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Thorsten Brinkmann: Life is funny, my deer

21. Oktober 2017 – 04. Februar 2018 | Kunsthaus / Museen Stade
Eingabedatum: 25.10.2017

bilder

100 Jahre Readymade
Vor 100 Jahren präsentierte Marcel Duchamp in New York ein umgedrehtes und mit einem Pseudonym signiertes Pissoir als Ausstellungsexponat. Duchamps öffentlicher Auftritt mit Fountain, so der Titel des Werks, war die offizielle Geburtsstunde des Readymades. Die Erklärung eines Gebrauchs-
gegenstands zu Kunst veränderte das Kunstschaffen des 20. Jahrhunderts nachhaltig und war ein wesentlicher Schritt in der Auseinandersetzung mit der Grenze zwischen Kunst und Alltag, die – immer auch verbunden mit der Suche nach Möglichkeiten, diese zu überwinden – bis heute anhält. Wie produktiv diese Auseinandersetzung nach wie vor sein kann, zeigen die Arbeiten von Thorsten Brinkmann.

Thorsten Brinkmann
Als Schüler von Franz Erhard Walther und Bernhard Blume setzte Brinkmann sich bereits während seines Kunststudiums intensiv mit Alltagsdingen als künstlerisches Material auseinander. Brinkmann, inzwischen selbst eine anerkannte Größe der internationalen Kunstszene, hinterfragt in seinen Fotografien, Filmen und Objekten die vermeintlich festgeschriebenen Dingbedeutungen und das viel diskutierte Eigenleben der Dinge. In einem Zeitalter des kapitalistischen Produktionsexzesses und einer daraus resultierenden Wegwerfgesellschaft, der Inthronisation von Objekt- und Warenwelt und der prothetischen Verschmelzungen zwischen Körper und Ding, gewinnt die Frage nach der Wirkmacht von Gegenständen an Brisanz.

Bei Brinkmann erfolgt die Annäherung zwischen Künstler und Objekt oft in spielerischer Weise und ist einem gewissen Zufallsprinzip untergeordnet. Der Künstler begegnet den Objekten für seine Kunstwerke, testet aus, was bei der Kontaktaufnahme passiert und experimentiert dann mit den Möglichkeiten der Aneignung, Neuordnung und Verwandlung. In der immer neu zu bewerten-
den Beziehung zwischen Kunst und Alltag, Subjekt und Objekt, wählt Brinkmann konsequent den Weg des Humors. Es entstehen sinnfreie Ordnungen, die in einer zunehmend funktional ausgerichteten Welt in das freie Feld des Komischen führen und andere Handlungsoptionen möglich erscheinen lassen.

Kunsthaus / Museen Stade
Wasser West 7
D-21682 Stade
T +49 (0) 4141 79 773 20
museen-stade.de
Öffnungszeiten
Di, Do, und Fr 10–17 Uhr | Mi 10–19 Uhr
Sa und So 10–18 Uhr
Bei Ausstellungswechsel ist das Kunsthaus geschlossen!



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