Sammlung Kunstmuseum Wolfsburg. Ausgewählte Werke von Carl Andre bis Sergej Jensen


Eingabedatum: 22.05.2012

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Im Vordergrund: Carl Andre, Uncarved Blocks, Vancouver 1975, 1975, Rotes Zedernholz, 47 Blöcke, je 30 x 30 x 90 cm, Gesamtmaße variabel.
Hinten, v.l.n.r. alle Werke von Andreas Gursky:
Singapore I, 1997, Color Print, mit Rahmen: 186 x 236 cm;
Bundestag, 1998, Color Print, Incl. frame: 285 x 210 cm, Schenkung Freundeskreis des Kunstmuseum Wolfsburg e.V., © Courtesy: Sprüth Magers Berlin London;
Ohne Titel III, 1996, Color Print, mit Rahmen: 186 x 222 cm,
alle Werke Sammlung Kunstmuseum Wolfsburg, © Courtesy: Sprüth Magers Berlin London / VG Bild-Kunst, Bonn 2012, Foto: Marek Kruszewski

Es tropft von der Decke im Kunstmuseum Wolfsburg,

es tropft Facebook, und Auswertung, Land, Ratgeber, Partei und Merkel, Antworten und Geschichte – von der 16 Meter hohen Decke fällt Wasser in ein lang gezogenes und mit schwarzem Stoff überdecktes Becken. Der Wasserfall ist so gesteuert, dass sich die Tropfen zu Schriftbildern zusammensetzen, für den Bruchteil einer Sekunde ein Wort in der Luft formen, um sich dann im freien Fall wieder aufzulösen. Das Platschen der Installation „Bit.fall“ (2007) von Julius Popp begleitet konstant die Akustik im Raum und suggeriert „Hier geht es um Bewegung, Technik, Information“. Es ist die jüngste Erwerbung des Hauses und eine Premiere in der Ausstellungshalle.

Das Kunstmuseum Wolfsburg

feiert mit der aktuellen Ausstellung seine Volljährigkeit; es versammelt ausgewählte Werke von Carl Andre bis Sergej Jensen: 96 Arbeiten von 34 Künstlern, ein Viertel des Sammlungsbestands. Seit 1994 zeigt Wolfsburg seine Sammlung in verschiedene Konstellationen und ermöglicht seinem Publikum stets neue Erkenntnisse. Bis zum 8. Juli 2012 sollen nun auf 2000 Quadratmetern Werke der Minimal Art, Conceptual Art und Arte Povera, aber auch Positionen der jüngsten Gegenwart Einsichten über das Verhältnis des Menschen zu seiner technisierten Gesellschaft bringen. Die conditio humana, Bedingung des Menschseins, soll mit Hilfe der Leitmotive untersucht werden: Natur, Technik, Urbanität, Kommunikation und Massenkultur, sie waren auch maßgeblich für den Sammlungsaufbau. Gleich zu Beginn begegnet der Besucher den mehrteiligen Fotoarbeiten von Gilbert & George, die den eigenen Körper zum Experimentierfeld machen und gesellschaftliche Normen hinterfragen.

Der konzeptuelle Schwerpunkt

des Museums lag von Anfang an auf internationaler zeitgenössischer Kunst seit 1960. Dass nur eine profilierte Sammlung an einem Ort außerhalb der Großstädte und Ballungsräume bestehen kann, war klar und dementsprechend groß die Motivation ein herausragendes Profil zu erstellen.

Die erste Anschaffung

unter Direktor Gijs van Tuyl 1993 war die Arbeit "Tavolo" (1976) von Mario Merz. Sie hatte programmatischen Charakter für die Sammlung und ist auch in der aktuellen Präsentation zu sehen. Der mit Obst und Gemüse gedeckte Tisch steht in seiner Spiralform für organisches Wachstum und Entwicklung, beweist sich damit als zentrales Werk der Arte Povera. Gemeinsam mit Minimal Art, Conceptual Art, aber auch Body Art markieren sie den zeitlichen Beginn der Sammlung.

