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VON DA AN

RÄUME, WERKE, VERGEGENWÄRTIGUNGEN DES ANTIMUSEUMS 1967 – 1978

13. September 2017 – 18. Februar 2018 | Museum Abteiberg und im alten Städtischen Museum
Eingabedatum: 12.09.2017

Werkabbildung

Daniel Buren, À partir de là / Von da an, 1975, Ausstellungsansicht im alten Städtischen Museum in der Bismarckstraße 97 Foto: Archiv, Museum Abteibergbilder

Am 13. September 1967 eröffnete Johannes Cladders seine Amtszeit als neuer Direktor des Städtischen Museums in Mönchengladbach mit der ersten Museumsausstellung von Joseph Beuys. Von da an begann ein legendäres Programm, das einen erweiterten Kunstbegriff mit der Vision eines neuartigen Museums verband. Es folgten frühe Ausstellungen von Carl Andre (1968), Bernd und Hilla Becher (1968), George Brecht / Robert Filliou (1969), Stanley Brouwn (1970), Marcel Broodthaers (1971), Daniel Buren (1971,1975), Hanne Darboven (1969), Braco Dimitrijevic (1975), Hans Hollein (1970), Richard Long (1970), Palermo (1973), Gerhard Richter (1974), Ulrich Rückriem (1973), Lawrence Weiner (1973) und vielen anderen mehr. Mit einer Ausstellung von Jannis Kounellis endete im Jahr 1978 das Programm im alten Haus, das den Weg hin zum 1982 eröffnenden Museum Abteiberg wies.

Exakt 50 Jahre später widmet sich die Ausstellung VON DA AN. RÄUME, WERKE, VERGEGENWÄRTIGUNGEN DES ANTIMUSEUMS 1967 – 1978 dieser Geschichte. Mit Dokumenten und Objekten, Rekonstruktionen und Wiederaufführungen, sowie Werken der Museumssammlung und nicht zuletzt den historischen Räumen selbst wird der Versuch unternommen, die wegweisenden Gedanken des damaligen Programms zu vergegenwärtigen. Der Titel VON DA AN greift Daniel Burens berühmten Titel seiner Ausstellung von 1975 auf, die er als Retrospektive der Ausstellungsgeschichte des Mönchengladbacher Museums konzipierte. Erneut ist VON DA AN ein Kommentar, der die Formen musealen Ausstellens und die Institution des Museums selbst vor dem Hintergrund einer hochgradig politisierten Zeit reflektiert.

Ein zentraler Gedanke des Projekts ist es, dem heutigen Publikum die radikal institutionskritischen Konzepte vergangener Zeiten zu vermitteln: die Hinterfragung von Museen und Kunstgeschichte, die phänomenologischen, strukturalistischen und anthropologischen Gedanken der Auseinandersetzung in der bildenden Kunst der 1960er und 1970er Jahren und die hieraus resultierende Vision einer neuartigen Identität von Museen. Cladders prägte hierfür den Begriff 'Antimuseum' und dachte als Museumsdirektor in enger Parallelität zu Künstlern wie Beuys, Buren und Broodthaers (dessen Musée d’Art Moderne, Département des Aigles 1968 in Brüssel durch eine Rede von Cladders eröffnet wurde).

Die leerstehenden Originalräume des Alten Museums in Mönchengladbach sind ein einmaliger Ort für die Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Institution Museum. Weder das Museum Abteiberg noch ein anderes gegenwärtiges Museum könnte eine Einfühlung in die vergangenen Räume des 20. Jahrhunderts geben, in denen die visionären Museumsbegriffe der damaligen Zeit geprägt wurden. Es ist ein Experiment für den aktuellen Moment, da die internationale Forschung zur Zeit großes Interesse an der Vorgeschichte der heutigen Museumslandschaft entwickelt.

In diesem Projekt verbinden sich unterschiedliche Ebenen der Darstellung. Die Räume selbst spielen eine zentrale Rolle für die Vergegenwärtigung – im alten Museum ebenso wie im Museum Abteiberg, wo die Ausstellung ihren zweiten Ort hat. Neben originalen Werken, Audio- Film- und Fotodokumenten und zahlreichen bislang unveröffentlichten Archivalien stehen Johannes Cladders´ legendäre 35 Kassettenkataloge im Zentrum, die ab 1967 in Anlehnung an die Schachteln der Fluxus-Künstler und an Marcel Duchamp als ein experimentelles Vermittlungsmedium für das Publikum produziert wurden. Stets in einer kleinen Auflage von 55 bis 660 Exemplaren herausgegeben, waren die Kassettenkataloge, die lineares Lesen unterminierten und das Publikum zu eigener kreativer Betrachtung anregten, meist schon am Eröffnungsabend vergriffen.

