Jochen Kitzbihler

Aus dem Nichts

02. April 2014 - 04. Mai 2014 | Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
Eingabedatum: 05.04.2014

bilder

Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) bietet vom 1. April 2014 an einen konzentrierten Einblick in das Werk des Plastikers, Graphikers und Photographen Jochen Kitzbihler. In seinem Schaffen kombiniert er Formvorstellungen minimalistischer Kunst im Einklang mit dem Material und dessen natürlichen Vorgaben zu einer organisch geprägten Konkretion. Dabei ist ihm ein energetischer Zusammenhang mit Natürlichem Ausgangspunkt des Schaffens. Seine seit 2005 zunehmend theoretische Beschäftigung mit dem Strukturbegriff zielt auf ein dynamisches Strukturverständnis seines plastischen Werks. Er untersucht in diesem Zusammenhang unter anderem in Aufnahmen von Planetenoberflächen und Asteroiden die Entstehung von Transformationsprozessen. Für Kitzbihler sind diese fotografischen Bildserien eine Erweiterung seines skulpturalen Schaffens, das er in ein enges Beziehungsfeld zu wissenschaftlichen Erkenntnissen der Quantenmechanik, der morphologischen Geologie und der Astronomie setzt. Die zentrale Fragestellung Ist Struktur Transformation? entwickelt seine künstlerische Arbeit durch Integration wissenschaftlicher Aspekte zu einem transdisziplinären Werk. Bei aller inhaltlich-philosophischen Dimension seiner Konzepte zeigen die jüngst entstandenen One Hand Sculptures ganz direkt und unmittelbar die Schaffung von Skulptur: Verwitterte Diabas-Steine werden nach einem Trocknungsprozess in bizarr-scharfkantigen Formen aufgebrochen, mit dem Schlag einer Hand. Diese Werkgruppe wird mit der großflächigen Installation Absence in der Ausstellung vertreten sein.
Jochen Kitzbihler wurde 1966 in Ludwigshafen/Rhein geboren. 1985-87 absolvierte er zunächst in Ludwigshafen eine Lehre zum Steinbildhauer und war Bundessieger im Handwerk. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er 1989-95 durch ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei Professor Hiromi Akiyama. 1995 erhielt er das Stipendium des Landes Rheinland-Pfalz im Künstlerhaus Edenkoben. 2000 schloss sich ein Stipendium der Stiftung Kulturfonds im Künstlerhaus Lukas/Ahrenshoop an. 2001 übersiedelte Kitzbihler nach Freiburg im Breisgau. 2013 war er mit einem Australien-Stipendium der Baseler Christoph Merian Stiftung ein halbes Jahr auf dem fünften Kontinent. Zu seinen bekanntesten Werken im öffentlichen Raum zählen die Gedenkskulptur für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Mannheim, ein Kubus aus Glas und Edelstahl dort auf den Planken vor P2, sowie die monumentale Stele transversal aus Vogesengranit und Schwarzwaldgranit am Aufgang zur Europabrücke in Kehl, die durch die alternierend angeordneten Steinquader aus beiden Ländern das gemeinsame Wachsen betont. Der Künstler lebt und arbeitet in Freiburg im Breisgau und in Breitnau/Hochschwarzwald.
Im Jahr 1995 wurde Jochen Kitzbihler mit dem Pfalzpreis für Plastik ausgezeichnet und wird seitdem als wesentlicher Vertreter der zeitgenössischen Plastik im deutschen Südwesten wahrgenommen. Knapp 20 Jahre später zieht das mpk mit dieser Schau ein Resümee seiner künstlerischen Entwicklung und stellt einen für die Region wichtigen Plastiker in einer ambitionierten Ausstellung in den Fokus der Öffentlichkeit.

