Anzeige
kunstkraftwerk

TEJAL SHAH unbecoming

Kuratiert von Chus Martínez

25. Oktober - 3. Dezember 2017 | Kunsthaus Hamburg
Eingabedatum: 30.10.2017

bilder

Die künstlerische Praxis der aus Indien stammenden Künstlerin Tejal Shah (*1979) umfasst Video, Fotografie, Performance, Zeichnung, Sound und Installation. Sie thematisiert genderspezifische Fragen und stellt diese in Zusammenhang mit ökologischen Themen, mit Science-Fiktion sowie kultureller Mythologie; aber auch Spiritualität, Liebe und Sexualität spielen eine wiederkehrende Rolle. Shahs Arbeiten sind stets politisch motiviert und von einer feministischen Perspektive geprägt. Dabei steht nicht nur die Frau im Mittelpunkt, sondern vielmehr hinterfragt Shah darin grundsätzlich die (duale) sexuelle Differenzierung der Gesellschaft. Die politisch und gesellschaftskritisch motivierte Arbeit von Tejal Shah zeugt, besonders vor dem Hintergrund ihres Heimatlandes Indien, von Mut, herausragender Qualität und Eigenständigkeit.

Im Kunsthaus Hamburg wird Shah ihre 5-Kanal-Videoinstallation Between the Waves raumgreifend präsentieren. In der Installation, die auf der dOCUMENTA (13) ihre Premiere hatte, beschäftigt sich die Künstlerin mit Phänomenen kultureller und biologischer Vielfalt. Das Abweichende, insbesondere in sexueller Hinsicht, betrachtet sie als integralen Bestandteil der Natur. Extravaganz und Vielfalt sind für sie „Quelle und Essenz allen Lebens, denen alle anderen Muster folgen“. In Between the Waves entwickelt Tejal Shah ihre eigene Vision einer Evolutionsgeschichte, die mit den üblichen Vorstellungen von Körperlichkeit und Sexualität bricht. Grenzen zwischen den Geschlechtern, auch die zwischen Mensch, Natur und Tier, werden aufgehoben. Frauen mit phallusartigen Hörnern verkörpern im Film mehrgeschlechtliche Mischwesen, die uns als menschliche Einhörner ein lustbetontes Zusammenleben in stimmungsvoll inszenierten Landschaften vorführen. Viele der Szenen des zum Großteil in Indien gedrehten Films spielen in Zonen des Übergangs zwischen Großstadt und Natur. Als filmischer Loop auf fünf unterschiedlichen Screens präsentiert die Künstlerin ein fantastisches Szenario, das in fließenden Übergängen gleichwohl Utopie als auch Dystopie ist. Neben der Videoinstallation zeigt das Kunsthaus Hamburg neue Zeichnungen und Collagen, die thematisch an den Film anknüpfen.

In Zusammenarbeit mit der Hochschule für bildende Künste Hamburg HFBK (Prof. Michaela Melián) wird Tejal Shah im Rahmen von zwei Filmscreenings den spezifischen kulturellen Kontext erläutern, in dem ihre Arbeiten entstehen. Als besonderen Gast hat sie dazu die indische Regisseurin Shabnam Virmani eingeladen, deren Filme sie ebenfalls präsentieren und in einem Künstlergespräch erläutern wird. In den Arbeiten der beiden Künstlerinnen lassen sich viele thematische und gedankliche Anknüpfungspunkte finden. Der Dialog wird darüber hinaus einen besonderen Einblick in ihre Filme erlauben, die jeweils auf ihre Weise einen ebenso kritischen wie maßgeblichen Bezug zu den Kulturen Indiens haben.
Einblick in ihre aktuelle Forschung wird Shah abgesehen davon in Form einer Lecture-Performance am 25. Oktober an der HFBK geben. Seit über zwei Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit einem Ansatzpunkt des tibetanischen Buddhismus, der vor allem einer non-dualen Denkweise folgt und in der Nalanda-Tradition fußt. So knüpft sie aus traditioneller, religiös-spiritueller und philosophischer Perspektive an aktuelle Gender-Theorien an, um sie in ihrer Kunst zu verarbeiten. Für ihre Forschung hat sie unter anderem acht Monate in Bhutan bei einem der bekanntesten Lamas verbracht und erlernt aktuell in Nepal die Sprache für das Studium von Originaltexten. Von dieser intensiven Form der künstlerischen „Forschung“ wird sie in Hamburg zum ersten Mal öffentlich berichten.

