Die Becher-Klasse

FOTOGRAFIEN WERDEN BILDER

27. APRIL BIS 13. AUGUST 2017 | Städel Museum, Frankfurt a.M.
Eingabedatum: 17.04.2017

Werkabbildung

Thomas Struth (*1954), The Consolandi Family, Mailand, 1996 (2014)bilder

In einer umfassenden Überblicksausstellung widmet sich das Städel Museum vom 27. April bis 13. August 2017 der Becher-Klasse und dem mit ihr verbundenen Paradigmenwechsel im Medium der Fotografie. Anhand von rund 200 Fotografien der international renommierten oder wiederzuentdeckenden Künstler Volker Döhne, Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Tata Ronkholz, Thomas Ruff, Jörg Sasse, Thomas Struth und Petra Wunderlich geht die Ausstellung der Frage nach, welchen Einfluss Bernd und Hilla Becher auf ihre Studentinnen und Studenten an der Düsseldorfer Kunstakademie ausübten. Was eint bzw. trennt die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler von ihren Lehrern? Gibt es überhaupt so etwas wie eine Becher-Schule oder haben wir es ‚nur’ mit einer Gruppe sehr erfolgreicher Fotografinnen und Fotografen zu tun, die in einem besonders günstigen historischen Moment am ‚richtigen Ort’ studiert haben? Und welchen Einfluss hatten die Künstlerinnen und Künstler auf unseren gegenwärtigen Bildbegriff? Die Ausstellung „Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse“ nimmt das Werk des Künstlerpaares als Ausgangspunkt, um die radikale Veränderung im Umgang mit dem Medium der Fotografie, die sich ab den 1980er- und vor allem in den 1990er-Jahren in den Arbeiten der Becher-Schüler manifestiert, aufzuzeigen und ihre kunsthistorische Tragweite bis in unsere Gegenwart zu untersuchen. Zu sehen sind großformatige Hauptwerke sowie zentrale Frühwerke der wohl einflussreichsten deutschen Fotografengeneration.
Die Studentinnen und Studenten der ersten von vielen aufeinanderfolgenden Becher-Klassen an der Düsseldorfer Kunstakademie haben die Kunst unserer Gegenwart in Bezug auf ihre ästhetischen, medialen und ökonomischen Rahmenbedingungen elementar verändert. Sie prägten nicht nur die Fotografie in den 1990er-Jahren auf internationaler Ebene in entscheidendem Maße, sondern bestimmten zugleich den Stellenwert und die Wahrnehmung der künstlerischen Fotografie allgemein vollkommen neu. Ihre Werke sind Ausdruck einer selbstbewussten Emanzipation der Fotografie als künstlerisches Medium und reflektieren zugleich jenen – nicht nur digitalen – Moment, in dem sich die medialen Grenzen auflösen.

„Die ersten – inzwischen weltbekannten – Schülerinnen und Schüler von Bernd und Hilla Becher haben einen ganz maßgeblichen Anteil an der Etablierung der Fotografie als gleichberechtigter künstlerischer Ausdrucksform. Die neun in unserer Ausstellung präsentierten Künstlerinnen und Künstler bewegen sich im Unschärfebereich von Malerei und Fotografie und entsprechen mit dieser bewussten Durchlässigkeit der Gattungsgrenzen einem zentralen Schwerpunkt der Sammlung Gegenwartskunst im Städel Museum“, unterstreicht Städel Direktor Dr. Philipp Demandt.

„Was mit der Lehre Bernd und Hilla Bechers angestoßen und von ihren Schülerinnen und Schülern weiterentwickelt wurde, ist ein neuer Bildbegriff, in dem sich mediale wie ästhetische Grenzziehungen zwischen Skulptur, Malerei und Fotografie auflösen. In dem historischen Moment also, in dem sich die Fotografie als eigenständiges Medium emanzipierte, läutete sie zugleich ihr eigenes Ende ein“, ergänzt Dr. Martin Engler, Kurator der Ausstellung.

