EMAF 2017 – die Ausstellung

PUSH | Leben in Zeiten der Hyperinformation

26. 04. - 21. 05. 2017 | European Media Art Festivals in der Kunsthalle Osnabrück
Eingabedatum: 16.04.2017

bilder

Informationsdruck und mediale Reizüberflutung, Datafizierung und Euphorie im Strudel der Bilder – der digitale Wandel aller Lebensbereiche erzeugt sowohl Angst als auch Faszination. Das Internet ermöglicht Wissenssteigerung und Bildung für alle, genauso wie Echokammern der Gleichgesinnten. Die Ausstellung des European Media Art Festivals in der Kunsthalle Osnabrück beschäftigt sich ab dem 26. April mit sämtlichen Facetten dieses Themas – über das Festival hinaus bis zum 21. Mai 2017.

Brauchen wir eine Wahrheitspolizei gegen Fakes und Hates oder eher mehr Wahrheitskompetenz? Bieten digitale Konsensverfahren eine bessere Demokratie oder werden bald künstliche Intelligenzen die Regierungsaufgaben übernehmen? Das digitale Bild verändert unser Verhältnis zum Körper, zu Empathie und Gewalt.

Dies sind einige der Themenbereiche und Fragestellungen, die in der von Hermann Nöring und Franz Reimer kuratierten Ausstellung verhandelt werden. Die Künstlerinnen und Künstler liefern keine eindeutigen Antworten. Sie geben aber Hinweise darauf, ob eine Wirklichkeit hinter den Bildern erkennbar ist oder welche Möglichkeiten der Reflexion, der kritischen Fokussierung und der gesellschaftlichen Relevanz sich bieten – und welches Potential und welche Bereicherung die digitalen Medien und die Ästhetik des Digitalen eröffnen.

Das EMAF präsentiert in diesem Jahr folgende Künstlerinnen und Künstler:
Benjamin Adams (D) // Ruben Aubrecht (AT) // Marco Barotti (IT) // Adam Basanta (CA) // Lilli Carré (US) // Yvon Chabrowski (D) // Olivier Cheval (F) // Florent Deloison (F) // Stephanie Glauber (D) // Thomas Hirschhorn (CH) // Sara Hoffmann (D) // Christoph Holtmann (D) // Fabian Kühfuß (D) // Elli Kuruş (D) // Carolin Liebl (D) // Mahan Mehrvarz (IR/US) // Nika Oblak & Primoz Novak (SI) // Julian Öffler (D) // Stefan Panhans (D) // Mario Pfeifer (US/D) // Jon Rafman & Daniel Lopatin (CA) // Veronika Reichl (D) // Stefan Reiss (D) // Alexandra Ehrlich Speiser (D) // Stanza (UK) // Finn Wagner (D) // Stella Wagner (D) // Anne Weyler (D) // Pinar Yoldas (US)

Zu Beginn der Ausstellung wird die Skulptur “The Reader” von Stanza die inspirierende Fülle der Datenströme plastisch erfahrbar machen. Auch Stefan Reiss verdeutlicht mit “O.T. 875”, welches Potential und welche Bereicherung die digitalen Medien und die Ästhetik des Digitalen eröffnen. Ruben Aubrecht druckt den digitalen Code einer Sendeminute auf Papier. Die 60 Bücher voll mit Nullen und Einsen seines “Television Signal (One Minute)” führen eindrücklich vor Augen, welche immensen Datenmengen den Medienraum füllen.
Ist ein Selfie ein Echtheitszertifikat oder nur eine Kopie von konfektionierten Medienbildern und inszenierter Emotionalität, fragt Adam Basanta mit seiner interaktiven Installation “A Truly Magical Moment”. Empathie und persönliche Berührung durch Medieninhalte thematisiert auch Thomas Hirschhorn mit “Touching Reality”. Stefan Panhans nimmt die mitunter komisch-absurden Bewegungen und Dysfunktionalitäten von Avataren und Game-Figuren in seiner Videoinstallation in den Fokus. Alexandra Ehrlich Speiser und Mario Pfeifer wenden sich dem 3D-Druck von Waffen zu, dem sie zum einen eine große disruptive Kraft und zum anderen ein Potential der Glitches und der Eigenzerstörung zuschreiben. Lilli Carré untersucht mit “Jill”, dem störrischen Programmcode einer animierten Figur, die zunehmende Autonomie und das zerstörerische Potential von Maschinen und Software. Das sind nur einige Details zu Installationen, die ab dem 26. April in der Kunsthalle Osnabrück zu sehen sein werden.

