DEJIMA. KONZEPTE VON EIN- UND AUSSCHLUSS

20. Mai – 06. August 2017 | GAK GESELLSCHAFT FÜR AKTUELLE KUNST, Bremen
Eingabedatum: 24.05.2017

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Dejima – eine künstliche Insel von etwa 9.000 qm, die japanische Kaufleute 1634-36 in der Bucht von Nagasaki aufschütten ließen. Sie diente für mehr als 200 Jahre, bis 1853, als einzige Möglichkeit legalen Handels und Austausches zwischen Japan und Europa. Dejima wurde gebaut, um geschäftliche Beziehungen auch in Zeiten von „sakoku“ unterhalten zu können. Sakoku bezeichnet die Außenpolitik Japans bis ins 19. Jahrhundert und verbot die offizielle Ausreise für Japaner/innen und, nach einer Ausweisung aller Ausländer/innen, die Einreise anderer Nationalitäten bei Todesstrafe oder lebenslanger Haft. Nachdem die ursprünglich auf Dejima angesiedelten Portugiesen die Insel verlassen hatten, nutzte die Niederländische Ostindien Kompanie sie seit 1641 als Außenposten.

Dejima fungiert im Zusammenhang mit der Gruppenausstellung in der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst als Bild für nationale, kulturelle und soziale In- und Exklusion: Die niederländischen Kaufleute waren auf der Insel isoliert und akzeptierten diesen Zustand aufgrund ökonomischer Interessen. Japan dagegen konnte durch die Ausgrenzung seine Unabhängigkeit gegenüber den Kolonialmächten der Zeit behaupten und trotzdem Handel treiben. Auch wenn die strikte Absperrung von beiden Seiten immer wieder umgangen wurde, einige kulturelle Güter aus Asien im Westen landeten und gleichermaßen Bücher, medizinische Instrumente oder Informationen aus Europa in Japan, steht Dejima für eine Situation, in der kein tieferes Verständnis füreinander und kein gleichberechtigtes Zusammenleben möglich war. Fremdes blieb weitestgehend fremd und gegenseitige Vorurteile behielten ihre Gültigkeit.

In Zeiten, die sich zwischen den Polen von weltbürgerlicher Utopie und wieder aufkeimenden nationalistischen Ideologien verorten und in denen Ausschluss und Abschottung positiv besetzte Schlagwörter innerhalb rechtspopulistischer Rhetoriken geworden sind, untersucht die internationale Gruppenausstellung in der GAK Mechanismen von Aus- und Abgrenzung. Dejima. Konzepte von Ein- und Ausschluss versammelt Filme, Installationen, Objekte, Fotografien, Performances, Audioarbeiten, partizipative Projekte und Zeichnungen einer jüngeren Künstler/innengeneration, die sich mit mentalen und territorialen Grenzziehungen befassen und für einen gesellschaftlichen Umgang plädieren, der nicht von Angst vor dem Fremden bestimmt ist, sondern ein Verständnis füreinander und die Dinge einschließt, die uns (noch) unbekannt sein mögen.

Die Präsentation wird von einem ausführlichen Rahmenprogramm begleitet, das zum einen die künstlerischen Positionen in Filmabenden, Führungen, Künstler/innengesprächen, Konzerten, Koch- oder Kinderworkshops vertieft, als auch die angerissenen Themen in Vorträgen und Projekten mit Flüchtlingen fortführt.

GAK GESELLSCHAFT FÜR AKTUELLE KUNST
Teerhof 21
D-28199 Bremen

gak-bremen.de

Presse








Weiteres zum Thema: Šejla Kamerić



Pro oder Kontra


Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden gesellschaftlichen Kontroversen um Flüchtlings-, Umwelt- und Klimapolitik, um Verteilungsszenarien und das richtige Krisenmanagement untersucht die Ausstellung in der Burg Galerie im Volkspark, wie sich junge Künstlerinnen und Künstler mit aktuellen Zeitfragen auseinandersetzen. Nehmen sie eine Haltung pro oder kontra ein? Und wenn ja, wie wird sie künstlerisch formuliert? Die Ausstellung Pro oder Kontra präsentiert vom 1. Dezember 2016 bis zum 12. Januar 2017 hierzu 17 künstlerische Positionen von Studierenden aus sieben deutschen Kunsthochschulen, die nach einem Open Call ausgewählt wurden. Die jungen Künstlerinnen und Künstler überschreiten mit ihren Arbeiten dabei oft Gattungsgrenzen und verbinden mehrere Medien wie Skulptur und Sound oder digitale und analoge Bildproduktion. Thematisch drehen sich die Arbeiten dabei unter anderem um die Frage, was zu tun sei, wenn rassistische Tendenzen zum Mainstream zu werden drohen (Klasse Prof. Ulrike Grossarth) oder wie es um den Zusammenhang von deutscher Politik und Rüstungsindustrie steht (Paul Altmann). Genauso im Fokus stehen Fragen nach Identität und Bildpolitik, werden Grenzen dekonstruiert oder die unbegrenzten Möglichkeiten und Zwänge des technischen Fortschritts thematisiert.
Fünf Gastbeiträge der international tätigen Künstlerinnen und Künstler Šejla Kamerić, Folke Köbberling, Thomas Kilpper, Nástio Mosquito sowie Wolfgang Tillmanns flankieren die Werke der Kunststudierenden und erweitern so das künstlerische Spannungsfeld, in dem sich die studentischen Arbeiten auf unterschiedliche Weise positionieren.