Pressemitteilung






Daten zu Jochen Kitzbihler:

- Kunstverein Freiburg 2016



Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




    Anzeige
    Atelier


    Anzeige
    Burg Halle


    Anzeige
    Ausstellung


    Anzeige
    berlin


    Anzeige
    Atelier




    Alexandra Bircken - STRETCH

    »STRETCH« ist eine umfassende Werkschau der Künstlerin Alexandra Bircken, die sowohl frühe als auch neue ortsspezifische Arbeiten zeigt. weiter


    Klaus Rinke, DERZEIT - Über Zeit und keine Zeit mehr zu haben

    Klaus Rinke zählt zu den Vorreitern der Prozesskunst, die Zeit und Raum als "Primärdemonstration" für den Betrachter erfahrbar macht. weiter


    Julian Schnabel - Palimpsest

    Julian Schnabel gilt als ein Multitalent und Shootingstar der Kunstszene. 1981 war er der jüngste Künstler, der seine Kunst neben ... weiter


    Erwin Wurm

    Wurms Werke sind generell hintersinnig und hinterlistig – Bekanntes aufgreifend weisen sie uns auf die Fremdartigkeit des Vertrauten hin. weiter


    GABRIELE KROMER: EXPRESSIVE INNENSICHTEN

    EXPRESSIVE INNENSICHTEN transportieren die ‚Kopffilme’ in die Außenwelt. Aber sie verharren nicht in der Expression des inneren Aufruhrs, sondern stellen den Bezug her zu den Faktoren aus Gesellschaft und persönlicher Biographie, die jene ‚Kopfflilme’ getriggert haben.(Anzeige) weiter

    Bianca Baldi Eyes in the Back of Your Head

    weiter


    NO SECRETS!

    Überall online und digital vernetzt, beklagen wir den Verlust unserer Privatsphäre. Schuld daran sind paradoxerweise wir selbst, die mit ... weiter


    Skulpturen aus Papier. Von Kurt Schwitters bis Karla Black

    Die Städtischen Museen Heilbronn haben sich mit Übersichtsausstellungen zur Entwicklung der Skulptur und Plastik im 20. Jahrhundert einen Namen gemacht weiter

    Anne-Mie Van Kerckhoven - What Would I Do in Orbit?

    Mit der Einzelausstellung »What Would I Do In Orbit?« der belgischen Künstlerin Anne-Mie Van Kerckhoven präsentiert der Kunstverein Hannover erneut eine Ausstellung, die sich mit digitalen Fragestellungen auseinandersetzt. weiter


    Florian Bielefeldt - Ein Blick ins Atelier

    Wie so viele Künstler verschlug es Florian Bielefeldt (*1977 in Frankfurt a. M.) nach dem Studium – auf der Flucht vor Armut und Hunger – ins Herz der Republik nach Berlin, ... weiter


    herman de vries

    herman de vries (1931) findet seine Materialien in der Natur: Blüten, Blätter, Samen, Moose weiter


    Katharina Sieverding

    „Kein Bild ist denkbar ohne die Gesamtheit aller Bilder, die in der Welt sind.“ Katharina Sieverding, 2015
    weiter

    Emy-Roeder-Preis 2017

    Ludwigshafen ist eine Stadt, die zeitgenössischer Kunst gegenüber offen ist und wo der Kunstverein Ludwigshafen eine Kultur der Auseinandersetzung mit künstlerischen Positionen pflegt weiter

    Paul Boesch Preis an Vaclav Pozarek

    Die Paul Boesch Stiftung verleiht den gleichnamigen Preis im Wert von CHF 50´000 an Vaclav Pozarek. Sie würdigt damit das konzeptuell und medial vielseitige Werk des in Bern lebenden Künstlers. weiter


    Karin Sander – Identities on Display

    Karin Sander lässt jeweils ein Haar auf ein weißes Blatt Papier fallen und fixiert es. Die so entstehenden „Haarzeichnungen“ (1998) folgen den Gesetzmäßigkeiten des natürlich Gewachsenen. weiter