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Yellow Creature

28.10.2017 - 07.01.2018 | Kunstmuseum Luzern
Eingabedatum: 01.11.2017

bilder

Yellow Creature untersucht anhand künstlerischer Konzepte die ethischen und moralischen Kategorien, die Grenzen zwischen Kreaturen oder auch innerhalb einer Gesellschaft definieren. Wer zieht diese Grenzlinien, wer profitiert von ihnen, und wer verhandelt sie neu? Die Ausstellung knüpft thematisch an die legendäre Präsentation von 1974 Transformer – Aspekte der Travestie im Kunstmuseum Luzern an, die die Auflösung der Geschlechterrollen thematisierte, bringt die Frage nach Grenzen und Übergängen jedoch ins 21. Jahrhundert.

Die Ausstellung versammelt zahlreiche renommierte Künstlerinnen und Künstler, unter anderen John Akomfrah (*1957, GH) (2017 mit einem grossen Auftritt an der Art Unlimited, bei zahlreichen Biennalen rund um den Globus und Gewinner des Artes Mundi Preises 2017), Mika Rottenberg (*1976, AR), die 2015 mit ihrem fantastisch-witzigen Video das Biennale-Publikum in Venedig begeisterte oder Neïl Beloufa (*1985, FR), dessen Arbeit 2013 in Venedig präsent war.

Klara Kristalovas (*1967, CZ) ambivalente Keramikfiguren, die zwischen Werden und Sein changieren, sind erstmals in der Schweiz zu sehen und Isabella Rossellinis (*1952, IT) Kurzfilme Green Porno holen das Sexleben von Insekten und Meerestieren ins Museum. Die zehn nationalen und internationalen Positionen umkreisen verschiedene Strategien zur Überwindung von Grenzen, thematisieren den Übergang und laden ein, eine andere Perspektive einzunehmen.

Yellow Creature will dazu anregen, mit Empathie aufeinander zuzugehen. Die Titelgebende Figur Yellow Creature ist die Hauptfigur in Mervyn Peakes (1911–1968, UK) Geschichte Captain Slaughterboard Drops Anchor (1939). Mit dem gelben Wesen lotet der Künstler und Autor die Grenzen zwischen Mensch und Tier und Mann und Frau aus. Die 45 Originalzeichnungen erzählen von einer rätselhaften Figur mit schamanischen, transformativen Kräften, einem groben Piratenkapitän mit einer wilden Crew, von Seefahrt, Abenteuer, einem ungleichen Beziehungspaar und einem Happy End: bis heute ein brisantes Werk.

Klodin Erb (*1963, CH) und Sabian Baumann (*1962, CH) fragen mit malerisch-filmischen bzw. zeichnerischen Mitteln was wäre, wenn wir als Zitrone aus dem Stillleben rollen oder als Beere an einem Strauch wachsen würden. In den Erzählungen von fliegenden Autos und der Hochzeit mit einer Kuh zeigt Kempinski von Neïl Beloufa Zukunftsvorstellungen in der Peripherie von Bamako (Mali) auf. Diesen Geschichten stellt Lia García anhand von Christian Andersens kleiner Meerjungfrau die Realität als Transgenderfrau in Mexiko-Stadt gegenüber.

Empathie ist nicht nur poetisch, sondern auch politisch zu verstehen: RELAX verweisen auf die feinen Grenzen, die in der Kunstwelt, in der Gesellschaft, im Alltag und bei der Arbeit Wertunterschiede markieren. Die Videoinstallation The Unfinished Conversation von John Akomfrah basiert auf dem Archiv des Kulturtheoretikers Stuart Hall (1932–2014). Hall beschreibt sein Nachdenken über Identität und Ethnie, über Rassismus, Kultur und politische Theorie als eine «unvollendete Unterhaltung» und fragt, was es heisst, in einer Gesellschaft anders zu sein.

Pointiert, knallbunt und laut thematisiert Mika Rottenberg die Produktionsprozesse im kapitalistischen System und die Arbeit als verfügbares Gut mit Gewinnern und Verlierern.

John Akomfrah, Sabian Baumann, Neïl Beloufa, Klodin Erb, Lia García, Klara Kristalova, Mervyn Peake, RELAX (chiarenza & hauser & co), Isabella Rossellini, Mika Rottenberg


Kunstmuseum Luzern
kunstmuseumluzern.ch

Presse




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