herman de vries. stein, erde, holz

26.06. - 09.10.2016 | Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt
Eingabedatum: 30.06.2016

bilder

stein, erde, holz – Dieser Titel kündigt kurz und bündig an, was im Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt vom 26.06. bis 09.10.2016 zu sehen sein wird. Was danach klingt, als ob Natur „bloß“ in den Ausstellungsraum gebracht werden würde, bedeutet stattdessen: Natur wird zur Kunst. Möglich macht dies der niederländische Künstler herman de vries. Ihn mit seinen Arbeiten nach Ingolstadt zu holen, ist dem Museum für Konkrete Kunst gelungen – ein Coup, da er doch seit einigen Jahren ein Star der zeitgenössischen Kunstszene ist und von vielen großen Museen angefragt wird.
„Gefundene Skulpturen“
herman de vries (*1931 in Alkmaar) arbeitet seit Jahrzehnten ausschließlich mit Fundstücken aus der Natur. Er sammelt weltweit Erdproben und durchstreift seine Wahlheimat – den Steigerwald – auf der Suche nach Hölzern, Blättern und Steinen, die ihn besonders ansprechen. Wie ein Naturwissenschaftler sortiert er seine Funde und bringt sie in visuelle Ordnungen. Durch die museale Präsentation mit Sockeln oder als strenge Boden- und Wandarbeiten lenkt herman de vries den Blick auf die Einzigartigkeit und Schönheit der Natur. Aus Natur wird mittels des Künstlers Kunst. Er erschafft unverwechselbare „Sculptures trouvées“ (gefundene Skulpturen), wie er sie selber nennt.
Erdarbeiten von und für Ingolstadt
In seiner Ingolstädter Ausstellung konzentriert sich herman de vries ausschließlich auf Erden, Hölzer und Steine. Jede dieser Werkgruppen ist durch wichtige Exponate aus der jüngeren Zeit vertreten. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Erden. Denn herman de vries zeigt erstmals seinen umfangreichen Erdkatalog, der im Zusammenhang mit seinem sogenannten „Erdmuseum“ (1999) in Frankreich entstand: de vries rieb je 20 Erdproben auf einem Papier aus und veranschaulicht so auf insgesamt 472 Blättern die unglaubliche Farbigkeit der Natur.
Neben bereits existierenden Werken wird das Museum für Konkrete Kunst in der Ausstellung auch eine Arbeit vorstellen, die explizit von und für Ingolstadt entsteht. Zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern aus der Region hat das Museum im Vorfeld der Schau verschiedene Erden gesucht und gesammelt, die nun in einer 12-teiligen Erdarbeit präsentiert werden. Auch die heimischen Erden zeichnen sich durch ihre besondere Farbvielfalt aus.

Der Künstler herman de vries lebt seit 1970 in Knetzgau bei Eschenau. Er arbeitete in seiner Jugend als Gärtner und Biologe und stellte frühzeitig in seinem künstlerischen Schaffen die Natur in den Mittelpunkt. Er verstand sein Werk immer im Kontext der Konkreten Kunst und nahm deshalb auch gerne die Einladung nach Ingolstadt an.
2015 repräsentierte er offiziell die Niederlande auf der Biennale in Venedig. Sein Pavillon war einer der meistbesprochenen Darbietungen und der absolute Publikumsliebling. Außerdem war er im letzten Jahr an der großen Überblicksausstellung „ZERO“ im Martin-Gropius-Bau in Berlin beteiligt und erhielt im Stedelijk Museum Schiedam eine umfangreiche Retrospektive.
Nach der Ausstellung „texte und tatsachen“ 2001 greift das Museum für Konkrete Kunst nun nach 15 Jahren die Gelegenheit erneut auf, das vielseitige Werk des bedeutenden Gegenwartskünstlers zu präsentieren.

