IN DIE DRITTE DIMENSION

RAUMKONZEPTE AUF PAPIER VOM BAUHAUS BIS ZUR GEGENWART

15. 02. - 14. 05. 2017 | Städel Museum, Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung, Frankfurt
Eingabedatum: 10.02.2017

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Vom 15. Februar bis 14. Mai zeigt das Frankfurter Museum „In die dritte Dimension. Raumkonzepte auf Papier vom Bauhaus bis zur Gegenwart“ in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung. Die Schau geht der Frage nach, wie Raum bildende und Orientierung stiftende Merkmale wie Grenzen, Form und Volumen, Innen und Außen in Zeichnung und Druckgrafik, also in der Fläche, dargestellt werden. Sie setzt bei den geometrischen Kompositionen von El Lissitzky und László Moholy-Nagy aus dem Jahr 1923 an und führt bis zu Druckgrafiken der gegenwärtigen Konzeptkunst. Zu sehen sind ausgewählte Arbeiten von insgesamt 13 Künstlern, darunter Lucio Fontana, Eduardo Chillida, Sol LeWitt, Blinky Palermo, James Turrell und Michael Riedel.

Lithografien mit konstruktivistischen Perspektivdarstellungen treffen auf in den Raum drängende Prägedrucke. Schlitzungen, die imaginative Räume eröffnen, werden Entwürfen für Wandarbeiten gegenübergestellt.

Dreidimensionalität suggerierende Druckgrafiken von Künstlern der Minimal Art, der Raum- und Lichtkunst begegnen Kreidezeichnungen, Faltungen und Collagen von Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Es sind keine vorbereitenden Skizzen oder nachträglich angefertigte Dokumentationen, die hier gezeigt werden, sondern eigenständige Werke, in denen die Künstler ihre Raumkonzepte unter den formalen Bedingungen druckgrafischer und zeichnerischer Techniken fortgeführt haben. Die Ausstellung versammelt bedeutende Blätter aus der Graphischen Sammlung des Städel Museums, ausgewählte Werke der Sammlung Deutsche Bank im Städel Museum, Dauerleihgaben der Commerzbank AG, Frankfurt am Main und Leihgaben aus Privatbesitz.

„Viele bedeutende Künstler haben sich mit dem Thema Raum und Dreidimensionalität auf dem zweidimensionalen Medium Papier auseinandergesetzt. Dass wir diese Ausstellung nahezu vollständig aus den eigenen Beständen heraus konzipieren konnten, zeigt, wie hochkarätig unsere Graphische Sammlung bestückt ist“, so Städel Direktor Dr. Philipp Demandt.

„Wenn man genau hinschaut, dann liegen in den Schubladen unserer Graphischen Sammlung einige Skulpturen“, konstatiert die Kuratorin der Ausstellung, Jenny Graser. „Viele Künstler haben im 20. Jahrhundert die Grenzen zwischen den Medien hinterfragt. Die Differenzen zwischen Skulptur, Zeichnung und Druckgrafik wurden aufgeweicht.“ In sieben Kapiteln präsentiert die Sonderausstellung ganz unterschiedliche Ansätze in der Darstellung von Räumlichkeit auf dem Papier und zeigt dabei Differenzen wie auch über Jahrzehnte hinweg bestehende gemeinsame Anknüpfungspunkte der einzelnen künstlerischen Positionen auf.

