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JR im Museum Frieder Burda

Die Ausstellung

1. 03. - 29. 06. 2014 | Museum Frieder Burda, Baden-Baden
Eingabedatum: 03.03.2014

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Der französische Künstler JR (*1983) zählt zu den innovativsten Vertretern der internationalen Gegenwartskunst. Er lebt und arbeitet in Paris und New York, wobei er seine wahre Identität bewusst im Geheimen hält. Seine Schwarzweiß-Fotografien platziert er weltweit als monumentale Plakate an Hauswänden, Treppen und Mauern. Neben der Architektur der Städte werden stets kulturelle und zeitgeschichtliche Zusammenhänge zum Thema seiner Arbeiten, deren emotionale Bedeutung in den Gesichtern der Menschen zum Ausdruck kommt, die JR in Nahaufnahme fotografiert. Auf der Grundlage dieser Idee verwirklichte der Künstler bereits große Projekte in Europa, Amerika, Afrika und Asien. Die wichtigste Motivation JRs ist die Interaktion mit anderen.

In seinen Arbeiten stellt er die Frage nach Freiheit und Identität und inwiefern Kunst die Wahrnehmung des Menschen und seiner Umgebung verändern kann. Mit seinen Aktionen lenkt er aber auch die Aufmerksamkeit auf Missstände. Bezeichnend für JRs Kunst sind die Geschichten, die er mit seinen Collagen erzählt, und sein Talent, getrennte Welten zusammenzubringen. JR ist ein Beziehungsstifter, ein Dirigent, der den anonymen Existenzen oder verkannten und vergessenen Geschichten ein Gesicht gibt. Für seine ambitionierten Visionen, die Welt zu verändern, erhält JR 2011 den amerikanischen TED Prize, mit dem bereits Bill Clinton ausgezeichnet wurde.

»Meine Kunst verändert nicht die Welt; aber ich hoffe, sie regt dazu an, die Sicht auf die Welt und auf die Menschen zu verändern«, sagt JR.


Die Ausstellung im Museum Frieder Burda wird von Patricia Kamp in enger Zusammenarbeit mit JR kuratiert. In Fotos und Videos des Künstlers stellt sie frühe und auch noch laufende Projekte vor und eröffnet so einen retrospektiven Blick auf JRs Entwicklung bis heute.

MIT EINER GEFUNDENEN KAMERA FING ALLES AN

JR beginnt seine Karriere als »Sprayer«. Als Jugendlicher findet er in der Pariser U-Bahn einen Fotoapparat und beginnt, seine Streifzüge über Dächer und in Tunneln von Paris zu dokumentieren. Bereits ab 2004 realisiert JR sein erstes großes Projekt PORTRAIT OF A GENERATION. Nach Unruhen in Pariser Vororten plakatiert er seine Fotos von Grimassen schneidenden Jugendlichen in eben diesen Vororten und in gutbürgerlichen Vierteln von Paris. Die Bilder provozieren die Passanten, indem sie die Darstellung dieser Generation durch die Medien hinterfragen. Nachdem die ersten Poster eilig von der Stadtreinigung beseitigt werden, legalisiert die Stadtverwaltung schon bald das Projekt und schlägt JR vor, öffentliche Flächen in der Nähe des Rathauses zu bespielen.


Die Ausstellung im Museum Frieder Burda präsentiert auch das Projekt FACE 2 FACE. Im Nahen Osten zeigen sich 2007 Israelis und Palästinenser mit den gleichen Berufen – zum Beispiel Lehrer, Krämer, Bildhauer – unter Tränen lachend, schreiend oder Grimassen schneidend vor JRs Objektiv. Er plakatiert die riesigen Fotos auf Hauswänden in den Siedlungen dies- und jenseits der Grenze und sogar auf den Grenzanlagen selbst. Die Botschaft ist unübersehbar: Anhand ihrer Gesichtszüge lassen sich die verfeindeten Bevölkerungsgruppen nicht unterscheiden.

Bei WOMEN ARE HEROES traut sich JR 2008 in die Favela Morro da Providência in Rio de Janeiro, im Kopf einen kühnen Plan. Er will dort die Bewohner treffen und denen ein Gesicht geben, die sonst in der Anonymität verharren müssen: den Frauen der Favela. Sie sind die ersten Leidtragenden der Drogenkriminalität, die Schwächsten der Gesellschaft und doch ihr Pfeiler. Die Hütten des Viertels beklebt er mit wandhohen Postern, Schwarzweiß-Fotos von Augen und Gesichtern, Nahaufnahmen der Frauen. Das Projekt WOMEN ARE HEROES, über das er auch einen gleichnamigen Film dreht, führt JR weiter nach Kenia, Liberia, Sierra Leone, Indien und Kambodscha.

