Collage in ihren Werken. Von der rein malerischen Zergliederung der Perspektive sieht sie jedoch ab.
Im Mittelpunkt ihrer Werke steht das Foto, das bei Wulffen zumeist mit der Erinnerung gleichgesetzt werden kann. Ob es nun Elvis, ihre Großmutter oder eine Gründerzeitvitrine abbildet, das Foto dient zur Stimulation des Gedächtnis’, dem Eintauchen in Wulffens Erinnerungsspeicher. Anders verhält es sich mit ihren Architekturfotografien, bei denen der malerische Aspekt mehr Bedeutung besitzt.
Dieser dient meist - auch bei den auf Erinnerung intendierten Werken - der Verzerrung. Die Interieurs werden zerrissen, perspektivisch verfremdet. Der Pinsel findet seine Funktion im Hinzufügen eines psychologischen Zusatzes, nicht selten auch der negativen Umkehrung des Fotomotivs. In groben, zumeist "dreckig" gehaltenen Farbtönen führt Wulffen die Perspektiven fort. Oder zerstört diese.
Die wahre Kunst ihrer Werke liegt jedoch im geradezu poetischen Talent Wulffens, verschiedene bildnerische Elemente ineinander überfließen zu lassen und damit eine eigene Ästhetik zu kreieren.
Ansätze, die dem Großteil aufstrebender Künstler im Wirken noch fehlen. Wulffens Malvorgänge sind zwar zum Großteil sehr analytisch, durch die charakteristische Darstellung jedoch eben einzigartig. Insofern nur verständlich, dass mit der Einzelausstellung in Paris Pompidou-Kurator Jonas Storsve zum endgültigen Ritterschlag ausholt: "Für mich war die (Wulffen-)Ausstellung die beste, die ich in letzter Zeit in einer New Yorker Galerie gesehen habe." Und wahrscheinlich nicht nur dort!

M.M.

kultur-kanal.de











Daten zu Amelie von Wulffen:


- ars viva Preistraeger 2002

- art basel miami beach, 2014

- art berlin 2017

- art cologne 2015

- Berlin Biennale 2004

- Galerie Meyer Kainer

- Halle für Kunst Lüneburg 2015

- Liverpool Biennial 2014

- Malerei in Fotografie. Strategien der Aneignung

- Manifesta 5, 2004

- MoMA Collection

- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt

- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD

- Villa Romana Preistraeger

Weiteres zum Thema: Amelie von Wulffen



ars viva 02/02 Preisträger Ausstellung


Die vom Gremium Bildende Kunst des Kulturkreis im BDI (Bund Deutscher Industrie)
ermittelten ars viva 02/03 -Förderpreisträger zeigen zum Thema "Landschaft" ab dem 6.10.02 ihre Arbeiten in Augsburg.
Henrik Hakasson, 1968 in Schweden geboren, beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit den landschaftlichen Mikrokosmen, die er multimedial in die entsprechenden Ausstellungsräume holt. Der 1969 geborene Daniel Roth entwickelt imaginäre Landschaften mit Hilfe von Fotografien und gebauten Interieurs, die ihre Ausgangspunkte in der Realität haben. Amelie von Wulffen, 1966 geboren, bedient sich in erster Linie der Medien Zeichnung und Collage, in die sie räumliche Inszenierungen einbettet.

Dauer: 6. Oktober bis 24. November 2002
Ort: Neue Galerie im Höhmann-Haus/Kunstsammlungen Augsburg; Maximilianstraße 48

"deutsche malerei zweitausenddrei" im Frankfurter Kunstverein (15.1.-13.4.03)


Der erste Versuch einer Positionsbestimmung zur aktuellen Malerei im Jahre 2003: ab morgen, dem 13.1.03, beginnt im Frankfurter Kunstverein eine Ausstellung mit über 50 Künstlern, die sich mit Malerei auseinandersetzen. Ob die offensichtlich ungebrochene Kontinuität von Malerei und die fortdauernde Beschäftigung mit diesem Medium gesellschaftliche, ästhetische oder neue künstlerische Impulse zu geben vermag, wird die Ausstellung zeigen.

Presseerklärung / Auszug: "deutschemalereizweitausenddrei widmet sich dem in Deutschland nach wie vor populärsten Genre: der Malerei. "Was bedeutet Malerei heute?" ist eine der zentralen Fragestellungen der Ausstellung. Die verstärkte Hinwendung zur Malerei gerade auch der jüngeren Generation stellt zudem die Frage, welches Interesse jenseits formaler Kriterien sich mit diesem Medium verbindet. Gezeigt werden deshalb Positionen, die gewöhnlich in unterschiedlichen Diskursen und Ausstellungszusammenhängen verhandelt und gezeigt werden. Nicht nur figurative Positionen haben in den letzten Jahren eine "Politisierung" der Malerei vorangetrieben; auch abstraktere Positionen artikulieren eine Hinwendung zur Bestandsaufnahme des Jetzt.
...
Die Ausstellung präsentiert über 50 aktuelle Positionen vorwiegend jüngerer deutscher oder in Deutschland lebender Künstlerinnen und Künstler. Zahlreiche Arbeiten werden direkt vor Ort im Frankfurter Kunstverein als Wandmalerei realisiert.

Künstler/innen: Tomma Abts , Yesim Akdeniz Graf, Kai Althoff, Monika Baer, Frank Bauer, Dirk Bell, Ümit Bilgi, Henning Bohl, André Butzer, Thomas Eggerer, Tim Eitel, Jesko Fezer / Axel John Wieder, Lutz Fezer, Christian Flamm, Carsten Fock, Caroline von Grone, Katharina Grosse, Gabi Hamm, Sebastian Hammwöhner / Uwe Henneken / Dani Jakob / Gabriel Vormstein, KlausHartmann, Eberhard Havekost, Thilo Heinzmann, Andreas Hofer, Sergej Jensen, Johannes Kahrs, Kiron Khosla, Jutta Koether, Hendrik Krawen, Kalin Lindena, Dietmar Lutz, Antje Majewski, Bernhard Martin, Rupprecht Matthies, Jonathan Meese, Birgit Megerle, Stephan Melzl, Klaus Merkel, Stefan Müller, Martin Neumaier, Frank Nitsche, Silke Otto-Knapp, Susanne Paesler, Gunter Reski,Anselm Reyle, Thomas Scheibitz, Tilo Schulz, Andreas Schulze, Eva Schwab, Markus Selg, Torsten Slama, Johannes Spehr, Lee Thomas Taylor, Wawrzyniec Tokarski, Corinne Wasmuht, Thomas Werner, Johannes Wohnseifer, Daniela Wolfer, Katharina Wulff, Amelie von Wulffen

Kurator: Nicolaus Schafhausen, Direktor Frankfurter Kunstverein / Ko-Kurator: René Zechlin"


frankfurterkunstverein | markt 44 | 60311 frankfurt am main.
| tel: +49 (0)69 / 2193140| oeffnungszeiten di-so 11-19
fkv.de







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