(Mis)Understanding Photography

Werke und Manifeste zur Fotografie

14. Juni – 17. August 2014 | Museum Folkwang, Essen
Eingabedatum: 18.06.2014

bilder

Werke und Manifeste zur Fotografie

Im Museum Folkwang reflektieren Künstler 175 Jahre Fotografiegeschichte. "Was ist Fotografie? Ist der Abzug gemeint, ein Objekt oder ein JPEG auf deinem Bildschirm? Existiert sie nur, wenn du sie ausdruckst? Zählt sie nur, wenn sie als große Datei vorliegt, als TIFF? Oder meint Fotografie den Schnappschuss auf deinem Telefon oder eine Diaprojektion oder eher das Bild, das du im Sinn hast, bevor du den Auslöser drückst? Ist damit jenes großartige Bild gemeint, das du nicht machen konntest, weil dein Film voll war oder die Kamera klemmte oder weil du sie schlichtweg nicht dabei hattest? Um es kurz zu machen: Ist Fotografie ein Objekt oder ein Bild, oder ist Fotografie eine Art des Sehens?" (Zoe Leonard)

Seit ihrer Erfindung vor 175 Jahren haben Künstlerinnen und Künstler immer wieder die Fotografie hinterfragt: Ausgehend von der Omnipräsenz der fotografischen Bilder haben sie Arbeiten und Texte geschaffen, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Fotografie auseinandersetzen: ihrer Materialität und Popularität, ihrer publizistischen Macht und ihrem Anspruch auf Objektivität. Heute, mit dem zunehmenden Verschwinden des Analogen und dem Siegeszug des Digitalen, gewinnen diese Arbeiten eine ganz neue Aktualität. Die Ausstellung erzählt eine wilde und ironische, bisweilen melancholische Geschichte der Fotografie.

Ein zweiter Teil der Ausstellung widmet sich den Manifesten von Fotografinnen und Fotografen; denn die radikalsten Äußerungen über die Fotografie stammen von den Bildautoren selbst. Darunter befinden sich programmatische Äußerungen von László Moholy-Nagy, August Sander, Henri Cartier-Bresson, Martha Rosler und Germaine Krull. Die Avantgarden des 20. Jahrhunderts wurden von publizistischen Paukenschlägen begleitet: von wegweisenden Büchern, Zeitschriften und Radiobeiträgen, die dazu aufriefen, die Welt durch das Medium neu wahrzunehmen und sie zu verändern. Mit einer aufwendigen Szenografie in den Raum übersetzt, werden die Manifeste ergänzt durch fotografische Inkunabeln ihrer Autoren.

Beteiligte Künstler
Werke
Claudia Angelmaier, Michael Badura, Sylvia Ballhause, Laura Bielau, Viktoria Binschtok, Kristleifur Björnsson, Bernhard Blume, Christian Boltanski, Günter Karl Bose, Johannes Brus, Michel Campeau, Sarah Charlesworth, Jojakim Cortis & Adrian Sonderegger, Tacita Dean, Bogomir Ecker, Hans Eijkelboom, Hans-Peter Feldmann, Joan Fontcuberta, Florian Freier, Katharina Gaenssler, Jochen Gerz, G.R.A.M., Aneta Grzeszykowska, Jeff Guess, Rudolf Herz, John Hilliard, Alfredo Jaar, Kenneth Josephson, Erik Kessels, Jochen Lempert, Zoe Leonard, Les Levine, Zbigniew Libera, Stanislaw Markowski, Santu Mofokeng, Ugo Mulas, Andreas Müller-Pohle, Renate Heyne & Floris M. Neusüss, Peter Piller, Steven Pippin, Richard Prince, Barbara Probst, Arnulf Rainer, Timm Rautert, Benjamin Rinner, Józef Robakowski, Thomas Ruff, Ed Ruscha, Adrian Sauer, Joachim Schmid, Pavel Maria Smejkal, Michael Snow, Clare Strand, Larry Sultan & Mike Mandel, Vibeke Tandberg, Ulrich Tillmann & Wolfgang Vollmer, Wolfgang Tillmans, Axel Töpfer, Timm Ulrichs, Franco Vaccari, Matthias Wähner, Gillian Wearing, Jan Wenzel, Christopher Williams, Akram Zaatari

