Lois Renner im Museum Abteiberg, Mönchengladbach (28. März - 31. Mai)


Eingabedatum: 22.03.2004

bilder

Lois Renner thematisiert in seinen Arbeiten Malerei und Fotografie gleichermaßen. Auf gemalten Interieurs sind wieder Fotografien und Gemälde und Plakate aber auch Werkzeuge und Skulpturales zu erkennen. Häufig sind es Ateliersituationen, in denen durch die mediale Vermischung Realität und Fiktion verschmelzen und zu Bildern werden.

" . . . Seit Anfang der 90er Jahre setzt sich Lois Renner kontinuierlich mit einem einzigen Thema auseinander: räumliche Situationen in seinem Atelier. Dabei geht es um Wechselspiele und Widersprüche zwischen Realität und Fiktion und um die Frage, welche Rolle die Wahrnehmung dabei spielt. Die großformatigen fotografischen Bilder provozieren durch Irritationen ein genaueres Hinsehen, denn es handelt sich keineswegs um einen realen, begehbaren Raum, den Renner fotografiert, sondern um ein nachgebautes Modell etwa im Maßstab 1:10. Mit großer Sorgfalt konstruiert Renner kulissenartige räumliche Szenen, die einen erzählerischen Zusammenhang andeuten, der sich allerdings nur in Ansätzen erschließt. Das große Format der Fotografien übersetzt die Miniaturnachbildung wieder in ein annähernd originalgetreues Größenverhältnis, das sich dem Betrachter gegenüber öffnet. Lois Renner, der sich intensiv mit klassischen Gemälden der Kunstgeschichte befasst und selbst Malerei bei Gerhard Richter studierte, setzt auf sehr individuelle Weise eine langen und äußerst vielfältige Tradition der Beschäftigung mit dem Thema Künstleratelier fort, die von Velazquez bis Gregor Schneider reicht.

Lois Renner, der 1961 in Salzburg geboren wurde, lebt in Wien und Karlsruhe. 1981-84 besuchte er die Meisterschule für das Österreichische Malerhandwerk in Baden bei Wien, 1984-85 die Hochschule Mozarteum in Salzburg und 1985-88 die Kunstakademie in Düsseldorf. 1992 wurde er mit dem Msgr. Otto Mauer-Preis ausgezeichnet; 1994 mit einem österreichischen Staatsstipendium für Bildende Kunst; 2001 erhielt er den Großen Kunstpreis des Landes Salzburg und 2002 den Internat. Preis für Künstlerische Fotografie der II. Kunstbiennale von Buenos Aires. Seit 2002 ist Lois Renner Professor für Künstlerische Fotografie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe.
Von den zahlreichen Ausstellungen seit 1991 seien lediglich erwähnt: 1995 Salzburger Kunstverein, 1999 die erste von mehreren in der Galerie Kuckei + Kuckei, Berlin, 2000 Kunsthalle Göppingen, 2003 Oberösterreichische Landesgalerie, Linz." (Quelle: Museum Abteiberg / Presse)

Foto: Museum Abteiberg, Lois Renner, Aluminium BvB, 1999, C-Print

Ausstellungsdauer: 28. März - 31. Mai 04

Öffnungszeiten: täglich von 10.00 - 18.00 Uhr | montags geschlosssen

Städtisches Museum Abteiberg | Abteistr. 27 | D-41061 Mönchengladbach | Tel.: +49-(0)2161-252631
museum-abteiberg.de


ch






Daten zu Lois Renner:

- Otto Mauer Preis
- Sammlung DZ Bank, Frankfurt
- Thyssen-Bornemisza Art Contemporary,Wien

Weiteres zum Thema: Lois Renner



Lois Renner und Miklos Gaál in der Kunsthalle Tübingen (5.06. bis 25.07.04)


Unter dem Titel "Zwei Positionen zeitgenössischer Fotografie" stellt die Kunsthalle Tübingen zwei unterschiedliche Richtungen des Mediums im Umgang mit der Frage nach Realität, Nachbildung, optischer Täuschung und Manipulation gegenüber.

"Die künstlerischen Positionen des Österreichers Lois Renner (Jg. 1961) und des Finnen Miklos Gaál (Jg. 1974) berühren sich beim Thema "Fotografie und Wirklichkeit". Auf unterschiedliche Weise verunsichern beide Künstler den Prozess der Wahrnehmung des Bildes. Der Realitätseindruck der Fotografie, den wir aus alltäglicher Mediennutzung gewohnt sind, wird in Frage gestellt.

LOIS RENNER inszeniert komplexe Innenräume. Durch Miniaturnachbauten seines Ateliers hindurch fotografiert er in den Umraum hinein; zumeist ist dies der Raum des "großen" Ateliers. Die Grenzen zwischen Modell und Umgebung sind kaum noch auszumachen. Der Wunsch nach einer klaren Unterscheidung zwischen Täuschung und Wirklichkeit – zwischen Fotografie als Dokument und als Fiktion – wird ad absurdum geführt.
Das Atelier ist nicht nur Entstehungsort, sondern auch zentrales Thema der Arbeiten Renners. Bis ins kleinste Detail kontrolliert der Künstler die Gestaltung des Bildes. Dadurch stehen seine Fotografien den traditionellen Atelierkünsten Malerei und Skulptur sehr nahe. Renner setzt sich intensiv mit dieser Verwandtschaft auseinander, indem er gemalte Bilder und skulpturale Elemente in sein Werk einbezieht.

