Ken Okiishi Screen Presence

Projekt 25/25/25

21. 10. 2014 - 1. 02. 2015 | Museum Ludwig, Köln
Eingabedatum: 24.10.2014

bilder

Im Rahmen der groß angelegten dezentralen Ausstellungsinitiative „25/25/25“ bringt die Kunststiftung NRW zu ihrem 25jährigen Bestehen 25 internationale Künstlerinnen und Künstler mit 25 städtischen Museen des Landes zusammen. Für das Museum Ludwig lud eine Expertengruppe den New Yorker Künstler Ken Okiishi (geb. 1978) ein, aus der Begegnung mit der Sammlung des Museum Ludwig ein neues künstlerisches Werk zu entwickeln. Okiishi, der sich in seinen letzten Arbeiten mit dem spannungsvollen Verhältnis von gemaltem und elektronischem Bild, von Gestischem und Datenmaterial beschäftigt hat, tritt in einen vergleichbaren Austausch mit Werken von Yves Klein und Günther Uecker aus der Sammlung des Museum Ludwig. An drei Orten in der Sammlung werden seine neuen Arbeiten ausgestellt.

Ken Okiishi hat für sein Projekt „Screen Presence“ Günther Ueckers Nagelrelief weiß-weiß von 1961 abgefilmt. Er zeigt diese Bildschirm-Kopie des Uecker-Werks in Originalgröße auf einem Monitor. Der Bildschirm wird in der Nähe des Originals von Uecker präsentiert, sodass der Museumsbesucher beide Werke gleichzeitig betrachten kann. Okiishi bearbeitet den Monitor mit Nägeln, die er in einer Weise auf den Bildschirm klebt, dass die Nägel in einen spannungsvollen Austausch mit der in die Fläche des Screens gebannten Materialität des Werkes von Günther Uecker geraten.

Diesen mit Nägeln versehenen Bildschirm filmt Okiishi wiederum ab und zeigt die Videobilder auf einem großen Bildschirm in der Sammlung Haubrich, gegenüber einem Porträt des Sammlers, der dem Wallraf-Richartz-Museum vor der Gründung des Museum Ludwig 1946 seine Sammlung klassischer Moderne vermachte. Auch der Bildschirm, auf dem das zweite Video ausgestrahlt wird, bearbeitet Ken Okiishi, so dass die originalen Werke der Vorbilder in eine komplexe Beziehung untereinander gebracht werden.

In einer ähnlichen Weise verfährt Okiishi mit Monochrom blau: IKB 73 und Blaues Schwammrelief: RE 19 von Yves Klein, die er ebenfalls abfilmt und die Monitore dann mit Farben bearbeitet. Dieses Werk wird in einem Raum mit Blick auf den Rhein präsentiert. Der Besucher trifft zufällig auf solche „Störimpulse“, wie Okiishi seine Werke selbst bezeichnet, wenn er den wunderbaren Ausblick auf den Fluss genießen möchte.

Okiishi beschäftigt sich mit der heutigen Wahrnehmung über Bildschirme, die teilweise die Betrachtung des Originals überflüssig zu machen scheint. Kunstwerke und Ausstellungen gelten als „gesehen“, auch wenn dies nur über den Computer- oder Smartphone-Bildschirm geschehen ist.

In seiner Arbeit stellt Ken Okiishi die besondere Materialität des Videobildes der Aura des Originals gegenüber. Er begibt sich immer wieder auf Spuren vergangener Kunst – aber nicht, um diese zu vereinnahmen, sondern um die Gegenwärtigkeit des Vergangenen in neuen Arbeiten sichtbar zu machen.

Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz,
50667 Köln

museum-ludwig.de

Presse






Daten zu Ken Okiishi:

- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- Frieze London 2013
- Speculations on Anonymous Materials , 2014
- Whitney Biennale 2014

