KARSTEN KRAUSE »ARRANGEMENT OF SKIN«

Videobox »Museum Matters«

3.5. – 2.7.2017 | Staatsgalerie Stuttgart
Eingabedatum: 06.05.2017

Werkabbildung

Karsten Krause, Arrangement of Skin, 2016, HD-Video, 23', Still, Courtesy: Karsten Krausebilder

Unter dem Titel »Museum Matters« konzentriert sich die Reihe der Videobox auf Arbeiten von jüngeren und etablierten Künstlern und Filmemachern, die das Museum zu ihrem Gegenstand machen. Dokumentarisch, experimentell, essayistisch oder narrativ nehmen sie Museen, ihre Ansätze, Präsentationen und Formen der Vermittlung in den Blick, um Bedingungen von Sammlungen sichtbar zu machen und alternative Archive herauszufordern.

Ist das Museum ein kollektiver Speicher von Wissen oder Plattform für Experimente? White Cube oder Werkstatt? Architekturikone oder interaktiver Ort der Kommunikation?
Lange schon gibt es verschiedene Vorstellungen, Theorien und Utopien über das Museum. Immer wieder hat sich diese Institution in ihrer Geschichte geändert. Nicht zuletzt Künstler setzen sich stetig mit diesem öffentlichen Ort von Bildern und Bilderfahrungen auseinander, der zwischen Gegensätzen wie Geschichte und Zukunft, Konjunktur und Krise pendelt. Einerseits waren Museen traditionell Ausbildungsinstrumente und mitunter Ateliers für sie. Andererseits haben Künstler in ihrer Kunst wie in ihren Manifesten Museen beharrlich attackiert, ihre scheinbare Neutralität und Objektivität kritisch thematisiert und ihre Gesten des Zeigens etwa aus feministischer, antirassistischer und antikolonialer Perspektive hinterfragt.

Nach Marcel Odenbach wird die Reihe fortgesetzt mit Karsten Krause, »Arrangement of Skin« (2016)
Natur zu dokumentieren und zu erhalten war und ist ein Bedürfnis von Kulturen. Institutionalisiert ist dieses Anliegen in Naturkundemuseen und zoologischen Sammlungen. Solche »Archive des Lebens« hat Karsten Krause in Stuttgart aufgesucht: Im Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart und in der Wilhelma nimmt er die menschliche Aneignung von Natur zu Erkenntniszwecken mit seiner Kamera in den Blick. Dieser gilt vor allem konservierten Tieren, deren Rekonstruktion und Animation in Inszenierungen des Museums er verfolgt.

Mitunter wirkt es als ersetze die Kamera den erloschenen tierischen Blick auf die Menschen.
Krause richtet sie auf die Arbeit von Präparatoren und ihr postmortales Handwerk in ihren Museumswerkstätten, in denen sie Verfall durch Lagerungstechniken taxidermisch begegnen. Studiert werden ihre Verrichtungen, Geschicklichkeit und Vertrautheit im Umgang mit den toten Tieren. Oft ist der Fokus ganz auf ihrer konzentrierten Mimik, die Erfahrung, Sorgfalt und Hingabe ahnen lässt, während sie schneiden, häuten, abbalgen, präparieren und fixieren. Möglichst natürlich, lebendig und ästhetisch ansprechend sollen die Tiere für ihre Ausstellung in spektakulären Dioramen wirken. Dort haben sie ihren finalen Auftritt neben anderen präparierten Tieren vor Kulissen, die idealisierten Biotopen nachempfunden sind, um der Spezies zu begegnen, die sie arrangiert hat.

Schaulust der Besucher spiegelt sich in den Schaukastenscheiben. Staunendes Flüstern ist aus dem Off zu hören. Beäugt und bestaunt wird das Wilde als Kunstprodukt nach menschlichen Phantasmen, das doch widerständig bleibt gegen seinen Objektstatus. So erzählt »Arrangement of Skin« vor allem vom Widerspruch von wissenschaftlicher Neutralität und gestalterischer Interpretation wie von der Imaginationslust von Forschung, Museen und Besuchern.

