Sichtbarkeiten_Zwischen Fakten und Fiktionen, Edith-Ruß-Haus, Oldenburg (21.1.-19.3.06)


Eingabedatum: 17.01.2006



bilder

[...] dieses ständige Sperrfeuer von Bildern hüllt alles in einen Schleier; wir sehen nichts, wie einer, der im Smog herumgeht. William S. Burroughs, 1986

In einer Gesellschaft, in der Realität vor allem über die Kanäle der Massenmedien vermittelt wird und deren digital produzierte Bilder von Computern analysiert und interpretiert werden, stellt sich die Frage, wie sich heute zwischen Fakten und Fiktionen noch unterscheiden lässt. Die Grenze zwischen Realität und Repräsentation verschwimmt und wird durch mediale Produktionen und Projektionen ersetzt. An die Stelle real erfahrbarer Aktionen und Erlebnisse sind Bildschirmereignisse getreten. Persönliche Erfahrungen werden durch medial vermittelte Meinungen ausgetauscht, die unser Denken und Handeln bestimmen.

Die Ausstellung Sichtbarkeiten_Zwischen Fakten und Fiktionen thematisiert die medialen Wirklichkeitsinszenierungen einer globalen Informationsgesellschaft und hinterfragt den Wahrheitsgehalt der medialen Bilder. Der Status des Visuellen wird dabei auf den Prüfstand gestellt. Die ausgewählten künstlerischen Arbeiten benutzen die Mittel der Simulation und Inszenierung, um Realitätskonstruktionen sichtbar und Fiktionen durchschaubar zu machen. Sie stellen die Frage, wie sich eine immer komplexer werdende Wirklichkeit ohne verharmlosende Repräsentation durch Film und Fernsehen darstellen lässt. Sie handeln vom schmalen Grad zwischen authentischer Erfahrung und inszenierter Authentizität. Die methodischen Ansätze und künstlerischen Strategien reichen dabei vom scheinbar unverfälschten Dokumentarismus bis zur bewussten Irreführung, die sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Die in der Ausstellung gezeigten künstlerischen Werke benutzen die medialen Formen der Informationsvermittlung, um aus dem Medium heraus die Frage nach Inszenierung und Repräsentation neu zu stellen. Sie legen die Mechanismen der Manipulation offen, mit denen die mediale Konstruktion von Wirklichkeit betrieben wird und entwickeln Gegenstrategien zur gängigen Medienpraxis, indem sie aktiv in die Produktion massenmedialer Bilder eingreifen. In einer Welt der permanenten Reizüberflutung und Übermacht der medialen Bilder lassen sie uns nachdenken über die Bilder selbst und das, was sie uns vermitteln.

KünstlerInnen:
The Atlas Group / Walid Raad, Miriam Bäckström, Shane Cooper, Harun Farocki, Benjamin Heisenberg, Lynn Hershman Leeson, Korpys/Löffler, Marc Lee und Christoph Ganser, Aernout Mik, Michael Najjar, Saskia Olde Wolbers, Sean Snyder, Brian Springer, The Yes Men
Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.

Öffnungszeiten: Di-Fr 14-17 Uhr, Sa-So 11-17 Uhr

Edith-Ruß-Haus für Medienkunst
Katharinenstraße 23, D-26121 Oldenburg
t. +49 (0) 441 - 235 3194
edith-russ-haus.de

ch






Daten zu Harun Farocki:

- Art Basel 2013
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- art berlin 2017
- Bienal de Sao Paulo, 2010
- Biennale Venedig 2013
- Biennale Venedig 2015
- documenta 10, 1997
- documenta 12, 2007
- Galerie Barbara Weiss
- Galerie Thaddaeus Ropac
- Göteborg Biennial for Contemporary Art, 2009
- Greene Naftali
- Gwangju Biennale, 1997
- Kunstverein für die Rheinlande, Düsseldorf 2015
- Kunstverein Hamburg 2015
- MoMA Collection
- Museo Reina Sofía, Collection
- Museo Reina Sofía, Minimal Resistance
- Playtime, 2014
- Preisträger, Kunstpreis der Roswitha Haftmann-Stiftung
- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD
- Shanghai Biennale, 2014
- Sharjah Biennial 13, 2017
- Taipei Biennale 2012
- Ural Industrial Biennial 2017
- Ural Industrial Biennial of Contemporary Art, 2010
- Venedig 2013 Pav
- Whitstable Biennale 2006 - 2012

Weiteres zum Thema: Harun Farocki



M_ARS - Kunst und Krieg


Nach zwei Weltkriegen im 20. Jahrhundert haben wir uns in Europa für Jahrzehnte der Illusion eines beständigen Friedens hingegeben. Doch entstehen Krisenherde immer wieder nicht nur weltweit, sondern auch mitten in Europa. Wir haben uns daher der Frage zu stellen, ob das freudsche Diktum noch gilt: »Alles, was die Kulturentwicklung fördert, arbeitet auch gegen den Krieg«. Könnte es nicht sein, dass in der Kulturentwicklung selbst Momente enthalten sind, die die Kriegsbereitschaft fördern? Ist es möglich, dass die Kunst nicht nur pazifistische, sondern auch militärische Intentionen hat? Gibt es, nach Paul Virilio, nicht nur eine Kunst des Schreckens, sondern auch einen Schrecken der Kunst? Wie kann in Zeiten des Amoks, des Terrors, des Krieges eine Kunst aussehen, die eine Plattform für humanitäre Agenden gegen Gewalt und Ungerechtigkeit sein will?

Ausgehend von Freuds berühmten Schriften Das Unbehagen in der Kultur (1930) und Warum Krieg (1933) versammelt das Buch rund 120 ausgewählte Positionen der internationalen Gegenwartskunst. Es untersucht, warum der Prozess der fortschreitenden Zivilisation immer wieder unterbrochen wird und widmet sich dabei neben den psychischen und sozialen Veränderungen, die der Krieg hervorruft, vor allem auch den daran beteiligten medialen Vorgängen - etwa dem Bilderkrieg, dem Informationskrieg.

Die vorgestellten Künstler (Auswahl):

Art in Ruins, Vanessa Beecroft, Olaf Breuning, Chris Burden, Jake & Dinos Chapman, Jordan Crandall, Tacita Dean, Harun Farocki, Leon Golub, Johan Grimonprez, Damien Hirst, Jenny Holzer, Martin Kippenberger, Paul McCarthy , Tracey Moffatt, Yoshitomo Nara, Bruce Nauman Tony Oursler, Martha Rosler, Thomas Ruff, Wolfgang Tillmans

Ausstellung: Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz 10.1.- 26.3.2003


M_ARS - Kunst und Krieg
Hrsg. Peter Weibel, Günther Holler-Schuster, Texte von Michel Foucault, Justin Hoffmann, Tom Holert, Andreas Lange, Florian Rötzer, Rolf Sachsse, Peter Sloterdijk, Paul Virilio, Peter Weibel u.a.
Deutsch
500 S., 634 Abb., davon 521 farbig
21,40 cm x 27,50 cm
gebunden
2003, lieferbar
EUR 29,00 SFR 49,00
ISBN 3-7757-1312-3

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  • European Media Art Festival, Osnabrück (20. bis 24. April 2005)

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