Als maßgeblicher Impuls für die veränderte Wahrnehmung des Mediums der Fotografie kann die Begründung des Lehrstuhls für künstlerische Fotografie 1976 an der Düsseldorfer Kunstakademie gesehen werden. Diesen hatte Bernd Becher in enger Zusammenarbeit mit seiner Frau Hilla Becher bis 1996 inne. Noch vor der Berufung an die Düsseldorfer Akademie hatten sich Bernd und Hilla Becher mit ihrer Fotografie historischer Industriearchitektur einem Werkbegriff verpflichtet, der auf Bereiche jenseits des Fotografischen zielt. Fördertürme, Hochöfen, Gasbehälter oder Wassertürme wurden mit bestechender Tiefenschärfe zentralperspektivisch in frontaler Ansicht und bevorzugt vor einheitlich grauem Himmel aufgenommen – Zeugnisse einer im Verschwinden begriffenen Industriekultur. Die Einzelbilder gruppierten sie im Raster zu großformatigen Tableaus – den Typologien. Es geht dabei nicht mehr einfach um das Abbilden der Realität, sondern um deren Wahrnehmung. Die Wirklichkeit lässt sich nicht mehr in einem Einzelbild darstellen, sondern nur noch in einer Vielzahl paralleler Bilder. Ihre formalästhetische Inszenierung ist weit mehr als nur dokumentarisch. Die Nähe zu Minimal Art und Konzeptkunst ist unübersehbar. Sie zeigt sich in der Strenge ihres Bildvokabulars, ihrer industriellen Ästhetik sowie in einer neuen Form der schrittweisen Wahrnehmung eines Werks.

Die Studentinnen und Studenten der ersten Stunde haben sich insbesondere in ihrem Frühwerk intensiv mit den künstlerischen Strategien ihrer Lehrer befasst, um diese mit Beginn der 1990er-Jahre sehr eigenständig und in unverwechselbaren Stilausprägungen weiterzuverfolgen. Mittels unterschiedlicher Strategien, wie Formatgröße, Präsentation oder Motivik und nicht zuletzt mit – durch die digitalen Bildtechniken provozierten – abstrakten Bildfindungen wird die Durchdringung der Medien Malerei und Fotografie ins Extrem geführt. Dadurch entsteht ein neuer Bildbegriff, der mediale wie ästhetische Grenzen verschwimmen lässt. „Die Auflösung der Gattungsgrenzen wie auch der Einsatz technischer Innovationen ist für die Werke der ersten Becher-Klasse charakteristisch. Hierin zeigen sich auch die Auswirkungen einer sich wandelnden Medienkultur“, erklärt Dr. Jana Baumann, Ko-Kuratorin der Ausstellung.

Eine Ausstellung, die sich einem derart komplexen Phänomen einerseits und einer überaus fruchtbaren Lehrtätigkeit andererseits widmet, muss sich zwangsläufig beschränken. „Fotografien werden Bilder“ konzentriert sich bewusst auf die Studentinnen und Studenten der frühen Jahre der Becher-Klasse, die 1976 mit Höfer, Döhne, Hütte und Struth beginnen und mit dem Abschluss des Studiums von Gursky und Sasse, 1987/1988 enden. Gerade die deutlich zutage tretende Heterogenität der ersten Becher-Klasse mit ihren vielfältigen Ansätzen, die sich auf unseren heutigen Bildbegriff ausgewirkt haben, verdeutlicht im Rückblick, wie erfolgreich die Lehre Bernd und Hilla Bechers war.