European Media Art Festival
Lohstr. 45a
49074 Osnabrück

emaf.de

Presse








Weiteres zum Thema: European Media Art Festival



European Media Art Festival, Osnabrück (20. bis 24. April 2005)


"... Mit >Document< möchten wir das künstlerische Werk als Dokument eines kreativen Prozesses beleuchten“. Die zunehmende Digitalität von Bildern und die damit einhergehende Diskussion um ihre Authentizität und Wahrnehmung sei offenbar ein Thema, das derzeit viele Künstler beschäftige.

Die Einsendungen aus über 50 Ländern, darunter Iran, Uganda, Kolumbien und Thailand zeigen nicht nur, dass "Medienkunst sich als Kunstform weltweit etabliert hat", so Alfred Rotert. Darüber hinaus spreche die regionale Verteilung der Einsendungen auch für den Stellenwert des EMAFs als eines der wichtigsten Foren für aktuelle Medienkunst.

Auch in diesem Jahr präsentiert das EMAF wieder zahlreiche internationale Stars der Medienkunstszene. Darunter z.B. den Berliner Regisseur Harun Farocki, dem eine Werkschau gewidmet sein wird. Das EMAF zeigt insgesamt elf seiner Arbeiten sowie Farockis Doppelprojektion "Auge/Maschine I-III", in der er Filmbilder der Kriegstechnologie und der Waren- und Verkaufswelt verknüpft, um so das sich allgemein verbreitende System der technologischen Kontrolle zu beleuchten.

Bekannt für seine performanceartigen Installationen ist der in Mexiko lebende Spanier Santiago Sierra, der 2003 auf der Biennale in Venedig den spanischen Pavillon gestaltete. Er präsentiert "Línea de 250 cm tatuada sobre seis personas remuneradas". Die Videoinstallation zeigt, wie auf die Rücken von sechs nebeneinander stehenden, bezahlten Personen eine horizontale, insgesamt 250 Zentimeter lange Linie in schwarzer Farbe tätowiert wird.

"Schalten Sie den Fernseher ab!", fordert Medienkünstler Hartmut Jahn, der ein ungewöhnliches Porträt einer Künstlergeneration geschaffen hat. Seine mehrkanalige Videoinstallation verwendet Events von und mit Fluxus-Pionieren wie Ben Vautier, Alison Knowles, Willem de Ridder und Emmett Williams.

Mit "The Tulse Luper Suitcases - The Game" präsentiert das EMAF einen Ausschnitt des gleichnamigen Mammutprojekts von Altmeister Peter Greenaway. In drei Kinofilmen, 16 TV-Filmen, auf CD-ROM, in Büchern und 92 Koffern dokumentiert der Waliser akribisch genau die Geschichte des letzen Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht sein Alter Ego Tulse Luper, der sein Leben zwischen 1928, dem Jahr der Entdeckung des Urans, und dem Fall der Berliner Mauer größtenteils in Gefängnissen verbringt und dabei 92 Koffer hinterlässt. Das interaktive Spiel erlaubt drei Spielern, sich gleichzeitig auf die Spuren von Tulse Luper zu begeben. Ihre "Erlebnisse" werden in die Ausstellung zurück projiziert. Als Gast des Festivals wird Greenaway über das Gesamtkonzept seines Projekts berichten.

Um Vergangenheit und Zukunft wird es auch auf einem Roundtable des Kongresses gehen. Unter dem Titel "Audiovisual Archives" diskutieren Medienkünstler und Repräsentanten von Medienhochschulen und -archiven über die Archivierung und Digitalisierung von Medienkunst und deren Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit.

Die Retrospektive des Filmprogramms ist einem der originellsten amerikanischen Filmemacher der 60er und 70er Jahre gewidmet: Owen Land. Als Vorläufer des Strukturalismus war Land einer der ersten, die sich auf humorvolle Art dem Filmstreifen selbst zuwandten. Die Retrospektive aus den Archiven des österreichischen Filmmuseums, die zuletzt in der Londoner Tate Modern zu sehen war, wird von Mark Webber vorgestellt.

Kooperationspartner des ´international student forum` ist in diesem Jahr die Kunsthochschule Kassel. Unter der Leitung von Joel Baumann, Professor für neue Medien, und Bjørn Melhus, Professor für "virtuelle Realitäten", stellen Studierende des Studiengangs "Visuelle Kommunikation“ ihre neusten Arbeiten vor. Für Baumann und Melhus, die selbst bereits mehrfach mit ihren Werken auf dem EMAF vertreten waren, stellt das EMAF für ihre Studierenden eine hervorragende Plattform dar, um sich der Öffentlichkeit auf einem großen Festival in professionellen Umfeld zu präsentieren." (Presse / emaf)

Das European Media Art Festival findet vom 20. bis 24. April statt. Die Ausstellung in der Kunsthalle Dominikanerkirche ist noch bis zum 15. Mai zu sehen.

weitere Infos zum ausführlichen Programm, unter emaf.de


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




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