RUSSISCH PARIS 1910-1960 im Van Der Heydt - Museum / Wuppertal (10. 08. - 26. 10.03)


Eingabedatum: 04.08.2003



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Noch bevor im September die groß angekündigte Ausstellung "Berlin Moskau / Moskau Berlin" im Berliner Gropius-Bau eröffnen wird, beschäftigt sich in Wuppertal eine Ausstellung mit russischen Künstlern in Paris:

Pressemitteilung / Auszug: "... Anlässlich der 300 Jahrfeier von Sankt Petersburg entstand diese umfassende Ausstellung, die sich dem Thema russische Kunst in Paris widmet. Sie wurde vom Russischen Museum in St. Petersburg kuratiert in Zusammenarbeit mit der Association Française d`Action Artistique, dem Ministère de la Culture et de la Communication de France, dem Ministerium für Kultur der Russischen Föderation , der Botschaft Frankreichs in Moskau, dem Von der Heydt-Museum in Wuppertal und dem Musée des Beaux-Arts in Bordeaux. Gezeigt werden 274 Exponate aus den Bereichen Malerei und Skulptur. Nach St. Petersburg ist das Von der Heydt-Museum in Wuppertal die einzige Station der Ausstellung in Deutschland, die danach nur noch in Bordeaux zu sehen ist.

Am Montparnasse in Paris entwickelte sich Anfang des 20. Jahrhunderts eine der größten russischen Kunstkolonien im Exil.
Wassily Kandinsky, Marc Chagall, Iwan Puni (Jean Pougny), Andre Lanskoy, Vladimir Baranoff-Rossiné, Mikhail Larionov und Natalia Goncharova gehörten ebenso dazu wie Alexander Archipenko, Jacques Lipchitz, Mané-Katz, Alexandra Exter und Leopold Survage sowie in späteren Jahren auch Nicolas de Staël und Anna Staritsky.

Die ausgestellten Werke dieser Künstler repräsentieren die Vielfalt der École de Paris, die die stilübergreifende Strömung im Paris der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bezeichnet und spannen einen Bogen von 1910-1960. Paris bildete einen Kreuzungspunkt west- und osteuropäischer Avantgarden. Die Russen verknüpften in ihren Kunstwerken die Anregungen der Moderne mit den russischen Traditionen und ihrem individuellen Streben nach Erneuerung.

Die russische Kunstgeschichte ist eng mit der Politik Russlands und der Sowjetunion verbunden. Ab1920 waren Kubismus und Abstraktion für die russischen Künstler die neuen Bewegungen in Paris. Abstraktion und Konstruktivismus waren aber in den 30er und 40er Jahren in der Sowjetunion verboten. So entstanden im französischen Exil bedeutende Werke von Survage, Kandinsky, Lanskoy, Poliakoff und de Staël. Sie setzten die abstrakten Traditionen der russischen Avantgarde der 10er Jahre auf unterschiedliche Weise fort.
Dabei ist auch die Bedeutung russischer Bildhauer hervor zu heben wie Alexander Archipenko, Jacques Lipchitz und Ossip Zadkine, die unter dem Einfluss des Pariser Kubismus neue plastische Ausdrucksformen entwickelten.

Für das Von der Heydt-Museum ist RUSSISCH PARIS die Weiterführung einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Staatlich Russischen Museum in St. Petersburg, nach den Ausstellungen Rot in der russischen Kunst,1999, Der russische Futurismus und David Burliuk, 2000 und den Präsentationen von Anna Staritsy und Alexandra Exter in 2001. Einige der ausgestellten Exponate befinden sich im Besitz des Wuppertaler Museums...."

Ausstellungsdauer: 10. August - 26. Oktober 2003

Öffnungszeiten: Di – So, 11 - 18 Uhr, Do 11 - 20 Uhr

VON DER HEYDT - MUSEUM
Turmhof 8, 42103 Wuppertal, Tel.: 0202/ 563 6231

ch








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Lehmbruck Museum (06 / 02)


Der internationale Ruf des Lehmbruck Museums gründet sich im wesentlichen auf drei Faktoren: Der von Manfred Lehmbruck errichteten und von ihm und Klaus Hänsch erweiterten Museumsarchitektur, der Sammlung zur internationalen Plastik und Objektkunst des 20.Jhs, sowie das Zusammenwirken von Architektur und Kunst im Lehmbruck-Trakt.

