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ANTON CORBIJN. THE LIVING AND THE DEAD

7. 06. 2018 - 6. 01. 2019 | Bucerius Kunst Forum, Hamburg
Eingabedatum: 06.06.2018

Werkabbildung

Anton Corbijn (geb. 1955): ‘a. bolan 2, strijen, holland‘ 2002, Leihgabe des Künstlers, © Anton Corbijn, 2018bilder

Anton Corbijn. The Living and the Dead zeigt die ikonischen Porträts von Musikern und Bands wie Joy Division, Depeche Mode, Tom Waits, U2 oder den Rolling Stones, die Corbijn berühmt gemacht haben. Im Zentrum der Schau steht seine autobiografischste Serie: a. somebody. Für diese inszenierte sich Corbijn als Musiker und fotografierte sich in der ländlichen Umgebung seines Geburtsorts Strijen. Die Faszination für die Idole seiner Jugend, wie John Lennon, Jimi Hendrix oder Janis Joplin, wurde für den Künstler prägend. Sie half ihm, sich geistig von der einengenden Provinz und der Fixierung seines religiösen Elternhauses auf das Leben nach dem Tod zu befreien. „I wanted to be freer, and the music represented that for me”, so Corbijn.

Die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum umfasst 119 analog entstandene Arbeiten Anton Corbijns, darunter bisher unveröffentlichte Aufnahmen. Kurator Franz Wilhelm Kaiser gliedert die Schau in zwei Teile. Der erste Teil der Ausstellung widmet sich den meist als Auftragsarbeiten entstandenen Musikerporträts und zeigt eine Auswahl von 77 seiner bekanntesten Fotografien aus 40 Jahren seines Schaffens. Dabei handelt es sich um Arbeiten aus verschiedenen Serien, die jeweils ein eigenes Format und eine eigene Ästhetik aufweisen. Viele davon wurden zu ikonischen Bildern. Sein imperfekter, narrativer Stil prägte das Image zahlreicher Musiker und passte zu dem Selbstverständnis dieser Künstler, die sich von den Rockmusikern der älteren Generation abheben wollten. Corbijns völlig unglamouröse Mischung von leicht arroganter Pose und Natürlichkeit war etwas ganz Neues in der Musikfotografie. Bei seinen Auftragsarbeiten erkämpfte Corbijn sich schon früh schöpferische Freiheit, um seinen sehr eigenen Stil umsetzen zu können.

Seit langem lebt Anton Corbijn in einer Welt von Celebrities und Glamour, und so mag es verwundern, dass er sich immer wieder mit Sinnfragen des Lebens auseinandergesetzt hat. Dass viele der von ihm fotografierten Musiker relativ jung starben, beschäftigte Corbijn fortwährend. Ein früher Beleg dafür ist seine Anfang der 1980er Jahre entstandene Serie von Grabmonumenten auf katholischen Friedhöfen. Corbijns Suche nach dem ‚Warum‘ kulminierte zwanzig Jahre später in seinem Projekt a. somebody. Der zweite Teil der Ausstellung setzt den meist im Auftrag entstandenen Musiker-Porträts diese freien Arbeiten entgegen. Für die zweiteilige Serie a. somebody begibt sich Corbijn in der Maskerade von Musikern in die ländliche Umgebung seiner Kindheit und Jugend. Den in Strijen entstandenen Farbfotografien stehen hochformatige Schwarz-Weiß-Fotografien gegenüber, die im Studio aufgenommen wurden und an Passbilder erinnern. Diese Arbeiten sind die wohl freiesten Fotografien des Künstlers. In ihnen drücken sich die beiden bestimmenden Obsessionen seines Lebens aus: die seiner Eltern mit dem Leben nach dem Tod (sein Vater war Pastor) und seine eigene mit der Musikwelt – seine verzweifelten Versuche, dort jemand (a somebody) zu sein. Für die Serie Cemeteries fotografierte Anton Corbijn keine Menschen, sondern ausnahmsweise Grabmonumente in seiner charakteristischen Bildsprache. Diese bisher nicht veröffentlichte Serie entstand 1982, in der Zeit Corbijns großen Durchbruchs.

Wie viele Fotografen hat Corbijn lange an der Schnittstelle zwischen freier und angewandter Fotografie gearbeitet. Und so untersucht die Ausstellung anhand seiner Porträts von Bands und Musikern, seiner Musiker-Selbstporträts und der bisher noch nie gezeigten Cemeteries-Serie nicht nur Corbijns Auseinandersetzung mit „den Lebenden und den Toten“, sondern thematisiert zudem eine selten gestellte Frage: Wann wird Fotografie Kunst?

