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Future Love. Begehren und Verbundenheit im Zeitalter geformter Natur

18.01.2018 – 15.04.2018 | Haus der elektronischen Künste Basel
Eingabedatum: 13.01.2018

Werkabbildung

©!Mediengruppe Bitnikbilder

Die Gruppenausstellung „Future Love“ untersucht die Auswirkungen der neuen Technologien und sozialen Medien auf unsere Gefühlsbeziehungen und unsere Sexualität.

Noch nie schien die Zukunft unserer emotionalen, sexuellen und familiären Beziehungen aufregender, vielversprechender und turbulenter als heute. Die Biotechnologie bietet alternative Reproduktionsweisen, was eine Veränderung der Geschlechterrollen und ihrer biologischen Grenzen mit sich bringt und damit die traditionellen Familienstrukturen in Frage stellt. Neue Industrieprodukte werben damit, unkonventionelle sexuelle Fantasien zu befriedigen, und zwar sowohl in der physischen als auch der virtuellen Realität. Die weltweite Vernetzung ermöglicht die Verbreitung alternativer Modelle von Liebe und Sexualität, was nach wie vor zu weltanschaulichen Debatten zwischen sittenstrengen und aufgeschlosseneren Menschen führt, aber von der breiten Bevölkerung immer mehr akzeptiert wird. Aus diesem neuen Zusammenspiel von Technologie, Produktentwicklung und Umwelt entsteht ein neuartiges Gefüge: die Hypernatur – eine weiterentwickelte Version des Ökosystems, einschliesslich künstlicher Körper und der Wechselbeziehungen mit ihnen. In diesem Zusammenhang hinterfragen einige der weitsichtigsten Theoretiker unsere Vorherrschaft in der Ökosphäre und regen dazu an, die gängigen Diskurse über das Anthropozän hinter uns zu lassen. Gleichzeitig diskutieren sie über unsere unerlässlichen Reproduktions- und Überlebenstriebe.

Diese Debatte gibt Anlass, neu über unsere Identitäten und Verhaltensweisen nachzudenken. Haben die jüngsten Entwicklungen neuer Technologien und die sozialen Medien unsere Beziehungen und unsere Sexualität grundlegend verändert? Inwieweit beeinflussen sie unsere Vorstellungen von Liebe, Familie und Geschlechterrollen? Von einem postdigitalen Hintergrund ausgehend, befassen sich die an der Ausstellung beteiligten Künstler und Künstlerinnen mit diesen Fragen anhand unterschiedlichster Medien, die von Biotechnologien bis hin zu virtueller Realität reichen. Damit bringen sie verschiedene, persönliche Visionen in Bezug auf unsere derzeitigen sexuellen und romantischen Neigungen zum Ausdruck, wobei sie nicht nur Aspekte im Zusammenhang mit persönlichen Liebesgeschichten aufgreifen, sondern sich auch mit Sexualität als Zeichen der Zuneigung, als Reproduktionsprozess oder als Form der Entspannung beschäftigen. Tabita Rezaire lässt in ihren Videoinstallationen beispielsweise Elemente der afrikanischen Kultur mit einem Cyberfuturismus verschmelzen, um heilende Mantras zu erzeugen, mit denen die westlichen, patriarchischen Positionen zur Sexualität untergraben werden. Wong Ping geht mit seinen Leuchtanimationen dagegen auf sexuelle Unterdrückung und Frustration ein. Una Szeemann fertigt per 3D-Drucker Skulpturen an, die aus ihren unter Hypnose erfolgten Meditationen über moderne Liebesgeschichten im Zeitalter von Dating-Apps hervorgehen, während !Mediengruppe Bitnik die gerade diesen Online-Diensten zugrundeliegenden zynischen Mechanismen aufzeigen. Die Künstlerin und Aktivistin Micha Cárdenas hat Apps für Transgender-Nutzer entwickelt, um eine Marktlücke in einem massgeblich von heteronormativen Modellen geprägten Markt zu schliessen. Im Zusammenhang damit stehen fiktionale Dokumentarfilme von Mary Maggic, in denen Hackerprotokolle beschrieben werden, mit denen Transgender und Frauen sich selbst Östrogene besorgen können. Damit will sie eine Diskussion über den Zugang dieser Menschen zu derartigen Hormonen anregen.