Candida Höfer (*1944) ist vor allem durch ihre Aufnahmen von öffentlichen Innenräumen wie Bibliotheken, Universitäten, Museen oder Wartesälen bekannt. Wie bei ihren Lehrern ist das rein Dokumentarische letztlich nachrangig. Insbesondere mit ihrer Hinwendung zur Farbfotografie begann sie, ikonisch klare und in ihrer Strenge höchst beeindruckende Aufnahmen inhaltlich aufgeladener Innenräume anzufertigen. Die formale Inszenierung der Interieurs erinnert in Komposition, Wiederholung und Rhythmus sowie in der Betonung ihrer Skulpturalität an die Typologien der Bechers.
Eine deutliche Nähe zu diesen ist ebenfalls bei den frühen Straßenbildern von Thomas Struth (*1954), etwa West Broadway, Tribeca, New York (1978) oder Sommerstrasse, Düsseldorf (1980), erkennbar. Seine Vorgehensweise erinnert an die seiner Lehrer, jedoch hat er seinen Motivkanon erweitert. In seinem Werk beschäftigt er sich mit kulturellen Strukturen, bildet neben Straßen auch Museen oder religiöse Kultstätten ab und porträtiert Familien. Er macht Ordnungen und Verhältnisse anhand sozialer wie ethnologischer Spuren sichtbar und gelangt so zu einer weltumfassenden Erkundung des Menschen und seiner Lebenswelt im Bild.

Die schwarz-weißen Bildreihen von Petra Wunderlich (*1954) bilden Kirchen oder Steinbrüche ausschnitthaft ab. Diese überführt sie in ein neues, abstrahiertes Kompositionsgefüge. So lassen sich Architekturen visuell auf ihre stereometrische Tektonik zurückführen und in der „aufgebrochenen“ Natur scheinen unvermittelt Grundformen des Architektonischen auf. Wunderlichs Fotografien können, wie jene der Bechers, als soziologische und historische Zeugnisse gelesen werden.

Die Werkgruppen Volker Döhnes (*1953) stehen konzeptuell wie motivisch den Typologien Bernd und Hilla Bechers sehr nahe: Er entwickelte Serien wie Kleineisenindustrie (1977/78) oder Kleine Eisenbahnbrücken und Unterführungen im Bergischen und Märkischen Land (1979). Mit seiner Reihe Bunt (1979) experimentierte Döhne dem Titel entsprechend mit Farbe und emanzipierte sich von seinen Lehrern.

Tata Ronkholz’ (1940–1997) fotografisches Hauptinteresse galt Fabriktoren, Schaufenstern oder Trinkhallen und Imbissen, die sie stets bildmittig und bei gleichmäßigem Tageslicht aufnahm. Die konsequente Ausführung der Fotografien in Schwarz-Weiß, die gleichbleibende Größe der Abzüge, aber auch das serielle, typologisch vergleichende Vorgehen erinnern stark an die Bilder der Bechers.

In besonderer Weise und in immer wieder neuen Formulierungen ist auch Thomas Ruff (*1958) der seriellen Methodik seiner Lehrer verpflichtet. Seine Porträtaufnahmen sowie die zum Teil aus gefundenem Material entstandenen und stark vergrößerten Nachtaufnahmen verdeutlichen seine grundlegend skeptische Haltung gegenüber dem Wahrheits- und Dokumentationsanspruch von Fotografie. Sein konsequentes Befragen neuer Bildquellen und Technologien veranschaulichen vielleicht am eindrücklichsten die Art und Weise, wie Ruff den Ansatz von Bernd und Hilla Becher weiterführt.

Axel Hüttes (*1951) frühe Architekturausschnitte befragen soziale Situationen mittels einer von Distanz und Anonymität bestimmten fotografischen Bildgestaltung. Er widmet sich dabei zersiedelten Landschaften ebenso wie vermeintlich unberührter Natur, die jedoch immer durch menschliche Eingriffe geformt worden ist. Auffällig bei Hütte ist sein starker Bezug zur historischen Landschaftsmalerei, deren formale Konstruktionsprinzipien er zugleich kopiert und dekonstruiert. Während die Bechers ihr Augenmerk auf das skulpturale oder konzeptuelle Potenzial ihrer Bilder lenkten, nimmt Axel Hütte die Malerei als Leitmedium der Moderne in den Blick.

