Eine Handvoll Erde aus dem Paradies

Magische Bilder und Objekte aus dem Museum Morsbroich

29. September 2013 – 12. Januar 2014 | Museum Morsbroich, Leverkusen
Eingabedatum: 05.10.2013

bilder

Die Auseinandersetzung mit Fetischen, Dingmagie und Metamorphosen, mit dem Sphärischen, Transzendenten und Heiligen hat seit jeher Künstler fasziniert und tut es bis heute. Das belegt die Sammlung des Museum Morsbroich. Yves Kleins Monochrome bleu aus dem Jahr 1959, Bernhard Schultzes fabelhafte Kunstwesen, die Migofs, wie auch die riesigen kultischen Objekte aus Klaviertasten des belgischen Bildhauers Vic Gentils – sie schlagen den Betrachter durch ihren magischen Charakter in ihren Bann und demonstrieren einmal mehr, welche herausragenden Schätze die Sammlung birgt. Die Ausstellung spürt gezielt diesen magischen Werken und ihrem Reiz nach.

Eine Handvoll Erde aus dem Paradies handelt vom Potential der Kunst, dem Numinosen eine Form zu geben und umgekehrt das Profane, Alltägliche zu verwandeln und magisch aufzuladen. So konnte für Daniel Spoerri 1966/67 eine Handvoll Erde aus dem Garten seines Vermieters auf der griechischen Insel Symi zur „Handvoll Erde aus dem Paradies“ werden.

Mit Ausstellungen wie „Monochrome Malerei“ (1960), „Metamorphosen“ (1965) und „Fetisch-Formen“ (1967) lenkten die ehemaligen Museumsdirektoren Udo Kultermann (1959–1964) und Rolf Wedewer (1965–1995) den Blick auf magische Kunstwerke, deren Öffnung ins Transzendente und Religiöse, ins Traumhafte und Phantastische neue Perspektiven zur Deutung der Welt erschlossen. In die Sammlung gelangten Werke wie Otto Pienes visionäres Himmelsbild La Lune en Rodage (Der Mond als Nachtschwärmer, 1961/67), Arbeiten von Lucio Fontana, der mit Schnitten in die Leinwand das Bild in einen tiefen, mystischen Raum öffnet, und Alexander Calder, der mit seinen Mobiles physische, mentale und emotionale Sphäre zu verbinden suchte. Zu Günter Ueckers Nagelbildern gesellen sich Fetischobjekte von Joachim Bandau, zu Arnulf Rainers Übermalungen ein an religiöse Praktiken erinnerndes Schüttbild von Hermann Nitsch, zu einem totemistischen Gemälde von Adolf Fleischmann die spirituellen Leinwandarbeiten des an schamanischen Riten interessierten Michael Buthe, zu Daniel Spoerris aus „Krims-Krams“ gefertigten Zimtzauberobjekten eine zum Kinderfräulein (1964) mutierte Schreibmaschine Konrad Klaphecks.

Die magische Sammlung des Museum Morsbroich, zu der sich diese Bilder und Objekte im Lauf der Jahre fügten, bildet einen wichtigen Teil des musealen Bestands, der nun erstmals in einer Überblicksschau präsentiert und um bedeutende Leihgaben ergänzt wird.

Mit Werken u.a. von Joachim Bandau, Michael Buthe, Alexander Calder, Natalie Czech, Lucio Fontana, Gotthard Graubner, Alexei von Jawlensky, Konrad Klapheck, Yves Klein, Francesco Lo Savio, Adolf Luther, Piero Manzoni, Francois Morellet, Gabriele Münter, Hermann Nitsch, Otto Piene, Arnulf Rainer, Edward Ruscha, Jan J. Schoonhoven, URSULA, Bernard Schultze, Daniel Spoerri, Günther Uecker, Jef Verheyen, Günter Weseler und Johannes Wohnseifer.
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Museum Morsbroich
Gustav-Heinemann-Str. 80
51377 Leverkusen
museum-morsbroich.de

pm






Daten zu Daniel Spoerri:

- Art Basel 2013
- art basel miami beach, 2014
- art berlin 2017
- art cologne 2015
- Beaufort 2003
- Boijmans Post War Collection
- daad Stipendiat
- Das imaginäre Museum, 2016
- Flick Collection
- MoMA Collection
- S.M.A.K. Sammlung, Gent
- Sammlung 20. 21. Jh. Kunstmuseum Basel
- Sammlung F.C. Flick
- Sammlung, Kunstmuseum Liechtenstein
- Tate Post War Collection ,London

Weiteres zum Thema: Daniel Spoerri



Robert Filliou im museum kunst palast, Düsseldorf (26.07.03 - 09.11.03)


Von Filliou stammt der Satz "Kunst ist, was das Leben interessanter macht als Kunst.", der sich als Motto durch das Werk des Künstlers zieht.

Pressemitteilung / Auszug: "Robert Filliou (1926 – 1987), der die Verbindung von Poesie und Kunst als die wichtigste Errungenschaft der Moderne bezeichnet, läßt sich kaum auf ein bestimmtes künstlerisches Medium beschränken. Der Autor von Theaterstücken und Aktionsgedichten begann in den 60er Jahren bildnerisch zu arbeiten. Aus den "Suspense Poems", flexiblen Objektcollagen, entwickelten sich vielteilige Wandarbeiten, die auf dem Prinzip der Gleichwertigkeit und des Tauschens basieren.

Das "Prinzip der Äquivalen", der Gleichwertigkeit des Gut-Gemachten, Schlecht-Gemachten und Nicht-Gemachten, war Fillious konzeptionelles Werkzeug, um jede Art von Gegensätzen aufzulösen. In seinen "Recherchen", Werkgruppen zum Thema Ursprung, Astrologie und Zukunft, geht es denn auch weniger um die wissenschaftliche Analyse ursächlicher Zusammenhänge als um ‚intuitives Verstehen‘ der Welt. Die Einbeziehung nicht westlicher Kulturen sowie die Beschäftigung mit gesellschaftspolitischen Themen zeugen von einem universellen Denken, das sich nicht nur im "Prinzip der poetischen Ökonomie" künstlerisch manifestiert.

Filliou war Mitglied der Fluxus-Bewegung und wirkte in Frankreich, Dänemark sowie Deutschland. Zeitlebens verweigerte er sich dem "Starkult" und setzte mehr auf Gemeinschaftsarbeiten als auf Beanspruchung der alleinigen Autorenschaft. Während seines Aufenthaltes in Düsseldorf von 1968 bis 1974 zählten u.a. Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Dieter Roth und Daniel Spoerri zu seinem unmittelbaren Umfeld, was sich in einem intensiven künstlerischen Austausch manifestiert, der teilweise bis zur Produktion gemeinsamer Werke reichte. ..."

Ausstellungsdauer: 26.07.03 - 09.11.03
Öffnungszeiten: 11-18Uhr, Montag geschlossen

stiftung museum kunst palast | Ehrenhof 4-5 | 40479 Düsseldorf
Tel. +49(0) 211-899 62 60
museum-kunst-palast.de



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