Tejal Shah (*1979, Bhilai, Indien) hat am Royal Melbourne Institute of Technology, Australien sowie am Art Institute of Chicago und am Bart College in New York, USA studiert. Sie hat an zahlreichen internationalen Ausstellungen teilgenommen und ihre Filme auf Festivals präsentiert; darunter das Museum of Modern Art, Oslo (2016/17), Whitechapel Gallery, London (2014), dOCUMENTA (13) (2012), Centre Pompidou (2011), Tate Modern (2006). Sie war beteiligt am Projekt „Indian Highway“ (2009) an der Serpentine Gallery, London, Ullens Center for Contemporary Art, Beijing, MAXXI, Rom, Astrup Fearnley Museum of Modern Art, Oslo sowie am Musée d’Art Contemporain de Lyon.


Kunsthaus Hamburg
Klosterwall 15
20095 Hamburg

kunsthaushamburg.de


Presse






Daten zu Tejal Shah:

- documenta 13, 2012
- Project 88

Weiteres zum Thema: Tejal Shah



Teilnehmerliste der documenta(13)


documenta13
Kunsthalle Fridericianum

Lida Abdul, Bani Abidi, Etel Adnan, Korbinian Aigner, Vyacheslav Akhunov, Barmak Akram, Khadim Ali, Allora & Calzadilla Maria Thereza Alves, Francis Alÿs, Ayreen Anastas, Anastas & Gabri Ida Applebroog, Mohammad Yusuf Asefi, Doug Ashford, Tarek Atoui, Kader Attia, Julie Ault, Alexandra Bachzetsis, Nanni Balestrini, Amy Balkin, Judith Barry, Massimo Bartolini, Gianfranco Baruchello, Ahmed Basiony, Thomas Bayrle, Gordon Bennett, Rossella Biscotti, Alighiero Boetti, Anna Boghiguian, Carol Bove, Kristina Buch, Andrea Büttner, Gerard Byrne, CAMP (founded 2007 by Shaina Anand, Sanjay Bhangar, and Ashok Sukumaran) Emily Carr, Mariana Castillo Deball, Paul Chan, Kudzanai Chiurai, Critical Art Ensemble Abraham Cruzvillegas, István Csákány, Attila Csörgo, Antoni Cumella, Salvador Dalí, Manon de Boer, Tacita Dean, Mark Dion, Thea Djordjadze, Willie Doherty, Trisha Donnelly, Sam Durant, Jimmie Durham, Buetti Alighiero Boetti, Haris Epaminonda, and Daniel Gustav Cramer, Cevdet Erek, Matias Faldbakken, Geoffrey Farmer, Omer Fast, Lara Favaretto, Ceal Floyer, Llyn Foulkes, Abul Qasem Foushanji, Chiara Fumai, Rene Gabri, Ryan Gander, Dora García, Mario Garcia Torres, Fernando García-Dory, Theaster Gates, Jeanno Gaussi, Mariam Ghani, Simryn Gill, Julio González, Tue Greenfort, Zainab Haidary, Fiona Hall, Florian Hecker, Tamara Henderson, Susan Hiller, Horst Hoheisel, Judith Hopf, Pierre Huyghe, Sanja Ivekovic, Emily Jacir, Toril Johannessen, Joan Jonas, Brian Jungen, Rudolf Kaesbach, Robin Kahn, & La Cooperativa Unidad Nacional Mujeres Saharauis (The National Union of Women from Western Sahara) Masood Kamandy, Amar Kanwar, William Kentridge, Hassan Khan, Erkki Kurenniemi, Adriana Lara, Gabriel Lester, David Link, Maria Loboda, Mark Lombardi, Aníbal López, Renata Lucas, Marcos Lutyens, and Raimundas Malašauskas, featuring Sissel Tolaas Goshka Macuga, Anna Maria Maiolino, Nalini Malani, Raimundas Malasauskas, Man Ray Maria Martins, Francesco Matarrese, Fabio Mauri, Julie Mehretu, John Menick, Gustav Metzger, Aman Mojadidi, Gareth Moore, Giorgio Morandi, Rabih Mroué, Zanele Muholi, Christian Philipp Müller, Shinro Ohtake, Rahraw Omarzad, Roman Ondák, Füsun Onur, Christodoulos Panayiotou, Giuseppe Penone, Claire Pentecost, Susan Philipsz, Pratchaya Phinthong, Sopheap Pich, Lea Porsager, Michael Portnoy, Margaret Preston, Seth Price, Ana Prvacki, Walid Raad, Michael Rakowitz, Araya Rasdjarmrearnsook, Doreen Reid Nakamarra, Pedro Reyes, Gunnar Richter, Stuart Ringholt, Paul Ryan, Hannah Ryggen, documenta Lester Gabriel Anri Sala, Charlotte Salomon, Issa Samb, Ines Schaber, Tino Sehgal, Albert Serra, Tejal Shah, Wael Shawky, Nedko Solakov, Dong Song Alexandra Sukhareva, Mika Taanila, Mohsen Taasha, Javier Téllez, Aase Texmon Rygh, Warlimpirrnga Tjapaltjarri, Jalal Toufic, Rosemarie Trockel, Rattana Vandy, Nath Vann Adrián Villar Rojas, Clemens von Wedemeyer, Jeronimo Voss, Giang Huong Vu, Ian Wallace, Jessica Warboys, Lawrence Weiner, Lei Yan , Haegue Yang, Akram Zaatari, Zalmaiï Konrad Zuse,