Jörg Sasse (*1962) widmete sich in seinem Frühwerk hochartifiziellen und zugleich prosaischen Arrangements kleinbürgerlicher Wohnkultur. Die reduzierte Strenge dieser frühen Werke verkehrt sich in seinen späteren „Tableaus“ in ihr Gegenteil. Gefundene wie eigene Bildvorlagen werden aufwendig digital wie analog von ihm bearbeitet und lassen die Grenzen von Malerei und Fotografie bis zur Unkenntlichkeit verschwimmen. Auch Andreas Gurskys (*1955) frühe Fotografien sind vom unvermittelten Interesse an der alltäglichen Umgebung geprägt – im privaten wie im öffentlichen Raum, im Arbeits- wie im Freizeitkontext. Ähnlich wie Sasse setzt er sich mit der ästhetischen Grenze von fotografischer und malerischer Bildgebung auseinander. Durch digitale Manipulation, mit der er das Bildmotiv bis zur Abstraktion dupliziert und montiert, entstehen irritierende Bildarchitekturen, sodass Konstruktion und Wirklichkeit auf großformatigen Farbabzügen verschmelzen.

Die Entwicklung der Becher-Klasse zeigt, wie der sich öffnende Werkbegriff der Konzeptkunst in einen neuen Bildbegriff mündet. Was sich bei den Lehrern erst andeutete, wird durch die Schülerinnen und Schüler sowie nachfolgende Künstlergeneration zu einer epochalen Veränderung im Umgang mit den Bildern unserer Wirklichkeit. Die Einsicht, dass Fotografie die Wirklichkeit nicht unvoreingenommen wiedergeben kann, bedeutet sodann nicht ein Weniger, sondern ein Mehr an künstlerischem Potenzial, ihre Unschärfe im Abbilden der Realität – im konkreten wie übertragenen Sinne – ein Mehr an Komplexität. Nicht zuletzt digitale Eingriffe ermöglichen innovative Bildschöpfungen; aber auch im Schritt vom Einzelwerk zu Typologie und Serie, von Detail zu Gesamtbild verwischen die Grenzen des fotografischen Bildes. Die Antwort auf alle Fragen bezüglich Bedeutung und Einordnung, Lehre und Begrifflichkeit dessen, was wir „Becher-Schule“ nennen, läge dann in einer ebenso simplen, wie überraschenden Feststellung: In dem historischen Moment, in dem sich die Fotografie als eigenständiges Medium emanzipierte, läutete sie zugleich ihr eigenes Ende ein.

Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
staedelmuseum.de






Daten zu Thomas Struth:

- ars viva Preistraeger
- Art Basel 2013
- Art Basel 2016
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- ARTRIO 2013, Brasilien
- Berlin Biennale 2004
- Daimler Art Collection
- documenta 9, 1992
- Flick Collection
- Frieze London 2016
- Galerie Max Hetzler
- Galerie Rüdiger Schöttle
- Malerei in Fotografie. Strategien der Aneignung
- Marian Goodman Gallery
- MoMA Collection
- Museo Reina Sofía, Collection
- Museo Reina Sofía, Minimal Resistance
- Sammlung DZ Bank, Frankfurt
- Sammlung F.C. Flick
- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD
- Skulptur Projekte Münster 1987
- Solomon R. Guggenheim Collection
- The Making of Art, 2009, Schirn
- Thyssen-Bornemisza Art Contemporary,Wien
- Zeitblick. Ankäufe aus der Sammlung Zeitgenössischer Kunst der BrD, 2008
- ZKM Sammlung, Karlsruhe

Weiteres zum Thema: Thomas Struth



Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21+ K20 (04 / 02)


Am 18. April 2002 war es soweit, die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen wurde durch ein zweites Haus ergänzt: K21. Anders als im Mutterhaus werden hier auch die neuen Medien stärker zur Geltung kommen, d.h. Foto, Video, Installation u.a. Also ein Museum für die internationale Kunst der Gegenwart, sozusagen als Fortsetzung des Haupthauses. K 20 bleibt als Haupthaus das Zentrum, während K21 den Status einer Dependance hat.

