Niele Toroni. 13. Rubenspreis der Stadt Siegen

noch bis 15. Oktober 2017 | Stadt Siegen und Museum für Gegenwartskunst Siegen
Eingabedatum: 22.09.2017

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Am 2. Juli 2017 wurde der Konzeptmaler Niele Toroni (*1937 im Tessin, Schweiz; in Paris lebend und arbeitend) mit dem 13. Rubenspreis der Stadt Siegen ausgezeichnet. Der renommierte Kunstpreis ist mit 5200 € dotiert und wird seit 1957/58 vergeben. Vor Toroni erhielten u.a. Bridget Riley (2012), Sigmar Polke (2007), Maria Lassnig (2002), sowie zuerst Hans Hartung (1957/58) den Rubenspreis.

Werkabbildung
Niele Toroni, Pinselabdrücke Nr. 50, wiederholt in regelmäßigen Abständen von 30 cm, Museum für Gegenwartskunst Siegen 2017, (c) Niele Toroni

Anlässlich der Auszeichnung wird Niele Toroni im Museum für Gegenwartskunst Siegen vom 2. Juli bis zum 15. Oktober 2017 eine große Inszenierung seiner Malerei entfalten. In einer spannenden Abfolge von 12 Räumen werden auf 700qm Ausstellungsfläche über 45 bereits bestehende Arbeiten auf Leinwand und Papier sowie neue, vor Ort gemalte Interventionen zu sehen sein.

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Niele Toroni malt in der Kunsthalle Basel: “Impronte di pennello n. 50 ripetute a intervalli regolari di 30 cm (per Harry)”, 2007.
© Kunsthalle Basel, 2007. Photo: Stefan Meier


Schon seit fünfzig Jahren experimentiert Niele Toroni mit seinen in regelmäßigen Abständen aufgetragenen Abdrücken eines Pinsels Nr. 50. Diese Arbeit, so einfach wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag, kann nur vom Maler selbst ausgeführt werden. Jeder Pinselabdruck ist einzigartig, unterscheidet sich von allen anderen, wie eine ultimative Signatur des Künstlers, die Spur seiner Existenz. Die Bildträger variieren: Leinwand, Holz, Papier, Aluminium, Wachstuch, auch „Fundobjekte“ können Träger von Pinselabdrücken werden, wie auch Fotografien, Plakate, Schrankwände. Aber vor allem breitet sich die Malerei von Toroni über die klassischen Bildgrenzen hinaus in architektonische Räume hinein und verwandelt alltägliche Situationen.

Toroni zählt zu den Hauptvertretern einer konzeptuellkonkreten Malerei. 1966/1967 bildete er zusammen mit Daniel Buren, Michel Parmentier und Olivier Mosset die von der Kunstkritik „BMPT“ genannte Künstler-gruppe, die mit radikalen Gesten traditionelle Methoden der Kunst in Frage stellte. Die Künstler fragten sich, ob die Malerei in einer Welt der Bilderflut noch zeitgemäß und ob sowohl die gegenständliche als auch die abstrakte Malerei nicht an ihr Ende gekommen sei. Toroni, der Maler-Poet, hat eine entwaffnende Antwort gefunden, nicht ohne ein Augenzwinkern. Mit seiner radikalen Malerei ist Niele Toroni aus der Kunst des 20. Jahrhunderts nicht mehr wegzudenken.

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Niele Toroni, Pinselabdrücke Nr. 50, wiederholt in regelmäßigen Abständen von 30 cm Ausstellungsansicht Swiss Institute New York, 2015
© Niele Toroni. Courstesy Swiss Institute. Photo Daniel Pérez


Die Werke Toronis befinden sich in vielen internationalen öffentlichen wie privaten Sammlungen und wurden auf der Documenta 7 (1982) und 9 (1992) in Kassel ausgestellt. Auch die Biennalen in Venedig (1976) oder SãoPaulo (1991) sowie viele Museen weltweit zeigten bereits sein Schaffen, das schon mit dem Wolfgang-Hahn-Preis im Jahr 2003 oder 2012 dem Prix Meret Oppenheim ausgezeichnet wurde. Nun folgt der Rubenspreis der Stadt Siegen.

ÖFFNUNGSZEITEN
Täglich 11–18 Uhr
Donnerstag 11–20 Uhr
Montag geschlossen
Feiertage 11–18 Uhr
Neujahr 14 – 18 Uhr

Museum für Gegenwartskunst Siegen
Unteres Schloss 1
57072 Siegen
t 0271 405 77-10
t 0271 405 77-0
f 0271 405 77 32
info@mgk-siegen.de

mgk-siegen.de


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Daten zu Niele Toroni:

- Art Basel 2013
- Art Basel Hong Kong, 2016
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- art berlin 2017
- documenta 7, 1982
- documenta 9, 1992
- Galerie Barbara Weiss
- Gwangju Biennale, 1997
- Marian Goodman Gallery
- Migros Museum, Sammlung
- MoMA Collection
- S.M.A.K. Sammlung, Gent

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Niele Toroni


Museum Kurhaus Kleve (14.07.02 – 05.01.03)

Presseerklärung / Auszug: "Malerei, so wie ich sie verstehe, ist eine Schule des Sehens". Getreu dieser Positionsbestimmung setzt der international bedeutende Vertreter der analytischen Malerei, Niele Toroni, seit 1967 den Pinsel Nr.50 in regelmäßigen Abständen von 30 cm auf jeweilige Bildträger. Er schafft so Flächen sowie Räume und betont oder überspielt Brüche und Übergänge.
Toronis wesentliche Bezugspunkte sind der Minimalismus und Konzeptkunst auf der einen Seite, die er mit der (Wand-) Malerei vergangener Epochen verbindet. So entstehen Werke formaler Strenge, die mit den Mitteln der Wiederholung eine spielerische Leichtigkeit und sinnliche Lust evozieren.

Toroni realisiert sein Konzept stets im Dialog mit den jeweiligen räumlichen Bedingungen, so dass kein Werk dem anderen gleicht."

Museum Kurhaus Kleve
Klewe - Tiergartenstrasse 41
Tel.: 02821-75010



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