Vergangenes Begehren. Past Desire


Eingabedatum: 15.10.2011

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Yael Bartana, Trembling Time, 2001, Courtesy Yael Bartana und Annet Gelink Gallery, Amsterdam


In einer Zeit der beschleunigten Geschichte in Folge von gravierenden soziokulturellen Veränderungen, politischem Wandel oder auch technologischer Evolution wird die Rekonstruktion der eigenen Vergangenheit zur Basis einer fragilen Identität. Dabei stellt sich die Frage nach dem Unbewussten der Geschichte: Wie prägt das Psychische unsere historischen Erzählungen und das kollektive ebenso wie individuelle Gedächtnis?
Von dieser Frage ausgehend zeigt die Ausstellung VERGANGENES BEGEHREN. PAST DESIRE zehn internationale Künstlerinnen und Künstler, deren Zugangsweisen sich von dokumentarischen und historiografischen Prinzipien deutlich unterscheiden, indem sie die persönliche Bedeutsamkeit von Geschichte ins Zentrum stellen. Der Wunsch nach Identität und Selbstreflexion, der immer auch ein Wunsch nach Erinnerung und Geschichte ist, markiert dabei einen wichtigen Dreh- und Angelpunkt, weil er das Unbewusste mit dem Bewussten und das Individuelle mit dem Kollektiven verbindet.

Die Doppeldeutigkeit des Ausstellungstitels VERGANGENES BEGEHREN bezieht sich zum einen auf das für die gegenwärtige Gesellschaft so prägende Verlangen nach kollektiven historischen Erzählungen wie auch persönlicher, subjektiver Erinnerung. Zum anderen zielt der Titel auf die Verstrickung des Einzelnen in die Geschichte, die in Bauwerken, Fotografien, Archiven, Denkmälern und Monumenten, aber auch in Gedenk- und Erinnerungsritualen festgeschrieben ist. Entsprechend kreisen die in der Ausstellung gezeigten Werke um drei zentrale Themenfelder: um Architektur- und Gedächtnislandschaften, die als Träger und Vermittler von Geschichte auftreten und zugleich Ausdrucksformen der Psyche vergangener Generationen sind; um die Gedächtnismedien Fotografie und Film sowie um traumatische Geschichtsmomente, die in unterschiedlichen Formen immer wieder in das Gegenwartsbewusstsein vordringen. Die spezifischen Perspektiven der Künstlerinnen und Künstler, die in der Ausstellung fotografisch, filmisch, zeichnerisch ebenso wie skulptural und räumlich-szenografisch umgesetzt sind, ermöglichen dabei einen kulturell differenzierten Blick auf die Psychologie von Geschichte und Erinnerung.

Künstlerliste: Yael Bartana (IL), Ulla von Brandenburg (D), Chen Chieh-Jen (TW),
Martin Gostner (AT), Franz Kapfer (AT), Anne-Mie Van Kerckhoven (BE), David Maljković (HR), Rosell Meseguer (ES), Lorraine O’Grady (US),
Margaret Salmon (US)

Öffnungszeiten: Di - So 11 - 18 Uhr, Do 11 - 20 Uhr

Galerie im Taxispalais
Galerie des Landes Tirol
6020 Innsbruck, Maria-Theresien-Straße 45
Tel: +43 (0)512 508 3171
galerieimtaxispalais.at/

Pressemitteilung






Daten zu Yael Bartana:

- 7.BERLIN BIENNALE 2012
- Annet Gelink Gallery
- Art Basel 2013
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- Bienal de Sao Paulo, 2010
- Bienal de São Paulo, 2014
- Biennale Venedig 2011 Pav
- Carnegie International 2013
- documenta 12, 2007
- Frieze London 2016
- Hartware MedienKunstVerein (HMKV)
- Istanbul Biennial, 2005
- Kunstverein Braunschweig 2015
- Kunstverein Lingen
- Liverpool Biennale 2004
- Liverpool Biennale 2012
- Manifesta 4, 2002
- MoMA Collection
- Sammlung, Museum of Contemporary Art in Krakow
- Solomon R. Guggenheim Collection
- Sydney Biennale, 2014
- Ural Industrial Biennial of Contemporary Art, 2010
- Yesterday Will Be Better, Aargauer Kunsthaus

Weiteres zum Thema: Yael Bartana



Die zehn Gebote - eine Kunstausstellung im Deutschen Hygiene-Museum, Dresden (19.6.-5.12.04)


Das erste Gebot lautet: "Ich bin der Herr, Dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir." Was zeitgenössische Künstler zu diesem und den 9 anderen Geboten zu sagen haben, zeigt jetzt die erste große Sonderausstellung des DHMD in Dresden nach seiner Wiedereröffnung. Die von Klaus Biesenbach (Kunst-Werke Berlin, PS1/MoMA New York) kuratierte Schau präsentiert auf 1.500 m2 rund 100 Arbeiten von 69 internationalen Künstlern.