K20, das Mutterhaus am Grabbeplatz liegt am Rand der Düsseldorfer Altstadt. Das Gebäude mit der elegant geschwungenen Fassade wurde von dem dänischen Architektenteam Dissing+Weitling entworfen und 1986 eröffnet.
Das Profil des Museums liegt in der westeuropäischen und amerikanischen Malerei des 20. Jhs. Neben einer kleinen Werkgruppe der französischen Fauves, sind dort Hauptwerke des Kubismus und Expressionismus zu sehen. Außerdem besitzt die Kunstsammlung 94 Werke von Paul Klee und hat damit den zweitgrößten Besitz des Künstlers in Deutschland. Die europäische Malerei ist mit der italienischen Pittura Metafisica und surrealistischen Werken vertreten. Die amerikanische Malerei ist u.a. durch Arbeiten von Pollock vertreten. Aber auch Arbeiten der Pop-Ikonen Warhol, Johns und Rauschenberg werden ausgestellt.
Seit 1989 lädt die Kunstsammlung in unregelmäßigen zeitlichen Abständen internationale Künstler zur Herstellung einer neuen Arbeit für die große Ausstellungshalle mit ihren extremen Dimensionen ein. Seither konnten speziell für diesen Raum konzipierte Werke von Dani Karavan, Richard Serra, Richard Long und Daniel Buren gezeigt werden.

Ausstellung: Gerhard Merz
Fragment Grande Galerie I-XIV
23.02. – 15.09.02

Parallel zur Eröffnung von K 21 wird Gerhard Merz im Rahmen dieser erfolgreichen Ausstellungsreihe am Grabbeplatz ein weiteres Projekt realisieren.
Für die große Ausstellungshalle hat der Künstler eine tonnengewölbte, helle Passage von 33 m Länge entworfen, die auf den Raumtypus der Grande Galerie des Louvre verweist. Klassizistisches wird in äußerster Reduktion zitiert und daraus ein «anderer» Klassizismus als Reflexionsform der Gegenwart konstruiert.
Adresse: K 20
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf

Tel: 0221-8381-130
Internet: kunstsammlung.de/

Öffnungszeiten: Di – Fr 10-18 h
Sa und So 11-18 h / Jeden 1. Mittwoch im Monat 10-22 h
K21 – befindet sich im ehemaligen Landesparlament von Nordrhein-Westfalen, im sogenannten Ständehaus, im Süden der Düsseldorfer Innenstadt im Park am Kaiserteil. Das Gebäude war 1880 als Ständehaus für die Versammlung der Provinzialstände von dem späteren Berliner Dombaumeister Julius Raschdorff im historistischen Stil der Neorenaissance errichtet worden. Für K21 wurde das ehemalige Landesparlament, das seit dem Umzug des Landtages im Jahr 1988 nicht mehr benutzt wurde von den Architekten Kiessler+ Partner in ein funktionales, aber auch eindrucksvolles Museum verwandelt.
Neben dem Einbau der für museale Belange notwendigen Technik wurden die historischen Elemente des Baus wie Kreuzgewölbe, Stützen, Kapitelle und Fassaden erhalten und behutsam restauriert. Der in der Vergangenheit mehrfach erweiterte Plenarsaal besitzt jetzt wieder sein ursprüngliche Dimension von 1880, während das östliche Haupttreppenhaus vom 2. OG mit einer neuen freischwebenden Treppenkonstruktion bis zur Kuppel hinauf geführt wird. Eine Glaskuppel überspannt das gesamte Haus und den Innenhof. Im Kuppelraum findet ein Skulpturengarten Platz, zudem werden auf der bühnenartigen Mittelfläche Veranstaltungen unterschiedlichster Art stattfinden, die das Museumsprogramm ergänzen.

