Florian Graf

«Chamber Music»

18. 04. - 28. 06. 2015 | Kunst Halle Sankt Gallen
Eingabedatum: 16.04.2015

bilder

Ganz im Sinne eines Flaneurs, der sich treiben lässt, um zu beobachten und zu reflektieren, bewegt sich Florian Graf durch die Welt. Vor allem architektonischen und sozialen Situationen und deren gegenseitiger Wechselwirkung gilt seine Aufmerksamkeit. Insbesondere wie wir uns im Leben einrichten und welche Wirkung Räume auf uns haben, interessiert den Kosmopolit mit Appenzeller Wurzeln. Grafs Auseinandersetzung mit den emotionalen, intellektuellen und psychologischen Aspekten von Raum findet in verschiedenen Medien statt, die von Zeichnungen, Skulpturen und Filmen bis zu Interventionen, Installationen und Aktionen im öffentlichen Raum reichen.

In seiner spezifisch für die Räumlichkeiten der Kunst Halle Sankt Gallen komponierten Ausstellung «Chamber Music» untersucht Florian Graf die Triade von öffentlichem Raum, privatem Raum und Natur-Raum. Jeweils ein Bereich nimmt einen der drei Ausstellungssäle ein. Das poetische Bild, das Graf erzeugt, regt1 zum Nachdenken an, wie sich der öffentliche Raum wandelt, wie sich die Wünsche für den privaten oder intimen Raum ändern, und wie das Verhältnis zur Landschaft oder zur “Natur” zu einer neuen Herausforderung geworden ist.

Ausgangspunkt für diese Überlegungen ist die Beobachtung, dass die Lebensformen unserer globalen Gesellschaft zwischen alten, immer noch prägenden Gesellschaftsmodellen und der Ahnung einer prekären Zukunft pendeln, die nicht mit klaren Visionen oder Utopien verbunden ist. In diesem Kontext wird das Wohnen, das “sich-in-der-Welt-einrichten” und damit der Raum selbst zur Frage.

Graf reflektiert das Wesen und die Wirkung von öffentlichem, privatem und Natur-Raum mithilfe dreier Formen, die in allen Ausstellungsräumen in verschiedenen Materialien und Dimensionen auftauchen und jeweils unterschiedliche Rollen einnehmen. Im ersten, dem öffentlichen Raum, können die drei Formen am ehesten als architektonische Elemente bezeichnet werden: Sie sind Säule, Durchgangsportal, Gebäude und Skulptur zugleich und evozieren das Gefühl, sich in der Stadt zu bewegen. Im zweiten Raum, dem privaten (Wohn-) Raum, sind die drei Formen rein dekorative Elemente: Als Keramikvasen verschönern sie den Raum und tragen zu seiner Wohnlichkeit bei. Im letzten Saal, der vom Menschen beeinflussten Natur oder künstlichen Landschaft, tauchen die Formen wieder als Skulpturen mit einem Sockelensemble auf, in Form eines Brunnens, an ein Grabmal erinnernd oder als Blumentrog.

Transformation – ein wiederkehrendes Thema in Florian Grafs künstlerischem Schaffen – ist in der St. Galler Ausstellung Teil seiner Reflexion über das Wesen und die Wirkung von Räumen und verweist insbesondere auf die wechselnden Rollen, die wir als BenutzerInnen des öffentlichen, privaten oder des Natur-Raums einnehmen. Mit architektonischen Interventionen, Display-Varianten und Materialübersetzungen fordert er kritisch und doch humorvoll zum Dialog mit 1prägenden Lebens- und Gesellschaftsmodellen auf.

Florian Graf (*1980 in Basel/CH) studierte am School of the Art Institute of Chicago (Fulbright Fellow), am Edinburgh College of Art (MFA with Distinction), an der 1Royal Drawing School, London (Postgraduate Programme), dem Watermill Center, International Summer Arts Program, New York, sowie an der ETH Zürich (M. Sc. Architecture ETH, Diplom mit Auszeichnung). Heute lebt und arbeitet er in Basel. Einzelausstellungen (Auswahl): Krasnoyarsk Museum Center, Krasnojarsk (2014); Wettsteinplatz Basel während Art Basel (2013); Zeppelin Museum Friedrichshafen (2012); Curtat Tunnel, Lausanne; Abbatiale de Bellelay (2011).