Am Ausgangspunkt der Ausstellung steht die von Martin Heidegger (1889–1976) in seiner Schrift Die Kunst und der Raum (1969) gestellte Frage nach dem Unterschied zwischen einer künstlerischen Erkundung des Raumes und einer auf mathematischen und physikalischen Gesetzmäßigkeiten beruhenden Erforschung von Raum. Gleich im ersten Kapitel der Präsentation werden etablierte Vorstellungen von Raum aufgebrochen. Den Auftakt bilden zwei Mappenwerke des russischen Avantgardisten El Lissitzky (1890–1941) und des ungarischen Künstlers und Bauhaus-Lehrers László Moholy-Nagy (1895–1946), in denen utopische Raumkonzepte vorgestellt werden. Lissitzky hat in den 1920er-Jahren das Modell eines idealen und universellen Raums entwickelt, der sich einer auf mathematischen Gesetzen beruhenden Messbarkeit entzieht. Dieser Raum weist keine Grenzen auf, er ist offen, unabgeschlossen. Die Charakteristika dieses Raumgefüges lassen sich in Lissitzkys Grafikmappe Proun (1923) nachvollziehen. Zur selben Zeit fertigte auch Moholy-Nagy ein druckgrafisches Mappenwerk an. Er widmete sich allerdings dem Phänomen Licht. Seine Auseinandersetzung mit dem Facettenreichtum transparenter Wirkungen fand Ausdruck in der sechs Lithografien umfassenden Mappe Konstellationen (1923). Das Medium der Lithografie mit seinem Reichtum an Schattierungen und feinsten Tonalitäten ermöglichte es dem Maler, die Untersuchung von Transparenzen in einer für ihn neuen Technik fortzuführen.

Das zweite Kapitel der Ausstellung widmet sich dem in Cotta bei Dresden geborenen Künstler Hermann Glöckner (1889–1987). Ein scheinbar simpler konstruktiver Akt, das Falten, beschreibt die Arbeitsweise, die sein gesamtes Schaffen prägte. In seiner Reihe der 3 Phasen (1980) schuf er Formen, indem er ein Blatt Papier mehrmals knickte und die so entstandenen Flächen mit Farbe bestrich. Glöckner untersuchte aus Flächen gestaltete dreidimensionale Gebilde nicht allein auf Papier und Leinwand, sondern ebenfalls anhand von Plastiken, wie das Werk Ein Paar symmetrischer Körper aus gefalteten Elementen (1968) veranschaulicht.

Die von den ersten beiden Kapiteln der Ausstellung vorbereiteten konstruktivistischen Ansätze finden ihre Fortsetzung in den linearen Konstruktionen des deutschen Bildhauers Norbert Kricke (1922–1984) und des amerikanischen Künstlers Fred Sandback (1943–2003). In seinen Zeichnungen erkundete Kricke die freie Bewegung der Linie im Raum. Die für das Medium der Zeichnung charakteristische Erscheinungsform der Linie überführte er auch in seine aus Stahldraht gebogenen Plastiken. Fred Sandback gelangte auf der Suche nach einem skulpturalen Körper ohne feste Masse, ohne Inneres, ebenfalls zur Linie. In seiner ersten Plastik zog er 1967 mit Stahldraht und Gummischnüren die Umrisse eines plastischen Körpers nach und reduzierte diesen auf seine grafische Substanz. Noch im selben Jahr weitete er seine Skulpturen auf Wände und Decken aus, wo er mit Schnüren verschiedenste Varianten von U-Formen, Diagonalen, Rechtecken, Dreiecken, Trapezoiden und Polygonen spannte. Das serielle Prinzip und die Vielfalt an Modulen führt uns der Künstler in der Mappe Twenty-two Constructions from 1967 (1986) vor Augen.

Die klare Formensprache geometrischer Figuren sowie das serielle Prinzip der Minimal Art findet im nächsten Kapitel seine Fortsetzung. Hier werden Druckgrafiken von Sol LeWitt (1928–2007) und James Turrell (*1943) präsentiert, die vor allem durch den Einsatz von Farben und Helligkeitsabstufungen die Wirkung dreidimensionaler Körper hervorrufen. Seine Experimente mit Raster- und Raumstrukturen führte LeWitt unter anderem in nahezu 300 druckgrafischen Projekten durch. Seit 1982 widmete sich der Künstler vorrangig Darstellungen dreidimensionaler Formen, wovon auch die fünf Linolschnitte der Serie Distorted Cubes (A–E) aus dem Jahr 2001 zeugen. Die dreidimensionale Wirkung der hier dargestellten verzerrten Würfel wird allein durch die Wirkkraft der Farbe erreicht.