Weiteres zum Thema: Ken Okiishi



Liebe ist kälter als das Kapital


Der Titel der großen Gruppenausstellung im Kunsthaus Bregenz Liebe ist kälter als das Kapital ist gestohlen. Entwendet wurde er dem gleichnamigen Theaterstück des aktuell viel diskutierten postdramatischen Bühnenregisseurs René Pollesch, der in seinen Werken die neoliberale Ausbeutung des Privaten und Persönlichen durch ökonomische Interessen verhandelt. Das zunehmende Verschwinden industrieller Produktion und das verstärkte Aufkommen serviceorientierter Dienstleistungen fordern deutlicher als früher den emotionalen Einsatz der Arbeiter, lassen Gefühle – seien sie nun vermeintlich echt oder lediglich vorgetäuscht – immer umfassender zum Bestandteil immaterieller, warenförmiger Produkte werden.
Auch in dem Film Liebe ist kälter als der Tod aus dem Jahr 1969 von Rainer Werner Fassbinder dreht sich alles um die Liebe und ihr Verhältnis zum Geld. Ein kompliziertes, durch Begierden und Sehnsüchte bestimmtes Dreiecksverhältnis zwischen dem von Fassbinder selbst gespielten Zuhälter Franz, seiner Freundin, der Prostituierten Joanna (Hanna Schygulla), und dem Gangster Bruno (Ulli Lommel) führt in diesem ersten abendfüllenden Spielfilm von Fassbinder zu einem furiosen Showdown, bei dem auf der Flucht vor der Polizei die Leiche Brunos von den beiden anderen aus dem fahrenden Auto gestoßen wird.
Emotion, Leidenschaft, Fürsorge, wenn nicht sogar Liebe sind die augenscheinlichen Themen der aktuellen Bregenzer Ausstellung. Dabei schwingt jedoch in dieser essayistisch konzipierten Schau stets auch die vertrackte Mehrdeutigkeit der an Zuneigung orientierten Begriffe mit.
Denn bei den ausgestellten Werken lässt sich nicht immer eindeutig sagen, ob es sich hier um die vermeintlich romantische Vorstellung sogenannter »wahrer« Liebe oder doch eher um ihre durch wirtschaftliche beziehungsweise andere gesellschaftliche Aspekte »befleckte« Variante handelt. Spätestens seit dem Ende der Nullerjahre fällt es zunehmend schwer, eine Grenze zwischen dem eigenen Persönlichen und dem Öffentlichen zu ziehen. Um diese These zu untermauern, bedarf es nicht so sehr eines Blicks auf die digitalen sozialen Netzwerke, bei denen die Aktivitäten der Nutzer, ihre Beziehungen, Vorlieben und Hobbys nach dem Kriterium ihrer materiellen Verwertbarkeit für die Konsum- und Unterhaltungsindustrie abgeschöpft werden. Auch in anderen Arbeits- und Freizeitbereichen gewinnen die sogenannten weichen, emotionsorientierten Faktoren an Bedeutung für ökonomische Interessen.
Trotzdem wäre es irreführend, hieraus die Abwesenheit von realen Gefühlen und spürbarer Empathie im gesellschaftlichen Geschehen zu postulieren. Im Gegenteil, das
Begehren nach persönlicher und sozialer Sinnstiftung jenseits eines ökonomischen Nutzens ist größer denn je. Spätestens seit den aktuellen Finanzkrisen in der Folge des Banken-Crashs 2008 und der hieraus resultierenden Occupy-Bewegung sowie dem Auftreten anderer vehement an das Soziale appellierender gesellschaftlicher Gruppierungen lässt sich die Suche nach alternativen Lebensmodellen breitenwirksam im öffentlichen Diskurs nachvollziehen.
Vor diesem Hintergrund und mit dem Bewusstsein der gegenseitigen Beeinflussung von Kunst und Gesellschaft beschäftigt sich die Ausstellung unter anderem mit folgenden Fragestellungen: Wie thematisieren Künstlerinnen und Künstler das Verhältnis von Emotion und Ökonomie?
Welche Rolle spielen Emotionen im ökonomischen Handeln? Wie reflektieren Kulturschaffende die Ambivalenz persönlicher und sozialer Empathie im Spannungsfeld von Authentizität und inszenierter Verführung?
Dabei nutzen einige der vorgestellten Positionen inszenatorische und zuweilen performative Vorgehensweisen, die mitunter nur ein schmaler Grat von den Praktiken des Theaters und seinen bühnenbildnerischen Mitteln trennt. Viele der Installationen, Objekte und Videos sind speziell für die Ausstellung entstanden. Darüber hinaus sind bedeutende, bereits heute zum Kanon der zeitgenössischen Kunst zählende Arbeiten von Hans Haacke, Isa Genzken und Cindy Sherman zu sehen. Zu den historischen Höhepunkten der Ausstellung können die berühmten Werke des legendären New Yorker Künstlers Keith Haring gerechnet werden, die schon in den 1980er Jahren eindringlich das Verhältnis von Liebe, Sexualität und Kommerz in neuartigen Bildfindungen zum Ausdruck brachten.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler
Neil Beloufa, Minerva Cuevas, Mariechen Danz, Isa Genzken, Hans Haacke, Keith Haring, Teresa Margolles, Ken Okiishi, Julika Rudelius, Yorgos Sapountzis, Cindy Sherman,
Andreas Siekmann, Dirk Stewen, Pascale Marthine Tayou, Rosemarie Trockel, Cathy Wilkes.

