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B3 Biennale

TEJAL SHAH unbecoming

Kuratiert von Chus Martínez

25. Oktober - 3. Dezember 2017 | Kunsthaus Hamburg
Eingabedatum: 30.10.2017

Werkabbildung

Tejal Shah, Videostill, Between the Waves, 2012, Courtesy die Künstlerin, Project 88, Mumbai, und Barbara Gross Galerie, Münchenbilder

Die künstlerische Praxis der aus Indien stammenden Künstlerin Tejal Shah (*1979) umfasst Video, Fotografie, Performance, Zeichnung, Sound und Installation. Sie thematisiert genderspezifische Fragen und stellt diese in Zusammenhang mit ökologischen Themen, mit Science-Fiktion sowie kultureller Mythologie; aber auch Spiritualität, Liebe und Sexualität spielen eine wiederkehrende Rolle. Shahs Arbeiten sind stets politisch motiviert und von einer feministischen Perspektive geprägt. Dabei steht nicht nur die Frau im Mittelpunkt, sondern vielmehr hinterfragt Shah darin grundsätzlich die (duale) sexuelle Differenzierung der Gesellschaft. Die politisch und gesellschaftskritisch motivierte Arbeit von Tejal Shah zeugt, besonders vor dem Hintergrund ihres Heimatlandes Indien, von Mut, herausragender Qualität und Eigenständigkeit.

Im Kunsthaus Hamburg wird Shah ihre 5-Kanal-Videoinstallation Between the Waves raumgreifend präsentieren. In der Installation, die auf der dOCUMENTA (13) ihre Premiere hatte, beschäftigt sich die Künstlerin mit Phänomenen kultureller und biologischer Vielfalt. Das Abweichende, insbesondere in sexueller Hinsicht, betrachtet sie als integralen Bestandteil der Natur. Extravaganz und Vielfalt sind für sie „Quelle und Essenz allen Lebens, denen alle anderen Muster folgen“. In Between the Waves entwickelt Tejal Shah ihre eigene Vision einer Evolutionsgeschichte, die mit den üblichen Vorstellungen von Körperlichkeit und Sexualität bricht. Grenzen zwischen den Geschlechtern, auch die zwischen Mensch, Natur und Tier, werden aufgehoben. Frauen mit phallusartigen Hörnern verkörpern im Film mehrgeschlechtliche Mischwesen, die uns als menschliche Einhörner ein lustbetontes Zusammenleben in stimmungsvoll inszenierten Landschaften vorführen. Viele der Szenen des zum Großteil in Indien gedrehten Films spielen in Zonen des Übergangs zwischen Großstadt und Natur. Als filmischer Loop auf fünf unterschiedlichen Screens präsentiert die Künstlerin ein fantastisches Szenario, das in fließenden Übergängen gleichwohl Utopie als auch Dystopie ist. Neben der Videoinstallation zeigt das Kunsthaus Hamburg neue Zeichnungen und Collagen, die thematisch an den Film anknüpfen.

In Zusammenarbeit mit der Hochschule für bildende Künste Hamburg HFBK (Prof. Michaela Melián) wird Tejal Shah im Rahmen von zwei Filmscreenings den spezifischen kulturellen Kontext erläutern, in dem ihre Arbeiten entstehen. Als besonderen Gast hat sie dazu die indische Regisseurin Shabnam Virmani eingeladen, deren Filme sie ebenfalls präsentieren und in einem Künstlergespräch erläutern wird. In den Arbeiten der beiden Künstlerinnen lassen sich viele thematische und gedankliche Anknüpfungspunkte finden. Der Dialog wird darüber hinaus einen besonderen Einblick in ihre Filme erlauben, die jeweils auf ihre Weise einen ebenso kritischen wie maßgeblichen Bezug zu den Kulturen Indiens haben.
Einblick in ihre aktuelle Forschung wird Shah abgesehen davon in Form einer Lecture-Performance am 25. Oktober an der HFBK geben. Seit über zwei Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit einem Ansatzpunkt des tibetanischen Buddhismus, der vor allem einer non-dualen Denkweise folgt und in der Nalanda-Tradition fußt. So knüpft sie aus traditioneller, religiös-spiritueller und philosophischer Perspektive an aktuelle Gender-Theorien an, um sie in ihrer Kunst zu verarbeiten. Für ihre Forschung hat sie unter anderem acht Monate in Bhutan bei einem der bekanntesten Lamas verbracht und erlernt aktuell in Nepal die Sprache für das Studium von Originaltexten. Von dieser intensiven Form der künstlerischen „Forschung“ wird sie in Hamburg zum ersten Mal öffentlich berichten.

Tejal Shah (*1979, Bhilai, Indien) hat am Royal Melbourne Institute of Technology, Australien sowie am Art Institute of Chicago und am Bart College in New York, USA studiert. Sie hat an zahlreichen internationalen Ausstellungen teilgenommen und ihre Filme auf Festivals präsentiert; darunter das Museum of Modern Art, Oslo (2016/17), Whitechapel Gallery, London (2014), dOCUMENTA (13) (2012), Centre Pompidou (2011), Tate Modern (2006). Sie war beteiligt am Projekt „Indian Highway“ (2009) an der Serpentine Gallery, London, Ullens Center for Contemporary Art, Beijing, MAXXI, Rom, Astrup Fearnley Museum of Modern Art, Oslo sowie am Musée d’Art Contemporain de Lyon.