Ausschließlich mit projiziertem Licht untersucht der amerikanische Künstler James Turrell seit Mitte der 1960er-Jahre die illusionistische Dreidimensionalität geometrischer Körper. Die Aquatinta-Serie Still Light (1990–1991) geht auf Turrells Projection Pieces aus den Jahren 1966 bis 1967 zurück, bei denen Licht in Form von geometrischen Körpern auf Ecken abgedunkelter Räume geworfen wurde. Je nach Betrachterstandpunkt wurde der Eindruck eines grell leuchtenden Objekts, mal auf dem Boden aufsetzend, mal schwebend, erzeugt. Die vier ausgestellten Druckgrafiken greifen jeweils eine abstrakte Form der Projection Pieces auf: Dreieck, Würfel, Trapez und Balken.

An die raumkonstituierende Wirkung von Licht und Farbe knüpft das fünfte Kapitel der Ausstellung an. Wie einst Moholy-Nagy, so begann auch Blinky Palermo (1943– 1977) die räumliche Wirkung transparenter, geschichteter Farb-Formen zu untersuchen. Während Palermos Drucke auf feinen, durchlässigen Farbschichten beruhen, sind die abstrakten Formen der Siebdruck-Reihe Rot Gelb Blau seines Freundes Imi Knoebel (*1940) in dicken, opaken Farbschichten gedruckt. Die glatten Farbflächen stehen auf dem Papier und bringen ein Relief aus übereinander gelagerten, konkaven und konvexen Formen hervor, das die dreidimensionalen Schichtungen der Wandarbeiten Knoebels auf die Fläche überträgt.

Die plastischen Qualitäten von Radierungen gelangen in den Prägedrucken des italienischen Bildhauers Giò Pomodoro (1930–2002) und des in Argentinien geborenen Künstlers Lucio Fontana (1899–1968) vollends zum Ausdruck. Hohe Wölbungen und tiefe Furchen durchziehen die Druckgrafiken Pomodoros, die an Gebirge und Gesteinsformationen erinnern. Dicke Farbkrusten kennzeichnen die Reliefs der Radierungen Lucio Fontanas aus dem Jahr 1964. Die Papierarbeiten der beiden Künstler weichen die scharfe Trennung von Skulptur und Grafik auf, indem sie mit Volumen, Höhen und Tiefen spielen. Kombiniert werden die Prägedrucke mit Werken des in Rüsselsheim geborenen Künstlers Michael Riedel (*1972), dessen raumbezogene Arbeiten nahezu sämtliche Medien umfassen, darunter Zeichnungen auf Transparentpapier, Wandbehänge aus Stoff und ganze Räume vereinnahmende Schriftbilder.

Den Höhepunkt der Ausstellung bildet das letzte Kapitel, das dem spanischen Bildhauer Eduardo Chillida (1924–2002) und seinem künstlerischen wie philosophischen Austausch mit Martin Heidegger (1889–1976) gewidmet ist. Besondere Berühmtheit erlangte das Buch Die Kunst und der Raum (1969), in dem Chillida einen Text von Martin Heidegger mit Collagen versah. Diese Collagen versinnbildlichen Chillidas in der zweiten und dritten Dimension formuliertes Raumkonzept: Raumüberschreitungen und -verschränkungen, Relationen zwischen Volumen und Formen, Zerstückelung und Dynamik, die Leere als raumbildendes Material. Das Buch wird von einer Schallplatte begleitet, die den eingesprochenen Text Martin Heideggers wiedergibt. In der Ausstellung wird diese Aufnahme für die Besucher in einer Hörstation präsentiert.


Städel Museum,
Schaumainkai 63,
60596 Frankfurt am Main
staedelmuseum.de/
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr, montags
geschlossen

Presse






Daten zu Sol LeWitt:

- Art Basel 2013
- Art Basel 2016
- Art Basel Hong Kong 2014
- Art Basel Hong Kong, 2016
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- art cologne 2015
- Biennale Venedig 2007
- Daimler Art Collection
- documenta 7, 1982
- evn sammlung
- Flick Collection
- Konrad Fischer Galerie
- Kunstverein Hannover 2015
- Lisson Gallery
- Massimo De Carlo
- Migros Museum, Sammlung
- MoMA Collection
- Museo Reina Sofía, Collection
- onLine - MoMA 2010
- Pace - Gallery
- S.M.A.K. Sammlung, Gent
- Sammlung F.C. Flick
- Sammlung, Kunstmuseum Liechtenstein
- Skulptur Projekte Münster 1987
- skulptur projekte münster 1997
- Solomon R. Guggenheim Collection
- Tate Post War Collection ,London