Seit 2006

- das Jahr in dem Markus Brüderlin Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg wurde - wird auch das 21. Jahrhundert in der Sammlung berücksichtigt. So entstehen in der aktuellen Ausstellung spannende Dialoge zwischen Werken von Künstlern der Gegenwart und Klassikern der Vergangenheit wie bspw. die Bodeninstallation „Uncarved Blocks“ (1976) von Carl Andre, die aus 47 Zedernholzblöcken besteht. In einer eigenen Symmetrie – drei, vier und fünf Blöcke bilden reihenweise je eine dreidimensionale, geometrische Figur – korrespondieren sie mit Perspektivfotografien von Jan Dibbets und Fotografien von Andreas Gursky, suchen die Orientierung des Menschen im Raum.

Anspruch des Museums

ist es, ein Forum für die Auseinandersetzung mit der Gegenwart und deren Beziehung zur Geschichte zu sein. Arbeiten aus Asien, Afrika oder Südamerika in die Sammlung zu integrieren, ein „globales Museum“ zu bauen ist der große Wunsch. Dafür will man sich aber noch Zeit nehmen, was die aktuelle westliche, europäisch-amerikanische Dominanz in der Sammlungspräsentation erklärt.

Das Kunstmuseum Wolfsburg

zeigt unter anderem auch Arbeiten von Fischli / Weiss, Neo Rauch, Luc Tuymans, Hussein Chalayan, Tony Cragg und Sarah Morris. Donnerstags und samstags erreicht das Berliner Publikum Wolfsburg für 25 Euro (Rückfahrt inklusive) mit dem WolfsShuttle, eine günstige Alternative zum Zug. Ein reiches Rahmenprogramm aus öffentlichen Führungen, Seminaren und Vorstellungen einzelner Werke begleitet die Sammlungspräsentation.

Sammlung Kunstmuseum Wolfsburg.
Ausgewählte Werke von Carl Andre bis Sergej Jensen
Kunstmuseum Wolfsburg
Hollerplatz 1, 38440 Wolfsburg
Ausstellungsdauer: 12.5. – 8.7.2012
Öffnungszeiten: Di 11 – 20 Uhr, Mi – So 11 – 18 Uhr
kunstmuseum-wolfsburg.de

Vivi Kallinikou








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Kunstmuseum Wolfsburg


Die in der Zaha Hadid Lounge des Kunstmuseum Wolfsburg eingerichtete Medienlounge hat den Charakter eines Experimentierfeldes, sie ist virtuelle Lounge und Medienwerkstatt zugleich und kann sowohl von Einzelbesuchern als auch in Workshops und Seminaren genutzt werden. Eine spannende Mischung unterschiedlichster Angebote soll den Besucher zum praktischen Ausprobieren verführen.
Begleitend zur Medienlounge gibt es ein vielfältiges Programm:
beispielsweise Mittwoch, den 24.07.2002 15.00 - 17.00 Uhr Wo ist die Polizei im Netz? - Virtueller Rundgang für Eltern zum Thema Jugendschutz
oder Donnerstag, den 25.07.2002 11.00 - 13.00 Uhr Kunst im Computer? - Einstieg ins Internet für Senioren Auf der Basis ausgewählter Websites zu Kunstthemen werden die Grundprinzipien des Internet erklärt.

20.07.2002 - 29.09.2002 Medienlounge
weitere Informationen: kunstmuseum-wolfsburg.de

Blast to Freeze: Britische Kunst im 20. Jahrhundert


Die Ausstellung erstreckt sich über eine Epoche, die der englische Historiker Eric Hobsbawm als das "kurze 20. Jahrhundert" bezeichnet hat und welche vom Ausbruch des 1. Weltkrieges bis zum Ende des Kalten Krieges reicht. Die Ausstellung beginnt und endet jeweils mit einem dezidierten Bruch mit dem Überkommenen. Die medienübergreifende Ausstellung präsentiert die bedeutendsten Künstler und Künstlergruppen, angefangen bei den "Vortizisten" bis hin zum Aufkommen einer ikonoklastischen jungen Künstlergeneration am Ende der achtziger Jahre.

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