Gruppenausstellungen (Auswahl): Ausstellungsraum Klingental, Basel; Bex & Arts,Triennale de Sculpture, Bex; Kunst Raum Riehen; Bâtiment d'Art Contemporain (BAC), Genf (2014); Kunsthalle Vogelmann, Städtisches Museum Heilbronn; Réunion, Zürich; Kunstmuseum Olten (2013); Moscow Museum of Modern Art (2010); Edinburgh Art Festival (2009).




Kunst Halle Sankt Gallen
Davidstrasse 40
CH-9000 St. Gallen

k9000.ch


Presse








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Ewige Gegenwart


Kunst auf Papier hat in Zürich ihren grossen Auftritt: Das Helmhaus und die Graphische Sammlung der ETH zeigen unter dem Titel «Ewige Gegenwart» gemeinsam Druckgraphik, Zeichnungen und Fotografie – rund 400 zeitgenössische Werke aus dem Besitz der Graphischen Sammlung ETH Zürich, die 2017 ihr 150-jähriges Bestehen feiert.
Nie zuvor waren so viele Werke aus der Graphischen Sammlung ETH Zürich gemeinsam ausgestellt: Arbeiten aus den letzten zwanzig Jahren von 45 Künstlerinnen und Künstlern. Die meisten von ihnen stammen aus der Schweiz, sind jünger oder bereits arriviert, andere sind internationale Stars. Die Ausstellung an zwei Standorten ergibt Gelegenheit zu einer Übersicht über das neuere Kunstschaffen in einem Medium, das in seiner Kombination aus Handwerk, Form und Inhalt auf eine grosse Tradition verweist – und das immer wieder innovative, überraschende Ergebnisse hervorbringt.
Die Kooperation mit dem Helmhaus Zürich eröffnet gleich drei neue Perspektiven auf die Bestände der Graphischen Sammlung. Gemeinsam für die Auswahl der Werke besorgt waren Linda Schädler, seit dem vergangenen Frühjahr neue Leiterin der Graphischen Sammlung ETH Zürich, und Simon Maurer, Leiter des Helmhaus Zürich. Die dritte Perspektive ist die der Besucherinnen und Besucher beider Ausstellungen: Ihnen bietet sich die Möglichkeit, aus nächster Nähe Zeichnungen, Fotografien und Druckgraphik zu entdecken.

Der Titel der Ausstellung – «Ewige Gegenwart» – bezieht sich auf ein Buch des Schweizer Architekturhistorikers Sigfried Giedion (1888–1968). Das Kuratorenteam wendet die ewige Gegenwart hier auf das unendliche Aktualitätspotenzial von Kunstsammlungen an. In beiden Ausstellungsinstitutionen wird in jedem Saal jeweils ein Referenzwerk aus dem 15. bis 18. Jahrhundert gezeigt und somit ein historisches Spannungsfeld aufgezogen, das den Besucherinnen und Besuchern viele Fragen eröffnet: Gibt es über die Jahrhunderte hinweg gemeinsame Themen, mit denen die Kunst sich beschäftigt? Wie haben sich die ange-wandten handwerklichen Techniken entwickelt? Wie wird man in weiteren 500 Jahren unsere Gegenwart sehen?

Die Lebendigkeit einer Sammlung ergibt sich aus dem Umgang mit ihr. Die rege Sammel-tätigkeit der Graphischen Sammlung ETH Zürich, die sich auch Linda Schädlers Vorgängern verdankt – zuletzt Paul Tanner, der dieses Kooperationsprojekt initiiert hat –, zahlt sich aus, indem das Publikum sich nun mit Fragen beschäftigen kann, die unsere eigene Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft ansprechen. Die Ausstellungen im Helmhaus Zürich und in der Graphischen Sammlung ETH Zürich sind thematisch gruppiert. In den historischen Räumlichkeiten der ETH Zürich orientiert sich die Präsentation, ausgehend von der Aus-einandersetzung der Künstlerinnen und Künstler mit ihrer eigenen Rolle, an der Frage-stellung, wie auch private Themen politische Dimensionen annehmen. Im Helmhaus beginnt die Präsentation mit einer Befragung der Identität und des Körpers, geht über zu konzep-tuellen Werkgruppen und zur Auseinandersetzung mit der historischen Vergangenheit und beschäftigt sich schliesslich mit den Themen Natur und Architektur.