Manifeste
Shahidul Alam, ANT!FOTO/Katja Stuke & Oliver Sieber, Nobuyoshi Araki, Keith Arnatt, Mel Bochner, Victor Burgin, Henri Cartier-Bresson, Louis Jacues Mandé Daguerre, Louis Darget, Eugenio Dittborn, Hossam el-Hamalawy, Peter Henry Emerson, Group f/64, Francis Frith, Luigi Ghirri, Raoul Hausmann, John Heartfield, Mishka Henner, Rudolf Herz, Lewis W. Hine, Thomas Hirschhorn, Edwin Hoernle, Oliver Wendell Holmes, Martin Kippenberger, Oscar Krifka, Germaine Krull, Heiner Kurzbein, Dorothea Lange, Sherrie Levine, Jerzy Lewczynski, Lomographische Gesellschaft, Man Ray, F.T. Marinetti / Tato, Chris Marker, Renzo Martens, Peter McKenzie, Lucia Moholy, László Moholy-Nagy, Johannes Molzahn, Daido Moriyama, Maurice Vidal Portman, Albert Renger-Patzsch, Alexander Rodtschenko, Martha Rosler, August Sander, Joachim Schmid, Allan Sekula, Jo Spence / Terry Dennett, Otto Steinert, Hito Steyerl, Alfred Stieglitz, Paul Strand, William Henry Fox Talbot, Karel Teige, Raoul Ubac, Timm Ulrichs, Johan van der Keuken, Ai Weiwei, Minor White

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Kunststiftung NRW.

Der Ausstellungsteil Manifeste entsteht in Kooperation mit dem Fotomuseum Winterthur.

Museum Folkwang
Museumsplatz 1
45128 Essen

T +49 201 8845 000
F +49 201 889145 000
info@museum-folkwang.essen.de
museum-folkwang.de






Daten zu Joachim Schmid:

- Mis-Understanding Photography, 2014, GA

Weiteres zum Thema: Joachim Schmid



Fotografieausstellung im Museum Folkwang (16.8.-5.10.03)


Unter dem Titel “Was ich von ihnen gesehen und was man mir von ihnen erzählt hatte” -
Der fotografierte Mensch in Bildern der Fotografischen Sammlung zeigt das Museum Folkwang zeitgenössische und historische Fotografien aus seinem Bestand. Kuratiert wird das Ausstellungsprojekt von den Stipendiaten Felix Hoffmann, Katja Rossocha und Petra Steinhardt innerhalb des Förderprogramms “Museumskuratoren für Fotografie” der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung im Museum Folkwang.

Pressemitteilung / Auszug: "Der Ausstellungstitel, ein Zitat von Marcel Proust, verweist auf die Beziehungen zwischen Erzählung, Erinnerung und Darstellung. „Der fotografierte Mensch“ steht im Mittelpunkt einer zweiteiligen Ausstellung der Fotografischen Sammlung. Vorgestellt werden ca. 200 historische und zeitgenössische Fotografien aus dem eigenen Bestand.
...
Die Pose, in der sich vor allem die Blickrelation zwischen Fotograf und Fotografierten artikuliert, wird in beiden Ausstellungen Ausgangspunkt der Betrachtungen sein. Ausgewählten Positionen der konventionellen Atelierfotografie werden im ersten Teil (Teil I: 25. Mai bis 27.Juli 2003) experimentellen Bildpraktiken gegenübergestellt. Im Gegensatz dazu wird der zweite Teil des Projekts den Aspekt des Situativen thematisieren.

Parallel zur Tradition bürgerlicher Porträtateliers entwickelten sich seit der Jahrhundertwende (1900) experimentelle Bildpraktiken vor dem Hintergrund einer Vielzahl künstlerischer und gesellschaftlicher Perspektiven, die sich kaum unter einen einheitlichen Stilbegriff fassen lassen. In den Techniken der Fotocollage, Fotomontage, in Fotogrammen oder Doppelbelichtungen oder mit den stark veränderten, den Sehgewohnheiten entgegenlaufenden Perspektiven werden die technischen Möglichkeiten der Fotografie als künstlerisch gestalterische Mittel eingesetzt. Ebenso wird der Körper selbst in Selbstportraits und Bildfragmenten als Medium begriffen.

Die Ausstellung umfasst Werke von Nadar und David Octavius Hill aus dem 19. Jahrhundert, präsentiert die Fotografen August Sander, Liselotte Strelow, Nini und Carry Hess, Florence Henri, Grete Stern und Alexander Rodtschenko als Protagonisten einer modernen Bildform und stellt unter anderem mit Jo Ann Callis, Thomas Ruff, Ursula Rogg, Joachim Schmid und Manfred Willmann Positionen der Gegenwartsfotografie vor. . . ."

Ausstellungsdauer: 16.August bis 5.Oktober 2003
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr, Freitag 10.00 bis 24.00 Uhr,
Montag geschlossen

Museum Folkwang Essen | Goethestraße 41| 45128 Essen







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