Marc Camille Chaimowicz | One to One …

29. September 2017 bis 7. Januar 2018 | Kestner Gesellschaft, Hannover
Eingabedatum: 02.10.2017

Werkabbildung

Marc Camille Chaimowicz | Forty and Forty … | Installationsansicht Galerie Neu | 2014 Courtesy: Der Künstler und Galerie Neu, Berlinbilder

Seit den 1970er Jahren erforscht Marc Camille Chaimowicz den Raum zwischen Kunst, Leben und Dekoration. Er entwickelt in seinem Œuvre Interieurs und Raum-Arrangements sowie verschiedene Einrichtungsgegenstände, Gemälde, Vasen, Vorhänge, Möbel, Tapeten und andere Raumobjekte. In seiner Kunst lässt Chaimowicz die Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Raum verschwimmen.

Seine Formensprache – in Malerei, Interieurs und Arrangements – lehnt sich an die intimistische Malerei an, dazu gehören beispielsweise Werke von Pierre Bonnard oder Édouard Vuillard von Ende des 19. Jahrhunderts. Gleichzeitig ist sie mit der Vorliebe für funktionales Design der Moderne, wie zum Beispiel von Dieter Rams oder Charles und Ray Eames verbunden.

Für die Kestner Gesellschaft entsteht die neue Installation »One to One...« (2017), eine künstlerische Auseinandersetzung, die im Maßstab 1:1 seine neue Wohnung in Vauxhall, London, aufnimmt, die parallel eingerichtet wird. Als solches wird die Ausstellung »One to One…« zum Surrogat und zur Bühne für die Gestaltung des Wohnraums im wirklichen Leben von Marc Camille Chaimowicz. In der raumgreifenden Installation wird Chaimowicz’ Wohnraum durch salbeigrüne Sockelleisten sowie gemusterte Vorhänge angedeutet. Die Wände in staubigem Rosa erinnern durch ihre provisorische Konstruktion an ein Bühnenbild. Tapezierte Campari-Flaschen markieren einen Bereich des Arbeitszimmers. Das Wohnzimmer erstreckt sich über den teilweise offenen Rahmen der Sockelleisten in den Ausstellungsraum der Kestner Gesellschaft, in dem weitere Zeichnungen und Pläne seiner Werke zu sehen sind. Eine Korkwand dokumentiert das Entstehen der Londoner Wohnung und der Ausstellung in der Kestner Gesellschaft. In Zusammenarbeit mit Lise Queinnec entstand eigens für die Ausstellung eine Foto-Serie von Chaimowicz’ Wohnung in Vauxhall.

Im zweiten Ausstellungsraum des Obergeschosses zeigt Marc Camille Chaimowicz das Werk »The Props and Wardrobe Room« (2011/2017), einen Requisiten- und Kostümraum, der sich auf das Theaterstück »Die Zofen« (1947) von Jean Genet bezieht, sowie eine Reihe von ihm entworfenen Bühnenvorhängen, die »Rideaux de scène, Théâtre Jean-Vilar, Bourgoin-Jallieu« (1991-1992). »The Props and Wardrobe Room«, ein freistehender Raum mit zwei kleinen Fenstern, erlaubt den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in die materielle Konstruktion der Charaktere des Stücks. Es handelt sich um ein Kammerspiel über Machtverhältnisse und menschliche Abgründe, in welchem sich Fiktion und Wirklichkeit, Rolle und Identität verwischen. Die zentralen Themen des Stücks, wie das Spiel mit Rolle und Identität oder der Übergang zwischen Bühne und intimem Raum, spiegeln sich im Œuvre von Chaimowicz wider.

Marc Camille Chaimowicz wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Paris geboren, er lebt und arbeitet in London und im Burgund. Einzelausstellungen von Chaimowicz waren unter anderem zu sehen in Flat Time House, London (2016); Indipendenza, Rom (2016); MD72, Berlin (2011); Nottingham Contemporary (2011); Inverleith House, Edinburgh (2011); Secession, Wien (2009); Artists Space, New York (2009) und De Appel, Amsterdam (2008). Er hat an zahlreichen Gruppenausstellungen teilgenommen, darunter im Nouveau Musée National de Monaco (2014); bei der Manifesta 10, Hermitage, St. Petersburg (2014); im Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris, (2014); in der Tate Modern, London (2012); im SculptureCenter, New York (2011); in der Hayward Gallery, London (2010); in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden (2009) und bei der 5. Berlin Biennale (2008). Die Ausstellung wird unterstützt von der Stiftung Niedersachsen und dem Förderkreis der Kestner Gesellschaft.

Kestner Gesellschaft
Goseriede 11
30159 Hannover
Germany
kestnergesellschaft.de

Presse






Daten zu Marc Camille Chaimowicz:

- Andrew Kreps Gallery
- Art Basel 2013
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- art berlin 2017
- art cologne 2015
- Berlin Biennale 2008
- Cabinet - Gallery
- Manifesta 10, 2014
- Migros Museum, Sammlung
- MoMA Collection
- Overduin and Kite - Gallery

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Janette Laverrière - Staatliche Kunsthalle Baden-Baden (25.7.-08.11.09)


"Entre deux actes – Loge de comédienne" - so lautete eine Interieur-Gestaltung der Designerin Janette Laverrière (geb. 1909) aus dem Jahre 1947. Die gleichnamige Ausstellung in Baden-Baden widmet sich der Wiederentdeckung des Werks von Lavrerrière. Ergänzend werden KünstlerInnen ausgestellt, die in ihrem Werk den Diskurs um die Begriffe Kunst und Design, Angewandte Kunst und deren Gebrauch reflektieren.

Den Ausgangspunkt der Ausstellung bildet die Garderobe einer Schauspielerin, ein Interieur von Janette Laverrière, welches in Baden-Baden nachgebaut wird. Seit mehr als siebzig Jahren gestaltet die französische Designerin Möbel und Spiegelobjekte, die in Frankreich zu musealen Ehren gekommen sind, in Deutschland bislang jedoch weitgehend unbekannt geblieben sind. Wesentliches Charakteristikum Laverrières Designobjekte ist die "Zurücknahme der eigentlichen Funktion und die Hinwendung zu autonomen Kunstobjekten. Sehr früh finden sich Bezüge zu stilistischen Merkmalen des Bauhauses, die in die künstlerische Moderne der 1950er und 1960er Jahre weisen."
Die Ausstellung will insbesondere die wegweisende Rolle und Bedeutung dieser Persönlichkeit und ihres Werkes aufzeigen.
Ergänzt wird die Ausstellung daher um künstlerische Positionen, die sich mit den Themenkomplexen Design, Kunst, Innenarchitektur und ihrer Verbindung zu Lebenswelten beschäftigen. Anhand exemplarischer Rauminstallationen soll die Brisanz dieses Diskurses verdeutlicht werden.

Folgende Künstler werden vertreten sein:
Richard Artschwager, Cosima von Bonin, Marc Camille Chaimowicz, Fischli & Weiss, Martin Kippenberger, Meuser, Claes Oldenburg und Franz West

Zudem wird Tobias Rehberger das Café im Foyer der Kunsthalle unter dem Titel "Was du liebst, bringt dich auch zum weinen (franchised)" neu gestalten.

Abbildung: Janette Laverrière, Entre deux actes, Loge de comédienne, 1947 (© Archives Janette Laverrière / Yves Badetz, Janette Laverrière, Éditions Norma, 2004)

Öffnungszeiten:
Di-So 10-18 Uhr
Do 10-20 Uhr

Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
Lichtentaler Allee 8a
76530 Baden-Baden

kunsthalle-baden-baden.de


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




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