Weiteres zum Thema: Sol LeWitt



Robert Barry in der Kunsthalle Nürnberg (18.9.03-16.11.03)


Unter dem Titel "Some places to which we can come" zeigt die Kunsthalle Nürnberg rund 60 Arbeiten aus dem Frühwerk (1963-1975) des amerikanischen Künstlers Robert Barry (geb.1936).

Presseerklärung / Auszug: " . . . Der in New Jersey lebende Robert Barry zählt wie Dan Graham, Douglas Huebler, Joseph Kosuth oder Lawrence Weiner zu den wichtigsten Protagonisten der amerikanischen Konzeptkunst. Von Beginn an von den Künstlern selbst heftig diskutiert, bezeichnet der Begriff der Konzeptkunst weder einen einheitlichen Stil noch eine gemeinsame Theorie. Der Begriff wurde von Sol LeWitt ins Spiel gebracht, der 1967 in seinem Aufsatz "Paragraphs on Conceptual Art" die These formulierte, dass allein die Idee bereits Kunstwerk sein kann. Als Konzeptkunst werden seitdem Werke eingeordnet, die in stark abstrahierter Form eine Idee oder einen Denkprozess formulieren, den der Betrachter aufnimmt und nach eigenen Vorstellungen für sich produktiv macht.

Äußerst konsequent trieb Robert Barry bereits seit 1967 sein Werk zunehmend an die Grenze zur Immaterialität und Unsichtbarkeit. Er schuf raumbezogene Installationen mit Draht und Nylonfaden, führte Aktionen mit Edelgasen oder radioaktivem Material durch und ging dann zu Arbeiten mit akustischen Frequenzen, Geräuschen und Sprache über. Parallel entstanden seit 1970 Dia-Projektionen mit einzelnen Begriffen, Fotografien und Textfragmenten. Robert Barry veröffentlichte mehrere Buchprojekte und begann Anfang der 70er Jahre nahezu ausschließlich mit dem Medium der Sprache zu arbeiten. Dabei sind für Barry die von jedem syntaktischen Zusammenhang befreiten Begriffe nicht allein bereits Kunst, sondern verweisen auf weiterführende Konzepte, die mittels Sprache kommuniziert werden. Eines dieser Konzepte ist das Ausloten räumlicher Erfahrungen und Dimensionen, das Barry von Beginn an, auch schon mit den zwischen 1963 und 1967 entstandenen Gemälden und Farbobjekten, durchgängig bis zu den heute bekannten Wort-Räumen verfolgt.

Die umfangreiche Ausstellung sowie der 144-seitige, zweisprachige Katalog mit aktuellen Beiträgen von Robert C. Morgan, John T. Paoletti und Thomas Wulffen werden die von Robert Barry im Zeitraum von 1963 bis 1975 geschaffenen Werke und Werkgruppen als konsequente Entwicklung zeigen, die bestimmte Konzepte durchgängig und stringent verfolgte, zugleich aber stets offen für neue Erfahrungen war. Zudem wird die Relevanz von Robert Barrys Frühwerk vor dem Hintergrund der postkonzeptuellen Kunst der 90er Jahre noch einmal neu zu betrachten und zu überprüfen sein."

