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Eugen Schönebeck. 1957-1967


Eingabedatum: 18.02.2011

bilder

In einer umfangreichen Einzelschau widmet sich die Schirn Kunsthalle den Malereien und Zeichnungen Eugen Schönebecks (geb. 1936 bei Dresden). Im Zentrum stehen seine Porträtdarstellungen verschiedener „Helden des Ostens“, in denen sich der Künstler kritisch mit der kulturellen Situation der ehemaligen DDR auseinandersetzte.

Zu Beginn seiner künstlerischen Karriere arbeitete Schönebeck ausschließlich abstrakt, dem Stil des Tachismus verpflichtet und von Künstlern wie Wols oder Hans Hartung beeinflusst. In der Ausstellung werden Werke gezeigt, die in den Jahren 1957-1967 entstanden sind. Das Jahr 1957 markiert den Beginn einer Freundschaft und Zusammenarbeit mit Georg Baselitz, was auch in künstlerischer Hinsicht einen entscheidenden Wendepunkt in Schönebecks Laufbahn bedeutete. 1962 veröffentlichten sie gemeinsam das "Pandämonium II. – Manifest“, ein Flugblatt mit Texten und Bildern, in dem beide Künstler eine neue Kunst fordern, die sich von der vorherrschenden abstrakten Malerei des Informel und Tachismus absetzen sollte. "Es geht um das Leben, nicht um Narzissmus“, so Schönebeck im Manifest.

In seinen Gemälden vollzieht sich dieser Wandel in einer neuen Hinwendung zum Figurativen. Die Ausstellung zeigt Zeichnungen, in denen Schönebeck groteske Hybridwesen entwirft, die zwischen Abstraktion und Figuration schweben.

Im Zentrum stehen jedoch die „Helden des Ostens“: Portraitdarstellungen von Revolutionären wie Lenin, Trotzki oder Mao. Fernab von propagandistischen Zwecken hinterfragen diese Bilder Charakter und Verhalten dieser "großen Männer". Mit der Bildsprache des sozialistischen Realismus, die in der Westkunst auf ein Tabu traf, entlarven die monumentalen Gemälde zugleich die Wirkungsmechanismen und Ideologieverfallenheit sozialistischer Kunst.

Abbildung: Eugen Schönebeck, Kreuzigung, 1964, Öl auf Leinwand, 162 x 130 cm
Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Fotografie: © Kai-Annett Becker

Öffnungszeiten:
Di, Fr-So 10-19 Uhr
Mi,Do 10-22 Uhr

SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
Römerberg
60311 Frankfurt

schirn.de

Verena Straub






Daten zu Eugen Schönebeck:

- Art Basel 2013
- art cologne 2015
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt
- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD

Weiteres zum Thema: Eugen Schönebeck



Man in the Middle - Menschenbilder in der Kunsthalle Tübingen (13.9.-2.11.03)


Zum Bild des Menschen zeigt die Sammlung Deutsche Bank rund 100 Arbeiten (Fotografien, Zeichnungen, Gemäldein, Skulpturen) von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart in der Kunsthalle Tübingen.

Pressemitteilung / Auszug: "Wir glauben es zu kennen und doch wirft es immer wieder Fragen auf – das Bild des Menschen. Über Jahrtausende in unzähligen Varianten entstanden, dokumentiert es bis heute individuelle Befindlichkeit und kollektive Menschheitsgeschichte zugleich.
Doch was ist der Mensch? Was macht sein Bild aus? Lässt sich über das Äußere auch das Innere eines Menschen erkennen? Kunst schafft Raum für Selbstreflexion und Individualität und zeigt das Menschenbild als Zeichen kultureller Vielfalt.
Die Ausstellung ”Man in the Middle” präsentiert erstmals gemeinsam Gemälde, Zeichnungen, Fotografien und Skulpturen aus der Sammlung Deutsche Bank. Knapp einhundert Positionen eröffnen den Blick auf Identifikation, Emotion, Kritik und neue Lebenswirklichkeit sowie in ungewohnter Vielfalt Darstellungen des Menschenbildes unserer Zeit.
Beginnend mit den Werken der Klassischen Moderne von E.L. Kirchner, Ernst Barlach, Max Pechstein und Paula Modersohn-Becker spannt sich der Bogen über Oskar Schlemmer zu Otto Dix, George Grosz und Karl Hubbuch und führt schließlich in den Dialog der frühen sechziger Jahre, etwa zwischen Georg Baselitz und Eugen Schönebeck.
Den Werkgruppen von Künstlern wie A.R. Penck oder Cornelia Schleime sind in der Tübinger Kunsthalle Einzelpositionen etwa von Joseph Beuys,
Christa Näher oder Reinhard Mucha gegenüber gesetzt. Die Werke Angus Fairhursts, Günther Förgs oder Florian Merkels führen schließlich zur Fotografie und der aktuellen internationalen Ausrichtung der Sammlung Deutsche Bank. Die künstlerischen Umbrüche, welche "Man in the Middle - Menschenbilder" über den Verlauf eines Jahrhunderts dokumentiert, machen die inhaltliche und formale Komplexität deutlich, die sich in jedem Abbild des Menschen und seines Selbst verkörpert."

Ausstellungsdauer: 13. September bis 02. November 2003
Öffnungszeiten: Täglich (außer Montag) 10-18.00 Uhr

Kunsthalle Tübingen / Philosophenweg 76 / D-72076 Tübingen / Telefon +49 (0)7071 96910

kunsthalle-tuebingen.de






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