Kunsthaus Hamburg
Klosterwall 15
20095 Hamburg

kunsthaushamburg.de


Presse






Daten zu Tejal Shah:

- documenta 13, 2012
- Project 88

Weiteres zum Thema: Tejal Shah



Teilnehmerliste der documenta(13)


documenta13
Kunsthalle Fridericianum

Lida Abdul, Bani Abidi, Etel Adnan, Korbinian Aigner, Vyacheslav Akhunov, Barmak Akram, Khadim Ali, Allora & Calzadilla Maria Thereza Alves, Francis Alÿs, Ayreen Anastas, Anastas & Gabri Ida Applebroog, Mohammad Yusuf Asefi, Doug Ashford, Tarek Atoui, Kader Attia, Julie Ault, Alexandra Bachzetsis, Nanni Balestrini, Amy Balkin, Judith Barry, Massimo Bartolini, Gianfranco Baruchello, Ahmed Basiony, Thomas Bayrle, Gordon Bennett, Rossella Biscotti, Alighiero Boetti, Anna Boghiguian, Carol Bove, Kristina Buch, Andrea Büttner, Gerard Byrne, CAMP (founded 2007 by Shaina Anand, Sanjay Bhangar, and Ashok Sukumaran) Emily Carr, Mariana Castillo Deball, Paul Chan, Kudzanai Chiurai, Critical Art Ensemble Abraham Cruzvillegas, István Csákány, Attila Csörgo, Antoni Cumella, Salvador Dalí, Manon de Boer, Tacita Dean, Mark Dion, Thea Djordjadze, Willie Doherty, Trisha Donnelly, Sam Durant, Jimmie Durham, Buetti Alighiero Boetti, Haris Epaminonda, and Daniel Gustav Cramer, Cevdet Erek, Matias Faldbakken, Geoffrey Farmer, Omer Fast, Lara Favaretto, Ceal Floyer, Llyn Foulkes, Abul Qasem Foushanji, Chiara Fumai, Rene Gabri, Ryan Gander, Dora García, Mario Garcia Torres, Fernando García-Dory, Theaster Gates, Jeanno Gaussi, Mariam Ghani, Simryn Gill, Julio González, Tue Greenfort, Zainab Haidary, Fiona Hall, Florian Hecker, Tamara Henderson, Susan Hiller, Horst Hoheisel, Judith Hopf, Pierre Huyghe, Sanja Ivekovic, Emily Jacir, Toril Johannessen, Joan Jonas, Brian Jungen, Rudolf Kaesbach, Robin Kahn, & La Cooperativa Unidad Nacional Mujeres Saharauis (The National Union of Women from Western Sahara) Masood Kamandy, Amar Kanwar, William Kentridge, Hassan Khan, Erkki Kurenniemi, Adriana Lara, Gabriel Lester, David Link, Maria Loboda, Mark Lombardi, Aníbal López, Renata Lucas, Marcos Lutyens, and Raimundas Malašauskas, featuring Sissel Tolaas Goshka Macuga, Anna Maria Maiolino, Nalini Malani, Raimundas Malasauskas, Man Ray Maria Martins, Francesco Matarrese, Fabio Mauri, Julie Mehretu, John Menick, Gustav Metzger, Aman Mojadidi, Gareth Moore, Giorgio Morandi, Rabih Mroué, Zanele Muholi, Christian Philipp Müller, Shinro Ohtake, Rahraw Omarzad, Roman Ondák, Füsun Onur, Christodoulos Panayiotou, Giuseppe Penone, Claire Pentecost, Susan Philipsz, Pratchaya Phinthong, Sopheap Pich, Lea Porsager, Michael Portnoy, Margaret Preston, Seth Price, Ana Prvacki, Walid Raad, Michael Rakowitz, Araya Rasdjarmrearnsook, Doreen Reid Nakamarra, Pedro Reyes, Gunnar Richter, Stuart Ringholt, Paul Ryan, Hannah Ryggen, documenta Lester Gabriel Anri Sala, Charlotte Salomon, Issa Samb, Ines Schaber, Tino Sehgal, Albert Serra, Tejal Shah, Wael Shawky, Nedko Solakov, Dong Song Alexandra Sukhareva, Mika Taanila, Mohsen Taasha, Javier Téllez, Aase Texmon Rygh, Warlimpirrnga Tjapaltjarri, Jalal Toufic, Rosemarie Trockel, Rattana Vandy, Nath Vann Adrián Villar Rojas, Clemens von Wedemeyer, Jeronimo Voss, Giang Huong Vu, Ian Wallace, Jessica Warboys, Lawrence Weiner, Lei Yan , Haegue Yang, Akram Zaatari, Zalmaiï Konrad Zuse,


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