Begleitend zur Ausstellung Pro oder Kontra wird ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm angeboten. Gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern sowie geladenen Gästen wird dabei die Rolle zeitgenössischer künstlerischer Praxis und die Motivation ihrer Akteure zwischen vermeintlichem Relevanzdiktat und Autonomieanspruch diskutiert.
So verbindet die transdisziplinäre Veranstaltung Ist das Medium die Massage? am 1. Dezember 2016 von 14 bis 20 Uhr unterschiedliche Formen der Auseinandersetzung und des Austauschs wie Vortrag, Panel, Diskussion und Performance: Impulsreferate aus den Geisteswissenschaften sind ebenso Teil des Programms wie Artist Talks und zwei Diskussionspanels mit beteiligten Künstlerinnen, Künstlern und Gästen. Außerdem kommt die Hörspielfassung Adolf Hitler: Mein Kampf, Band 1 & 2 von Helgard Haug und Daniel Wetzel / Rimini Protokoll zur Aufführung und Martin Haufe hält eine Performance-Lecture.


Frauke Zabel, Zeitgenossen, 2016, Videostill, © Beowulf Tomek

In der Ausstellung Pro oder Kontra sind Werke von Paul Altmann (Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig), Franziska Beilfuß (Universität der Künste Berlin), Claudia Bieberstein (Hochschule für Bildende Künste Dresden), Tanja Hamester (Akademie der Bildenden Künste München), Martin Haufe (Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig), Valentin Hessler (Hochschule für Bildende Künste Dresden), Klasse Prof. Ulrike Grossarth der Hochschule für Bildende Künste Dresden (Franziska Goralski, Sophie Lindner, Anne Reiter, Yannick Roller, Christoph Rodde, Theresa Schnell, Jakoba Schönbrodt-Rühl, Ronja Sommer, Martin Wiesinger und Lea Zepf), Sophie Kindermann (Akademie der Bildenden Künste München), Lisa Kottkamp (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle), Philine Kuhn (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle), Jaqueline Lisboa Silva (Hochschule für Bildende Künste Braunschweig), Jana Luck (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle), Nora Manthei (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle), Bruno Siegrist (Universität der Künste Berlin), Soma Sohrabi (Universität der Künste Berlin), Anne Weyler (Kunsthochschule für Medien Köln) und Frauke Zabel (Akademie der Bildenden Künste München) sowie die fünf Gastbeiträge zu sehen.

Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Bundesverband der Hochschulgalerien entstanden, über den ein Open Call an alle 14 im Verband organisierten Kunsthochschulen und Ausstellungsräume ausgerufen wurde. Der Verband gründete sich Anfang 2016 mit dem Ziel, junge Kunst in der Übergangsphase vom Studienabschluss zur beruflichen Etablierung zu fördern. Gleichzeitig versteht sich der Verband als Netzwerk für theoretischen und praktischen Austausch.

Pro oder Kontra wird gefördert von „Burg gestaltet!“ – einem Projekt des gemeinsamen Bund-Länder-Programms für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.


Paul Altmann, Genehmigt (62 Leopard 2, Katar 2013), 2014, 62-teilige C-Print-Serie, © Paul Altmann

Pro oder Kontra
Ausstellungsdauer: 1. Dezember 2016 bis 12. Januar 2017
Eröffnung: Mittwoch, 30. November 2016, 18 Uhr

Ort: Burg Galerie im Volkspark, Schleifweg 8 a, 06114 Halle
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, 14 bis 19 Uhr.
Vom 24.12.2016 bis 1.1.2017 ist die Burg Galerie im Volkspark geschlossen.
Eintritt: Der Eintritt ist kostenfrei.
Weitere Informationen: burg-halle.de/galerie

Kuratorinnen: Julia Kurz (Lehrkraft für Ausstellen und Vermitteln, Burg gestaltet! Qualitätspakt Lehre) und Dr. Jule Reuter (Kuratorin, Burg Galerie am Volkspark)

Begleitprogramm:
Symposium Ist das Medium die Massage?
Donnerstag, 1. Dezember 2016
14 bis 20 Uhr im Kleinen Saal des Volksparks, Schleifweg 8a, 06114 Halle (Saale)
Zur Veranstaltung werden Impulsreferate aus den Geisteswissenschaften gehalten und Artist Talks in der Ausstellung angeboten. Zudem findet eine Performance Lecture von Martin Haufe statt und das Hörspiel Adolf Hitler: Mein Kampf, Band 1 & 2 von Helgard Haug und Daniel Wetzel / Rimini Protokoll (WDR Hörspiel Produktion) wird aufgeführt. Zudem finden zwei Diskussionspanels mit den beteiligten Künstlerinnen, Künstlern und Gästen statt.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Kuratorinnenführung: Mittwoch, 7. Dezember 2016, 17 Uhr mit Kuratorin Julia Kurz. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
Filmprogramm: Mittwoch, 14. Dezember 2016, 17 Uhr. Filmvorführung Episode III: Enjoy Poverty (2008) von Renzo Martens mit anschließender Diskussion, moderiert von Prof. Andrea Zaumseil (Professorin für Plastik/Bildhauerei Metall, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle). Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
Künstlerinnengespräch: Mittwoch, 11. Januar 2017, 17 Uhr. Künstlerinnengespräch mit Philine Kuhn, Jana Luck und Nora Manthei, moderiert von Dr. Jule Reuter. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Führungen durch die Ausstellung: Jeden Sonntag um 15 Uhr führen Studierende der kunstpädagogischen Studiengänge durch die Ausstellung. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Social Media: Die BURG kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #ProKontra und #BurgHalle.

Gefördert durch: „Burg gestaltet!“ – ein Projekt des gemeinsamen Bund-Länder-Programms für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.




Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




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