Lucian Freud und das Tier

Überblicksschau

noch bis 7.6. 2015 | Museum für Gegenwartskunst Siegen
Eingabedatum: 25.05.2015

bilder

Lucian Freud gilt als einer der wichtigsten Porträtmaler des 20. Jahrhunderts. Mit seinen großformatigen, überwältigenden Aktgemälden erwarb er sich den Titel „Maler des Fleisches“. 1997 erhielt Freud den Rubenspreis der Stadt Siegen. Das Museum für Gegenwartskunst Siegen würdigt den ehemaligen Preisträger nun mit der Ausstellung „Lucian Freud und das Tier“ und stellt damit zum ersten Mal diejenigen seiner Werke in den Mittelpunkt, die sich der Darstellung von Tieren widmen.



Lucian Freud, Chicken on a Bamboo Table (Huhn auf einem Bambustisch), 1944. Privatsammlung, © The Lucian Freud Archive, Estate of Lucian Freud / Bridgeman Images


Bereits in Freuds frühen Werken spielten Tierdarstellungen eine wichtige Rolle. Als er sich später den Menschen zuwendet, sind Tiere oft nur noch als Begleiter im Porträt zugegen. Jedoch verliert er das einzelne Tier nicht aus dem Blick. Doppel- oder Dreifachporträts von Mensch und Tier zählen zu seinen bekanntesten Werken. Im Blick auf sein Gesamtwerk wird deutlich, dass Lucian Freud der Tierdarstellung die gleiche Aufmerksamkeit schenke wie seinen menschlichen Porträts.

In der Siegener Überblicksschau sind insgesamt rund 30 Tierdarstellungen Lucian Freuds zu sehen, darunter Gemälde, Radierungen und Zeichnungen. Viele dieser Arbeiten stammen aus Privatbesitz und sind daher zum ersten Mal überhaupt öffentlich zugänglich. Der Ausstellungsrundgang beginnt mit ganz frühen Tierzeichnungen aus den 1940er Jahren und endet mit dem letzten, unvollendet gebliebenen Gemälde „Portrait of the Hound“ (Abb. 3) aus dem Jahr 2010/2011. Zugleich ist die Lucian Freud-Ausstellung im Museum für Gegenwartskunst Siegen die erste Präsentation, die das Motiv des Tieres bei Freud als eigenes Ausstellungsthema würdigt. Die Ausstellung wird kuratiert von Ines Rüttinger, die sich aktuell mit dem Thema in ihrer Promotion beschäftigt.



Lucian Freud malt "Grey Gelding" ("Grauer Wallach"). Foto David Dawson, 2003, (c) The Lucian Freud Archive, Estate of Lucian Freud / Bridgeman Images. Photo Dawid Dawson


Es erscheint ein Ausstellungskatalog (ca. 120 Seiten) im Snoeck-Verlag mit einem Vorwort von Eva Schmidt, einem Text von Ines Rüttinger und einem farbigen Bildteil, der alle Werke der Ausstellung detailliert vorstellt.

ÖFFNUNGSZEITEN
Täglich 11–18 Uhr
Donnerstag 11–20 Uhr
Montag geschlossen
Feiertage 11–18 Uhr

Museum für Gegenwartskunst Siegen
Unteres Schloss 1
57072 Siegen
t 0271 405 77 10
f 0271 405 77 32
info@mgk-siegen.de
mgk-siegen.de
facebook.com/MGK.Siegen

EINTRITTSPREISE
Eintritt Erwachsene: 5,90 EUR
Ermäßigt: 4,60 EUR (Kinder bis 16 Jahre, Schüler, Studenten, Zivil- und Wehrdienstleistende, Siegen-Ausweis)
Gruppen: 4,10 EUR ab 10 Personen (pro Person)
Familien: 11,00 EUR (Eltern mit Kindern unter 16 Jahren)

Mitglieder des Freundeskreises und der jungenkunstfreundesiegen Eintritt frei.

Führungen: 60,00 EUR zzgl. Eintritt
Terminbuchung unter Tel. 0271 - 405 77 10

Kombiticket für das Museum für Gegenwartskunst und das Siegerlandmuseum (Oberes Schloß):
Erwachsene: 7,50 EUR
Ermäßigt: 4,90 EUR (Kinder bis 16 Jahre, Schüler, Studenten, Zivil- und Wehrdienstleistende, Siegen-Ausweis)
Familien: 13,60 EUR (Eltern mit Kindern unter 16 Jahren)
Gruppen ab 10 Personen: 5,30 EUR (pro Person)
Das Kombiticket kann in beiden Museen erworben werden.