Geschichte
Den Grundstein für die Sammlung legten weder fürstliche noch kirchliche Institutionen, es waren einzelne Bürger, die 1902 den Museumsverein gründeten, der mit seiner Ankaufs- und Ausstellungspolitik durchaus museale Funktion erfüllte. Wichtige Impulse bekam die Sammlung durch Dr. August Hoff, der u.a. auch den Nachlass Wilhelm Lehmbrucks ins Haus holte, allerdings unter fadenscheinigen Gründen 1933 entlassen wurde. Im Zuge dieser Zeit und ihrer Ereignisse – Entartete Kunst – musste auch das Werk Lehmbrucks aus dem Museum weichen und die Leihgaben der Familie Lehmbruck zurückgegeben werden. Museumsleiter Dr. Ernst D’ham und Dr. Gerhard Händler bauten die Sammlung in den Nachkriegsjahren wieder auf und führten es innerhalb kürzester Zeit zu internationalem Ruhm. Dabei konzentrierten sie sich auf zwei Schwerpunkte: den Aufbau einer internationalen Skulpturensammlung und einer Sammlung deutscher Malerei, die mit Lehmbruck und seinen Zeitgenossen einsetzt und bis in die 70er Jahre reicht – da die Ankaufsmittel reduziert wurden, reichte der Etat nur für einzelne Käufe.

Architektur
1964 eröffnete der Museumsneubau, der vom Manfred Lehmbruck unter dem Namen Wilhelm Lehmbruck Museum im Kant-Park errichtet wurde. Dem künstlerischen Vermächtnis Lehmbrucks hat sein Sohn ein eigenes Gebäude errichtet und dafür eine den Kunstwerken korrespondierende Architektur entworfen, die sich in zwei Gebäudeteile gliedert. Auf der einen Seite die auf die Sammlung zugeschnittene Beton-Glas-Architektur mit dem schwebenden Dach und dem zentralen Lichthof ; auf der anderen Seite die Stahl-Glas-Architektur der Großen Halle, mit ihrem flexiblen Stellwandsystem, die wegen der fast kompletten Rundumverglasung natürliches Licht erhält – im Gegensatz zu den Museumsbauten der 90er, die auf indirektes Licht setzen. Kaum fertiggestellt geriet das Gebäude aufgrund seiner antipodischen Lösung im Rahmen der Suche nach der idealen Museumsarchitektur in die internationale Diskussion. Mitte der 80er wurde der Bau dann nach den Plänen von Manfred Lehmbruck und Klaus Hänsch durch einen Erweiterungsbau räumlich verdoppelt. Erstmals kann die Sammlung moderner Skulptur adäquat präsentiert werden.

Die Sammlungen
Die Sammlung kennzeichnet das Lebenswerk von Wilhelm Lehmbruck, der in Duisburg geboren wurde. Auf verschiedenen räumlichen Ebenen lässt sich der künstlerische Werdegang direkt nachvollziehen. Dieser beginnt auf der oberen Galerie mit den Frühwerken der Düsseldorfer Akademiezeit und führt zu den Meisterwerken der Pariser Epoche mit der 1910 geformten Stehenden weiblichen Figur, die den Weltruhm des Künstlers begründete. Der Weg führt die Treppe hinunter zu den expressiven Hauptwerken, wie etwa dem Emporsteigenden Jüngling. Aber auch Werke internationaler Bildhauer sind dort ausgestellt. Der Rundgang durch die Vielfalt der modernen Plastik beginnt in den Kabinetten unterhalb der Haupthalle mit Barlach und Kollwitz. Der Weg führt weiter die Treppe hinauf in die Fenstergalerie, wo Arbeiten des Kubismus und Konstruktivismus das Ambiente beherrschen. Archipenko, Villon, Lipchitz, und viele andere prägten dieser Kunstrichtung, in deren Zentrum Brancusi steht.

Die graphische Sammlung des Museums konzentriert sich im wesentlichen auf die Zeichnung und Druckgraphik, seit einigen Jahren auch auf die Photographie von Bildhauern des 20. Jhs, die in der Skulpturensammlung vertreten sind.

Weitere Aktivitäten
Seit 1990 beteiligte sich das Museum im Rahmen der Industriekultur (Aufstellung von Großskulpturen aus Eigenbesitz im Stadtraum, an der Brunnenmeile Königstraße, U-Bahn-Kunst, der Rheinorange von Lutz Fritsch an der Rhein-Ruhr-Mündung und dem Garten von Dani Karavan am Innenhafen – einem Kunstprojekt im Landschaftspark Duisburg-Nord.

Adresse: Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum
Zentrum Internationaler Skulptur
Friedrich-Wilhelm-Straße 40
47049 Duisburg


Tel.: 0203-283 2630
Fax: 0203-283 3892
Internet: lehmbruckmuseum.de
e-mail: info@lehmbruckmuseum.de



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