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




    Anzeige
    Ausstellung


    Anzeige
    rundgang


    Anzeige
    Magdeburg


    Anzeige
    berlin


    Anzeige
    Atelier




    GUTE AUSSICHTEN DELUXE – JUNGE DEUTSCHE FOTOGRAFIE NACH DER DÜSSELDORFER SCHULE

    gute aussichten DELUXE präsentiert 25 neue, herausragende Positionen aus dem Kreis der gute aussichten-Preisträger der Jahre 2004 bis 2015, deren künstlerisches Schaffen sich in dieser Zeit kontinuierlich weiterentwickelt hat weiter


    AMERICA! AMERICA! HOW REAL IS REAL?

    Dabei zeigt die von Helmut Friedel kuratierte Ausstellung, wie Künstler den Wandel der Gesellschaft, ihren Umgang mit Bild und Abbild, Realität und Täuschung mit immer wieder neuen Mitteln, Techniken und Strategien kommentieren. weiter


    VON DA AN - RÄUME, WERKE, VERGEGENWÄRTIGUNGEN DES ANTIMUSEUMS 1967 – 1978

    Ein Ausstellungsprojekt im Museum Abteiberg, Abteistraße 27, und im alten Städtischen Museum, Bismarckstraße 97 ... weiter


    Shirin Neshat. Frauen in Gesellschaft

    Die im Iran aufgewachsene und in den USA lebende Künstlerin Shirin Neshat (geb. 1957) nimmt eine zentrale Position im Diskurs um das Verhältnis zwischen Orient und Okzident ein. weiter


    Future Love. Begehren und Verbundenheit im Zeitalter geformter Natur

    Die Gruppenausstellung „Future Love“ untersucht die Auswirkungen der neuen Technologien und sozialen Medien auf unsere Gefühlsbeziehungen und unsere Sexualität. weiter