Der Katalog zur Ausstellung mit Beiträgen von Daria Dittmeyer-Hössl, Franz Wilhelm Kaiser und Marie-Noël Rio erscheint im Schirmer/Mosel Verlag, München (ca. 220 Seiten mit Abbildungen aller ausgestellten Werke, 39,80 € in der Ausstellung, deutsch/englische Ausgabe).

Die Ausstellung ist der Beitrag des Bucerius Kunst Forums zur Triennale der Photographie Hamburg 2018.

Bucerius Kunst Forum gemeinnützige GmbH
Rathausmarkt 2
20095 Hamburg

buceriuskunstforum.de
Presse






Daten zu Anton Corbijn:

- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- Sammlung DZ Bank, Frankfurt
- Zeno X Gallery

Weiteres zum Thema: Anton Corbijn



Markus Wirthmann in der Kunsthalle Göppingen (14.12.03 – 22.2.04)


Der letztes Jahr mit dem Förderpreis für Zeitgenössische Kunst des Neuen Kunstvereins Aschaffenburg und dieses Jahr mit dem Dix-Preis ausgezeichnete Künstler Markus Wirthmann zeigt in Göppingen aus seiner Reihe "Buchstäblich infiziert / literally infected" die Arbeit "Inside the White Cube".

Pressemitteilung/Auszug: "... Ein Würfel, dessen Seiten unterschiedliche farbige Muster zeigen, ist inmitten des Raumes positioniert. Als Objekt überschreitet er die Grenze zum Design, indem er als Sitzmöbel verführt, letztlich ist es jedoch die Eigenart des Musters, die seine Raffinesse ausmacht. Das Quadrat ihres Trägers scheinbar unendlich vervielfachend, führt dieses Muster auf die richtige Fährte: Markus Wirthmann hat die Oberfläche des Würfels durch die Umwandlung eines Textes in grafische Information gestaltet. Bei dem Text handelt es sich um Brian O'Dohertys inzwischen legendären Text der Kunstwissenschaft "Inside the White Cube / In der weißen Zelle“ – eine scharfsinnige Analyse des vermeintlich neutralen weißen Galerie- oder Museumsraumes. Der perfekte weiße Raum ist im westlichen Kunstdiskurs das vorherrschende Prinzip der idealen Präsentation eines Kunstwerkes, obzwar ihm seit den 1960er Jahren immer wieder seine Unschuld abgesprochen wird. Zur Debatte steht die Idee und die Möglichkeit, das autonome Kunstwerk allen äußeren Einflüssen und dem Lauf der Geschichte zu entziehen.

Wirthmann hat O'Dohertys Essay in voller Länge am Computer in Grafikdateien umgewandelt und dann als Text-Bilder auf die sechs Seiten des Würfels übertragen. Mit dem Prinzip, formale Entscheidungen an eine andere Instanz zu delegieren, macht der Künstler sich den Computer zum Komplizen. Wie in vielen seiner Arbeiten bewegt er sich mit diesem Ansatz als Grenzgänger zwischen Kunst, Forschung und Technik. Entstanden ist ein Werk, das wie kein anderes den C1-Raum (engl. see one) der Göppinger Kunsthalle mit seinem Konzept der Einzelwerkpräsentation in idealer Weise hinterfragt. Wirthmanns Kubus nimmt als Körper die Proportionen und Dimensionen des umgebenden Raumkubus auf und zieht sich dessen kritische Theorie als Bilder an.

Markus Wirthmann (*1963) lebt und arbeitet in Berlin. In seiner künstlerischen Arbeit bewegt er sich frei zwischen den Medien Video, Aktion, Bild oder Skulptur. Begleitend zu der Arbeit für C1 entsteht ein Multiple, das in der Kunsthalle Göppingen erworben werden kann."

Parallel wird eine Ausstellung mit Werken von Anton Corbijn gezeigt.

Foto: © markus.wirthmann@berlin.de

Ausstellungsdauer: 14.12.03 – 22.2.2004

Öffnungszeiten: Di-So 10-12 und 14-18 Uhr; Do bis 20 Uhr; Mo geschlossen

Kunsthalle Göppingen | Marstallstraße 55 | 73033 Göppingen | Tel. 07161 650-777/8
goeppingen.de
markus-wirthmann.de






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