Ausstellungsdauer: 18.9.03-16.11.03

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10.00 - 18.00 Uhr | Mittwoch bis 20.00 Uhr

Kunsthalle Nürnberg | Lorenzer Straße 32 | D- 90402 Nürnberg | Tel.: 0911 - 231 2853
nuernberg.de

ART COLOGNE 2003 - Abschlussbericht


ART COLOGNE 2003 mit starken Umsätzen vor allem bei junger Kunst
63.000 Besucher, darunter renommierte Sammler aus Europa und Übersee
Aufschwung, Kaufbereitschaft, Zuversicht, Vertrauen waren die meist vernommenen Begriffe auf der diesjährigen ART COLOGNE, die am Sonntag, 2. November 2003, mit 250 Galerien aus 22 Ländern, nach fünftägiger Dauer zu Ende ging. "Es gab ein äußerst interessiertes internationales Publikum mit wieder deutlich mehr Freude an der Kunst und am Kunstkauf", bestätigte der Dortmunder Galerist Wilfried Utermann. "Der Markt ist viel, viel stärker als im vergangenen Jahr." Spitzenpreise wurden u. a. gezahlt für Asger Jorn mit 810.000 EUR (Galerie Faurschou, Kopenhagen), Miguel Barceló mit 350.000 EUR (Galerie Röpke, Köln), Lucio Fontana mit 400.000 EUR (Galerie Gmurzynska, Köln), Emil Schumacher mit 260.000 EUR (Galerie Utermann, Dortmund, in das Von der Heydt-Museum, Wuppertal) und 155.000 EUR (Galerie Strelow, Düsseldorf), Tom Wesselmann mit 245.000 EUR (Galerie Benden und Klimczak, Viersen) oder Andreas Gursky mit 190.000 EUR (Galerie manus presse, Stuttgart).

Der hohen Internationalität der 63.000 Besuchern zollte Heidi Neuhoff, New York, besonderes Lob. Ihr Kopenhagener Kollege Jens Faurschou war ebenfalls von den vielen ausländischen Gästen beeindruckt: "Bei mir trafen sich Sammler aus Dänemark, Norwegen, Belgien, Frankreich und Deutschland." Auch aus dem übrigen Europa sowie aus Übersee und Fernost waren Sammler und Fachpublikum angereist Sie nutzten die Kölner Messe zum Kunst-Shopping. "Ich denke", so der neue Direktor ART COLOGNE, Gérard A. Goodrow, "wir sind auf dem richtigen Wege. Wie sich zeigt, erkennen die amerikanischen Sammler und Museen wieder die Attraktivität der ART COLOGNE." So war zum Beispiel auch eine Einkaufs-Kommission des Museum of Modern Art, New York, als Einkäufer bei verschiedenen Galerien für zeitgenössische Kunst in den Kölner Messehallen unterwegs. Die Bedeutung des Marktplatzes ART COLOGNE und der Kunst als Wirtschaftsfaktor unterstrich auch der gemeinsame Besuch der Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Wolfgang Clement (Deutschland), Dr. Martin Bartenstein (Österreich) und Joseph Deiss (Schweiz).

Utermann gehörte zu den Top-Sellern der 37. Internationalen Messe für moderne Kunst in Köln. Er konnte von einer kleinen Feininger-Zeichnung (11.000 EUR) bis zum Schumacher-Bild (260.000 EUR) gut verkaufen. In diesem Spektrum befanden sich auch zwei Aquarelle von Nolde (80.000 bis 130.000 EUR) sowie eine Macke-Zeichnung für 160.000 EUR. Stellvertretend für viele Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland konstatierte Raimund Thomas aus München: "Es ist eine große Resonanz für hohe Qualität vorhanden." Das betrifft Bilder von Schmidt-Rottluff oder von Klee, deren Preise sich um 2 Millionen EUR bewegen. Viel tiefer legte die Schallgrenze David Juda, London: "Bei mir war sie bei 100.000 EUR erreicht. Mit zwei Gouachen von Hans Hofmann (je 55.000 Dollar) überzeugte die New Yorkerin Heidi Neuhoff deutsche Sammler. Heinz Holtmann und Daniel Buchholz, beide Köln, waren überwiegend im Segment von 1.000 bis 30.000 EUR erfolgreich. Holtmann: "Es hat sich herausgestellt, dass Werke in diesem Preisbereich schnell einen Käufer finden. Bereits bei der Vernissage habe ich 15 Arbeiten verkauft. Die Leute haben anscheinend lange genug gespart und geben jetzt wieder Geld für Kunst aus."