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10 – 18 Uhr
Donnerstag 10 – 21 Uhr

Kunsthaus Bregenz
Karl-Tizian-Platz
Kunsthaus Bregenz


Joan Mitchell



Zusammen mit dem Museum Ludwig in Köln und in Kooperation mit der Joan Mitchell Foundation New York präsentiert das Kunsthaus Bregenz 2015 eine große Überblicksausstellung der legendären Künstlerin Joan Mitchell (1925–1992). Der Fokus der Schau liegt auf ihrer Malerei – angefangen bei frühen Arbeiten aus den 1950er Jahren bis hin zum Spätwerk ihrer letzten Lebensjahre.

Kunsthistorisch wird ihr Schaffen in der Nachfolge des abstrakten Expressionismus beziehungsweise im Umfeld der New York School verortet. Die Schau im Kunsthaus Bregenz stellt mit annähernd dreißig, teils sehr großformatigen, mehrteiligen Bildern eine der bedeutendsten Protagonistinnen der Kunst des 20. Jahrhunderts vor. Während sie die ersten prägenden Einflüsse in ihrer amerikanischen Heimat erhielt – 1925 in Chicago geboren, lebte sie bis zu ihrer Übersiedlung nach Frankreich in den 1950er Jahren meist in New York – gewann die Kunst Europas für sie zunehmend an Bedeutung. Wie kaum einer anderen Künstlerin gelingt es ihr, landschaftliche Phänomene wie Licht, Wasser und Pflanzen in ihre atmosphärisch aufgeladenen Bilder zu übertragen und gleichzeitig eine vollkommen autonome Abstraktion beizubehalten.

In ihrer zutiefst eigenständigen Bildsprache treten Kalkül und Emotion in mitunter sehr großformatigen Formaten in einen Dialog, der die Betrachter gleichermaßen sinnlich verführt und intellektuell stimuliert. Vor allem in den späten mehrteiligen Arbeiten öffnen sich Bildräume, deren Farb- und Tiefenakzentuierungen sich einem genauen Ausloten verweigern und die Betrachter förmlich ins Bild ziehen.

Die Ausstellung vereint Arbeiten aus Museen wie dem Museum of Modern Art in New York, dem Centre Pompidou in Paris sowie aus der Joan Mitchell Foundation mit Werken aus Privatsammlungen, die bisher noch nie oder nur selten in der Öffentlichkeit zu sehen waren.

Darüber hinaus widmet sich ein großer Teil der Ausstellung der erstmaligen Präsentation des Archivmaterials aus der Joan Mitchell Foundation. Anhand von filmischen und fotografischen Aufnahmen, Korrespondenz, Einladungskarten sowie Postern und anderen Ephemera wird die schillernde Person Joan Mitchell und ihre vielfältigen Beziehungen zu bildenden Künstlern, Literaten und
Persönlichkeiten der kulturellen Welt ihrer Zeit beleuchtet.

So stand sie mit Elaine de Kooning, Franz Kline, Jean-Paul Riopelle sowie mit Frank O’Hara und Samuel Beckett in engem Kontakt. Schon zu Beginn ihrer Karriere nahm Joan Mitchell 1959
an der documenta II in Kassel teil, ihre Werke sind in den Sammlungen der wichtigsten Museen in den USA und Frankreich vertreten.

Dass ihr dennoch im internationalen Ausstellungswesen bis heute nicht die Beachtung zukommt wie ihren nur unwesentlich älteren männlichen Malerkollegen Jackson Pollock, Franz Kline oder Willem de Kooning, ist ein Umstand, den sie mit anderen Malerinnen ihrer Generation teilt. Mittlerweile haben allerdings nicht nur der Kunstmarkt, auf dem kürzlich eines ihrer frühen Bilder als teuerstes Werk einer Künstlerin überhaupt veräußert wurde, sondern vor allem junge Künstlerinnen und Künstler Joan Mitchell und ihre Kunst entdeckt. Dies liegt neben ihrer emanzipatorischen Haltung nicht zuletzt auch an der besonderen Positionierung ihrer Malerei, die – wie ihre eigene Biografie – zwischen den verschiedenen kulturellen Welten der USA und
Europa angesiedelt ist.

Zur Ausstellung publiziert das Kunsthaus Bregenz einen Katalog mit Textbeiträgen von Yilmaz Dziewior, Suzanne Hudson und Ken Okiishi sowie einem Gespräch zwischen Isabelle Graw und Jutta Koether.


Kunsthaus Bregenz
kunsthaus-bregenz.at



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