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Plakate von Frieder Grindler

28. 06. – 8. 09. 2013 | Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus

Die 2012 erfolgte Schenkung von 200 Plakaten des Stuttgarter Grafikers Frieder Grindler ist Anlass, das Werk des international beachteten Künstlers mit einer Ausstellung zu würdigen. Das dkw., das sich seit Gründung der Plakatsammlung vorrangig mit dem Aufbau von monografischen Kollektionen befasst, erfährt damit eine Bereicherung um weitere hervorragende Arbeiten des Künstlers. Die Schenkung ist Zeichen für das Vertrauen, dass der Grafiker dem Cottbuser Kunstmuseum entgegenbringt, welches mit Beharrlichkeit eine der bedeutendsten Sammlungen auf dem Gebiet des Plakats im ostdeutschen Raum aufgebaut hat.

Frieder Grindler (Jahrgang 1941) gehört zu den wichtigen Impulsgebern der deutschen Plakatgestaltung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde er hauptsächlich durch seine Theaterplakate. Er brachte mit seinen oft provokanten Ideen, die er für Theaterbühnen wie Tübingen, Darmstadt, Düsseldorf und Karlsruhe entwickelte, frischen Wind in die bis dahin eher handwerklich traditionell geprägte Plakatlandschaft. Frieder Grindler führte das Theaterplakat weg von der reinen Ankündigung hin zu einem eigenen, künstlerisch gestalteten und inhaltsstarken Plakat. Wichtige Auftraggeber waren für ihn außerdem das Stuttgarter Staatstheater, für das er neben zahlreichen Plakaten ein durchgängiges Corporate Design entwickelte, und die Siebdruckerei Wagner in Freiberg am Neckar.

Beeinflusst von den Gestaltungsprinzipien der so genannten Kasseler Schule, ist die Verbindung von Fotografie und Plakat bestimmend im Werk von Frieder Grindler – Fotografie als Ausdrucksmittel im Kontext von Theater und Gesellschaft. Die damals in dieser Schule aktive Künstlergeneration, zu der auch der gebürtige Berliner gehörte, löste sich bewusst vom Klima der fünfziger Jahre und entwickelte eine eigene Bildsprache.

An die Tradition von John Heartfield anknüpfend arbeitet Frieder Grindler vorrangig mit der Fotomontage, die es ermöglicht, die Vielschichtigkeit einer Aussage visuell zu fassen. Vor die künstlerische Gestaltung seiner Produkte, deren Mittel nicht unverrückbar durch eine bestimmte Handschrift vorgeprägt sind, setzt er den analytischen Denkprozess. So entsteht die Idee, aus der sich im Miteinander von Grafik, Fotografie und Typografie die Form entwickelt.

Besonders in den Plakaten aus den sechziger und siebziger Jahren zeigen sich neben künstlerischem Können vor allem auch seine handwerklichen Fähigkeiten. Diese waren zu jener Zeit zwingend erforderlich, um dem eigenen Anspruch zu genügen, da digitale Fotobearbeitung und Montage erst ab Mitte der achtziger Jahre möglich waren. Aus diesem Blickwinkel betrachtet kann man die Ausstellung auch als einen kulturpolitischen Rückblick auf das Plakatschaffen in seiner Entwicklung sehen.

KUNSTMUSEUM DIESELKRAFTWERK COTTBUS
Brandenburgische Kulturstiftung Cottbus

Uferstraße / Am Amtsteich 15
03046 Cottbus
museum-dkw.de


PM





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