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Im Raum des Betrachters | Skulptur der Gegenwart


Eingabedatum: 01.03.2012

bilder

Steven Claydon (*1969), Western Plan (Commuted), 2009 (Detail), Sackleinen, Holz, Pferdehaar, Beton, vergoldetes Kunstharz, Klaviertastatur, Messing, 206 x 120 x 120 cm

Werke aus der Sammlung Moderne Kunst

Die Ausstellung
In neun Räumen der Pinakothek der Moderne machen 25 ausgewählte Werke von 20 internationalen Künstlerinnen und Künstlern das erweiterte Verständnis zeitgenössischer Skulptur erlebbar. Das Ausstellungsspektrum reicht von Wandreliefs und Assemblagen bis hin zu Licht- und Filminstallationen.
Auch Papierarbeiten und Fotografien lassen bildhauerische Anliegen deutlich werden. Gleichzeitig vermitteln die ausgestellten Arbeiten einen Sammlungsschwerpunkt, der sich in der mittlerweile zehnjährigen Geschichte der Pinakothek der Moderne herausgebildet hat.

Skulptur der Gegenwart
Die Vorstellung von Skulptur hat sich in den vergangenen 100 Jahren grundlegend erweitert. Der selbstverständliche Umgang mit gefundenen Gegenständen, der Einsatz ungewöhnlicher Materialien sowie individuelle Arbeitsweisen haben das Medium neu definiert. Trotzdem bezeichnen sich viele Künstler nach wie vor als Bildhauer, und noch immer wird jedes dreidimensionale Kunstwerk »Skulptur« genannt, selbst wenn es mit dem traditionellen Schneiden oder Schnitzen aus Stein oder Holz (lateinisch: »sculpere«) nichts zu tun hat. Bei additiven bildhauerischen Verfahren von Plastik zu sprechen, etwa bei einem Metallguss, hat sich nicht durchgesetzt.

Im Raum des Betrachters
Mit ihren dinglichen Qualitäten stellt die Skulptur für die Betrachter ein unmittelbar physisches Gegenüber dar. Oft bestimmt das Medium auch deren körperliche Haltung, wenn Objekte zur Betrachtung aus unterschiedlichen Blickwinkeln einladen. Aber es geht nicht mehr nur um den Raum, den das Kunstwerk unmittelbar einnimmt und ästhetisch definiert, sondern explizit auch um den Resonanzraum des Betrachters, der ihm durch eigene Bewegungen, Assoziationen, Erinnerungen, manchmal auch durch Sound bewusst wird.

Readymade und Soziale Plastik
Marcel Duchamp und Joseph Beuys haben das bildhauerische Denken maßgeblich beeinflusst. Das um 1913 von Duchamp entwickelte Readymade, der künstlerisch eingesetzte, unveränderte Alltagsgegenstand, spiegelt sich in den Arbeiten von Elmgreen & Dragset oder Mark Manders. Die in den 1960er Jahren entwickelte Soziale Plastik von Beuys, die auf eine Formung der Gesellschaft abzielt und die kreative Tätigkeit auch des Nicht-Künstlers einbezieht, lässt sich u. a. bei den Arbeiten von Christian Jankowski und Roman Ondák ablesen. Die gleichzeitige Verwendung gefundener und gemachter Objekte stellt neue Beziehungen zwischen Historie, Magie und Poesie her (Steven Claydon, Bo Christian Larsson). Aber auch die traditionelle Beschäftigung der Skulptur mit dem Körper (Thomas Steffl), mit Gewicht und Schwerkraft (Wade Guyton) oder der Architektur (Manfred Pernice) bleibt aktuell.

