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HELEN MIRRA Gehen, weben

GIANNI PETTENA Natürliche Architekturen

22. 07. - 24. 09. 2017 | KUNST MERAN
Eingabedatum: 19.07.2017

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Vom 22. Juli bis 24. September zeigt Kunst Meran eine Doppelausstellung der amerikanischen Künstlerin Helen Mirra (*1970 in Rochester, New York, lebt in Nord Kalifornien) und des in Bozen geborenen Gianni Pettena (*1940, lebt in Florenz).

In ihren unterschiedlichen Schaffen verbindet die beiden Künstler ihre stete Auseinandersetzung mit der Landschaft, unseren Bewegungen in derselben und unserem Verhältnis zur Natur. Beide Ausstellungen schaffen zudem eine Verbindung zwischen den Landschaften in den Vereinigten Staaten und im Südtirol, Orte, die sie beide persönlich geprägt und erfahren haben.

HELEN MIRRA
Gehen, weben
Helen Mirras künstlerische Praxis basiert meist auf Spaziergängen oder mehrwöchigen Wanderungen, die die Künstlerin unternimmt. Ihre Erfahrungen, Eindrücke, aber auch Fundstücke der Reisen transformiert Mirra in Werke: minimalistische Objekte und Skulpturen, Fotografien, Textfragmente, oder – wie in ihrer jüngsten Produktion häufig Webereien.
Kunst Meran hat Helen Mirra eingeladen, einen Monat in Meran zu verbringen und ein Projekt zu entwickeln. Das Ausstellungsprojekt hat Mirra mit einer mehrtägigen Wanderung begonnen: Am 16. Juni eröffnete die Künstlerin eine Einzelausstellung in der Galerie Andriesse Eyck in Amsterdam. Von dort legt sie am nächsten Tag – teils zu Fuss teils mit dem Zug – die Strecke nach Meran zurück. Ob sie zu Fuss geht oder den Zug nimmt, entscheidet sie jeden Tag neu durch den Wurf einer Münze. Mit diesem Vorgehen bezieht sich Mirra u.a. auf die Arbeiten Variable Works (In Progress), 1970 des amerikanischen Konzeptkünstler Douglas Huebler und Marcheur de Kassel (1972) des polnischen Künstlers Andre Cadere. Die Dokumentation dieser Reise wird Eingang in die Ausstellung finden. In Meran selber wird Helen Mirra weitere Spaziergänge und Wanderungen im Südtirol unternehmen und eine neue Serie von Webstücken produzieren, die sowohl in der präzisen Wahl des Materials als auch in der Form-und Farbgebung in engem Bezug zur Region stehen. Den “Meraner Webstücken” stellt Mirra eine Gruppe von Webstücken aus Nord Kalifornien gegenüber – jene Gegend in die die Künstlerin im vergangenen Jahr umgezogen ist. Die Webstücke sind reduzierte, konzentrierte FarbundForm Kompositionen, verdichtete Erfahrungen einer Landschaft. Material und Struktur betonen die Dreidimensionalität und Objekthaftigkeit der Webstücke.

Neben den eigenen Arbeiten zeigt Mirra ihre Sammlung Standard Incomparable (2016/2017) – eine Sammlung von Webstücken, die in der ganzen Welt, von verschiedenen Personen nach den immer gleichen, von Helen Mirra definierten Parametern gewoben wurde. 2016 startete Mirra einen internationalen Aufruf an professionelle und HobbyweberInnen, dieser “Enzyklopädie” ein Webstück beizusteuern. Da der erste Aufruf nicht ins italienische übersetzt wurde, fehlten Webstücke aus Italien. Gemeinsam mit Kunst Meran hat nun Helen Mirra einen zweiten Aufruf geschaltet, der sich explizit an Weberinnen und Weber aus Italien wendete.

Helen Mirras Arbeiten waren u.a. in Einzelausstellungen in der Renaissance Society, Chicago, in den Kunst Werken, Berlin; im Haus Konstruktiv, Zürich und im Berkley Art Museum gezeigt. Mirra nahm an der 50. Biennale in Venedig, an der 20. Sao Paolo Biennale und der 12. Havanna Biennale teil.

GIANNI PETTENA
Natürliche Architekturen
Gianni Pettena ist Mitbegründer und einer der wichtigsten Vertreter der “radikalen Architektur” der siebziger Jahre. Beeinflusst von Konzeptkunst und Land Art, ist es die Beobachtung der Natur und der Landschaft aus denen Pettena seine Installationen, Fotos, Zeichnungen und Projekte entwickelt und die Grenzen zwischen Architektur und Kunst auslotet, oft ganz auflöst.

Obwohl er seit seiner Kindheit und Jugend nicht mehr dort lebt, ist die Landschaft Südtirols fundamental für sein Schaffen und sein Verständis von Architektur. Pettena spricht dabei von seiner “Schule der Architektur” (“la mia scuola d’architettura”). Die Ausstellung bei Kunst Meran setzt sich mit diesem Verhältnis und der sich immer fortsetzenden Beschäftigung Pettenas mit der Landschaft seiner Heimat auseinander. Kunst Meran zeigt eine Auswahl an Fotografien, Zeichnungen und Installationen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Außerdem wird Gianni Pettena eine ortspezifische Installation für Kunstmeran entwickeln.

Die Überzeugung Pettenas, dass Architektur in der Natur und dem (menschlichen) Körper bereits vorhanden ist, liegt fast allen Arbeiten Pettenas zu Grunde. Die Fotoserie About non-conscious architecture (1972/1973) – eine grundlegende Arbeit Pettenas, die während der Zeit in den Vereinigten Staaten entstanden ist, erweitert die Blickweise auf die amerikanische Landschaft und schafft so eine Dialog zwischen den zwei für Gianni Pettena bedeutenden (Kultur)- Landschaften.

In seiner eigenen Arbeit setzt sich Pettena bis heute mit den innovativen Formen der zeitgenössischen Kunst auseinander, während er als Architekturkritiker und -historiker verschiedene Ausstellungen mit internationalen Architekturpositionen kuratierte (u.a. “Radicals. Architettura e Design 1960-1975” an der Architekturbiennale in Venedig, 1996 oder “Radical Design” Casa Masaccio, San Giovanni Valdarno, 2004). Gianni Pettena hat sowohl als Architekturtheoretiker als auch als Künstler eine bedeutende Position eingenommen und ist eine wichtige Referenz für jüngere DesignerInnen, KünstlerInnen und ArchitektInnen.

Die Arbeiten von Gianni Pettena wurden in internationalen Institutionen wie der Biennale von Venedig, dem PAC Milano; dem Mori Museum Tokyo, dem Barbican Center, London und dem Centre Pompidou in Paris gezeigt. Gianni Pettenas Werke sind u.a. in der Sammlung des Centre Pompidou, Paris, FRAC Orléans, und den Archiven der Biennale Venedig vertreten.

Kunst Meran und Museion werden gemeinsam mit Luca Cerizza im Frühling 2018 eine umfassende Publikation über Gianni Pettena und sein Werk heraus geben.

KUNST MERAN
im Haus der Sparkasse, Lauben 163
I - 39012 Meran
kunstmeranoarte.org



Presse



Daten zu Helen Mirra:


- Art Basel 2013

- Art Basel 2016

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- art berlin 2017

- Bienal de Cuenca, 2014

- Bonner Kunstverein

- daad Stipendiat

- Frieze London 2016

- Meyer Riegger

- Taka Ishii Gallery

- Yinchuan Biennale 2018


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