Das Konzept dieser retrospektiven Ausstellung wurde gemeinsam von Susanne Titz, der Kunsthistorikerin Susanne Rennert und dem Künstler Olivier Foulon entworfen. Daniel Buren, Braco Dimitrijevic und Richard Long sind mit eigens für die aktuelle Ausstellung produzierten Wiederaufführungen beteiligt. Junge Künstlerinnen und Künstler werden im Verlauf der Ausstellung die Tradition der Museumsfeste reaktivieren – mit Programmen am 19. November und am 18. Februar 2018. Zudem gibt es Führungen, Vorträge und Diskussionen, die in einem gesonderten Programm veröffentlicht werden.

Die Ausstellung wird begleitet durch eine Broschüre und gefolgt durch ein langjähriges Desiderat der Forschung: die Herausgabe einer großen Dokumentation der Mönchengladbacher Ausstellungsgeschichte 1967 – 1978. Die Publikation, die von Susanne Rennert bearbeitet wird, wurde ermöglicht durch eine großzügige Förderung des Landschaftsverbands Rheinland.

Das Gesamtprojekt wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die Kunststiftung NRW, das Land NRW, den Landschaftsverband Rheinland und die Hans Fries-Stiftung.

STÄDTISCHES MUSEUM ABTEIBERG
ABTEISTR. 27
41061 Mönchengladbach
museum-abteiberg.de







Presse






Daten zu Daniel Buren:

- 12th Havana Biennial 2015
- Art Basel 2013
- Art Basel 2016
- Art Basel Hong Kong, 2016
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- art berlin 2017
- Beaufort 2009
- Biennale Venedig 2007
- daad Stipendiat
- Daimler Art Collection
- documenta 7, 1982
- Gallery Weekend Berlin 2016
- Gallery Weekend Berlin 2016
- Göteborg Biennial for Contemporary Art, 2001
- KIAF 2016
- Konrad Fischer Galerie
- La Biennale de Montréal, 1998
- Lisson Gallery
- MACBA COLLECTION
- Migros Museum, Sammlung
- MoMA Collection
- Museo Reina Sofía, Collection
- Preistraeger Praemium Imperiale Painting
- S.M.A.K. Sammlung, Gent
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt
- Sammlung Würth
- Singapore Biennale, 2008
- Skulptur Projekte Münster 1987
- skulptur projekte münster 1997
- ZKM Sammlung, Karlsruhe

Weiteres zum Thema: Daniel Buren



Öffentliche Kunst als Denkmalkritik


Gegenstand der Untersuchung "Öffentliche Kunst als Denkmalkritik" sind künstlerische Arbeiten, die in Bezugnahme auf Denkmäler konzipiert bzw. realisiert werden, das heißt in Bezugnahme auf öffentliche Erinnerungszeichen, die von vornherein dazu errichtet wurden, an Personen oder Ereignisse zu erinnern. Seit Christos Verhüllung eines Reiterstandbildes auf dem Mailänder Domplatz 1970 ist eine nicht geringe Anzahl denkmalbezogener Arbeiten u.a. von Daniel Buren, Jochen Gerz, Hans Haacke, Jenny Holzer und Krysztof Wodiczko in Auseinandersetzung mit Kriegerdenkmälern, Mahnmalen zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus oder Lenin-Denkmälern entstanden. In der Untersuchung wird deutlich, in welcher Hinsicht Künstler die durch Denkmäler zum Ausdruck gebrachte Erinnerung an Personen oder Ereignisse reflektieren und daß Künstler zumeist kritisch zu den Ausgangsmonumenten Stellung nehmen. Zudem wird verständlich, wie Künstler sich mit der gesellschaftlichen und politischen Funktion von Denkmälern befassen. Einzelanalysen denkmalbezogener Arbeiten bilden die Voraussetzung dafür, Aussagen zur Spezifik denkmalbezogener Kunst im allgemeinen zu treffen sowie Erkenntnisse über die Möglichkeiten und Grenzen der künstlerischen Kommentierung fragwürdig gewordener Denkmäler zu gewinnen. in dieser wissenschaftlichen Publikation wird das Spektrum zeitgenössischer denkmalbezogener Kunst erstmals eingehend untersucht.



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