Stefan Panhans


Eingabedatum: 15.04.2011

bilder

Die Ausstellung Stefan Panhans. Wann kommt eigentlich der Mond raus? im Museum für Gegenwartskunst Siegen gibt einen umfassenden Überblick über Stefan Panhans aktuelle Arbeit der letzten fünf Jahre (geb. 1967, lebt in Hamburg und Berlin). In zehn Räumen des Museums werden sieben raumbezogene Videoinstallationen und 35 Fotografien zu sehen sein. Der Wechsel von filmischer und fotografischer Arbeit führt die parallelen, widerstreitenden und sich ergänzenden Bildstrategien vor Augen, die Panhans in Video und Fotografie verfolgt.

In seinen Videoarbeiten erzeugt Stefan Panhans eine eigentümlich beklemmende, surreale Stimmung. Aufgenommen aus jeweils nur einer einzigen, unbeweglichen Kameraposition werden junge Menschen gezeigt. Auf der Suche nach sich selbst denken sie laut über das eigene Leben nach, reflektieren banal wirkende Alltagssituationen oder rezitieren Spezialwissen, das aus dem Kontext gelöst und scheinbar sinnlos aneinandergereiht wird.
Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die aktuellen (Selbst-) Anforderungen der Identitätsfindung und Identitätsbildung. Es geht um Selbststilisierung und Selbstoptimierung, um Kleidung, Styles, Posen und damit um zugrunde liegende Ängste, Gefühle und Zweifel in einer als feindselig empfundenen und von Technik beherrschten Welt.
Die Darsteller agieren dabei wie Schauspieler, die endlose Mono- und Dialoge rezitieren. Sie erscheinen wie in einer als künstlich empfundenen, an die Bühne des absurden Theaters, aber auch an TV-Soap-Ästhetik und cinematografische Bilder erinnernden Kulisse. Trotzdem, oder gerade auch deshalb empfinden wir sie auch nah an unserer zeitgenössischen Realität.

Während die Videos genau kalkulierte Bildausschnitte besitzen, fixieren die Fotos von Panhans schweifende Blicke auf der Suche nach dem Abseitigen und dem Unbewussten der Warenwelt. Sie führen den Betrachter hinter und neben die Schauplätze, die „Bühnenkulisse“ unserer alltäglichen, hochkommerzialisierten urbanen Umgebung und überführen diese in neue Zusammenhänge.

Abbildung: Stefan Panhans, Sieben bis Zehn Millionen,
2005 Video, 5:30 min., © S. Panhans

Öffnungszeiten: Di - So: 11 bis 18 Uhr; Do: 11 - 20 Uhr

Museum für Gegenwartskunst Siegen
Unteres Schloss 1 57072 Siegen
mgk-siegen.de
Tel: 0271-405 77 0

Medienmitteilung






Daten zu Stefan Panhans:

- Hartware MedienKunstVerein (HMKV)

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Aufruhr der Gefühle - Kunsthalle Göppingen (21.11.04-23.1.05)


