herman de vries Taken from Nature: Künstlerbücher, Editionen und Arbeiten auf Papier

04. Mai – 21. Oktober 2018 | Weserburg | Museum für moderne Kunst, Bremen
Eingabedatum: 27.04.2018

Werkabbildung

herman de vries: from earth: rousillon, 1990, Erdausreibung auf Papier, Sammlung BFA /Foto: Peter Coxbilder

"seit 1970 arbeite ich mit der natur zusammen" formuliert herman de vries. Die Verbindung von Kunst und Natur ist zum seinem künstlerischen Markenzeichen geworden. Seit Jahrzehnten arbeitet er ausschließlich mit Fundstücken aus der Natur, die er wie ein Naturwissenschaftler sortiert und in visuelle Ordnungen bringt. Seine Kunst ist sowohl im Mikro- als auch im Makro-Kosmos der Natur angesiedelt. Er nutzt einfache künstlerisch-wissenschaftliche Techniken und Verfahren, wie das Sammeln, Trocknen, Pressen, Verreiben, Isolieren oder Zusammenstellen von Materialien aus der Natur. So ordnet er Pflanzen, Blätter, Äste, Erden, Naturrelikte zu Bildstrukturen, die die Vielfalt und die Unterschiedlichkeiten aufzeigen, unter denen Natur entsteht. Die Ausstellung widmet sich dem Oeuvre des niederländischen Künstlers. Gezeigt wird eine Retrospektive seines umfangreichen edierten Werkes, ergänzt um weitere Arbeiten die Einblick in einen faszinierenden künstlerischen Kosmos geben.

Zu den typischen und bekanntesten Editionen von herman de vries zählen die Erdausreibungen, wie die library of earth colours 1993-2005 (2005), und die getrockneten und gepressten Pflanzenteile auf weißem Karton in Schachteln. Er nimmt Erde und reibt sie mit dem Finger auf Papier. Über 8.000 Erden aus aller Welt hat er inzwischen gesammelt.
Der Bestand an Einzelwerken reicht von frühen Textarbeiten bis hin zu einer großformatigen Collage aus 2109 Heidelbeerblättern auf weißem Karton von 1986. Einige der frühen Arbeiten von herman de vries sind der konkreten Poesie zuzuordnen, die er dann im Sinne der visuellen Poesie weiter entwickelte. In diesem Kontext hat er später alte Pflanzen- und Ortsnamen in seinen Textarbeiten zusammengestellt. Die konkrete Poesie entwickelte sich bei herman de vries mit den Jahren zu einer Poesie der Natur.

Der in den 1960er Jahren als Vertreter des Informel bekannte niederländische Künstler zog 1970 nach Eschenau im Steigerwald und wandte sich seit dieser Zeit schwerpunktmäßig der Natur zu. 1956 entstanden die ersten weißen Collagen, 1959 das erste weiße Bild, 1962 erste aleatorische Arbeiten. 1961 gab herman de vries, mit Armando und Henk Peeters die erste Nummer von nul = 0 heraus. Von 1965 bis 1972 edierte herman de vries die revue intégration. Ab 1991 erschienen sechs Ausgaben einer neuen integration – zeitschrift für geistbewegende pflanzen und kultur, herausgegeben mit Wolfgang Bauer. Die beiden Manifeste manifest van de gecastreerde werkelijheid und wit is overdaad (Weiß ist übermächtig) erschienen 1960, sein erstes Künstlerbuch wit 1962. Von 1974 bis 2015 gab er 72 kleine Publikationen bzw. Künstlerbücher in der von ihm gegründeten Eschenauer Summer Press heraus. herman de vries verfasste einige Bücher über seine Zufallskunst, Aufsätze über Sprache und über Ludwig Wittgenstein, über alte Pflanzennamen und Ökologie.