Eindeutig dominierend war die Malerei. Von dieser Tendenz profitierten auch Ostdeutsche Künstler, "die keiner Mode unterworfen sind", so Rüdiger Küttner von der Galerie Berlin. Sie verkaufte beispielsweise drei Ölbilder (je 24.000 EUR) von Bernhard Heisig. "Was vorher in der Fotografie zu viel war, ist jetzt in der Malerei zu viel", kommentierte der Kölner Fotogalerist Thomas Zander. "Ich bin froh, dass die Fotografie wieder mehr in den Hintergrund tritt. Das kommt der Qualität zu gute." Wozu er Blätter von Diane Arbus (9.000 EUR), von Lee Friedlander (3.400 bis 16.000 EUR) oder Lewis Baltz (7.500 EUR) zählt. Auch Heidi Reckermann, Köln, war mit drei Foto-Arbeiten von George Rousse (je 13.000 EUR) und Bernhard Prinz (8.500 EUR) erfolgreich. Lothar Albrecht aus Frankfurt/Main fand Sammler für drei Fotomappen von Naoya Hatakeyama zu je 31.500 Dollar, für Film-Stills von Oliver Boberg (14.000 EUR) und für zwei Fotos von Janvier Vallhonrat zu je 4.500 EUR.

Nicht mehr wegzudenken von der Messe ist die Skulptur, der Jahre lang eine eigene Sektion eingeräumt wurde. Sie ist so selbstverständlich in das Messeangebot integriert und von Sammlern gleichermaßen akzeptiert wie Malerei, dass eine separate Präsentation nicht mehr notwendig scheint. Carol Johnssen, München: "Die Leute haben das dreidimensionale Sehen inzwischen gelernt." Ihr gelang es beispielsweise, drei Wandskulpturen von Wasa Marjanov für je 15.000 EUR zu vermitteln. Den hierzulande unbekannten Bildhauer Fletcher Benton (14.000 bis 38.000 Dollar) platzierte Heidi Neuhoff, New York, gleich fünf Mal in verschiedenen Sammlungen. Mit einem Plexi-Kubus von Anish Kapoor (100.000 EUR) und zwei Gemälden von Julian Opie (15.000 bis 30.000 EUR) machte die Londoner Lisson-Gallery Kasse.
Mitarbeiterin Jill Silverman schwärmte infolge dessen: "Diese Messe findet an einer alten historischen Stätte statt und hat eine seriöse Position in der Kunstwelt. Wir sind von ihrem Niveau sehr beeindruckt.""Erhard Witzel, Wiesbaden, und Albert Baumgarten, Freiburg, trennten sich auf ihrem Gemeinschaftstand von sechs Wandplastiken von Gerhard Mantz (1.300 bis 5.000 EUR). Die Südkoreanische Chosun Galerie veräußerte sechszehn Vollreliefs von Chun-Hwan Kim (1.800 bis 15.300 EUR). Inhaber Jung Kwon: "Wir sind mit der diesjährigen ART COLOGNE überaus zufrieden."

"Eine regelrechte Kaufwut bei junger Kunst" registrierte der Berliner Michael Schultz, der seinen Stand wie sein Berliner Kollege Clemens Fahnemann nach drei Messetagen "zweimal ausverkaufte". Fahnemann erwähnte u. a. sieben Arbeiten von Imi Knoebel (7.000 bis 16.000 EUR), drei Werke von Hans Hartung (je 32.000 EUR), drei Blätter von Sol Lewitt (9.000 bis 18.000 EUR) und zwölf Fotoarbeiten von Michael Wesely (3.200 bis 15.000 EUR). Von den Baselitz-Schülern SEO und Norbert Bisky veräußerte Schultz acht Arbeiten von SEO (1.300 bis 8.000) und zwölf Arbeiten von Bisky (1.500 bis 17.000 EUR). Außerdem fünf Bilder von Cornelia Schleime (10.000 bis 19.500 EUR) und sieben Exponate von Helge Leiberg (je 11.200 EUR). Bei der spanischen Galerie Altxerri, San Sebastian, erwarben 22 Käufer von Eduardo Lopez kleinformatige Bilder zum Spottpreis zwischen 200 und 300 EUR "Für junge Künstler ist die Messe eine große Chance. Das Förderprogramm ist geradezu einzigartig und wird in dieser Form von keiner anderen internationalen Messe geboten", sagt Jochen Hempel von der Leipziger Galerie Dogenhaus. Ihm gelang der Totalausverkauf seiner Förderkoje mit Martin Kobe (je 4.000 EUR). Die gesamte Installation ihres Förderkünstlers Gibbs konnte die Galerie Benden und Klimczak einer deutschen Sammlung zuführen. Rainer Klimczak: "Für den Künstler ist ein bedeutender Schritt in den Markt gemacht."