Künstlerbuch
Für die Ausstellung erschafft herman de vries ein Künstlerbuch, in dem alle 472 Blätter mit den Erdausreibungen als Faksimile wiedergegeben sind. Dieses signierte Buch ist im MKK während der Ausstellungslaufzeit zu erwerben.

Museum für Konkrete Kunst,
Ingolstadt
mkk-ingolstadt.de

Presse






Daten zu herman de vries:

- Art Basel 2016
- art berlin 2017
- art cologne 2015
- Biennale Venedig 2015,Pav
- Daimler Art Collection
- Dopplereffekt. Bilder in Kunst und Wissenschaft - Kunsthalle zu Kiel
- LAGE EGAL RAUM FÜR AKTUELLE KUNST
- skulptur projekte münster 1997

Weiteres zum Thema: herman de vries



Dopplereffekt. Bilder in Kunst und Wissenschaft - Kunsthalle zu Kiel


Mit der Ausstellung Dopplereffekt setzt sich die Kunsthalle zu Kiel in den 4 Kapiteln: vom Kodex der Körper - Triebkräfte der Natur - Mikrokosmos-Makrokosmos - der intellektuelle Blick mit dem aktuellen Bilddiskurs auseinander und erforscht die Wechselbeziehungen zwischen Kunst und Wissenschaft in den vergangenen sechs Jahrhunderten.
Dabei spannt die Ausstellung einen Bogen von der mechanischen und biowissenschaftlichen Erforschung des Menschen über die Erkundungen seines Lebensbereiches und das Eindringen in unsichtbare Welten, bis hin zur Visualisierung geistiger Konstrukte. Im Zentrum steht dabei stets die Faszinationskraft der Bilder als Ergebnis wissenschaftlicher Neugierde und Kreativität.

Künstlerliste:
Josef Albers, Bernhard Siegfried Albinus, Alessandro Allori, Anna Atkins, Adriaen Backer, Georg Wilhelm Bauernfeind, Joseph Beuys, Govard Bidloo, Max Bill, Leopold Blaschka, Rudolf Blaschka, Christine Borland, Ulrich Brehm, Fritz Brill, Agostino Carlini, Otto Croy, Mark Dion, Hubert Duprat, Albrecht Dürer, Charles Eames, Ray Eames, Olafur Eliasson, Max Ernst, Theodor Josef Ethofer, Georg Flegel, Václav Fric, Galileo Galilei, Christine de la Garenne, George Gessert, Conrad Gessner, Antony Gormley, Tue Greenfort, Ernst Haeckel, Boris Hars- Tschachotin, Louis Heitsch, Georg Hoefnagel, Candida Höfer, Hans Hoffmann, Carsten Höller, Channa Horwitz, Cornelis Huyberts, Lotte Jacobi, Eduardo Kac, Via Lewandowsky, Ernst Mach, Marta de Menezes, Mario Merz, Robert Morris, Michael Müller, Christine Nguyen, Olaf Nicolai, Jean Painlevé, Louise von Panhuys, Niclaes Peters Hermanns Sohn, Antonio Pisanello, Jaume Plensa, Marc Quinn, Arnulf Rainer, Man Ray, Nicolas Robert, Thomas Ruff, Philipp Otto Runge, Frederik Ruysch, Peter Schamoni, Johann Rudolf Schellenberg, Otto Marseus van Schrieck, Kurt Schwitters, Conrad Shawcross, Hiroschi Sugimoto, Keith Tyson, Andreas Vesalius, Enea Vico, Jorinde Voigt, Ruth Vollmer, Hans Vredemann de Vries, Herman de Vries, Martin Walde, Jeff Wall, Mark Wallinger, Jan Wandelaar, Sebastian Wegmayr, Gary Woodley


Abbildung: JEFF WALL
Adrian Walker, artist, drawing from a specimen in a laboratory in the Dept. of Anatomy at the University of British Columbia, Vancouver 1992 De Pont Museum of Contemporary Art, Tilburg

Ausstellungsdauer: 31. Januar - 2. Mai 2010


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




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