Die in der Ausstellung gezeigten Werke von herman de vries kommen aus der Brokken Zijp Foundation of modern and contemporary Art (BFA) in Liempde, Niederlande, und werden durch Werke aus den verschiedenen Archiv- und Sammlungsbeständen des Zentrums für Künstlerpublikationen ergänzt.

Weserburg | Museum für moderne Kunst
Teerhof 20, 28199 Bremen, Germany

weserburg.de

Presse






Daten zu herman de vries:

- Art Basel 2016
- art berlin 2017
- art cologne 2015
- Biennale Venedig 2015,Pav
- Daimler Art Collection
- Dopplereffekt. Bilder in Kunst und Wissenschaft - Kunsthalle zu Kiel
- LAGE EGAL RAUM FÜR AKTUELLE KUNST
- skulptur projekte münster 1997

Weiteres zum Thema: herman de vries



Dopplereffekt. Bilder in Kunst und Wissenschaft - Kunsthalle zu Kiel


Mit der Ausstellung Dopplereffekt setzt sich die Kunsthalle zu Kiel in den 4 Kapiteln: vom Kodex der Körper - Triebkräfte der Natur - Mikrokosmos-Makrokosmos - der intellektuelle Blick mit dem aktuellen Bilddiskurs auseinander und erforscht die Wechselbeziehungen zwischen Kunst und Wissenschaft in den vergangenen sechs Jahrhunderten.
Dabei spannt die Ausstellung einen Bogen von der mechanischen und biowissenschaftlichen Erforschung des Menschen über die Erkundungen seines Lebensbereiches und das Eindringen in unsichtbare Welten, bis hin zur Visualisierung geistiger Konstrukte. Im Zentrum steht dabei stets die Faszinationskraft der Bilder als Ergebnis wissenschaftlicher Neugierde und Kreativität.

Künstlerliste:
Josef Albers, Bernhard Siegfried Albinus, Alessandro Allori, Anna Atkins, Adriaen Backer, Georg Wilhelm Bauernfeind, Joseph Beuys, Govard Bidloo, Max Bill, Leopold Blaschka, Rudolf Blaschka, Christine Borland, Ulrich Brehm, Fritz Brill, Agostino Carlini, Otto Croy, Mark Dion, Hubert Duprat, Albrecht Dürer, Charles Eames, Ray Eames, Olafur Eliasson, Max Ernst, Theodor Josef Ethofer, Georg Flegel, Václav Fric, Galileo Galilei, Christine de la Garenne, George Gessert, Conrad Gessner, Antony Gormley, Tue Greenfort, Ernst Haeckel, Boris Hars- Tschachotin, Louis Heitsch, Georg Hoefnagel, Candida Höfer, Hans Hoffmann, Carsten Höller, Channa Horwitz, Cornelis Huyberts, Lotte Jacobi, Eduardo Kac, Via Lewandowsky, Ernst Mach, Marta de Menezes, Mario Merz, Robert Morris, Michael Müller, Christine Nguyen, Olaf Nicolai, Jean Painlevé, Louise von Panhuys, Niclaes Peters Hermanns Sohn, Antonio Pisanello, Jaume Plensa, Marc Quinn, Arnulf Rainer, Man Ray, Nicolas Robert, Thomas Ruff, Philipp Otto Runge, Frederik Ruysch, Peter Schamoni, Johann Rudolf Schellenberg, Otto Marseus van Schrieck, Kurt Schwitters, Conrad Shawcross, Hiroschi Sugimoto, Keith Tyson, Andreas Vesalius, Enea Vico, Jorinde Voigt, Ruth Vollmer, Hans Vredemann de Vries, Herman de Vries, Martin Walde, Jeff Wall, Mark Wallinger, Jan Wandelaar, Sebastian Wegmayr, Gary Woodley


Abbildung: JEFF WALL
Adrian Walker, artist, drawing from a specimen in a laboratory in the Dept. of Anatomy at the University of British Columbia, Vancouver 1992 De Pont Museum of Contemporary Art, Tilburg

Ausstellungsdauer: 31. Januar - 2. Mai 2010


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




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