Einige Künstler und Künstlerinnen, wie Pinar Yoldas und Špela Petric, sinnen über Biotechnologien und die Möglichkeit nach, Designer-Babys oder sogar völlig neue Spezies in die Welt zu setzen, während die Arbeiten von Dmitry Morozov (alias ::vtol::) und Karen Lancel & Hermen Maat untersuchen, wie Biofeedback und tragbare Geräte ein Mittel bieten, unsere sexuellen Verhaltensweisen aufzunehmen, zu analysieren und möglicherweise zu optimieren. Die mit virtueller Realität arbeitenden Werke wie die von Ed Fornieles lassen uns verstörende Begegnungen mit unerwarteten Partnern und Partnerinnen erleben. Und schliesslich sprechen die Installationen von Joey Holder, Chloé Delarue und Olga Fedorova mit visionären und symbolischen Darstellungen unsere heutige problematische Sexualität an.

Die Ausstellung „Future Love. Desire and Kinship in Hypernature“ bietet sowohl kritische, unkonventionelle und fantasievolle Ausblicke auf das vor uns liegende Leben als auch eine Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Entwicklung der Gesellschaft sowie den auf uns zukommenden Veränderungen, Herausforderungen und Gelegenheiten, die sich auf unsere Verhaltensweisen auswirken könnten. Die ausgestellten Arbeiten sind spekulativ, kritisch und manchmal utopisch. Sie laden uns zum Nachdenken über unsere Modelle von Gefühlsbeziehungen ein, die unsere Situation als Menschen und unsere Präsenz in der Ökosphäre bestimmen.

Künstlerinnen und Künslter: Micha Cárdenas (US), Chloé Delarue (CH), Olga Fedorova (RU), Ed Fornieles (UK), Joey Holder (UK), Karen Lancel & Hermen Maat (NL), Dmitry Morozov (RU), Špela Petric (SI), Wong Ping (HK), Tabita Rezaire (FR), Una Szeemann (CH), Mary Maggic (US), Pinar Yoldas (TR/US), !Mediengruppe Bitnik (CH).

HeK
Haus der elektronischen Künste Basel
House of Electronic Arts Basel
Freilager-Platz 9
4142 Münchenstein / Basel
hek.ch/programm/events/event/future-love.html


Presse






Daten zu !Mediengruppe Bitnik:

- Gallery Weekend Berlin 2017
- Hartware MedienKunstVerein 2015
- Hartware MedienKunstVerein 2016
- Kunstverein Hannover 2016
- Ural Industrial Biennial of Contemporary Art, 2015

Weiteres zum Thema: !Mediengruppe Bitnik



Hacking the City - Museum Folkwang, Essen


Anhand zahlreicher Aktionen, Ausstellungen oder Interventionen im Stadtraum ebenso wie im Internet, wirft das Projekt "Hacking the City" einen neuen Blick auf den Umgang mit Öffentlichkeit.

Der Begriff "Hacking", der eigentlich aus der Computersprache stammt, wird in diesem Sinne als kulturelle Praxis verstanden: Wie werden Formen öffentlichen Handelns, demokratischer Kultur und Praktiken des Widerstandes künstlerisch artikuliert? Wer "hackt" eigentlich heute "wen"? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Kunstprojekte, die in der Stadt Essen, im Internet oder im musealen Projektraum zu sehen sind.

Während "Hacker" in den 1990er Jahren insbesondere die Verletzbarkeit öffentlicher Strukturen deutlich machten, steht bei heutigen "Hacking"-Projekten ein differenzierter Diskurs über Sichtbarkeiten und Unsichtbarkeiten sowie Aneignungsstrategien im Vordergrund.

Die Street Artisten, Designer, Bildenden Künstler und Musiker, die am Projekt teilnehmen, finden dabei ganz unterschiedliche Ansatzpunkte. Werbebilder werden verfremdet, es werden Irritationen im Stadtraum geschaffen oder Bilder von Überwachungskameras "angezapft", um die allgegenwärtige Sichtbarkeit im öffentlichen Raum zu verdeutlichen.

Die Ausstellung, die im Projektraum stattfindet, wird von zahlreichen Performances, Diskussionen und Workshops begleitet.

Künstlerliste: Boran Burchhardt, Peter Bux, Brad Downey, San Keller, Knowbotic Research, Christin Lahr, M+M, !Mediengruppe Bitnik, Richard Reynolds, Jörg Steinmann, Michelle Teran, Stefanie Trojan, Annette Wehrmann, Georg Winter

Abbildung: copyright Museum Folkwang

Ausstellungsdauer: 17.7.-26.9.10

Öffnungszeiten:
Di–So 10–18 Uhr
Fr 10–22.30 Uhr

Museum Folkwang
Museumsplatz 1
45128 Essen

hacking-the-city.org
museum-folkwang.de


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