Macht der Machtlosen

16. 11. 2013 – 9. 02. 2014 | Kunsthalle Baden-Baden
Eingabedatum: 16.11.2013

bilder

Kann Kunst den Machtlosen Macht geben? Und wenn ja, welche Strategien entwickeln Künstler um den weniger sichtbaren oder gar gänzlich unsichtbaren Teilen der Bevölkerung eine Öffentlichkeit zu verschaffen? Diese Fragen stehen im Zentrum von Macht der Machtlosen in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments.
Vom 16. November 2013 an präsentiert Macht der Machtlosen eine Vielzahl globaler zeitgenössischer Positionen, die sich durch einen gesellschaftspolitischen Fokus auszeichnen. Dabei fallen die jeweiligen künstlerischen Strategien höchst unterschiedlich aus.

Ein besonders wirkmächtiges Bild schafft die mexikanische Künstlerin Teresa Margolles, die in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden die raumgreifende Installation »La Promesa« erstmals außerhalb ihres Heimatlandes zeigt. 25 Tonnen Schutt teilen den großen Oberlichtsaal: ein Mahnmal für die eskalierende Gewalt in Ciudad Juarez, der am stärksten von Drogenkriegen geprägten Stadt Mexikos.
Margolles ließ für »La Promesa« ein komplettes Wohnhaus aus einem Stadtteil abtragen, der einst als »Paradies in der Stadt« beworben wurde. Heute ist dieser ausgestorben, die Bewohner hatten den Drogenkämpfen nichts entgegenzusetzen.
Ein umfangreiches Archiv der Künstlerin, zu sehen in einem separaten Ausstellungsraum, dokumentiert die gesamte Entwicklung.

Die Arbeit des ägyptischen Künstlers Alaa Awad ist erstmals innerhalb einer Museumsausstellung zu sehen. Seine in Kairo entstandenen Murales gingen durch die Weltpresse als eine neue Form des Protestes innerhalb des Arabischen Frühlings. In der Kunsthalle hat Awad ein figurenreiches und farbintensives Wandgemälde geschaffen, das die Figuren und Motive altägyptischer Kunst aufgreift und in einen zeitgenössischen Kontext stellt.

Christoph Faulhaber beantwortet die machtpolitische Diskussion zwischen Deutschland und Russland um das Bernsteinzimmer mit Witz und Ironie, indem er das Streitobjekt kurzerhand aus Popeln rekonstruiert. Die slowenische Gruppe IRWIN ist mit einem eigenen Staat im fiktiven Raum unterwegs. Silke Wagner wiederum gibt linken Aktivisten eine ganz konkrete Plattform mit ihrem so genannten »Lufttransa Deportation Class« VW-Bus.
Lokale Anbindung erhält das Ausstellungsthema zudem durch das Urban Gardening Projekt Prinzessinnengarten aus Berlin. Nachdem bereits Tobias Rehberger und Daniel Buren das Café Kunsthalle gestaltet hatten, ist nun das Team des Prinzessinnengartens an der Reihe. Seine Prinzipien von Regionalität, Nachhaltigkeit, Sozialverträglichkeit und Ressourcenschonung finden sich in neuem Mobiliar, den Einrichtungsgegenständen, ja sogar der Speisekarte wieder. Bereits im Vorfeld der Ausstellung fanden zahlreiche Workshops und Schulprojekte statt. Durch diese ergaben sich vielfältige Anknüpfungspunkte in der Stadt und zu neuen Gesellschaftsgruppen.

Macht der Machtlosen ist der zweite Teil eines Ausstellungsprojektes zum Thema der künstlerischen Einflussnahme auf die Zivilgesellschaft. Mit BILDERBEDARF. Braucht Gesellschaft Kunst? wurde im Herbst/Winter 2012/13 die jüngere Zeitgeschichte Deutschlands seit 1945 in den Blick genommen.

Macht der Machtlosen erweitert die Fragestellung auf den globalisierten gesellschaftlichen Diskurs. Der Titel der Ausstellung entstammt einem gleichnamigen Essay von Vazlav Havel. Dieser hatte die »Macht der Machtlosen« 1978 als eine Kraft beschrieben, die von unten nach oben auf Veränderung abzielt.