Liste der vertretenen Künstlerinnen und Künstler
20./21. Jahrhundert
Yann Amstutz, Emmanuelle Antille, Ian Anüll, Silvia Bächli, Baltensperger + Siepert, Marc Bauer, Christiane Baumgartner, Louise Bourgeois, Daniel Breu, Pablo Bronstein, Jake und Dinos Chapman, David Nicholas Chieppo, Silvie Defraoui, Peter Emch, Sylvie Fleury, Francesca Gabbiani, Gilgian Gelzer, Florian Graf, Mireille Gros, Fabrice Gygi, Alexander Hahn, Pascal Häusermann, Candida Höfer, David Hominal, San Keller, Per Kirkeby, Zilla Leutenegger, Alois Lichtsteiner, Lutz&Guggisberg, Jean-Luc Manz, Francine Mury, Raymond
Die Graphische Sammlung ist Teil der ETH-Bibliothek. Das Helmhaus ist eine Kulturinstitution der Stadt Zürich. 2 / 3
Pettibon, Boris Rebetez, Mario Sala, Matias Spescha, Albrecht Schnider, Kerim Seiler, Roman Signer, James Turrell, Luc Tuymans, Christian Vetter, Cécile Wick

Historische Positionen
Niccolò Boldrini, Jacques Callot, Albrecht Dürer, Hendrick Goltzius, Giovanni Battista Piranesi, Marco Ricci, Giuseppe Scolari
Die Graphische Sammlung ETH Zürich
Ob Alte Meister oder junge Schweizer Kunst – ob gedruckt oder gezeichnet: Die Graphische Sammlung ETH Zürich gehört mit ihrer hochkarätigen Kunstsammlung zu den grössten und bedeutendsten ihrer Art in der Schweiz. Sie geniesst internationales Renommee. Klingende Namen wie Dürer, Rembrandt, Vallotton oder Picasso finden sich neben Grössen wie Louise Bourgeois, Fischli/Weiss und Robert Gober. Durch kontinuierliche Ankäufe und zahlreiche Schenkungen ist die Sammlung im Laufe der Jahrzehnte weit über den ursprünglichen Rahmen einer Studiensammlung hinausgewachsen. Und sie entwickelt sich weiter und nimmt neueste nationale und internationale Tendenzen auf. Nebst einem Schwerpunkt im Bereich Alte Meister liegen grössere Werkgruppen von Schweizer Druckgraphik und Zeichnungen vom 19. bis zum 21. Jahrhundert vor.

Als Teil einer Hochschule ist es der Graphischen Sammlung wichtig, die wissenschaftliche Erschliessung, Erforschung und Digitalisierung ihrer Bestände voranzutreiben und inter-disziplinäre Fragestellungen anzuregen. Aus diesem Grund strebt sie insbesondere innerhalb (aber auch ausserhalb) der ETH Zürich über Kooperationen und Veranstaltungen einen intensiven Austausch an.

Praktische Informationen
Öffnungszeiten Graphische Sammlung ETH Zürich: täglich, 10–16.45 Uhr, Karfreitag bis Ostermontag geschlossen Helmhaus Zürich: Di–So 11–18 Uhr, Do 11–20 Uhr, Mo geschlossen, Karfreitag bis Ostermontag 11–18 Uhr
Eintritt frei (in beiden Institutionen)


ethz.ch
helmhaus.org


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    Das fotografische Werk von Talia Chetrit, die 1982 in Washington D.C. geboren wurde, zeichnet sich durch eine bemerkenswerte kompositorische Raffinesse und visuelle Kraft aus, die mit einer stringenten Programmatik einhergeht. weiter

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    Kunstsammlungen Dresden (SKD) hat die Turnerpreisträgerin erstmals nach Dresden eingeladen, eines ihrer Hauptwerke, „Study for Strings“ (2012), in einer neuen Ausführung sowie fotografische Arbeiten in der Kunsthalle im Lipsiusbau zu präsentieren.
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