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Ray Johnson. I like funny stories


Eingabedatum: 02.06.2012

bilder

Ray Johnson, o.T. (Bunny NOTHING), o.J., S/W-Offset-Litho, Slg. Maria und Walter Schnepel, © Ray Johnson Estate, Courtesy Richard L. Feigen & Co.

Die New York Times nannte ihn „den berühmtesten unbekannten Künstler in New York“. In der Tat ist Ray Johnson (1927-1995) lange Zeit ein Geheimtipp geblieben. Dabei sind die Bedeutung und der Einfluss seines Werks nicht hoch genug zu bewerten. Ray Johnson stand mit den wichtigsten Künstlern seiner Zeit, von John Cage bis Andy Warhol, in einem regen Gedankenaustausch. Kunst war für ihn ein kommunikativer Prozess, der sich auch abseits der etablierten Institutionen entfalten konnte. Dieser Idee folgend baute er in den 1960er Jahren unter dem Namen „New York Correspondance School“ ein weitreichendes Netzwerk an Korrespondenzen auf und gilt damit als Begründer der internationalen Mail Art Bewegung. An seine Freunde und Bekannte aber auch an Fremde schickte er per Post unzählige, zumeist kleinteilige Arbeiten. Zeichnungen, Collagen, überarbeitete Fotografien und Postkarten finden sich darunter, wie auch persönliche Anschreiben und kurze Notizen.

Die Arbeiten von Ray Johnson

Von herausragender Qualität sind Ray Johnsons Collagen, die Aspekte und Materialien der Medien- und Popkultur einbeziehen. In neodadaistische Manier kombinierte er Ausschnitte aus Zeitungen, Magazinen, Comics und anderen Quellen, kaschierte sie zumeist auf Pappe und ergänzte sie mit Tuschezeichnungen, persönlichen Widmungen und Gedanken. Die ungewöhnlichen Bild(er)findungen zeugen von einer ungestillten Experimentierfreude, innovativer Kraft und einem feinsinnigen Humor. Er selbst prägte für seine Collagen den Begriff „Moticos“, ein Anagramm des Wortes „osmotic“.

Ray Johnson hat seine Arbeiten in einem fortwährenden Prozess über Jahre und Jahrzehnte hinweg immer wieder bearbeitet und mit anderen Versatzstücken kombiniert. Einzelne Motive, wie der berühmte Bunny Head, ein stilisierter Hasenkopf, den Johnson als eine Art Signet verwendet, tauchen in verschiedenen Kontexten und Dekaden auf. In dieser Form hat sich eine komplexe Ikonografie ausgebildet, die das Werk von Ray Johnson unverkennbar macht. Zu den bekanntesten Arbeiten gehören seine Collagen mit den Porträts von Elvis Presley, James Dean und dem Lucky Strike Logo, die vor dem Hintergrund der Pop Art entstehen.

Das Konzept der Ausstellung

Grundlage der Ausstellung ist die in Bremen beheimatete Sammlung Maria und Walter Schnepel. Sie versammelt über 170 Werke und Dokumente aus den 1950er und 1960er Jahren. Die Privatsammlung verfügt damit über einen außergewöhnlichen Bestand früher Arbeiten. Sein „Book About Death“ und das von dem Fluxus-Künstler und Freund Dick Higgins herausgegebene Künstlerbuch „Paper Snake“ bilden darunter besondere Höhepunkte. Die Originalarbeiten, die als Vorlagen für die „Paper Snake“ verwendet wurden, können im Rahmen der Ausstellung nahezu vollständig präsentiert werden. Die Weserburg gibt damit auf eindrückliche Weise Einblick in die komplexen Denk- und Arbeitsmethoden des Ausnahmekünstlers Ray Johnson.

Über die Kunstsammlung Maria und Walter Schnepel

Die Privatsammlung Maria und Walter Schnepel genießt international großes Renommee. Schwerpunkt sind Werke der Fluxus-Bewegung aber auch künstlerische Positionen, die den Avantgardebewegungen der 1960er Jahre nahe stehen. Die Sammlung umfasst über 1300 Werke von so namhaften Künstlerinnen und Künstlern wie Arman, Joseph Beuys, George Brecht, Robert Filliou, Richard Hamilton, Yoko Ono, Dieter Roth, Takako Saito, Ben Vautier und vielen anderen. Seit 2002 ist die Sammlung mit bedeutenden Einzelleihgaben, wechselnden Präsentationen und Ausstellungen in der Weserburg vertreten.
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Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr: 10 – 18 Uhr | Do: 10 – 21 Uhr | Sa und So: 11 – 18 Uhr

Weserburg I Museum für moderne Kunst
Teerhof 20
28199 Bremen
Tel +49 (421) 59839 - 70
weserburg.de

Medienmitteilung






Daten zu Ray Johnson:

- Art Basel 2013
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- MoMA Collection
- Performa 15

Weiteres zum Thema: Ray Johnson



Chronische Fluxitis. Sammlung Maria und Walter Schnepel - Weserburg, Bremen


"Chronische Fluxitis" betitelt die Weserburg ihre Ausstellung, in der Werke aus der Sammlung von Maria und Walter Schnepel gezeigt werden. Seit etlichen Jahren beschäftigt sich das Bremer Sammlerpaar mit der Generation von Künstlern, die heute unter dem Label "Fluxus" gefasst werden.

Seit den 1960er Jahren entwickelte sich eine globale Bewegung von Künstlern, die sich mit avantgardistischen Aktionen dem etablierten Kunstbetrieb widersetzten. Als radikale, experimentelle Kunstbewegung wollten die Fluxus-Künstler die Ideen und Ideale der Dadakünstler wieder aufnehmen und in enger Verschmelzung von Musik, Aktion und Bildender Kunst unkonventionelle Antworten finden. Den idealen, humanistischen Werten der Moderne sollten die Zufälle des Alltagslebens, Irrationalität und Widerspruch entgegengesetzt werden.

Die Bremer Ausstellung zeigt etliche Werke namhafter Fluxuskünstler wie Arman, Jospeh Beuys, George Brecht, Robert Filliou, Richard Hamilton, Yoko Ono, Dieter Roth oder Daniel Spoerri. Die Werke werden dabei in chronologischer Abfolge ihrer Entstehung gezeigt und in Verbindung mit dem politischen Zeitgeschehen der 60er, 70er und 80er Jahre gebracht.
Auf diese Weise soll ein "spannungsreiches Beziehungsgeflecht zwischen Kunst, Gesellschaft und Politik" geschaffen werden.

Abbildung: Chronische Fluxitis 1, George Brecht, The Hand of Ray Johnson, 1967/68, © VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Ausstellungsdauer: 1.5.10-25.5.11

Öffnungszeiten:
Di,Mi,Fr 10-18 Uhr
Do 10-21 Uhr
Sa,So 11-18 Uhr

Weserburg
Museum für moderne Kunst
Teerhof 20
28199 Bremen

weserburg.de






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