MIKLOS GAÁL richtet den Blick aus der Vogelperspektive auf Landschaften und Straßenzüge. Im ersten Moment entsteht der Eindruck einer Miniaturwelt. Durch den Wechsel von Schärfe und Unschärfe werden die Details im Schärfenbereich dem Betrachter nahe gerückt. Diese Zone der Sichtbarkeit gewinnt ihre Faszination jedoch nur auf Kosten der Unsichtbarkeit anderer Bildteile – und der darin befindlichen Personen.
Auch wenn sie nur verschwindend klein abgebildet werden: Menschen stehen im Mittelpunkt der Fotografien von Miklos Gaál. Ihn interessieren die Gruppierung von Menschen im öffentlichen Raum und das Verhältnis von Individuum und Masse.

Wie Lois Renner verzichtet auch Miklos Gaál auf eine digitale Bearbeitung seiner Aufnahmen. Alle optischen Effekte entstehen ausschließlich durch die Einstellung der Kamera." (Quelle: Presse / Kunsthalle Tübingen)

Foto: Lois Renner, Mirabellgarten 750, 1999, courtesy Galerie Kuckei + Kuckei


Ausstellungsdauer: 5. Juni bis 25. Juli 2004

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr

Kunsthalle Tübingen | Philosophenweg 76 | D-72076 Tübingen | Tel.: +49 (0)7071 96910
kunsthalle-tuebingen.de




Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




    Anzeige
    berlin


    Anzeige
    Atelier




    Thomas Wrede Modell. Landschaft Fotografie

    Das Kunsthaus zeigt die erste umfassende Werkübersicht von Thomas Wrede, die mit Fotografien von den frühen 1990er Jahren bis zu den aktuellen Werkgruppen erstmals die Zusammenhänge und künstlerischen Entwicklungen seiner Arbeiten dokumentiert weiter


    Georg Herold

    Georg Herold, 1977 bis 1983 Schüler Sigmar Polkes, stellte Anfang der 1980er-Jahre zusammen mit Martin Kippenberger, Werner Büttner und Albert Oehlen radikal und sarkastisch Kunst und Kunstbetrieb in Frage und entwickelte in diesen Jahren ein Werk, das wie eine Dada-inspirierte Enzyklopädie des Provisorischen anmutet weiter

    Aleksandra Waliszewska

    Der Neue Kunstverein Wien präsentiert in seiner Herbstausstellung die Arbeiten von Aleksandra Waliszewska. weiter

    ART DÜSSELDORF - Galerienliste

    Die Liste der teilnehmenden Aussteller der ART DÜSSELDORF, die vom 17. bis 19. November 2017 auf dem Areal Böhler stattfinden wird, steht fest. weiter



    Peter Zumthor - Dear to Me

    Das Kunsthaus Bregenz ist ein besonderer Ort. Seine Atmosphäre macht wachsam, sie öffnet Augen, Ohren und Poren. Für das Jubiläumsjahr — das KUB ist heuer 20 Jahre — wurde sein berühmter Architekt Peter Zumthor eingeladen. Der Pritzker-Preisträger entschloss sich, keine Ausstellung im gewöhnlichen Sinne einzurichten, sondern Denk-, Schau- und Hörkästen seiner künstlerischen Vorlieben und Inspirationen zu verwirklichen: Dear to Me. weiter

    Georg Hornemann erhält Cologne Fine Art Preis 2017

    Der gebürtige Dessauer Georg Hornemann kam bereits als 15-Jähriger mit dem Bauhaus in Berührung, als er bei einem der ehemaligen Goldschmiedemeister in die Lehre ging. weiter

    Erik van Lieshout Sündenbock

    Mit »Sündenbock« zeigt der Kunstverein Hannover die bislang umfassendste Ausstellung von Erik van Lieshout in Deutschland weiter


    Alexander Kluge Pluriversum

    Das Museum Folkwang präsentiert die erste große Museumsausstellung des Filmemachers weiter


    Alicia Framis. fearless

    Das Recht auf ein Leben in Freiheit und Sicherheit sowie der Schutz vor Diskriminierung, Folter und staatlicher Willkür wird in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 ebenso festgeschrieben wie das Recht jedes Menschen auf Arbeit, Bildung, kulturelle Teilhabe oder Rede- und Glaubensfreiheit weiter


    America '67

    Die Doppelausstellung America '67 wirft einen Blick auf den Zustand der USA im Jahr des großen gesellschaftlichen Umbruchs vor 50 Jahren. weiter

    Praemium Imperiale vergeben

    In diesem Jahr sind die Preisträger Shirin Neshat (Malerei), El Anatsui (Skulptur), Rafael Moneo (Architektur), Youssou N´Dour (Musik) und Mikhail Baryshnikov (Theater/Film). weiter


    VON DA AN

    Exakt 50 Jahre später widmet sich die Ausstellung VON DA AN. RÄUME, WERKE, VERGEGENWÄRTIGUNGEN DES ANTIMUSEUMS 1967 – 1978 dieser Geschichte. Mit Dokumenten und Objekten, Rekonstruktionen und Wiederaufführungen ... weiter

    DGPh-Bildungspreis geht an "Wirsprechenfotografisch"

    Als Preisträger 2017 hat sich die Jury für das junge Projekt "Wirsprechenfotografisch" entschieden, das die Photographie als universelle Kommunikationsform nutzt. weiter

    Birte Endrejat AKTIVITÄTSZONEN

    Birte Endrejat arbeitet ortsbezogen, das heißt, sie ist vor Ort und schaut sich um und hört und schreibt mit. Ausgangspunkt für Endrejats Annäherungen sind Fragen wie: Was machen Orte mit den Menschen? weiter


    The Parthenon of Books

    Die letzten Veranstaltungen zur documenta haben begonnen, z.B. die Verteilung der verbotenen Bücher. weiter