Künstlerinnen und Künstler
Nevin Aladag | Dirk Bell | Benjamin Bergmann | Steven Claydon | Elmgreen & Dragset | Wade Guyton | Christian Jankowski | Franka Kaßner | Bo Christian Larsson | Mark Manders | Jonathan Monk | Henrik Olesen | Roman Ondák | Manfred Pernice | Florian Slotawa | Thomas Steffl | Lorenz Straßl | Rosemarie Trockel | Heimo Zobernig

Öffnungszeiten: Täglich außer MO 10.00 - 18.00, DO 10.00 - 20.00

Pinakothek der Moderne und Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Kunstareal | Barer Str. 29, 80799 München
Telefon: + 49 89 23805-253
pinakothek.de/

PT






Daten zu Steven Claydon:

- Art Basel 2013
- Art Basel Miami Beach 2013
- art berlin 2017
- David Kordansky Gallery
- Frieze London 2016
- Galerie Rüdiger Schöttle
- Massimo De Carlo
- Sadie Coles HQ - Gallery

Weiteres zum Thema: Steven Claydon



Various Stages – Bedingte Bühnen


David Lamelas, Limit of a projection I, 1967, Courtesy: Courtesy the artist and Collection Walker Art Center, Minneapolis T.B. Walker Acquisition Fund, 2009

„Various Stages – Bedingte Bühnen“ nimmt die performativen Bedingungen zeitgenössischer Kunst in den Fokus. Das Projekt ist Abschluss einer dreiteiligen Ausstellungsreihe am Kunsthaus Dresden – Städtische Galerie für Gegenwartskunst, die Ansätze des Ausstellens, der künstlerischen Produktion und der performativen Praxis verhandelt. „Various Stages“ umfasst eine Ausstellung, einen Salon und ein Festival. Mit den Veranstaltungsformaten Ausstellung, Salon und Festival geraten die jeweiligen Bedingungen von Inszenierung und Rezeption künstlerischer Werke in Bewegung. Indem die Formate inhaltlich und sogar teilweise räumlich ineinander greifen, erzeugen sie erst „Various Stages“. Der Titel des Projekts bezieht sich hiermit auf die zwei verschiedenen Bedeutungen des englischen Worts „stage”: Bühne und Stadium. In der Ausstellung „Settings“ setzen sich internationale Künstler mit der Bühne als skulpturale Form auseinander und schaffen Voraussetzungen für potentielle Szenarien. Es entstehen teils bühnenähnliche Arrangements, die dem autonomen Künstlerraum entsprechen, teils Situationen, die eine Imaginationszone, eine Unterbrechung oder auch eine Bewegung initiieren. Die Ausstellung wird als Erzählstruktur erfasst, die sämtliche Stadien ihrer Herstellung einschließt. Während der Ausstellung findet wöchentlich der „Salon Rähnitz“ statt. Hier treffen sich Künstler, Akteure und Publikum zum kontroversen Austausch a propos der Werke; Filme werden gezeigt, Performances aufgeführt und Szenarios entwickelt. Das dreitägige Festival „Test Run“, in Kooperation mit dem Muzeum Sztuki in Lodz, bildet den Abschluss des Projekts.

In der Ausstellung ›Settings‹ setzen sich internationale Künstler mit der Bühne auseinander und schaffen Voraussetzungen für potentielle Szenarien. Es entstehen teils bühnenähnliche Arrangements, die dem autonomen Künstlerraum entsprechen, teils Situationen, die eine Imaginationszone, eine Unterbrechung oder auch eine Bewegung initiieren.

mit Nevin Aladag, Nairy Baghramian (IR) mit Janette Laverrière (FR) und Carlo Mollino (IR), Steven Claydon (UK), Yael Davids (IL), Discoteca Flaming Star, Hanna Ewers zum Rode, FORT, Hella Gerlach, Liam Gillick (GB), Channa Horwitz (US), DavidLamelas (AR), Kalin Lindena; kuratiert von Petra Reichensperger

Öffnungszeiten: Di–Do 14–19 Uhr, Fr–So 11–19 Uhr

Kunsthaus Dresden
Städtische Galerie für Gegenwartskunst
Rähnitzgasse 8, D-01097 Dresden
T +49 351 804 14 56, F +49 351 804 15 82
kunsthausdresden.de



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