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NATHALIE DJURBERG & HANS BERG

mit Werken von Willem de Kooning aus der Sammlung Frieder Burda

30. 06. - 30. 09. 2017 | Museum Frieder Burda I Salon Berlin
Eingabedatum: 30.06.2017

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Mit der aktuellen Präsentation erweitert der Salon Berlin seine Ausstellungsfläche und initiiert eine außergewöhnliche Korrespondenz. Die mit hypnotischen Soundtracks unterlegten Animationsfilme und Installationen des schwedischen, in Berlin lebenden Künstlerpaares Nathalie Djurberg und Hans Berg (beide *1978) begegnen einigen ausgewählten Arbeiten aus dem Spätwerk Willem de Koonings, eines Meisters des abstrakten Expressionismus und der amerikanischen Nachkriegskunst.

Djurbergs & Bergs „schreckliche“ Frauen, Verführerinnen, Dämonen, Hexen und Übermütter erinnern an de Koonings berühmten „Woman“-Zyklus aus den frühen 1950er-Jahren. Wie auch bei de Kooning bildet der künstlerisch transformierte und deformierte Körper den Zugang zu unterdrückten psychischen Zuständen – allerdings unter völlig unterschiedlichen Vorzeichen. Djurberg nutzt die Deformation, um ganz bewusst die Rollenbilder und Machtverhältnisse in einer männlich dominierten Welt zu reflektieren. Djurbergs & Bergs künstlerischer Prozess ist wie bei de Koonings durch Intuition, den unmittelbaren Umgang und physischen Umgang mit dem künstlerischen Medium bestimmt.

Den Auftakt der Ausstellung bilden Werke aus der Installations-Serie „A Thief Caught in the Act (Flock of Birds)“, 2015. Unterschiedliche von Djurberg modellierte Vögel sind gerade dabei, bunte Pillen zu stehlen. In Intervallen werden sie wie bei einer Polizeikontrolle von Scheinwerfern angestrahlt, der Besucher wird quasi zum Tatzeugen eines verbotenen Akts der Lustbefriedigung. Im ersten Ausstellungsraum werden drei jüngere Videos von Djurberg & Berg gezeigt, darunter auch die Animation „Worship“ (2016), in der sich Knetgummifiguren an unterschiedlichen sexuell konnotierten Objekten abreagieren: Bananen, Donuts, Maiskolben, Würstchen. Diese Objekte finden sich auch in einer elfteiligen, gleichnamigen Wandinstallation wieder.

Der zweite Teil der Ausstellung ist der Begegnung mit de Kooning gewidmet. Er beginnt mit einer zwischen den 1960ern und 1980ern entstandenen Zeichnungsserie aus der Sammlung Frieder Burda, in der de Kooning die wuchtigen Frauenmotive seiner berühmten „Woman“-Gemälde auf gestische Kompositionen von erstaunlicher Leichtigkeit reduziert. Ihnen gegenübergestellt werden die fleischigen, übergewichtigen Figuren aus Djurbergs & Bergs Animationsfilm „Hungry Hungry Hippoes“ (2007), der gemeinsam mit früheren Werken des Duos im zweiten Ausstellungsraum gezeigt wird und ebenfalls in der von Kinderfilmen her bekannten Claymation-Technik produziert wurde (eine TrickfilmTechnik mit immer wieder überformten und damit bewegt erscheinenden Knetgummi-Figuren). Die Filme korrespondieren mit zwei bedeutenden Werken aus der Sammlung Frieder Burda: de Koonings spätem Gemälde „Untitled X“ (1976) und seiner Bronzeskulptur „Large Torso“ (1974), in der die Bezüge zu Djurbergs in stetiger Verwandlung begriffenen Knetfiguren evident werden. In beiden Fällen wird das Innere nach außen gekehrt – mitsamt den unbewussten Abgründen.

Museum Frieder Burda I Salon Berlin
Auguststraße 11–13
10117 Berlin
museum-frieder-burda.de
Öffnungszeiten Salon Berlin
Donnerstag bis Samstag 12 - 18 Uhr

Presse




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