". . . Die Ausstellung zeigt die Sichtweise von aktueller Kunst auf die heutige Welt und befragt die Zehn Gebote somit konsequent aus einer Gegenwartsperspektive: Ist das Jahrtausende alte Regelwerk der Zehn Gebote in einer durch Globalisierung gekennzeichneten Welt noch bindend? Kurator Klaus Biesenbach: "Die Zehn Gebote und ihre möglichen Bedeutungen in der heutigen Welt standen am Beginn der Ausstellungsplanung. Wir haben die Zahl Zehn auch als Gliederungsprinzip der Ausstellung beibehalten. Die gezeigten Kunstwerke sind nicht in direkter Auseinandersetzung mit den einzelnen Geboten entstanden, sie illustrieren sie nicht, sondern wurden vielmehr so ausgewählt, dass sie Sichtweisen auf gesellschaftliche, ethische Spannungsfelder der heutigen Welt zeigen."

Der hochaktuelle politische wie ethische Hintergrund, für den viele der gezeigten Kunstwerke ein eigenes Bild und überraschende Betrachtungsweisen entwickeln, liegt in den medialen, politischen und wirtschaftlichen Vernetzungen, die heute neue Fragen an den Einzelnen und die Gesellschaft stellen. Die globalisierte Welt ist gekennzeichnet durch eine extreme ökonomische Ungleichheit, und es wird immer deutlicher, dass der Lebensstil der Privilegierten nicht als Maßstab für alle durchgesetzt werden kann. So wie die biblischen Zehn Gebote ausdrücklich zu einem Individuum sprechen, richten die Kunstwerke ihre Fragen an den Einzelnen und seine eigenen ethischen Überzeugungen.

Welche Lebensbedingungen bestimmen heute den Einzelnen und welche Wertesysteme bieten eine verbindliche Orientierung? Kommt der Religiosität eine neue Bedeutung zu? Nicht nur innerhalb der westlich geprägten Gesellschaften werden wieder religiöse Handlungsmotivationen sichtbar; auch weltweit steht dem Vordringen der modernen, rationalisierten Wirtschafts- und Lebensformen ein - zumindest religiös motivierter - Fundamentalismus gegenüber, der die These von einer durchgreifenden Säkularisierung fragwürdig macht. Das Religiöse erscheint heute zwischen Spiritualität und Fundamentalismus einerseits, zwischen Konsumhedonismus und Instrumentalisierung andererseits.

Nach einer kulturgeschichtlichen Einführung zur Überlieferung der Zehn Gebote ermöglichen künstlerische Statements dem Besucher, die Gültigkeit tradierter ethischer Werte zu hinterfragen. Wie viele Freiheiten kann sich eine Gesellschaft nehmen, ohne Konflikte mit anderen Gemeinschaften zu provozieren? Wie viel Fürsorge und Solidarität sind notwendig, um eine soziale Ordnung nach innen aufrecht zu erhalten? Wie viel Toleranz braucht der Mensch in einer kulturell, religiös und ethnisch vielfältigen Welt?

TEILNEHMENDE KÜNSTLER
Adel Abdessemed, Laylah Ali, Francis Alÿs, Yael Bartana, Marc Bijl, Maurizio Catellan, Janet Cardiff, Minerva Cuevas, Henry Darger, Jirí David , Thomas Demand, Michael Elmgreen & Ingar Dragset, Cerith Wyn Evans, Harun Farocki, Sylvie Fleury, Parastou Forouhar, Kendell Geers, Felix Gonzalez-Torres, Shilpa Gupta, Andreas Gursky, Mathilde ter Heijne, Carsten Höller, Martin Honert, Jonathan Horowitz, Mustafa Hulusi, Emily Jacir, Christian Jankowski, Yeondoo Jung, Kimsooja, Sigalit Landau, Armin Linke, Mark Lombardi, Ján Mancuska, Teresa Margolles, Tony Matelli, Adam McEwen, Aernout Mik, Boris Mikhailov, James Morrison, Gianni Motti, Olaf Nicolai, Tim Noble & Sue Webster, Orlan, Tony Oursler, OVNI-Observatori de Video No Identificat, Pier Paolo Pasolini, Paul Pfeiffer, Daniel Pflumm, Daniela Rossell, Thomas Ruff, Anri Sala, Nebojsa Seric - Shoba, Efrat Shvily, Santiago Sierra, Shazia Sikander, Taryn Simon, Dayanita Singh, Aleksandr Sokurov, Erik Steinbrecher, Stih & Schnock, Ricky Swallow, Fatimah Tuggar, Usine de Boutons, Anne Wallace, Marijke van Warmerdam, Jasmila Zbanich, Andrea Zittel.