Schulklassen: Führung mit anschl. Workshop (Dauer 120 Min.) 43 Euro je Gruppe plus Eintritt 1 Euro je Schüler; 1 Euro je begleitender/m Lehrer/in; mit Schuljahreskarte Eintritt frei
Terminbuchung unter Tel. 0271 - 405 77 10

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Daten zu Lucian Freud:

- Art Basel 2013
- Art Basel Hong Kong 2014
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- Matthew Marks Gallery
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt
- Sammlung MMK, Frankfurt
- Tate Post War Collection ,London

Weiteres zum Thema: Lucian Freud



London überholt New York - Kunstmarktbilanz des 1. Halbjahres 2005


Der Kunstmarkt weitet sich weiter aus: Im ersten Halbjahr 2005 konnte man wieder ein Wachstum von 10,2 % verzeichnen. Interessant gestaltet sich dabei der Schaukampf der beiden Kunstmetropolen New York und London, den dieses Jahr wohl die englische Hauptstadt für sich entscheiden wird.
Dort wuchs so der Markt um sagenhafte 19 %. Insgesamt 854 Millionen US-Dollar wurden umgesetzt. Highlights bei den Auktionen waren beispielsweise Chaïm Soutines "Le pâtissier de Cagnes", das bei Christie’s für 4,5 Millionen britische Pfund verkauft wurde und Kees van Dongens "Femme a grand chapeau", für das ein Bieter den gleichen Betrag bei Sotheby’s aufbrachte. Großbritannien setzte so im ersten Halbjahr ansehnliche 38,2 % des weltweiten Umsatzes auf dem Kunstmarkt um. Sechs der zehn höchsten Auktionserlöse 2005 wurden in London erzielt.
Die USA dagegen können nur ein geringes Wachstum von 2,9 % verzeichnen, 833 Millionen US-Dollar wurden so in den Vereinigten Staaten investiert. London setzt sich also 2005 allen Anschein nach gegen New York durch, auch wenn die Auktionsrekorde freilich noch in den Staaten erfolgen: Constantin Brancusis Skulptur "Oiseau dans l’espace" avancierte bei Christie’s, New York, mit einem Preis von 24,5 Millionen US-Dollar zur teuersten Skulptur der Welt. Edward Hoppers "Chair Car" brachte es auf immerhin 12,5 Millionen US-Dollar.
Platz Drei auf der Skala belegt das wachstumsschwache Frankreich: Mit gerade mal 5,7 % Anteil am weltweiten Umsatz, fiel man bei den Verkaufserlösen um ganze 18 % nach unten. Den interessantesten Preis kann Gustave Miklos für sich verzeichnen, von dem eine Skulptur, die ursprünglich zwischen 180.000 und 200.000 Euro angesetzt, für unerwartete 1,4 Millionen Euro bei Le Mouel-Cabinet Camard an den Mann gebracht wurde.
Die vierte Position beansprucht Italien für sich. Der Kunstmarkt wuchs 2005 bisher um 10 % und verzeichnet einen Umsatz von 76 Millionen US-Dollar. Highlight: Arturo Martinis "Donna che nuota sott’acqua" bei Christie’s in Mailand, das einen Wert von 2,02 Millionen Euro erzielte.
Auf Platz fünf dagegen etablierte sich Deutschland, dass das eindrucksvollste Wachstum von 38 % vorweisen kann - auch wenn bei keiner einzigen Auktion ein Verkaufspreis von über 500.000 Euro - übrigens ähnlich wie in Belgien, Dänemark, Schweden und den Niederlanden - erzielt werden konnte.
Insgesamt sind die Preise nach Berechnungen von artprice.com um 4,1 % im Vergleich zum Vorjahr angestiegen und dennoch werden ganze 88 % aller künstlerischer Arbeiten noch immer für unter 10.000 US-Dollar verkauft, lediglich 251 Arbeiten wurden weltweit für mehr als eine Million US-Dollar erstanden.
Und auch bei den renommierten Künstlern gibt es Gewinner und Verlierer: Picasso beispielsweise büßte ganze 107 Millionen US-Dollar Verkaufsvolumen im Vergleich zum gleichen Zeitrahmen im Vorjahr ein; freilich begünstigt durch den Jahrhunderterlös von "Garcon à la pipe" im Jahr 2004. Als Gewinner gelten Constantin Brancusi, Lucian Freud ("Red haired Man on a Chair" erzielte bei Christie’s in London immerhin 3,7 Millionen britische Pfund), Max Beckmann und Kees van Dongen. Zu den Verlieren werden die Impressionisten Manet, Monet und Matisse, sowie die Künstler Renoir und Schiele gezählt, die allesamt im Vergleich zum Vorjahr weniger an Verkaufsvolumen auslösen konnten.