Damit verfügt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen über ein zweites Haus in Düsseldorf. Das Programm des zweiten Hauses beginnt in der Zeit um 1980, als die postmoderne Wende die historischen Vorstellungen von Moderne und Avantgarde lockerte und erweiterte. Die Kunst fing damals an, ihre eigene Geschichte kritisch zu überdenken, gab dem Bild und der Metapher ebenso wie der Heterogenität und der Ambivalenz eine neue Bedeutung. Zugleich fand eine Ausweitung der künstlerischen Medien statt.

Die Eröffnungspräsentation steht unter dem Titel Startkapital. Damit ist sowohl die konkrete Situation der jungen Institution gemeint als auch die Kunst selbst als unverzichtbares Kapital des Menschen. Gezeigt wird ein vielfältiges Panorama von Marcel Broodthaers, Nam June Paik und Imi Knoebel, ein großes Skulpturenensemble von Thomas Schütte sowie Fotografien von Bernd und Hilla Becher, Andreas Gursky, Thomas Ruff, Thomas Struth und Jeff Wall.
Maßgebliche Unterstützung erfährt die Gründungsphase von K21 durch zahlreiche Dauerleihgaben aus der Sammlung von Simone und Heinz Ackermans, deren Schwerpunkt auf figurativen Skulpturen und Installationen seit den 80ern liegt. Dazu zählen unter anderen künstlerische Positionen von Katharina Fritsch, Robert Gober, Ilya Kabakov und Franz West. Gezeigt werden aber auch Arbeiten aus dem Bereich der Videokunst von Bill Viola, Tony Oursler und Paul Pfeiffer, die zu den neuesten Erwerbungen der Sammlung Ackermans gehören.

Die Zusammenarbeit mit zwei weiteren rheinischen Privatsammlungen trägt zu einer zusätzlichen Stärkung an hand von Dauerleihgaben bei: In wechselnden Ausschnitten werden die Sammlungen von Reiner Speck (Köln) sowie von Gaby und Wilhelm Schürmann (Herzogenrath) vorgestellt.

Im Untergeschoss befindet sich außerdem ein weiterer Raum, für Wechselausstellungen, in dem zum Auftakt Werke von Katharina Fritsch gezeigt werden.


Adresse: K 21
Ständehaus 1
40217 Düsseldorf
Tel. 0211. 83 81- 600

Öffnungszeiten: entsprechen denen von K20

Die ersten Publikumstage (20. und 21.04.02) sind Eintritts frei.

Phillips Auctioneers


Phillips Auctioneers richtet am 15. und 16. April in New York ihre erste Photographie-Auktion mit hochkarätigen Vintage Aufnahmen, wie zum Beispiel Mullen, Maine von Paul Strand ($ 250000 -350000) als auch erstklassigen Zeitgenössischen Arbeiten wie Exotic Dancer von Pierre et Gilles und einer Aufnahme aus Sigmar Polkes "Arabischer Serie" aus.

Für die Auktion der Zeitgenössischen Kunst (13. 14. Mai, New York) werden hochkarätige Arbeiten von Andy Warhol, Gerhard Richter sowie spannende Arbeiten jüngerer Künstler wie Jeff Koons und Maurizio Cattelan, Thomas Demand, Thomas Struth und Mariko Mori angekündigt.
  • Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21+ K20 (04 / 02)

  • Interview zu der Sammlung von Simone u. Heinz Ackermans: (Sep 02)

  • August Sander - Thomas Struth | Siegen Museum für Gegenwartskunst (bis 30.3.03)

  • Photo-Kunst 1852 – 2002 Licht und Schatten (22.3. – 15.6.03)