Staatsgalerie Stuttgart
Konrad-Adenauer-Str. 30 - 32
70173 Stuttgart
https://staatsgalerie.de/

Presse










Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




    Anzeige
    rundgang


    Anzeige
    Ausstellung


    Anzeige
    Atelier


    Anzeige
    Burg Halle


    Anzeige
    berlin




    Koki Tanaka. Provisorische Studien (Arbeitstitel) + Haegue Yang. The VIP’s Union

    Das Kunsthaus Graz präsentiert ab 23. Juni 2017 zwei neue, von Barbara Steiner kuratierte Ausstellungen der international renommierten Kunstschaffenden Koki Tanaka und Haegue Yang. weiter


    Frank Bowling: Mappa Mundi

    Mit „Frank Bowling: Mappa Mundi" widmet das Haus der Kunst dem 1934 in Bartica in Britisch-Guayana geborenen Künstler seine bisher umfassendste Überblicksausstellung, mit teils monumentalen Gemälden aus fünfzig Jahren künstlerischen Schaffens weiter


    Ruinen der Gegenwart

    Unsere globalisierte Gegenwart kann als Zeitalter der Ruinen charakterisiert werden. Weltweite politische Instabilität und medial omnipräsente Bilder der Zerstörung liefern uns Ruinen quasi frei Haus weiter


    Graphzines aus der Bibliothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte

    Zum ersten Mal überhaupt werden französische Graphzines in einem Museum in Deutschland zu sehen sein weiter


    Work it, feel it!

    Work it, feel it!, der Beitrag der Kunsthalle Wien zur Vienna Biennale 2017, umkreist die Themen Arbeit und Körper in Gegenwart und Zukunft weiter

    Meisterschüler 2017

    Sprungbrett in den Ausstellungsbetrieb: Die Ausstellung „Meisterschüler 2017“ der HBK Braunschweig findet erstmals in der Städtischen Galerie Wolfsburg statt. weiter


    Wim Delvoye

    Das Museum Tinguely widmet 2017 dem belgischen Künstler Wim Delvoye die erste Retrospektive in der Schweiz weiter

    Tom Burr „Surplus of Myself“

    Unter Berücksichtigung der fünften Iteration der „Skulptur Projekte“ wird der Westfälische Kunstverein eine umfassende Einzelausstellung des US-amerikanischen Künstlers Tom Burr (*1963, New Haven, CT) ausrichten weiter


    Skulpturen Projekte Münster 2017 Fotos und Videos

    Zwischen Karstadt und Galeria Kaufhof in Münster und Marl weiter


    Jérôme Zonder. The Dancing Room

    Mit der Präsentation von Jean Tinguelys MengeleTotentanz (1986) im neu gebauten Ausstellungsraum beginnt das Museum Tinguely eine Ausstellungsreihe mit jungen KünstlerInnen, die auf dieses späte Hauptwerk Tinguelys Bezug nehmen und sich mit seiner anhaltenden Aktualität auseinandersetzen weiter

    Nina Könnemann / Marcus Weber

    Mit den Ausstellungen von Nina Könnemann und Marcus Weber eröffnet das diesjährige Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm des kunstbunker – forum für zeitgenössische kunst e. V., Nürnberg weiter


    Produktion. Made in Germany Drei

    Zehn Jahre nach der Erstausgabe hat das institutionsübergreifende Ausstellungsprojekt erstmalig einen thematischen Fokus. Im Zentrum steht der Begriff der Produktion. weiter


    Authentizitaet. Das Authentisch Unauthentische

    »Authentizitaet. Das Authentisch Unauthentische« ist der dritte Teil einer dreiteiligen Ausstellungsreihe, die im Fruehjahr letzten Jahres begonnen hat und nun in 2017 ihren Abschluss findet weiter


    Hybrid Layers

    Die Gruppenausstellung Hybrid Layers lenkt den Blick auf eine Generation von KünstlerInnen, die sich mit der wachsenden Präsenz der digitalen Sphäre und ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft auseinandersetzen weiter

    Eindrücke von der documenta14 Kassel in Bildern und Videos

    Drei Tage sind wir vor Ort weiter