M.M.

Zurück zur Figur. Malerei der Gegenwart - Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München (2.6.–13.8.06)


In diesem Sommer zeigt die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung eine große Gruppenausstellung unter dem Titel "Zurück zur Figur. Malerei der Gegenwart". Als Reaktion auf den figurativen Malerei-Boom, den der Kunstmarkt in den letzten Jahren verzeichnet hat, versammelt dieses Projekt Bilder von mehr als 80 nationalen und internationalen Künstlern.
Konzentriert auf die Auseinandersetzung mit dem Bild des Menschen - also weder Landschaft noch Stillleben sind hier mit Figuration gemeint - wurde junge Kunst ausgesucht. Hierbei war nicht das Alter des Künstlers, sondern das Entstehungsdatum des Werkes ausschlaggebend.
So zeigt die Ausstellung nur Bilder, die nach dem Jahr 2000 gemalt wurden. Dadurch entsteht ein Kaleidoskop aktueller Malerei, das erstmals einen kritischen Überblick auf die Figuration im 21. Jahrhundert ermöglicht.

Die Kuratoren der Ausstellung, Dr. Christiane Lange, seit 1.3.06 Direktorin der Hypo-Kunsthalle und Dr. Florian Matzner, Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München, gliedern die etwa 120 Werke unter folgenden Überschriften wie beispielsweise: sachlich-magisch-surreal, pop-crossover-subkultur, porträt, körper und psyche, alltag-gesellschaft-politik, welten-gegenwelten. Durch ihre Zusammenstellung machen die Bilder deutlich, welche Genres und Traditionslinien für die aktuelle Malerei wichtig sind. Ein besonderer Reiz liegt im Dialog der verschiedenen Generationen, denn "Altmeister" wie Lucian Freud, Eric Fischl, Mel Ramos, Alex Katz oder Maria Lassnig sind ebenso zu sehen sein wie Jungstars der Szene, Neo Rauch, Jenny Saville, John Currin oder Glenn Brown, um einige wenige zu nennen. Aber auch weitgehend unbekannte Künstler können und sollen in dieser Ausstellung entdeckt werden.

Die beiden großen Linien der Moderne, Abstraktion und Figuration, verliefen immer parallel, letztere jedoch wurde bereits unzählige Male für tot erklärt. Der Titel der Ausstellung "Zurück zur Figur" meint keineswegs eine Zurückwendung oder gar einen Rückschritt zu überkommenen Modellen. Vielmehr will er Anregung sein, darüber nachzudenken, ob es analog zum "Retour á l’ordre" in den 1920er Jahren auch heute gesellschaftliche Verunsicherungen gibt, die Auslöser für den figurativen Trend unserer Gegenwart sind.

Die Ausstellung präsentiert dem Besucher einen Überblick über die Bandbreite aktueller figürlicher Malerei. Sie gibt Anreiz deren Vielfalt vor den Originalen zu entdecken. Für den Szenekenner ermöglicht die Übersicht zum gegenwärtigen "Malerei-Boom" eine kritische Bilanz zu ziehen.

Die Ausstellung begleitet ein umfangreicher Katalog, der im Prestel Verlag München erscheint. Er enthält Aufsätze von Robert Fleck, Cornelia Gockel, Julia Haußmann, Christiane Lange, Florian Matzner und Reinhard Spieler. Der Katalogteil, in dem wie immer alle ausgestellten Werke farbig abgebildet sind, läßt sich, anhand der Künstlernamen von A-Z gegliedert, wie ein kleines Lexikon der Malerei der Gegenwart benutzen. Der Katalog kostet in der Kunsthalle EUR 25. ... (Presse/KH der Hypo-Kulturstiftung)

Abbildung: Joanna Price, Good form and nice style, 2003-2005, Öl/Leinwand, 122 x 122 cm, Courtesy Galerie Heufelder & Koos, München
© Joanna Price

Öffnungszeiten: Täglich 10-20 h


Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
D - 80333 München




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