  • Internationaler Preis für Photographie der Hasselblad Stiftung (19.3.04)

  • Fotografiesammlung der Allianz AG für die Pinakothek der Moderne, München ( 08.05.-12.09.04)

  • Bernd und Hilla Becher im Haus der Kunst, München (16.06.-19.09.04)

  • Sonderschau der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur

  • ART COLOGNE 2004: Abschied als Aufbruch (28.10.-01.11.04)

  • Sammlung 2005 - Neupräsentation der erweiterten Sammlung im K21, Düsseldorf (bis auf weiteres)

  • Motor Blues - Museum der Bildenden Künste Leipzig (19.06.–21.08.05 )

  • click doubleclick – das dokumentarische Moment - Haus der Kunst, München (8.2.-23.4.06)

  • "Portrait und Menschenbild" - Art Cologne

  • Gärten

  • What does the jellyfish want? - Museum Ludwig, Köln (31.3.-15.7.07)

  • Thomas Struth - Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln (10.1.-20.4.08)

  • All-Inclusive. Die Welt des Tourismus - Schirn Kunsthalle Frankfurt (30.1.-4.5.08)

  • Über 200 Werke aus der DZ BANK Kunstsammlung für das Städel Museum, Frankfurt

  • Visite. Von Gerhard Richter bis Rebecca Horn - KAH Bonn (11.4.-17.8.08)

  • REAL - Fotografien aus der Sammlung der DZ-Bank, Städel Museum, Frankfurt (18.6.-21.9.08)

  • "The Making of Art" - Schirn Kunsthalle Frankfurt (29.5.-30.8.09)

  • Candida Höfer und Kuehn Malvezzi. Fotografien - Oldenburger Kunstverein

  • Landschaft ohne Horizont - Museum Schloss Moyland, Bedburg-Hau

  • Thomas Struth. Fotografien 1978–2010 - Kunsthaus Zürich

  • Auswertung der Flugdaten - K21 Ständehaus, Düsseldorf

  • HyperReal. Die Passion des Realen in Malerei und Fotografie - MUMOK, Wien

  • Die Natur der Kunst - Kunstmuseum Winterthur

  • Thomas Struth - Fotografien 1978-2010 (Anzeige)

  • Big Picture + Aufruf zur Alternative (Anzeige)

  • Vermessung der Welt. Heterotopien und Wissensräume in der Kunst

  • Wunder

  • Malerei in Fotografie. Strategien der Aneignung

  • ROAD ATLAS

  • Von Sinnen. Wahrnehmung in der zeitgenössischen Kunst

  • Andreas Gursky

  • gute aussichten – junge deutsche fotografie

  • Ein Drittel Weiß

  • AGES - Porträts vom Älterwerden

  • Unser aktuelles top 69 Ranking im Februar 2014 - ungefiltert

  • Die top 106 im Mai 2014

  • ars viva 2014/15

  • Künstler liste Ende Oktober 2014

  • Künstlerdatenbank

  • Datenblätter und Kunstkompass

  • Künstlerliste 2015 inklusive Messebeteiligungen

  • DÉJÀ-VU IN DER FOTOKUNST

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      In 2017 zeichnet die Gesellschaft für Moderne Kunst Trisha Donnelly mit dem Wolfgang-Hahn-Preis aus. weiter

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      Zweite Trägerin des Ehrenhof Preises ist Morgaine Schäfer (*1989), die in der Klasse von Christopher Williams studiert hat. In ihrer Abschlusspräsentation zeigte sie unter dem Titel „Westen - wschód“ konzeptuelle Fotografie als integralen Bestandteil einer Rauminstallation. weiter


      Carolin Eidner

      Im Mittelpunkt von Carolin Eidners Werk, die ihr Studium in Düsseldorf bei Rosemarie Trockel abschloss, steht das Verhältnis von konzeptuellen und physischen Aspekten von Objekten und Materialien weiter