DER AUSSTELLUNGSKATALOG
"Die Zehn Gebote": Herausgegeben von Klaus Biesenbach für das Deutsche Hygiene-Museum, Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit, 2004, 288 Seiten, ca. 25 €, ISBN 3-7757-1453-7

Das Buch zur Ausstellung stellt in künstlerischen Beiträgen und Essays die Motivationen und Ideale, die Regeln und Pflichten, die Rechte und Freiheiten des Individuums in einer als Ganzes gedachten Welt zur Diskussion und rückt damit die Aktualität der Zehn Gebote in den Mittelpunkt. Mit Beiträgen von Dennis Altman, Kevin Bales, Klaus Biesenbach, Gabriele Cleve, Frank Crüsemann, Isabelle Graw, Christiane Grefe, Geneviève Hesse, Christian Höller, Dietmar Mieth, Ulf Poschardt, Navid Kermani, Hartmut Krauss, Roger N. Lancaster, Christiane Leidinger, Niklas Maak, Alexander Meschnig, Desmond Morris, Ilona Ostner, Linda Singer, Susan Sontag und Jan Verwoert.

RAHMENPROGRAMM
Begleitend zur Ausstellung findet am 5. und 6. November 2004 im Deutschen Hygiene-Museum eine interdisziplinäre Tagung über ethische und religiöse Bedeutungen der Zehn Gebote in Kooperation mit dem Soziologen Prof. Dr. Hans Joas (Erfurt/Chicago) statt." (Quelle: Presse / DHMD )

Foto: Olaf Nicolai, A Portrait of the Artist as a Weeping Narcissus, 2000, Polyester, Textilien, Wasser, elektronische Pumpe, 90 x 268 x 156 cm, Courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin

Ausstellungsdauer: 19. JUNI BIS 5. DEZEMBER 2004
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, Feiertage: 10 bis 18 Uhr | Montag geschlossen

Deutsches Hygiene-Museum | Lingnerplatz 1 | 01069 Dresden | Tel: 0351 - 48 46-0

dhmd.de

Die Neuen Hebräer - Martin-Gropius-Bau (20.5.-5.9.05)


Die Neuen Hebräer - 100 Jahre Kunst in Israel

Die Neuen Hebräer - 100 Jahre Kunst in Israel erzählt die Geschichte der modernen israelischen Kultur von ihrer Entstehung vor etwa 100 Jahren bis zur Gegenwart. Die Ausstellung handelt von Visionen eines neuen kulturellen Ganzen, das sich bei all seiner Bindung an die jüdische Vergangenheit von überlieferten Wesenszügen der jüdischen Diaspora auch unterscheidet. Sie geht weit hinter das Gründungsjahr des Staates Israel im Jahre 1948 zurück und beginnt mit dem frühen 20. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wanderten mehr und mehr Juden aus verschiedenen Ländern und Kontinenten nach Palästina, das zunächst noch unter ottomanischer Herrschaft stand und dann englisches Mandatsgebiet wurde. Bald schon entstand das Verlangen nach einer eigenen kulturellen Heimat.

Aus Anlass der Aufnahme diplomatischer Beziehungen (Mai 1965) zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland vor 40 Jahren zeigen das Israel Museum, Jerusalem und die Berliner Festspiele im Martin-Gropius-Bau, Berlin die Ausstellung Die Neuen Hebräer - 100 Jahre Kunst in Israel.

Zeitlicher Ausgangspunkt der Ausstellung ist die Eröffnung der Bezalel Akademie für Kunst- und Kunstgewerbe 1906 in Jerusalem. Hier wurden erste Voraussetzungen für den Versuch geschaffen, kulturelle Überlieferungen verschiedenster Herkunft miteinander zu verbinden und eine neue Identität zu kreieren.