    Acci Baba - ab aeterno

    „ab aeterno“ ist die erste institutionelle Einzelausstellung des aus Japan stammenden Künstlers Acci Baba (*1977 in Kamakura) in Deutschland. weiter

    Der Begriff "Hinterfragen" in Texten zur zeitgenössischen Kunst

    weiter


    Der Begriff Position in Texten zur zeitgenössischen Kunst

    Schon vor 15 Jahren beschäftigte sich die Zeitschrift TEXTE ZUR KUNST mit dem P-Wort. weiter



    Reinhold Koehler - Décollage

    Reinhold Koehler (1919 – 1970) gehört sicher zu jenen Künstlern, denen noch nicht der ihnen angemessene Platz in der deutschen Kunst eingräumt wurde. weiter

    Zum Begriff Autor (Autorennen und Autorenschaft) in den Texten zur zeitgenössischen Kunst

    wenn der Autor malt - zwischen Autorität und Unterdrückung weiter


    Künstlerliste mit nur einer bzw. zwei Biennalebeteiligung

    Unter den ersten 500 renomiertesten Künstlern unserer Künstlerliste, haben wir 89 Künstler identifiziert die in unserer Datenbank nur mit einer Biennalebeteiligung erfasst sind. weiter


    Tag der offenen Tür an der Hochschule für Bildende Künste Dresden

    Zum sachsenweiten Tag der offenen Tür für alle 11. und 12. Klassen der sächsischen Gymnasien am Donnerstag, den 11. Januar 2018, hat auch die Hochschule für Bildende Künste Dresden ein umfangreiches Informations- und Veranstaltungsprogramm vorbereitet. weiter


    Winterrundgang der SpinnereiGalerien in Leipzig

    Am Wochenende ist es wieder soweit: Die SPINNEREI lädt zum Kleinen Winterrundgang der SpinnereiGalerien ein. weiter

    Ausstellung Werner Schmidt (Malerei) und Werner Pokorny (Skulptur)

    Werner Schmidt und Werner Pokorny werden mit Malerei und Skulptur zu Gast sein weiter

    Neue Kuratorin Christina Lehnert am Frankfurter Portikus

    Christina Lehnert (*1983 in Baden-Baden) studierte Kunstgeschichte und Philosophie an der Humboldt Universität in Berlin. 2017 war sie Interimsdirektorin des Kunstverein Braunschweig ... weiter


    Kunstkraftwerk Leipzig: RENAISSANCE experience

    Florenz und die Uffizien: Die Genies der Renaissance digital entdecken
    Ab 20.Januar 2018 gewährt eine immersive multimediale Art-Show im Kunstkraftwerk Leipzig einen einzigartigen Blick auf die (Kunst-) Welt der Renaissance. (Sponsored Content) weiter

    Studieninformationstag der BURG am 11. Januar 2018

    Mit einem abwechslungsreichen Programm zwischen 9 und 17 Uhr wird das Studium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle vorgestellt weiter


    Nico Joana Weber - Monstera deliciosa

    Monstera deliciosa ist der Name einer tropischen Urwaldpflanze, die einen einzigartigen Siegeszug in die Wohn- und Büroräume in unseren, klimatisch gemäßigten Breiten erlebt hat. weiter


    Thomas Feuerstein Prometheus Delivered

    In seinem spektakulären Projekt „Prometheus delivered“ inszeniert Thomas Feuerstein ein faszinierendes Laboratorium aus blubbernden Bioreaktoren, geheimnisvollen Flüssigkeiten, Pump- und Schlauchsystemen. weiter


    Kunst und Architektur. Pierre Néma

    Für die aktuelle Winterzeit hat sich der Schaffhauser Architekt Pierre Néma fotografisch sehr direkt mit dem städtischen Raum im Kontext der sechs Kunstkästen beschäftigt. weiter