Vor dem Gesetz


Eingabedatum: 14.12.2011

bilder

Pawel Althamer, Brodno People, 2010, Sammlung Goetz, Copyright Pawel Althamer, Courtesy Sammlung Goetz, Foto: Achim Kukulies

Skulpturen der Nachkriegszeit und Räume der Gegenwartskunst
Eine gemeinsame Ausstellung des Museum Ludwig und der Siemens Stiftung

Gerade in Bezug auf die Menschenrechtsfrage hat das Umdenken, welches nach dem Zweiten Weltkrieg stattfinden musste, viel verändert. Was ist heute noch davon übrig?
VOR DEM GESETZ vereint figurative Skulpturen der 1950er Jahre, als Teil der europäischen Geschichte, mit raumgreifenden Beiträgen zeitgenössischer Künstler, in denen die universelle Problematik von Recht im Verhältnis zur Wahrung menschlicher Würde verortet wird. Die Ausstellung spannt so einen Bogen über die letzten sechzig Jahre, um das existenzielle Potential von Kunst heute auszumachen. Die figurativen Skulpturen der 1950er Jahre bilden den argumentativen Kern der Ausstellung.

Im Rückblick spiegeln diese exemplarisch ausgestellten Statuen den Zeitgeist der Nachkriegszeit und die Nachwehen eines jeden Krieges. Sie vermitteln ein Gefühl für die erlebten Schrecken und die Sprachlosigkeit, die damit einhergeht. Die Skulpturen von Reg Butler, Alberto Giacometti, Wilhelm Lehmbruck, Giacomo Manzù, Gerhard Marcks, Marino Marini, Henry Moore, Germaine Richier und Ossip Zadkine scheinen ästhetisch aus der Zeit zu fallen. Der Formgedanke ist für diese Statuen weniger kennzeichnend als die Haltung, mit der sie sich zur Geschichte und zu den zeitlosen Fragen der Menschheit positionieren. Die Expressivität und Unmittelbarkeit der geformten Körper ist gleichzusetzen mit dem Willen, der eigenen Situation und der eines traumatisierten Landes ein Gesicht und eine Form zu geben. Der Mensch als gebrochenes Wesen steht dabei im Mittelpunkt.

Pawel Althamer, Phyllida Barlow, Karla Black, Paul Chan, Jimmie Durham, Zoe Leonard, Bruce Nauman, Thomas Schütte und Andreas Siekmann übertragen ihre Gedanken zur menschlichen Existenz in die Räume des Museums. Sie operieren in einer gewandelten komplexeren Welt mit einem erweiterten Kunstbegriff, anderen Materialitäten und Mitteln. Den Bronzestatuen, die zwischen Kriegsruinen gen Himmel ragten, stehen Arbeiten gegenüber, die erneut versuchen, die menschliche Gegenwart auszumachen.
Ein Anliegen dieser Ausstellung ist es, über den historischen Kontext unseren Blick für das
humanistische Potential von Gegenwartskunst zu schärfen. In Zeiten, die von Auktionsrekorden und Schnellebigkeit geprägt sind, erscheint die Auseinandersetzung mit einer Kunst notwendig, die mit Ernsthaftigkeit auf der Kategorie des Menschlichen insistiert.

Künstler:
Pawel Althamer, Carl Andre, Phyllida Barlow, Joseph Beuys, Karla Black, Monica Bonvicini, Reg Butler, Paul Chan, Fritz Cremer, Jimmie Durham, Katharina Fritsch, Alberto Giacometti, Candida Höfer, William Kentridge, Marko Lehanka, Wilhelm Lehmbruck, Zoe Leonard, Giacomo Manzù, Gerhard Marcks, Marino Marini, Henry Moore, Bruce Nauman, Germaine Richier, Ulrich Rückriem, Thomas Schütte, George Segal, Andreas Siekmann, Andreas Slominski, Ossip Zadkine

Öffnungszeiten zur aktuellen Ausstellung: Dienstag bis Sonntag (inkl. Feiertage): 10 – 18 Uhr
jeden ersten Donnerstag im Monat: 10 – 22 Uhr
montags geschlossen

Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
museum-ludwig.de

Medienmitteilung






Daten zu Pawel Althamer:

- Art Basel 2013
- Art Basel 2013
- Art Basel Hong Kong 2014
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- Berlin Biennale 2006
- Biennale Venedig 2013
- daad Stipendiat
- Das imaginäre Museum, 2016
- documenta 10, 1997
- Eine Geschichte Zeitgenössische Kunst aus dem Centre Pompidou, 2016
- evn sammlung
- Foksal Gallery Foundation
- Istanbul Biennial, 2005
- Kochi-Muziris Biennale 2016
- Kunstpreis Aachen
- Manifesta 3, 2000
- Migros Museum, Sammlung
- MoMA Collection
- Performa 13
- Sammlung, Kunstmuseum Liechtenstein
- Sammlung, Museum of Contemporary Art in Krakow
- skulptur projekte münster 2007
- The Making of Art, 2009, Schirn

Weiteres zum Thema: Pawel Althamer



Kollektive Kreativität - Kunsthalle Fridericianum, Kassel (01.05.-17.07.05)


"Kollektive Kreativität" ist eine Ausstellung, in der sich 40 internationale Künstlergruppen mit Produktions- und Repräsentationsmechanismen von Kollektiven auseinandersetzen.

"Am 1. Mai 2005 eröffnet in der Kunsthalle Fridericianum die Ausstellung Kollektive Kreativität. Bis zum 17. Juli werden die Arbeiten von mehr als 40 internationalen Künstlergruppen hauptsächlich aus Osteuropa, Lateinamerika und den USA präsentiert, die nicht nur einen gemeinsamen Kunst- und Produktionsbegriff, sondern auch gemeinsame Lebensweisen und politische Ansichten teilen.

Für die Realisierung der Ausstellung haben, als gemeinsame Veranstalter, die Kunsthalle Fridericianum, Kassel, und das Siemens Arts Program, München, das Kuratorinnenkollektiv WHW / What, How & for Whom eingeladen, das 1999 von Ivet Ćurlin, Ana Dević, Nataša Ilić und Sabina Sabolović in Zagreb gegründet wurde und dort seinen Sitz hat. Das Interesse der Kuratorinnen gilt sowohl der Sichtbarmachung spezieller Produktions- und Repräsentationsmechanismen von Kollektiven als auch der Heterogenität der künstlerischen Strategien.

Die Ausstellung Kollektive Kreativität fokussiert auf ganz bestimmte soziale Spannungen, welche als zentrale Achse dienen, auf der sich die verschiedenen Gruppenaktivitäten organisieren. Das Interesse gilt den unterschiedlichen emanzipatorischen Aspekten kollektiver Arbeit, in der die gemeinschaftliche Tätigkeit nicht nur eine Form des Widerstands gegen das dominante Kunstsystem und den kapitalistischen Drang zur Spezialisierung darstellt, sondern ebenso eine produktive und performative Kritik an den sozialen Institutionen und Politiken.

Welche Strategien werden von Kollektiven im öffentlichen Raum eingesetzt? Welche alternativen Formen von "Geselligkeit" werden generiert? Auf welche Arten besetzen und verändern Kollektive das System und die Bedingungen der Produktion und der Repräsentation? Wie beeinflussen sie die soziale Ordnung?

Die Ausstellung betrachtet Gruppenaktivität nicht allein unter dem Aspekt des Betätigungsfeldes und der Effizienz der Verfahren, die beim Versuch der Veränderung der sozio-politischen Situation zum Einsatz kommen; sie verfolgt auch das Paradox der Selbstgenügsamkeit innerhalb der Gruppenarbeit, welches zwangsläufig die eigene Instrumentalität und den eigenen Gebrauchswert überwindet und unterläuft.