Eine Basis für jüdische Vergangenheit, das Verbindende zwischen biblischen Vorvätern und modernen Israelis stellen die Qumran-Rollen dar. Sie wurden ab den 40er Jahren in Höhlen am Toten Meer gefunden. Ihre Entdeckung war ein weltbewegendes Ereignis und hatte großen Einfluss auf die Konstruktion der neuen israelischen Kultur: Mit den Rollen wird zum einen israelische Identität legitimiert, zum anderen auch Kontinuität bestärkt. Im Rahmen der Ausstellung wird erstmalig in Europa eine der Hauptrollen, die Tempelrolle, gezeigt. Sie wird derzeit für die Ausstellung in Berlin restauriert. Dieses sowohl national als auch international bedeutende Weltkulturerbe wird in einer Länge von mehr als drei Metern gezeigt. Der Wandel von einem Juden der Diaspora zu einem Israeli gelang durch eine Umschichtung der Werte, die der israelischen Kultur heute ihre spezifischen Züge verleiht. Hier ist vieles neu zu entdecken. Die Ausstellung will einen Zugang zum kulturellen Reichtum Israels eröffnen: in der Bildenden Kunst und der Architektur, in Film, Fotografie und Design.

Ein besonderes Anliegen der Ausstellung wird darin bestehen, die breite Palette prägender stilistischer Einflüsse und Vorbilder, vor allem aus Europa und dem Orient, nachzuzeichnen. So soll verständlich werden, wie aus Aneignung und Verwandlung heterogener Quellen nach und nach eine Kultur entstand, die ihren Platz in einer zunehmend globalisierten Welt behauptet. An der Entwicklung dieser bis heute für hybride Entwürfe offenen Kultur hatten auch Einwanderer aus Deutschland und Russland einen großen Anteil. Es liegt daher nahe, für ein deutsches Publikum herauszuarbeiten, welche Rolle künstlerische Überlieferungen aus Deutschland gespielt haben – etwa Jugendbewegung oder Bauhaus.

Die Ausstellung ist vor allem als Ereignis visueller Kultur geplant, mit Schwerpunkten in den Bereichen Bildende Kunst, Architektur, Film, Fotografie und Design. Der größte Teil der Ausstellungsobjekte kommt aus dem Bereich der modernen und der zeitgenössischen Kunst.

Im Bereich Architektur ist die Bandbreite der Stile Programm. Dazu gehören der große und nachhaltige Einfluss des Bauhauses auf die Gründungsarchitektur von Tel Aviv wie auch die Einbeziehung arabischer Baukonventionen sowie Stadtplanung.

Die Ausstellung ist teils chronologisch angelegt, teils thematisch. Sie folgt der Geschichte, betont aber auch Zeit übergreifende Themen, welche für die israelische Kultur besonders wichtig sind, zum Beispiel das Verhältnis von Orient und Okzident oder die Erinnerung an die Shoah in der ersten, zweiten und dritten Generation der Israelis, das Verhältnis zwischen den Juden der Diaspora und Israelis oder die Beziehung zu den Arabern.
...
Die Ausstellung wird zum besseren Verständnis des Landes Israel beitragen, zum Verständnis für seine historische Berechtigung, seine kulturelle Leistung und seinen Wunsch nach Sicherheit und Frieden. ...

Teilnehmende zeitgenössische Künstler aus Israel u.a.:
Yael Bartana, Avner Ben-Gal, Zoya Cherkassky, Moshe Gershuni, Tsibi Geva, Alona Harpaz, Nir Hod, Roi Kuper, Sigalit Landau, Raffie Lavie, Adi Ness, David Reeb, Yehudit Sasportas, Gil Shachar, Efrat Shvily, David Tartakover, Micha Ullman, Sharon Ya’ari. (Pressetext)

Veranstalter
The Israel Museum, Jerusalem
und Berliner Festspiele im Martin-Gropius-Bau, Berlin

Lesen Sie bitte auch den Bericht unserer Autorin S. Ippendorf auf art-in-berlin


Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag | 10 - 20 Uhr, Dienstag geschlossen

Martin-Gropius-Bau Berlin
Niederkirchnerstraße 7 | Ecke Stresemannstr. 110
10963 Berlin

berlinerfestspiele.de


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