In den Mittelpunkt des Projekts THE WRINKLES OF THE CITY stellt JR die ältere Generation. Sie hat die großen Wandlungen ihrer Stadt im 20. Jahrhundert miterlebt und bleibt im Stadtbild doch weitgehend unbemerkt. Nach Stationen in Cartagena, Los Angeles, Havanna und Shanghai führt ihn das Vorhaben Anfang 2013 nach Berlin. Dort befragt er die »Alten« nach ihren Erinnerungen und lakatiert die Fotos der durch das Leben gezeichneten Menschen auf die von der Geschichte geformten Mauern. Die eindrucksvollen Gesichter und die Falten der Porträtierten sDie Ausstellung im Museum Frieder Burda präsentiert auch das Projekt FACE 2 FACE. Im Nahen Osten zeigen sich 2007 Israelis und Palästinenser mit den gleichen Berufen – zum Beispiel Lehrer, Krämer, Bildhauer – unter Tränen lachend, schreiend oder Grimassen schneidend vor JRs Objektiv. Er plakatiert die riesigen Fotos auf Hauswänden in den Siedlungen dies- und jenseits der Grenze und sogar auf den Grenzanlagen selbst. Die Botschaft ist unübersehbar: Anhand ihrer Gesichtszüge lassen sich die verfeindeten Bevölkerungsgruppen nicht unterscheiden.

Bei WOMEN ARE HEROES traut sich JR 2008 in die Favela Morro da Providência in Rio de Janeiro, im Kopf einen kühnen Plan. Er will dort die Bewohner treffen und denen ein Gesicht geben, die sonst in der Anonymität verharren müssen: den Frauen der Favela. Sie sind die ersten Leidtragenden der Drogenkriminalität, die Schwächsten der Gesellschaft und doch ihr Pfeiler. Die Hütten des Viertels beklebt er mit wandhohen Postern, Schwarzweiß-Fotos von Augen und Gesichtern, Nahaufnahmen der Frauen. Das Projekt WOMEN ARE HEROES, über das er auch einen gleichnamigen Film dreht, führt JR weiter nach Kenia, Liberia, Sierra Leone, Indien und Kambodscha.

In den Mittelpunkt des Projekts THE WRINKLES OF THE CITY stellt JR die ältere Generation. Sie hat die großen Wandlungen ihrer Stadt im 20. Jahrhundert miterlebt und bleibt im Stadtbild doch weitgehend unbemerkt. Nach Stationen in Cartagena, Los Angeles, Havanna und Shanghai führt ihn das Vorhaben Anfang 2013 nach Berlin. Dort befragt er die »Alten« nach ihren Erinnerungen und plakatiert die Fotos der durch das Leben gezeichneten Menschen auf die von der Geschichte geformten Mauern. Die eindrucksvollen Gesichter und die Falten der Porträtierten stehen für die wechselvolle Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer.

INSIDE OUT – JEDER KANN MITMACHEN

JR will mit so vielen Menschen wie möglich »das Innerste nach außen kehren« und wünscht sich, dass jeder öffentlich für das einsteht, was ihm wichtig ist. Bereits über 200.000 Personen nahmen mit ihren Porträts am Projekt INSIDE OUT teil. JR gelingt es 2013 – als erstem Künstler überhaupt – den Times Square im Herzen New Yorks mit Porträts zu bekleben. Sein Mittel zum Zweck sind immer Fotos: Porträts, die in mobilen Fotokabinen gemacht oder über die Internetseite des Projekts eingeschickt werden und anschließend von den Porträtierten selbst in den öffentlichen Raum gebracht werden. JR ist Drucker geworden. Schnell wird aus der Idee ein politisches Ausdrucksmittel: In Tunesien überkleben die Menschen Porträts des Diktators mit ihrem eigenen Bild; in Pakistan weisen Minderheiten mit INSIDE OUT-Bildern auf ihre Verfolgung hin; in der Arktis prangt ein riesiges Auge und macht auf den Raubbau an einem der letzten intakten Ökosysteme der Erde aufmerksam; in den USA bekleben die Lakota-Indianer ihre Zelte mit Fotos und in Berlin demonstrieren junge Russen gegen die Homophobie in ihrem Land. Auch im Museum Frieder Burda können sich die Besucher in einer Fotokabine porträtieren lassen und bei diesem größten je dagewesenen Kunstprojekt mitmachen.

Museum Frieder Burda
Lichtentaler Allee 8 b
76530 Baden-Baden
museum-frieder-burda.de



Pressemitteilung




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