Gelobt von Ausstellern wie Besuchern wurde das Erscheinungsbild der Messe. "Es tut sehr gut, dass die Stände und Gänge großzügig gestaltet sind", sagt Hans Mayer, Düsseldorf, "ich habe wirklich hervorragend verkauft. Etwa ein Ölbild von Ben Willikens (100.000 EUR) oder ein Foto von Bill Beckley (80.000 EUR)." Mayer teilt sicherlich die Einschätzung vieler seiner in- und ausländischen Kolleginnen und Kollegen, wenn er sagt: "Der neue Direktor ART COLOGNE Gérard Goodrow wird zukünftig sicher viele positive Veränderungen einbringen. Dann wird Köln wieder auf dem führenden Platz im internationalen Kunstgeschäft sein, wo es hin gehört."

Auf unerwartet große Publikumsresonanz stieß die Premiere der KunstFilmBiennale, die vom 26. Oktober bis zum 2. November 2003 parallel zur ART COLOGNE stattfand. An verschiedenen Kunstorten in der Stadt und auf dem Messegelände wurden Kino-, Dokumentar- und Künstlerfilme gezeigt. Im Mittelpunkt standen Beiträge, die sich mit Überschneidungen von Bildender Kunst und dem Medium Film auseinandersetzen.

Mit der ART COLOGNE 2003 startete die Stadt Köln die nationale Bewerbungs-Kampagne "Kulturhauptstadt Europas 2010". Die ART COLOGNE unterstützt aktiv die Bewerbung Kölns, die unter dem Motto "Wir leben das" läuft.

Die nächste ART COLOGNE findet 2004 von Donnerstag, 28. Oktober, bis Montag, 1. November, in der Koelnmesse statt.

  • Robert Barry in der Kunsthalle Nürnberg (18.9.03-16.11.03)

  • Sol LeWitt im Kunsthaus Graz (28.02. - 02.05.2004)

  • Peter Kogler im Kunstverein Hannover (24.04.-20.06.04)

  • Ideal City – Invisible Cities (Zamosc, PL, 18. 6 – 22. 8.06 /Potsdam 9.9.-29.10.06)

  • The Guggenheim - Die Sammlung

  • What does the jellyfish want? - Museum Ludwig, Köln (31.3.-15.7.07)

  • Genau+anders. Mathematik in der Kunst von Dürer bis Sol LeWitt. MUMOK Wien (29.2.-18.5.08)

  • Every Wall Is a Door

  • Brice Marden und MoMA - Museum Wiesbaden (28.9.08-18.1.09)

  • Konzeptuelle Kunst auf Papier - Museum Abteiberg, Mönchengladbach (26.4.-23.8.09)

  • Video: Arte povera bis minimal - Sammlung Lafrenz - Museum Wiesbaden (bis 31.1.2010)

  • Heimo Zobernig. Ohne Titel (In Red)

  • Joseph Kosuth

  • Europas größtes temporäres Kunstmuseum

  • Spezial: Museumsportrait: Dia:Beacon, New York

  • Gotthard Graubner. Gespräch mit Josef Albers

  • Pedro Wirz: Not the New, Not the Old, But the Necessary.

  • Mel Bochner

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  • Acht Ausstellungen im Centre Pompidou-Metz im Jahr 2013

  • Alessio Delli Castelli. BIOS VS ZOE

  • From Page to Space - Vom Blatt zum Raum

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