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Slavs & Tatars. Made in Dschermany

Eine Ausstellung des Albertinum

2. Juni bis 14. Oktober 2018 | Kunsthalle im Lipsiusbau, Dresden
Eingabedatum: 04.06.2018

Werkabbildung

Slavs and Tatars, Kitab Kebab (Kapuscinski-Orbellani), 2012 Bücher, auf Metall gespießt / books, metal skewered, ca. 50 x 50 x 50 cm © Courtesy of the Artists and Kraupa-Tuskany Zeidlerbilder

Dschingis Kahn? Dschebel? Dschunkfood? Dschin Tonic? Kunst als Übersetzungspraxis wird vom Kollektiv Slavs and Tatars wortwörtlich genommen: In ihrer Dresdner Überblicksausstellung „Slavs & Tatars. Made in Dschermany“ stellen die Künstler*innen Sprache und deren Mehrdeutigkeit in den Mittelpunkt und richten ihren Blick unter anderem auf den Tetragraphen ‚dsch‘, der im Deutschen vornehmlich fremde Wörter einleitet. So wie die fremde Buchstabenfolge Teil des Wortes ‚Dschermany‘ und damit zu etwas sehr Eigenem wird, so lädt die Schau ein, das Eigene im Fremden und das Fremde im Eigenen zu erkunden und sich offen mit den Denkansätzen von Slavs and Tatars auseinanderzusetzen.
Ab Anfang Juni 2018 zeigt das Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) die bisher größte Ausstellung des Künstlerkollektivs innerhalb Deutschlands. Raumgreifende Installationen, Tonarbeiten, Skulpturen, Videos und Wandteppiche kreisen dabei unermüdlich um das Thema Sprache. Sprache – in ihrer Entstehung, Entwicklung und Nutzung, in ihrer Form und Unform, in ihrer emotionalen wie politischen Rolle – ist ein zentraler Impuls für das umfassende Schaffen der Künstler*innen. Das wird auch in den zahlreichen Publikationen des Kollektivs deutlich, in denen Slavs and Tatars ihre Ideen entwickeln. Diese Gedanken werden in Form von Lecture Performances, die die Zusammenstellung begleiten, von den Künstler*innen selbst vorgestellt, inszeniert und diskutiert.
Auf eine unerschrockene Art setzt sich das 2006 in Berlin aus einer Lesegruppe entstandene Künstlerkollektiv Slavs and Tatars in seinen Arbeiten mit Traditionen und Gebräuchen, Sprache, Geschichte, Anthropologie, Philosophie und Politik auseinander. Im Zentrum ihres künstlerischen wie diskursiven Werks steht dabei immer auch die Befragung von Glaube und interkultureller Verständigung. Die Künstler*innen beschreiben sich selbst als „Fraktion der Polemik und Intimität, die sich mit dem als Eurasien benannten Gebiet östlich der Berliner Mauer und westlich der Chinesischen Mauer beschäftigt“. Sowohl (sozio-)geografisch als auch kulturhistorisch bewegen sich Slavs and Tatars damit in einem kolossalen Raum, aus dem sich ihr Wissen speist. Ergänzt und in einen weiteren Kontext gebracht werden die Recherchen des Kollektivs durch die spielerische Einverleibung von Gegenwartskultur sowie der Vermischung verschiedener religiöser und philosophischer Lehren – dem Synkretismus, der sich wie ein roter Faden durch zahlreiche ihrer Werke zieht.
Neben der Präsentation im Lipsiusbau sind weitere Arbeiten des Künstlerkollektivs als Interventionen im Albertinum, der Porzellansammlung sowie dem Mathematisch-Physikalischen Salon der SKD zu finden. Ein umfangreiches Begleitprogramm stellt die künstlerische Praxis der Gruppe in Rundgängen vor, lädt zu Gesprächen mit Wissenschaftler*innen ein und schließt mit dem eintägigen Symposium „Sum, ergo Cogito“.
Zur Ausstellung erscheint das Künstlerbuch „Wripped Scripped“, das das Albertinum gemeinsam mit dem Kunstverein Hannover veröffentlichen: Texte von Slavs and Tatars, Gestaltung von Stan de Natris / Slavs and Tatars, Hatje Cantz Verlag, 152 Seiten, 200 Abb., ca. 30 €, ISBN 978-3-7757-4472-0.