Das Interesse an der besonderen Politik der kollektiven Kreativität ist nicht geografisch begrenzt, doch scheint die Thematik aus der Perspektive des "Neuen Europa" und in Zusammenhang mit anderen geografischen Zonen, die ähnliche "Schwierigkeiten mit dem Modernismus" haben, sowie einer Tradition der künstlerischen Selbst-Organisation besonders interessant zu sein. In dieser Hinsicht basiert die Kartierung unterschiedlicher generations- und grenz-übergreifender Schnittstellen und Verbindungen auf den Perspektiven peripherer kultureller Gebiete, auf den Auswirkungen der internationalen emanzipatorischen Bewegungen, der populären Kultur und des "Lifestyles".

Obwohl der Kontext der Ausstellung definiert ist von komplexen Schnittstellen zeitgenössischer und historischer Perspektiven ebenso wie von kulturellen und geopolitischen Parallelen und Divergenzen der unterschiedlichen Lokalitäten, versucht die Ausstellung keinesfalls, eine homogene oder gar vollständige "Geschichte" der kollektiven künstlerischen Praxis abzubilden. Stattdessen bietet sie eine gewissermaßen "kollektive und subjektive" Vision, größtenteils beruhend auf einem kulturellen Terrain, auf welchem die Auffassung, die Modernität sei das einzigartige und homogene kulturelle Kapital des Westens, als eher problematisch angesehen wird.

Zwar besteht die Ausstellung auf die Heterogenität der Idee des Kollektivismus in all seinen unterschiedlichen Zusammenhängen, Gruppenstadien und Dynamiken, doch macht sie keinen Versuch des Eindringens in die historische Taxonomie der langen Tradition der Kollektivität in der Bildenden Kunst. Kollektive Kreativität insistiert auf dem Potenzial der sprichwörtlichen "white cube"-Ausstellung, einen kritischen Diskurs zu artikulieren, fasst unterschiedliche herausragende Gruppenpositionen als Referenzpunkte zusammen und untersucht die operativen Modi und Strategien, die in der Gegenwart widerhallen, mit Betonung auf parallelen, "substantiellen Wiederholungen" und verschiedenen Formen der künstlerischen Archivierung. ...

Künstler
3NÓS3 (Brazil), AA Bronson (Canada), Allegoric Postcard Union (Netherlands), Pawel Althamer in collaboration with Artur Zmijewski and Nowolipie Group (Poland), Art & Language (Great Britain), B+B (Great Britain), BankMalbekRau (Denmark), Joseph Beuys (Germany), BijaRi (Brazil), Bokhorov/Gutov/Osmolovsky (Russia), Collective Actions (Russia), Contra Filé (Brazil), Escape Program (Russia), Etcétera… (Argentina), flyingCity (Korea), Freud’s Dreams Museum (Russia), General Idea (Canada), Gilbert & George (Great Britain), Gorgona (Croatia), Group of Six Artists (Croatia), Grupo de Arte Callejero (Argentina), Gruppo Parole e Immagini (Switzerland), Guerilla Art Action Group (USA), Dmitry Gutov (Russia), IRWIN (Slovenia), kleines postfordistisches Drama (Germany / Switzerland), Maj 75 (Croatia), Moscow Portraits (Serbia and Montenegro / USA / Slovenia / Croatia / Russia and other), Neue Slowenische Kunst (Slovenia), Oda Projesi (Turkey), OHO (Slovenia), Pages (Netherlands), Radek Community (Russia), Mladen Stilinović (Croatia), Superflex (Denmark), ŠKART (Serbia and Montenegro), Taller Popular de Serigrafia (Argentina), Temporary Services and Angelo (USA), The Revolution Will Not Be Televised (Brazil), Tucumán Arde Archive (Graciela Carnevale) (Argentina), Urucum (Brazil), Zagreb – Cultural Kapital 3000 (Croatia), What is to be done? (Russia)" (Presse / Siemens Arts Program)

Abbildung: flyingCity,"All - things park", 2004, © flyingCity

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 11 bis 18 Uhr; Montag und Dienstag geschlossen

Kunsthalle Fridericianum | Friedrichsplatz 18 | D-34117 Kassel | Tel. +49 (0) 561 - 70 72 720






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