"Die Ausstellung zeigt Fotografie und Film, bewegte und statische Bilder zwischen inszeniertem und realem Gefühl, zwischen Coolness und Rausch. Im Rampenlicht stehen die großen Themen der menschlichen Existenz: Liebe, Begierde, Freude, Hass, Gewalt, Trauer und Wut und immer steht das Bild des Menschen im Mittelpunkt. Wechselhafte, der Vernunft widerstreitende Regungen der menschlichen Seele schreiben sich unverkennbar in das menschliche Antlitz und den Körper ein. So erlauben die Werke der Ausstellung einen unverstellten Blick in lustverzückte Mienen, tränen-überströmte oder schmerzverzerrte Gesichter und aufgerissene Münder. Die amerikanische Künstlerin Sam Taylor-Wood vermag mit einem unaufhörlichen Wechselbad der Gefühle zu bannen. Lachen und Weinen rücken nah aneinander. Mit medial erzeugten, stereotypen Emotionen setzen sich u.a. Cindy Sherman, Matthias Müller, der junge Künstler Stefan Panhans und die Südafrikanerin Candice Breitz auseinander. In den Bildern ihrer Videoinstallation schlüpft Breitz in die Rolle von Julia Roberts in "Pretty Woman". Von Beherrschung, Minimalismus und Leidenschaftslosigkeit sind dagegen die großformatigen Fotografien des Hamburger Künstlers Bernhard Prinz getragen. Jener Moment, in dem das Erhabene des großen Gefühls in das Groteske umkippt, spielt in den Grimassen, Fratzen und Gesichtsdeformationen der Bildnisse von Anna & Bernhard Blume oder Aura Rosenberg eine Rolle. Die Videoinstallation "Stuck" - eine kleine, grimassierende Puppe in einem plüschigen Koffer - von Tony Oursler lässt das Lachen in Beklommenheit umschlagen.
Die Ausstellung stellt in Zeiten einer zunehmenden Virtualisierung von Gefühlen die Frage nach der Vermittlung von Emotionen in den Medien unserer hochtechnisierten Zeit. Mit einer Installation inmitten der Ausstellung kommentiert der Stuttgarter Künstler Georg Winter genau dies in kritisch-humorvoller Weise. Sein multiples Liegetool von Ukijo Camera Systems und die mögliche Anwendung eines Präparates mit dem Namen "Augentrost" gestattet den Besuchern Entspannung und Rückzug in der Bilderwelt voller Leidenschaft und Gefühl. Stehen die Bilderfindungen der Gegenwartskunst zur Debatte, so befördern zum Beispiel Werke von Valie Export oder Adi Nes einen Blick weit zurück in die Kunstgeschichte. Viele Werke der Ausstellung erzählen vom Rückgriff auf Jahrhunderte alte Pathosformeln, von wiederkehrenden Formen des Gefühlsausdruckes in Mimik, Gestik und Körpersprache, seit der Renaissance und dem Barock.
Ganz und gar ungewöhnlich wird so auch C1 ("see one") in der Kunsthalle Göppingen diesmal zu einem auratischen Ort der Kunstgeschichte. Als Leihgabe des Württembergischen Landesmuseums Stuttgart ist dort "Der weinerliche Alte", eine Bleibüste des in Wiesensteig geborenen Franz Xaver Messerschmidt (1736-1783) zu sehen. Unwillkürlich reizt die extreme Mimik, die verkniffenen und verzerrten Züge des kahlköpfigen Alten, zum grimassierenden Nachvollzug, so wie manches Bild in der Ausstellung "Aufruhr der Gefühle" die Emotionen hochschlagen lassen wird.

Teilnehmende Künstler:
Die Ausstellung zeigt rund 100 Arbeiten von 28 international bekannten Künstlerinnen und Künstlern: Bas Jan Ader (NL), Anna und Bernhard Blume (D), Candice Breitz (ZA), Jeff Burton (USA), Rineke Dijkstra (NL), Paul Ekman (USA), Valie Export (A), Annette Frick (D), Constantin Harazim (D), James Higginson (USA), Noritoshi Hirakawa (J), Jenny Holzer (USA), Knut Klaßen (D), Marie-Jo Lafontaine (B), Ken Lum (CDN), Mathias Müller (D), Muntean/Rosenblum (A/IL), Adi Nes (IL), Tony Oursler (USA), Stefan Panhans (D), Pierre et Gilles (F), Bernhard Prinz (D), Julian Röder, Aura Rosenberg (USA), Jan Saudek (CZ), Cindy Sherman (USA), Sam Taylor-Wood (GB), Georg Winter (D).

Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Museum für Photographie Braunschweig entstanden." (Quelle: Presse / KH Göppingen)

Foto. Copyright / Sam Taylor-Wood

Ausstellungsdauer: 21.11.04-23.1.05

Öffnungszeiten: Di-Fr 13 – 19 Uhr, Sa, So 11 – 19 Uhr, Mo geschlossen. Öffentliche Führung jeden Sonntag 12 Uhr

Kunsthalle Göppingen | Marstallstr. 55 | 73033 Göppingen | Tel 49 (0)7161 650-777/8


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