www.skd.museum
Presse






Daten zu Slavs and Tatars:

- 2nd Ural Industrial Biennial of Contemporary Art, 2012
- 32. Biennial of Graphic Arts Ljubljana
- art berlin 2017
- art cologne 2015
- Berlin Biennale 2014
- CONTOUR 7, A Moving Image Biennale in Mechelen 2015
- Galleries ART DUBAI CONTEMPORARY 2015
- Galleries ART DUBAI CONTEMPORARY 2015
- Gwangju Biennale, 2012
- Kunstverein Braunschweig 2015
- Manifesta 10, 2014
- SHARJAH BIENNIAL 10, 2011
- The Third Line - Gallery
- Ural Industrial Biennial 2017
- Yinchuan Biennale 2016

Weiteres zum Thema: Slavs and Tatars



Museum Off Museum


Der Bielefelder Kunstverein präsentiert vom 07. September 2013 bis zum 26. Januar 2014 das zweiteilige Ausstellungsprojekt »Museum Off Museum«. Die Ausstellungen und das umfangreiche Begleitprogramm widmen sich dem aktuellen Interesse von Künstlerinnen und Künstlern an einem sich unter globalen Vorzeichen verändernden Reflexionsraum »Museum«. Am Beispiel von sieben Positionen zeigt die Ausstellung wie heute in künstlerischen Arbeiten die zentralen Prinzipien musealer Praxis des Sammelns, Ordnens, Präsentierens und Vermittelns thematisiert und erweitert werden. Die Projekte greifen Themen der populären und globalen Kultur auf, sie bewegen sich zwischen der Aneignung und dem Aufbrechen musealer Präsentation. »Museum Off Museum« untersucht damit über einen Zeitraum von fünf Monaten das Museum als Form der künstlerischen Handlung in der globalen Welt und als Teil des medialen Raumes im 21. Jahrhundert. »Museum Off Museum« stellt Fragen nach der aktuellen Bedeutung und dem Selbstverständnis künstlerischer Praxis, der Funktion und Form des Ausstellens, der Zukunft von Wissensproduktion und kultureller Vermittlung.

Das Interesse gilt ebenso Prozessen der Analyse und Übersetzung sowie eine Untersuchung statischer Formen der Repräsentation in Zeiten mobiler Kommunikation. Eine Erweiterung von Wissenskontexten, die Geschichte kultureller Identität, die materiell-kulturellen Codes von Sammlungen und Artefakten spielen dabei eine wesentliche Rolle. Die Unterscheidung zwischen Kunstwerk und historischem Dokument, Bild und Abbild, Exponat und Display, Installation, Bühne und filmischem Setting wird sich innerhalb der Ausstellung verschieben. Die Ausstellung reflektiert zum einen das subjektive Potenzial musealer Erzähltechniken und wissenschaftlicher Methoden. Zum anderen wird die durch museale Praxis hervorgebrachte symbolische Ordnung von Wissen hinterfragt, fiktionalisiert und erweitert. Parallel dazu thematisiert »Museum Off Museum« den Einfluss künstlerischer Interventionen auf Museums- und Ausstellungskonzepte in der Gegenwart.

Um die künstlerischen Ansätze in angemessenem Umfang vorzustellen, durchbricht »Museum Off Museum« den regulären Ausstellungsrhythmus zugunsten einer episodenartigen, fragmentarischen Programmstruktur. Die beiden Ausstellungsperioden werden von künstlerischen und wissenschaftlichen Beiträgen, Vorträgen sowie einem Blog auf unserer Webseite begleitet. Zum Abschluss des Projektes wird ein Katalogbuch (Deutsch-Englisch) erscheinen, welches die einzelnen Ausstellungsphasen dokumentiert und alle Beiträge zusammenfasst.


ERSTER TEIL:
Mit Ausstellungsbeiträgen von Kader Attia, Camille Henrot und Slavs and Tatars
ZWEITER TEIL: 09. NOVEMBER 2013 – 26. JANUAR 2014
Mit Ausstellungsbeiträgen von Özlem Altin, Isabelle Cornaro, Jeremy Deller und Simon Fujiwara

Bielefelder Kunstverein
im Waldhof
Welle 61
33602 Bielefeld

bielefelder-kunstverein.de






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