Mit Werken und Projekten von Alaa Awad, Maja Bajević, Christoph Faulhaber, IRWIN, Teresa Margolles, Metahaven, Rabih Mroué, Bettina Pousttchi, Urban-Think Tank, Silke Wagner und Prinzessinnengarten

Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
Lichtentaler Allee 8a
76530 Baden-Baden
kunsthalle-baden-baden.de/


PM






Daten zu Teresa Margolles:

- Art Basel 2013
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- Berlin Biennale 2012
- Biennale Venedig 2009 Pav
- Fifth edition of Beaufort 2015
- Frieze London 2016
- Galerie Peter Kilchmann
- Galleries ART DUBAI CONTEMPORARY 2015
- Göteborg Biennial for Contemporary Art, 2003
- Gwangju Biennale, 2004
- Liverpool Biennale 2012
- Liverpool Biennale, 2006
- MACBA COLLECTION
- Manifesta 11, 2016
- Manifesta 7
- Mediations Biennale,2012
- Migros Museum für Gegenwartskunst, Zuerich
- Ngorongoro II ArtistWeekend Berlin 2018
- Sammlung DZ Bank, Frankfurt
- Sammlung MMK, Frankfurt

Weiteres zum Thema: Teresa Margolles



Shortlist "blueOrange" (1.10.03)


Die Nominierung für Deutschlands höchstdotierten Kunstpreis (77.000 Euro), ausgelobt von den Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, wurde bekanntgegeben.

Pressemitteilung / Auszug: "Sieben international bekannte Künstler konkurrieren um den höchstdotierten Preis für bildende Kunst in Deutschland - "blueOrange 2004" -, der von den Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken ausgelobt wurde. Über die mit Spannung erwartete "Shortlist" der Künstler, die in die Endrunde gelangen, entschied eine Fachjury jetzt in Berlin. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 77.000 Euro ausgestattet. Davon sind 7.000 Euro zur Förderung eines Nachwuchskünstlers vorgesehen, den der Preisträger benennen kann.
Unter rund 170 von Kunstexperten aus aller Welt empfohlenen Kandidaten hat die Jury für den "blueOrange 2004" nominiert: die Finnin Eija-Liisa Ahtila, Jahrgang 1959, lebt in Helsinki; der Belgier Francis Alÿs, 1959 in Antwerpen geboren, lebt in Mexiko City; der Kanadier Rodney Graham, Jahrgang 1949, lebt in Vancouver; Teresa Margolles, 1963 im mexikanischen Sinaloa geboren, lebt in Mexiko City; Paul Pfeiffer, geboren 1966 in Honolulu, Hawaii, lebt in New York; Santiago Sierra, 1966 in Madrid geboren, lebt in Mexiko City; Rirkrit Tiravanija, 1961 in Buenos Aires geboren, lebt in Berlin, New York und Bangkok.
Die Preisanwärter sind mit Einzelausstellungen in renommierten Kunstinstitutionen sowie internationalen Kunstereignissen hervorgetreten. Allen Nominierten sprach die Jury herausragende Leistungen zu, die auch in Zukunft viel versprechende Anstöße innerhalb des künstlerischen Diskurses erwarten ließen. Gattungsübergreifend, so die Juroren, stehe die "Shortlist" für die kulturelle wie geografische Vielfalt der aktuellen Kunstproduktion weltweit. . . .
Die Juroren sind: Klaus Biesenbach, Chefkurator des P.S.1/MoMA in New York und künstlerischer Leiter der Kunstwerke Berlin; Daniel Birnbaum, Rektor der Städelschule in Frankfurt am Main; Maria de Corral, international tätige Kuratorin; Wolfgang Herles, Redaktionsleiter Kultur des ZDF, Mainz; Luminita Sabau, Kunstexpertin des BVR, Berlin, und Gertrud Wagenfeld-Pleister, Vorsitzende des Oldenburger Kunstvereins.

Über die Shortlist wird online debattiert

Die Entscheidung, welcher der Kandidaten Gewinner des "blueOrange 2004" sein wird, fällt im Februar 2004. Die Preisverleihung und eine Ausstellung, die entscheidende Werkphasen des Preisträgers präsentiert, findet im Herbst 2004 im Martin-Gropius-Bau in Berlin statt. Die Auszeichnung wird erstmals 2004 im Zwei-Jahres-Rhythmus an eine international herausragende Künstlerpersönlichkeit vergeben. Als Partner konnten die Berliner Festspiele und das ZDF gewonnen werden. . . ."

weiter Infos: http:// bvr.de


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




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